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125 von 165 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
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Rezension bezieht sich auf: Underworld: Aufstand der Lykaner (DVD)
"WAS FÜR EIN TRAILER!!" dachte sich der hoffnungslos Underworld-Begeisterte in mir. Als eingefleischter Fan, der einst sogar begeistert ein Poster an die Wand tackerte, hieß es nach dem obergenialen Underworld und dem zumindest visuell begeisterndem Underworld Evolution einmal mehr ran an den Feind.Die Story Stets von Düsternis umwoben, beginnt der Film mit Blick auf eine gewaltige Bergfestung, in der die mächtigen Vampire ihr dekadentes Leben genießen, während außerhalb der Feste wilde Werwölfe das Land terrorisieren. Um ihrer Verwundbarkeit durch Sonnenlicht zu trotzen, züchten sie Lykaner: Menschen, die sich in Werwölfe verwandeln können und nunmehr versklavt als Tageslichtwächter der Vampire dienen. Der erste von ihnen war Lucian, ein treuer aber stolzer Sklave, dessen Affinität zu Sonja, der eigensinnigen Tochter des Oberhauptes Viktor, den Keim einer Rebellion in sich tragen soll. Kurz und knapp Hasenfüßig, halbherzig, blass und blutarm sind die ersten Worte, die mir sofort einfallen, wenn ich diesen Film charakterisieren müsste. Wie so viele ambitionierte Filme war das Potential schier unendlich...und konnte nur durch radikale Sabotage und Demontage eines gnadenlos dilettantischen Regisseurs zerholzt werden. Aber das passiert wohl, wenn Len Wiseman den bisherigen Special-Effects-Kreator auf den Regisseurssessel und sich selbst auf die faule Haut setzt. Der Mythos Vampire und Werwölfe sind ein Mythos und wurden nach hoffnungsvollem Anfang auch gelungen entmythisiert. Bereits in den ersten fünf Minuten ist alles erklärt, was aus den vorherigen Filmen bereits unfassend bekannt ist. Die Herkunft der Lykaner, ihr Sklavendasein, der Werdegang Lucians und seine geheime Liebesgeschichte mit Sonja. Kurz dargelegt, nicht vertieft und schnell wieder beerdigt. Das Geschehen bleibt auf die Burg konzentriert und konzentriert sich allein auf Lucian, dessen Entwicklung völlig aus der Luft gerissen wird. Die Vampire sind lächerliche Geschöpfe, die keinen Background erhalten und großteils wie misslungene Frisurkarikaturen aus "Zohan" ausschauen. Die Lykaner bleiben auf schwitzende Statisten reduziert, keine Überraschungen, keine ausgefeilten Wendungen. Stattdessen werden unglaubwürdige Intrigen zur Zeitüberbrückung konstruiert, bis Lucian, der schlimme Finger, endlich erwischt wird und den großen Aufstand ausrufen darf. Wozu er letztendlich soviel Zeit brauchte, bleibt dem Zuschauer verschlossen. Jedenfalls nicht zur Charakterentwicklung. Die Charaktere Overacting in Vollendung. Michael Sheen als Lucian hat trotz seiner eher schmächtigen Gestalt eine ungeheure Ausstrahlung und bietet an sich eine großartige Performance, die vom Drehbuch aber leider nach Kräften erfolgreich sabotiert wird. Ständig muss er hohle Reden halten und albernes unausgegorenes Geschwätz von sich lassen. Stichwort Ausbruch: Brüllt der Bursche doch tatsächlich ein "SEID IHR DABEI!", was mich eher an den Kapitän von Kickern in der Champions League als an einen Anführer von Werwölfen erinnerte. Pathetisches Gefasel der hohlsten Art ließ mich aufstöhnen. Allein die Szene, wenn das Genie einen Haufen Bauern rekrutiert, um gegen die Elitetruppen der Vampire anzutreten: "Sie folgen nicht mir, sie folgen der Freiheit." Na klar doch. Bill Nighy, der mich bisher mit einer grandiose Mimik als charismatischer Vampirfürst hinweggerissen und immer mit kreuzfideler Freude als Billy Mac bei "Tatsächlich Liebe" erfüllt hatte, wird völlig verdreht. Viele kurze Szenen ohne Zusammenhang zwischen Macho-Geschwätz und Softie-Daddy, einmal gnadenlos, dann wieder fürsorglich, bei dessen Heulszene ich nur noch unfreiwillig lachen konnte. Die Dritte im Bunde - Rhona Mitra - ist vom Scheitel bis zur Sohle die trotzig stolze Vampirprinzessin. Wow! - aber was die Frau von sich geben muss. Als stolze Kriegerin der helle Wahnsinn, wurde sie regelmäßig zum gefühlsverwirrten Softiegirlie