Kundenrezension

88 von 96 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zum auf die Knie sinken schön..., 6. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Mutual Friends (Limited Edition) (Audio CD)
...ist die CD -Mutual Friends- von Boy. Das fällt mir zwar, in meinem fortgeschrittenen Alter, mittlerweile schwer, aber bei Boy passiert es mir nicht zum ersten Mal, dass ich ergriffen zu Boden sinke. Als Valeska Steiner aus Zürich und die Hamburgerin Sonja Glass bei TV-Noir in Berlin auftraten, hat es mich schon(sinnbildlich) zu Boden gestreckt. Eine akustische Delikatesse der ganz besonderen Art wurde da dem Publikum gereicht. Valeska Steiners Stimme, die nicht nur über jeden Zweifel erhaben ist, sondern auf geradezu magische Weise die Moleküle der Theaterluft in musikalische Tonwellen umwandelt, ist ein Teil der hohen Suchtgefahr, die Boy beim Zuhörer verursachen kann. Begleitet von der sachlichen Sonja Glass und mit einem Dutzend qualitativ hervorragender Songs im Gepäck strahlt dieses Duo eine derart hohe Bühnenpräsenz aus, wie ich sie nur selten erlebt habe. Im Nachhinein festzustellen, dass die beiden jungen Damen auch noch bereitwillig Autogramme schrieben und für jeden Zuhörer, der sich ein Autogramm holte, ein paar nette Worte übrig hatten, vervollständigte den absolut positiven Gesamteindruck. Die damals angebotenen EPs waren im Handumdrehen vergriffen und jeder im Saal fragte sich: Kommt da noch was?

Ja...jetzt...endlich! Selten habe ich auf ein Album so sehnsüchtig gewartet, wie auf -Mutual Friends-. Nach den ersten Durchläufen im Player, meine persönliche Meinung: Würde ein arivierter Künstler dieses Album präsentieren; der Rolling Stone brächte vermutlich eine Sonderbeilage heraus. Beim relativ unbekannten Duo Boy ist das nicht zu erwarten, aber wie hat Radio 1 aus Berlin diese Woche, als Steiner und Glass zu Gast waren, es so schön formuliert: "Ein Duo auf dem Weg nach ganz oben!" Ich drücke jedenfalls die Daumen und verweise schon jetzt auf den guten Riecher, den die Berliner Radiomacher in den letzten Jahren hatten.

-Mutual Friends- kommt in einem Guss daher. Aufgebaut rund um Valeska Steiners unverkennbare, saubere und glasklare Stimme, wirbelt ein kleines Heer aus Gitarren, Streichern und Bläsern jeden Song direkt ins Ohr des Hörers. Das ist ein Stück weit Songwriting, Pop und Folk; nie wirklich einzuordnen. Dabei überraschte mich am meisten, dass die Akustikversionen der Songs von den Studioaufnahmen teilweise noch getoppt wurden.

Anspieltipps: -Drive Darling- ist für die Kenner von Boy schon fast ein Klassiker. Live ein Traum, Studiomäßig ein fragiles Kunststück, das einem nicht mehr aus dem Kopf geht. -Army- zeigt alles, was Boy ausmacht. Eine eingängige Melodie mit einem poetischen Text und einer schmal instrumentierten Begleitung. Ein Song, der einen mit seiner ganzen Sanftheit im Sturm erobert. -July- kannte ich bisher nur als Akustikversion. Die "neue" Version ist derart gut gelungen, dass einem die Tränen kommen. Musik ist ja angeblich das emotionalste Medium. Nach dem Anhören von -July-, unterschreibe ich das sofort. Als Clap-Song mit Pianobegleitung geht -Little Numbers- durch. Wenn sich ein eingefahrener Radiomoderator mal trauen würde, dass Ding durch den Äther zu jagen, könnte das tatsächlich ein Hit werden. -Oh Boy- ist die Pop-Perle des Albums. Schnell im Ohr, mit gängigen Beats und einem starken Sound. Als Zugabe gibt es auf der Limited Edition sechs Lieder auf einer Bonus-CD in der Akustik Version. Das kennen Boy-Fans zwar schon, nichtsdestotrotz besteht keine Chance, dass der Bonus Silberling im CD-Schuber verstaubt.

Ja...das ist wieder eine viel zu lange Rezension geworden, ich weiß. Aber das musste einfach raus. Eigentlich müsste ich noch ein paar Sätze zu dem hervorragend gestalteten Booklet und der CD-Aufmachung loswerden und noch mal mitteilen, dass ich mir schon jetzt die Tourneedaten von Boy notiert habe. Wenn man, so wie ich, weiß was einen da erwartet, dann wird man Valeska Steiner und Sonja Glass ganz sicher nicht live verpassen. Falls sie das noch nicht erlebt haben, gibt es von mir, genau so wie für -Mutual Friends-, die gnadenlose, absolute, unwiderrufliche Empfehlung. Schon jetzt viel Spaß dabei!
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Kommentare

Von 3 Kunden verfolgt

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1-10 von 16 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 06.09.2011 17:23:01 GMT+02:00
ANDY567 meint:
Schön zu lesen...so viel Begeisterung für ein Album! Klasse!

