Kundenrezension

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen New Wave of true Black Metal, 15. September 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Satyricon (Special Edition im Digipack inkl. 3 Bonustracks) (Audio CD)
Wer hat schon erwartet, dass Satyr und Frost, als Stil-Ikonen des Black Metals, den musikalischem Stillstand, dem kreativen Fortschritt vorziehen würden? Vermutlich nur wenige Fans. Doch unter dem Deckmantel des "Fortschritts", versteckt sich bei so manch anderer Band oft die Altersmüdigkeit, oder entflohene Muse. Glücklicherweise bedienen sich die beiden Herren auch 2013 keiner falsch verwendeten Synonyme und legen ihr selbstbetiteltes neues Album vor.
Die Abkehr vom minimalistischen, schlecht produzierten Ur-Black Metal-Stil, der für viele Fans als "True" gilt, vollzogen Satyricon bereits zu Anfang ihrer Karriere, denn Frontmann und Bandchef Sigur Wongraven, alias "Satyr", scherte sich auch in jungen Jahren recht wenig, den primitiven Weg zu folgen, indem er 1993 auf dem Debut-Album "Dark Medieval Times" eher Szeneuntypische Instrumente verwendete. Bereits auf dem zweiten Album, welches ein Jahr später unter dem Titel "The Shadowthrone" veröffentlicht wurde, war vergleichsweise mit anderen Szene-Bands geradezu glasklar produziert. Mit dem araischen, perfekt gespielten Album "Nemesis Divina" übertrafen die Musiker schließlich so einige Erwartungen, gewannen neue Fans und festigten ihr Bedeutung im extremem Musikbereich, bevor das Folgealbum "Rebel Extravaganza", ganz dem Titel entsprechend, polarisert und Meinungen teilt, wie kaum eine andere Scheibe in diesem Genre. Die einen finden es zu elektronisch und verstehen nicht, wie Satyricon den Black Metal mit diesem Stil auf eine neue, höhere Ebene bringen wollen, während andere die brutale Gewalt, in neuen Soundgewändern feiern.

Setzt man sich also mit dem musikalischen Werdegangs von Satyricon von 1993-1999 ernsthaft auseinander, versteht man Satyricon als Band mit visionären Musikern, die zu keinem Zeitpunkt den Eindruck entstehen lassen wollten, sie gäben sich mit einem fest definierten Stil zufrieden, der auf jedem neuen Album seine Kredibilität mit Wiederholungen verteidigt. Ebenso wenig lässt es sich bestreiten, dass Satyricon mit dem 2002er-Album "Volcano" einen Weg eingeschlugen, der ihrem neu definierten Black Metal Sound mit Rock- und Doomeinflüssen, ein Fundament legte, auf dem sie in den Folgejahren Stand hielten.
Mit "Now, Diabolical" wurde die Geschwindigkeit erneut gedrosselt, bevor "Age of Nero" entgültig Satyricons neu geborenen Stil perfektionierte.

Dass die peinlichste, deutsche Metalzeitschrift Deutschlands, namens "Metal Hammer" zu Satyricons neusten Outputs eine kritische Meinung vertitt, war so klar, wie dass der alte Waltschrat "Gunnar Sauermann" sich seine Pommes mit einem umgedrehten Kruzifix aufspießt, um "Real" zu wirken. Mit der Bomberjacke auf den Buckel gebunden und Fliegenfänger vom Gesicht hängend, fühlt sich heute scheinbar jeder Dorfrocker dazu fähig, qualifizierte Urteile abzugeben. Gunnar jedenfalls äußerte, aus Satyricon sei eine "Pseudo-Black-Pop-Band" geworden.

Satyricon sind entgegen allen neuen Einflüssen das, was sie seit Anbeginn ihrer Karriere waren: Furchtlose Visionäre und über die Konkurenz erhabene Künstler. Wie auch "Burzum", erfinden sie sich mit jedem Release neu und zeigen keine Schwächen, wie beispielsweise Darkthrone, die erst einmal einige misslungene Realeases brauchten, um mit "The Underground Resistenz", wieder den richtigen Weg einzuschlagen.

"Satyricon" im Digipak schafft es inklusive der 3 Bonus Remixe auf 67 Minuten düstere Unterhaltung. Bereits der Opener "Voice of Shadows" erzeugt dem Hörer ein Gefühl der Erhabenheit, wie es Satyricon ständig und andere Bands im Glücksfall tun. Die Brust bläht sich automatisch vor Stolz auf und in Folge von "Tro og Kraft", möchte man auf die Straße marschieren und in die Menge schreien: KAUFT EUCH DAS NEUE ALBUM VON SATYRICON! Und wenn irgendeiner es wagt zu antworten: "Hää? Die sind doch nicht real...", dann wollte man ihn zusammenrollen wie eine Tapetenrolle und ihn durch die Wolkendecke, an den Vögeln vorbei und direkt in die Sonne hineinwerfen!

"Our World, it rumbles tonight" erzeugt mit den gewohnt, genial verwobenen Doomparts eine Gänsehaut, die nicht vergehen möchte - besonders wenn man seine Aufmerksamkeit auf Frosts Drumspiel richtet, das wie ein Hubschrauber im Landeanflug klingt.

"Nokturnal Flare" gewinnt an Geschwindigkeit und als einziger, meiner Meinung nach, als nicht gerade Black Metal-artiger Song, der etwas von deutschen 90er Darkwave/Gothic Flair vermittelt, überrascht "Phonix". Gesungen wird er von Sivert Høyem, seines Zeichens Frontmann der norwegischen Independent Band "Madrugada".

Aber Buchstaben erzeugen an dieser Stelle keine Klänge. Jeden einzelnen Song mit Worten zu beschreiben, macht keinen Sinn. Wer sich von Satyricons Qualitäten überzeugen will, wird Probehören müssen.

5 Sterne
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 07.10.2013 14:18:27 GMT+02:00
Wolf meint:
Komisch, im Metal Hammer-Soundcheck bekam das Teil eine super Wertung und wurde zweiter Platz im Monatsranking. Eine kritische Meinung des Magazins sieht irgendwie anders aus.
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