degradiert. Autsch. Der Rest der Crew ist als überflüssige Staffage kaum erwähnenswert und selbst der Historiker Tanis aus Teil II hat sämtliche Zwielichtigkeit verloren u ist zum lächerlichen Möchtegernintriganten mit angeklatschter Locke verkommen. Die Effekte Wirklich enttäuscht hat mich die Visualisierung, denn die ist billig, billig, billig. Nach der dilettantischen Geschichte hoffte ich wenigstens auf ein packendes Feuerwerk wie im Vorgänger. Autsch das Zweite. Perfekte Kostüme, perfekte Werwölfe, düstere Landschaften, das war es aber auch. Die guten Szenen kann man sich an nur einer Hand abzählen, der Soundtrack fällt völlig aus, der Humor ist allein unfreiwilliger Art, keine echten packenden Emotionen und über den Endkampf will ich gar nicht reden. Nie herrscht eine der Düsternis angemessene unterschwellige prickelnde Spannung, gut choreographierte Kämpfe gibt es so gut wie überhaupt nicht und die Actionszenen erreichen nie auch nur annähernd das qualitative Maß der Eingangsszene von Underworld Evolution. Bisweilen Geschrei und verspritzendes Blut, ansonsten herrschen King Einfallslosigkeit und Königin Langeweile und die stets vorherrschende Dunkelheit entpuppt sich gar zu schnell als Prinzessin Blässe. Meine Helden Ich hatte mich reichlich schnell desillusioniert mit der "Qualität" des Films abgefunden und hoffte angesichts der wirklich und wahrhaftig selten läppischen Dialoge noch auf ein kleines bisschen Unterhaltung. Was ich fand, war die gigantische Genugtuung, dass selbst die unfähigste Regie keinen echten Mimen auf Dauer in Zaum halten kann. Wenn einmal Schluss war mit dem banalen Gewäsch, war ich nur noch baff, welche Präsenz die drei Charaktere allein durch ihren Blick, ihr Mienenspiel und ihre simple Anwesenheit entwickeln können. Sie retteten mir diesen Film und irgendwie kann ich aufgrund einiger sehr sehr weniger kleinodartiger Szenen mit diesem Abschluss der einst so ambitionierten Underworld-Reihe leben, ohne mir Asche auf's Haar zu streuen und eine Schwadron Klageweiber engagieren zu müssen. Fazit: Beware of the trailer! Empfehlung nur mit Ohrstöpseln und als Fan des wackeren Heldentrios, ansonsten kann die bereits bekannte Geschichte problemlos ignoriert werden. Schade! Ich trink jetzt noch meinen Kaffee aus und gehe danach den Mond anheulen. Ahooo! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen Kommentare
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1-10 von 34 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag:
29.06.2009 15:45:07 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 29.06.2009 15:45:21 GMT+02:00
Alexander Becker meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]
Antwort auf einen früheren Beitrag vom
29.06.2009 18:54:32 GMT+02:00
Chilischote meint:
Worüber man durchaus streiten kann, ist ob derartige Vorabrezensionen sinnvoll sind. Meine bescheidene Meinung ist ja. Erstens hat Amazon diese Möglichkeit offensichtlich vorgesehen, zweitens ist der Film noch immer das Herzstück jedes Silberlings und solange sich Leutchen wie Du hier informationslüstern tummeln, besteht für diese Art auch fraglos Bedarf. Übrigens gibt es einschlägige Infos erst ab dem 20. August, also ab in die Zeitmaschine und nicht schon zwei Monate vorher danach suchen. Macht wenig Sinn.
Worüber man aber nicht streiten kann, ist, dass man auch im Netz zu normalen Umgangsformen im Stande sein sollte. Aber wahrscheinlich streikte da die andere Zwiebel. Dafür hast Du mein volles Verständnis. Freundliche Grüße Chilischote
Antwort auf einen früheren Beitrag vom
03.07.2009 20:19:19 GMT+02:00
M. Becker meint:
So unrecht hat Hr. Becker nicht. Er bewertet zwar auch schon ("Ich mein klar ist der Film doof..."), aber ich bin seiner Meinung Rezis sollten doch erst nach Erscheinungsdatum erfolgen.
PS: @ A. Becker Der Ton macht die Musik. :-)
Antwort auf einen früheren Beitrag vom
04.07.2009 12:19:35 GMT+02:00
Chilischote meint:
Och, so unrecht haben weder Mr. A Becker noch Mr. M. Becker nicht. Wenn ich nach technischen Informationen für eine DVD suchen würde, würde ich wahrscheinlich auch regelmäßig rotieren, wenn ich dazu nichts finden würde.