Veröffentlicht am 21.09.2011 14:40:04 GMT+02:00
Rupertus meint:
Freue mich auch schon auf das Konzert in Heidelberg

Veröffentlicht am 27.09.2011 01:04:25 GMT+02:00
Kante meint:
"Als Clap-Song mit Pianobegleitung geht -Little Numbers- durch. Wenn sich ein eingefahrener Radiomoderator mal trauen würde, dass Ding durch den Äther zu jagen, könnte das tatsächlich ein Hit werden."

Läuft seit einiger Zeit auf Einslive. Nur so bin ich drauf aufmerksam geworden! Da hat sich also jemand getraut...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.11.2011 00:31:00 GMT+01:00
Ehana meint:
Auf Bayern 3 eben auch in der Sendung "Die Nacht" - so bin ich auch hier gelandet. ;)

Veröffentlicht am 19.11.2011 02:20:06 GMT+01:00
Manchmal fragt man sich, wo sie her kommen: diese Elfen. So wunderschön und talentiert ziehen sie einen in den Bann.
Mit über 30 Jahren als Musikkonsument "auf dem Buckel" ist man nicht mehr leicht zu überraschen und irgendwie trifft es einen umso härter, wenn es dann doch passiert. Diese zerbrechliche Magie, die BOY etwa bei den TV-Noir Mitschnitten versprühen, ist nicht von dieser Welt. Ähnlich habe ich zuletzt bei der frühen Heather Nova empfunden und das ist nun bald 20 Jahre her... {{{seufz}}}

In jedem Fall, "da capo!" für diese begeisterte und begeisternde Rezension!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.11.2011 09:57:58 GMT+01:00
Also das mit den Elfen...das gefällt mir! Wunderschön geschrieben.
Mit Heather Nova ist mir das seinerzeit übrigens genau so ergangen...

Viele Grüße

Thomas

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.11.2011 18:25:02 GMT+01:00
Wenn ich das mal fragen darf: was bist Du denn für ein Jahrgang? Ich bin ein 67er Outback Outlaw. Dadurch ist mir schon ein ordentlicher Erfahrungsschatz gegönnt. :-)

In der Königsdisziplin der geradezu schockierend tief anrührenden Popmusik ist die uneinnehmbare Nummer 1 und auf ewig unsterbliche Göttin für mich Kate Bush. Die allerersten Noten im Intro zu "The man with the child in his eyes" etwa sind in meinen Ohren der schönste Takt Klaviermusik, der je geschrieben wurde. Ihre Stimme, die Texte, die Melodien, ihr Erscheinungsbild, ihre Präsenz... Das hat mich schon als Teenie in den Grundfesten erschüttert, und es reicht bis heute. Sie ist ein Gesamtkunstwerk, eine Ausnahmeerscheinung, die es meiner Meinung nach alle hundert Jahre nur einmal gibt.

Mein Konsum als echter Musik-Junkie war zwar schon immer sehr breit, beinhaltet auch Rock und vor allem Synthipop (den 80ern sei dank...). Aber diese spezielle Nuance leiser Songs, die etwas in der Seele berühren, zieht mich noch immer magisch an. Das schaffen BOY spielerisch leicht, auf eine sehr positiv merkwürdige Art und Weise.

Viele Grüße,
Hansi

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.11.2011 07:38:18 GMT+01:00
Hallo Hans,

ich bin Jahrgang 61. Da hat man dann doch schon so einiges an Musik im Leben gehört. Was meinen Musikgeschmack angeht, so versuche ich, mir zumindest alles einmal anzuhören. Man weiß ja nie, was einen erwartet.

Momentan bin ich sehr von der deutschen Musikszene angetan. Künstler wie Gisbert zu Knyphausen, Kettcar, ClickClickDecker, Jennifer Rostock, Jupiter Jones, Wir sind Helden oder Oli Schulz, um nur ein paar Namen zu nennen, haben frischen Wind in die Szene gespült. Auch im Bereich Hiphop und Rap gibt es Musiker wie Casper, Seeed oder Samy Deluxe, die grandiose Alben abliefern.

Es gibt so unglaublich viel gute Musik, leider wird so wenig davon im Radio(vor allem in den großen Sendern) gespielt. Ich habe mir deswegen schon ein Internetradio zugelegt, um meinen "Lieblingssender" radioeins aus Berlin, auch zu Hause empfangen zu können. Die Macher dort haben einen Riecher für neue Bands und lagen schon oft ziemlich gut, wenn es um kommende Erfolgsmusiker ging.

Ich versuche vor allem neue Musik zu hören. Klar finde ich die Sachen aus den 80ern auch noch gut, aber die hatte ich ja schon... Da ich ein paar sehr musikinteressierte Kinder(ach ne...die sind ja auch schon erwachsen) habe, werde ich aus dieser Richtung auch immer wieder mit der Nase auf neue Bands und Künstler gestoßen.

