Kundenrezension

21 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen The Infernal Devices 03, Clockwork Princess – Aufwühlend, 15. September 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Clockwork Princess: Chroniken der Schattenjäger (3) (Gebundene Ausgabe)
Zum Cover sag ich jetzt mal nichts. Einfach. Ohne. Worte.

Ich habe das Finale um die Chronik der Schattenjäger verschlungen. Ich hing an jedem Wort, weinte, lachte und war vor Spannung so angespannt, dass ich erst später bemerkte, dass ich mich mal bewegen muss. Dies hat einerseits damit zu tun, dass ich der Reihe verfallen bin. Ich habe Jem und Will, die Lightwood-Brüder, Sophie, Charlotte und Co ins Herz geschlossen. Cassandra Clare hat für mich Figuren in einer Welt erschaffen, die ich sehr lieb gewonnen habe und mit denen ich mitgefiebert habe.

Andererseits kommt es genau darauf in einem Buch an: Das Mitfiebern. Und dies ist Clare gelungen.

Positives:
+ der Bund von Parabatei steht im Vordergrund. Ein Aspekt der mich schon in Chroniken der Unterwelt fasziniert hat und von dem ich immer mehr wissen wollte. Clare setzt in Chroniken der Schattenjäger hier ihren Fokus.

+ Wales. Mir gefielen Clares Landschaftsbeschreibungen sehr. Auch wenn ich zwischendurch das Gefühl hatte: Okay, könnte grad auch ein Jane Austen Roman sein, wenn man den Fantasyteil rausnimmt. Hierzu sage ich nur: Will auf einem Pferd, galoppierend über die Weiten Englands.

+ Gideon und Gabriel. Die muss man einfach lieben.

+ Anspielungen auf Klassiker. Jane Eyre und Co.

Das Finale ist spannend und sehr sehr dramatisch. Zwischendurch musste ich mich immer wieder daran erinnern was Magnus Bane einmal an einer Stelle irgendwo sagte: Schattenjäger führen ein theatralisches Liebesleben. Und die Liebesgeschichte ist tatsächlich sehr dramatisch und ich weiß nicht so recht ob ich mit diesem Schluss (bezüglich der Liebesgeschichte) warm werden kann.

Ab hier komme ich leider nicht ohne Spoiler aus, also bitte nicht weiterlesen, denn in meinen Spoilern wird alles verrraten.

Achtung Spoiler!!!!

"Es heißt, man könne nicht zwei Menschen gleichermaßen lieben, fuhr Tessa fort. Und vielleicht ist das bei anderen Menschen ja auch tatsächlich so. Aber du und Will... ihr beide seid nicht wie zwei herkömmliche Menschen, wie zwei Männer, die vielleicht eifersüchtig aufeinander gewesen wären oder geglaubt hätten, meine Liebe zu einem von euch würde meine Liebe zu dem anderen schmälern. Ihr beide habt eure Seele in der Kindheit miteinander verbunden. Ich hätte Will nicht so lieben können, wenn ich dich nicht auch geliebt hätte. Und ich könnte auch dich nicht so lieben, wie ich dich liebe, wenn ich nicht auch Will geliebt hätte."

Clare hat ein Dreieck ohne Entscheidung geschaffen. Für die Autorin liebt Tessa Jem und Will gleichermaßen (was scheinbar irgendwie mit dem Parabatai-Bund zu tun hat) und auch mit beiden führt sie eine Beziehung, da die Umstände es praktischerweise so geben:

Um sein Leben zu retten ist Jem ein Stiller Bruder geworden und somit für Tessa unerreichbar. In dieser Zeit kann sie mit Will Kinder zeugen (da sie halb Nephilim ist, ist dies wohl doch auch bei Hexenwesen möglich) und ein glückliches Leben führen. Nachdem Will im Alter gestorben ist, Tessa aufgrund ihrer Unsterblichkeit jedoch weiter leben muss, ist in der Zwischenzeit ein Heilmittel für Jem gefunden worden (eine andere Geschichte wie er sagt). Da Will gestorben ist kann Tessa nun endlich mit Jem zusammen sein. Keine Entscheidung. Kein "den Typen liebe ich mehr". Nein, Tessa Grey liebt sie beide gleichermaßen. Und die Jungs sind damit zufrieden. Wirkt auf mich irgendwie unsympathisch.