Das ändert aber auch nichts daran, dass das eben nur eine Sichtweise ist. Ich z.Bsp. kann mit technischen Infos nichts anfangen, und wenn die Experten zu dd.uw. -Ton sich äußern oder die Schärfe des Bildes fachsimpeln, kann ich nicht mitreden. Ich rede lieber über den Film selbst und überlasse es denen, die es können, über die DVD eine technische Wertung abzugeben. 's wäre auch nicht so toll, wenn sich zu einem Film 200 Mann zu Ton und Bild äußern. Was mich aber immer wieder wundert, ist, dass solche Kritik immer wieder bei ausformulierten Rezensionen kommt, hinter denen auch nicht unwesentliche Mühe steckt, während Ein-, Zwei- und Dreizeiler-Rezen mit zwei Dutzend Grammatikfehlern regelmäßig als gottgegeben hingenommen werden kann und ich noch nie eine Ermahnung, doch auch etwas zur Technik zu schreiben, gelesen habe. Da ich stets über die Einzel-DVD reze und sich diese bisher fast noch nie für meine bescheidenen Ansprüche als qualitativer Fauxpas erwiesen hat, sehe ich bei Vorbarezensionen nichts Arges. Wer mich dafür kritisieren möchte, kann das gern tun. Wenn sich der eine oder andere dabei wie ein Neandertaler aufführen möchte, kann er auch das tun, Unterhaltung ist immer gern gesehen.
Veröffentlicht am
14.07.2009 16:47:57 GMT+02:00
DerMartin meint:
Um auch mal ein Feedback zur Rezension an sich zu geben: Genial!
Absolut jedes Wort trifft es auf den Punkt. Daher kann ich mir eine eigene Rezension gut ersparen und schließe mich Chilischote in allen Ausführungen an. LG, ein weiterer enttäuschter Underworld-Fan
Antwort auf einen früheren Beitrag vom
14.07.2009 22:03:55 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 14.07.2009 23:30:35 GMT+02:00
Chilischote meint:
Hallo DerMartin,
und herzlichen Dank für das Lob. Underworld III war wahrlich eine Pleite de luxe. Zu einer Rezension würde ich unbedingt noch raten, hat doch das Verfassen eines Verrisses eine unheimlich befriedigende Wirkung. ;-))) Greetings DerChili
Antwort auf einen früheren Beitrag vom
24.07.2009 23:13:02 GMT+02:00
B. Denizoglu meint:
Wovon ich enttäuscht war, das es (wieder) eine Liebesgeschichte geworden ist...etwas zu Bild und Ton der Blu Ray. Bild ist recht gut, obwohl der Film recht dunkel ist. Das Bild ist aber teilweise sehr scharf. Ton ehr im mittelbereich, aber noch gut.
Die Rezension fand ich toll, gut geschrieben und musste auch schmunzeln. Rhona Mitra fand ich am Film noch am besten, sie hätte aber mehr zeigen können - ich meine natürlich Kampftechnisch, naja lag wohl am Regisseur!
Antwort auf einen früheren Beitrag vom
25.07.2009 00:24:36 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 26.07.2009 01:02:49 GMT+02:00
Chilischote meint:
Abend!
Und besten Dank für die Ergänzung. Da soll mir doch der Nächste kommen und nach den Extras motzen. Dann gibt's eine Antwort mit Extra-Chili-Feuer (hehehe). Rhona Mitra war der helle Wahnsinn. Ich war arg neugierig gewesen, wie sich die weibliche Hauptperson aus dem gewaltigen Schatten von Kate Beckinsale freizuboxen gedenkt, aber Rhona Mitra hat die Zweifel in alle Winde gestreut und von Anfang an mit ihrer trotzig stolzen Miene der Vampirprinzessin schlechthin ihr Gesicht gegeben. Was hätte man mit der Frau noch für Höhen erklimmen können. Ich fand das auch sehr schade, denn selbst die ganz wenigen Kampfszenen fand ich nicht wirklich perfekt durchchoreographiert und viel viel zu kurz. Die Liebesgeschichte hatte auch nicht mehr Platz. Irgendwie sah man die ganze Zeit bloß dunkle Mauern. Greetings Chili
Antwort auf einen früheren Beitrag vom
26.07.2009 14:03:59 GMT+02:00
A. Reiter meint:
Schon mal was von Kino gehört? Die Bewertung geht nicht auf die technischen Daten wie Bild und Tonqualität ein, die auf ein Medium festgelegt werden, sondern nur auf den Inhalt!
Antwort auf einen früheren Beitrag vom
04.08.2009 14:15:05 GMT+02:00
Handyman Jack meint:
und darum sollte es, meiner meinung nach auch primär gehen - um den inhalt!
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