Kundenrezension

12 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zeit für die Hundeschule, 6. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Ego Trippin' (Audio CD)
Snoop Dogg ist einer der bekanntesten Rapper aller Zeiten. Und dies ist auch nicht verwunderlich, denn er hält sich seit mittlerweile über 15 Jahren im Hip Hop-Biz und befindet sich dabei immer am oberen Ende der Charts. Ich bin ein wirklich großer Fan seiner ersten fünf Alben, daher tat mir sein musikalischer Fall, der mit seinem Abgang von No Limit Records zusammenhängt, auch sehr weh. Nach den beiden Katastrophen "Paid Da Cost To Be Tha Boss" und "R & G - The Masterpiece" schien es ja so, als hätte er sich mit seinem 2006er Werk "Tha Blue Carpet Treatment" wieder gefangen, weshalb ich auf eine weitere Steigerung vom Doggfather hoffte.
Wenn man sich so das finstere Cover von "Ego Trippin" betrachtet, so kann man schnell in Versuchung kommen zu denken, dass uns Snoopy wieder mal Gangstergeschichten vom Feinsten auftischt, doch weit gefehlt. Wirklich Hartes liefert uns das ehemalige Gangmitglied der Crips nicht, West Coast Sound schon gar nicht. Viele der Beats erinnern an die Discomusik der 70er, teils auch 80er, manche Tracks haben eher härtere, teils tanzbare Instrumentals. "Ego Trippin" beginnt eigentlich sogar richtig gut und zwar mit dem Kracher "Press Play", einer Produktion von Legende DJ Quik. Wie man sich denken kann ist dies ein ultra chilliger Smash, der sich auch an einigem an Instrumenten wie Schlagzeug und Bläsern bedient, ein echtes Soundfeuerwerk, über das Snoop Dogg gewohnt lässig rappt. Nun, dieses Hochgefühl wird mit den absolut grauenhaften "SD Is Out" und "Gangsta Like Me" sofort wieder getrübt. Wirre, unnötig elektrische und langweilige Beats, teilweise Vocoderstimmeneinsatz und unmotivierte Rhymes des in die Jahre gekommenen Pimps. Seine Karriere lässt Doggy Dogg auf "Neva Have 2 Worry" Revue passieren. Ein sehr langsamer und ruhiger Song, bei dem Snoop fast flüstert und der außer dem tollen Refrain von Uncle Chuuc nichts wirklich Aufregendes zu bieten hat. "Sexual Eruption" war die Lead-Single von "Ego Trippin". Anfangs habe ich sie noch gehasst, mittlerweile komme ich einigermaßen damit klar, da das im Seventies-Style gehaltene Instrumental echt chillig ist. Allerdings hätte Snoop es nur beim Rappen belassen und auf die verzerrten Gesangspassagen verzichten sollen, da diese sich doch grauenhaft anhören. Der beste Song der Platte dürfte ohne Zweifel "Life Of Da Party" mit den beiden Oakland-Rappern Too Short und Mistah F.A.B. sein. Der Song hat echt Klasse muss man sagen. Lässiger Beat während der Strophen, der durch sehr geile und Oldschool mäßige Synthie-Sounds verfeinert wird, dazu rappen alle echt gut, besonders der Refrain von F.A.B. und Snoop ist gelungen. Im wahrsten Sinne des Wortes ist "Cool" richtig cool geworden. Auch dieser Track ist ordentlich vom Disco-Sound geprägt, passt hier aber wunderbar und ist ein echtes Erlebnis fürs Gehör. Schade ist nur, dass Snoop hier nur singt und nicht rappt, was sich sicher gut angehört hätte. Etwas moderner klingt die Neptunes-Produktion "Sets Up". Insgesamt ein Standard Club-Song, der sicher gut geworden ist, aber so etwas Ähnliches hat man von den Neptunes schon zig mal gehört. Eigentlich hätte Snoop Dogg wirklich das Potential zu einem guten Album gehabt, doch er stellt sich auf "Ego Trippin" immer wieder selbst ein Bein, so geschehen bei "Waste Of Time", "Deez Hollywood Nights" oder "Staxxx In My Jeans", bei denen einfach gar nichts passt. Die Instrumentals wirken teils konzeptlos oder einfach nur lieblos und langweilig und auch Snoopy zeigt sich nicht gerade von seiner besten Seite. Gegen Mitte bis Ende der Platte steigt die Qualität der einzelnen Tracks zum Glück wieder ein bisschen. Hier sind das chillige "Been Around The World" oder das etwas schnellere "Let It Out" von anhörbarem Kaliber. Ein echtes Highlight gibt es auch noch. Und zwar mit dem sehr außergewöhnlichen "My Medicine". Dieser Song hat mit Rap überhaupt nichts mehr am Hut, doch das ist mir hier ausnahmsweise egal. Snoop singt über ein Country-Instrumental, das eher an einsame Motorradtouren durch die Wüste als an Lowrider-Cruisen in Los Angeles erinnert, aber dennoch zu begeistern weiß. Die letzten Songs sind alle von der ruhigeren Sorte, sind daher leider nicht so abwechslungsreich, chillig und angenehm anzuhören sind sie aber allemal, im Falle von dem echt schön gewordenen "Can't Say Goodbye" (feat. Charlie Wilson) gibt es sogar noch einen echten Hit.
Snoop Dogg's nunmehr neuntes Solo-Album ist also insgesamt leider nur durchschnittlich geworden. Es gibt neben ein paar Hits auch einige schlecht gewordene Songs, aber auch viel mittelmäßige Tracks, die sich alle recht gut durchhören lassen, einen aber nicht unbedingt vom Hocker hauen. Nach seinem Gangster-Album "Tha Blue Carpet Treatment" hat sich Snoop komplett neu erfunden und entwickelt, was zwar als positiv anzusehen ist, doch auch leider das ein oder andere Mal kräftig in die Hose ging. Für absolute Snoop Dogg-Fans sicher ein Muss, aber auch die, denen "Sexual Eruption" gefallen hat, sollte diese Platte liegen. Alle, die ein typisches West Coast Album erwarten, dürften enttäuscht werden und sollten lieber zu einem seiner älteren Werke greifen. Vorher reinhören ist auf jeden Fall sehr ratsam.
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