Oft sind es die kleinen Konzerte, die für Überraschungen gut sind. TV-Noir in Berlin war da eine sagenhafte Fundgrube. Ich weiß noch, wie das mit 50 Mann/Frau im Hinterzimmer vom Cafe Edelweiß anfing, das war echt der Hammer. Von all den Auftritten, die ich da miterleben durfte, dachte ich bei zwei Bands: Die MÜSSEN eine Platte machen! Das waren Boy, die es mittlerweile ja auch geschafft haben; und Yasmine Tourist. Für die Jungs aus Backnang würde ich mir das auch wünschen, weil sie live ein echtes Erlebnis waren und wunderbare Musik machen. Schauen wir mal...

Popmusik höre ich natürlich auch(Im Moment spielen sie z.B. bei radioeins gerade "Reconecction" von Mamas Gun. Das ist z.B. ein Klasse Pop Song). Wenn sie gut gemacht ist, kann sie wunderbar sein. Ich habe seinerzeit Kate Bush auch als einzigartige Bereicherung der Szene empfunden. Mittlerweile weiß ich: Es gibt ganz viele Künstler, die so kreativ und gut sind; aber die meisten schaffen es nie ins Rampenlicht. Man muss sie also suchen. Andere, wie z.B. Amanda Marshall oder Fiona Apple haben mich mit ihrer Musik zutiefst berührt, sind dann aber leider verstummt.

Was deine Vorliebe für Synthesizer angeht, kann ich Dir Hoffnung machen. Nach Kraftwerk, Tangerine Dream und Ekseption dachte ich schon, dass gute Teil sei ausgestorben. Jetzt beobachte ich jedoch, dass der Synthesizer wieder auf dem Vormarsch ist. Auf dem Berlin Festival 2011 konnte ich einige Bands bewundern, die dem Synthesizer jede Menge Raum in ihrer Musik einräumten. Vielleicht hörst Du mal bei "Apparat" rein. Das neue Album "The Devils Walk" ist diesbezüglich hervorragend gelungen.

Ich wünsche Dir schon jetzt viel Spaß mit ganz viel neuer(und alter) Musik. Das schöne daran ist ja, dass es niemals ohne gehen wird. Insofern warten in der Zukunft bestimmt noch ein paar hörenswerte Überraschungen auf uns.

Viele Grüße aus Delligsen

Thomas Knackstedt

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.11.2011 10:20:30 GMT+01:00
Hallo Thomas,

sehr spannend, das alles zu lesen und es deckt sich mit so vielem bei mir. Abgesehen von meinen noch sehr kleinen Jungs, denen ich gerade "musikerzieherisch" unter die Arme greife. Schon lustig, wenn andere Kids Rolf Zuckowski trällern und unser Max, 4 Jahre alt, stattdessen im Auto ruft: "Papa, ich will Mesh hören" (kleine Synthiband aus Bristol). :-)
Dass Du die TV Noir Geschichte live miterlebst, ist beneidenswert. Dafür sind wir im Rhein/Main-Gebiet zu weit weg. Ich habe aber auch schon etliche Minimalst-Konzerte erlebt, z.B. Kai-Uwe Kolkhorst vor 20 Leuten im "Das Bett" in FF/M und das ist immer etwas ganz besonderes. Absolute Empfehlung übrigens seine "Wir sind größer"-CD, mit meiner kurzen Rezension hier bei Amazon. Eine grandiose Perle des Underground. Leider, leider, muss man da schon sagen.

Ja, es gibt immer wieder gute Musik, man muss sie nur finden. Wie ich an anderer Stelle schon geschrieben habe: "Das ist die besondere Absurdität der Moderne. Im gleichen Maß, wie der Konsum von Massenware immer einfacher wird, steigt der individuelle Aufwand, die richtig guten Sachen zu finden."
Seht in einem weiteren spannenden Diskussionsthread hier bei Amazon, zur "New Gold Dream" von Simple Minds. Wenn Du einmal Zeit + Muße hast: http://www.amazon.de/review/RN5BIEWNEAA01

Nochmal zum Synhti. Für mich ist es das Instrument schlechthin. Wenn ich richtig gute Songs und Spitzeninterpreten habe, kann ich auch pur mit akustischen Instrumenten (Gitarre, Klavier) unheimlich intensive, anrührende Kunstwerke erschaffen - wie oben beschrieben. Die völlig einzigartigen, Atmosphäre schaffenden Sounds aus dem Synthi jedoch können die Aussage eines Songs geradezu "multiplizieren". Dann wirken sie wie ein beim Düsenjet eingeschalteter Nachbrenner. Auch hier wieder war es Kate Bush, die das mit geradezu beängstigender Perfektion eingesetzt hat: geniale Songs, eine Spitzeninterpretin *und* synthetische Klänge. Das Nonplusultra.

In diesem Sinne, viel Spaß auch Dir weiterhin und good luck
Hansi

Veröffentlicht am 02.02.2012 18:40:41 GMT+01:00
R. Schroeder meint:
Hallo Thomas.
Danke für diese Rezension. Schön, dass sich mal jemand nicht nur mit dem Gesagten, sondern auch mit der Rechtschreibung und Grammatik Mühe gibt. Kommt leider nicht mehr allzu häufig vor.
Viele Grüße, Rudi.
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