Ehrlich gesagt war dies für mich sehr schwer nachzuvollziehen oder in irgendeiner Art und Weise ansprechend. Von der Romantik hatte ich mir was ganz anderes versprochen. In "City of Lost Souls" tritt Bruder Zachariah alias Jem bereits auf, nur wissen wir in diesem Band noch nicht, dass es sich hierbei um Jem handelt.

Ich habe ehrlich gesagt gehofft, dass Will der Stille Bruder Zachariah ist, der unsterblich werden wollte um bei Tessa auf der Welt bleiben zu können. Ich habe mir für Jem Glück gewünscht. Clare teilt ihm jedoch in meinen Augen eine sehr grausame Rolle zu: Der Stille Bruder an der Angel. Er sieht zu wie Tessa und Will eine glückliche Ehe führen und eine Familie gründen. Und dennoch als Will tot ist, liebt und will er Tessa weiterhin. Er zweifelt kein Stück an ihrer Liebe. Doch für mich war dies zu viel des Guten. Ein Happy End auf Teufel komm raus für beide Jungs. Ich hingegen war davon überzeugt, dass es für einen von beiden schlecht ausgehen würde. Dies hatte zunächst auch den Anschein: "Jem lebte aber er hatte sich verändert. Er lebte, war jedoch für immer verloren."

Doch im Epilog will es Clare einfach unbedingt. Tessa soll alles kriegen. Will und Jem. Den einen früher. Den anderen später. Und für beide ises okay. Kann sich noch jemand damit nicht wirklich anfreunden??

Wie Clare betont sind Will und Jem nicht eifersüchtig aufeinander. Sie verstehen einander sogar, da sie dasselbe Mädchen lieben. Und für Tessa ist es auch völlig normal beide zu lieben. Es tut mir leid aber für mich war es sehr schwer sich mit diesem Gedanken anzufreunden. Obwohl Jem mein absoluter Liebling ist, hatte ich bei Tessa und Will immer das Gefühl, das zwischen diesen beiden mehr Gefühle waren, als zwischen Jem und Tessa. Deshalb kam Jem mir zum Schluss wie das Trostpflaster vor.

Woolsey Scott, der Werwolf, sagt Tessa etwas, das mir weiter geholfen hat, um mit der Geschichte friedlich abzuschließen: "Die meisten Leute dürfen sich glücklich schätzen, wenn sie in ihrem Leben auch nur einer großen Liebe begegnen. Und sie haben gleich zwei gefunden."

Ich versuche es so zu sehen: Jeder Mensch besitzt in seinem Leben vielleicht eine, zwei oder drei große Lieben. Manche finden sie sogar nie. Tessa hatte das Glück oder das Pech (Pech für die Jungs definitiv) tatsächlich diese beiden Menschen gleichzeitig zu treffen, deren Seelen auch noch miteinander verbunden waren. Wenn für Tessa diese beiden Menschen bestimmt waren, konnte sie wahrscheinlich nicht anders fühlen, wie sie gefühlt hat.

Mal ganz ehrlich? Alle im Dreieck sollen irgendwie glücklich werden? Und für alle drei ist es auch okay, da ihre Herzen sooo voller Liebe ist? Da find ich ja selbst Stephanie Meyers Lösung für Bella, Edward, Jacob mit diesem ganzen Prägung-auf-Tochter-Mist besser. Jepp, ich bin kein Twilight-Fan. Im Gegenteil.

Obwohl ich, dank Woolsey, versucht habe den Epilog zu verstehen bleibt mir dennoch folgendes Gefühl: Das hat Jem nicht verdient. Das hat Will nicht verdient. Hat Jem, hat Will, nicht jemanden verdient, der ihn liebt – und nur ihn?

Nichts desto trotz bin ich irgendwo froh, dass Jem (und Will) ein Happy End bekommen haben, auch wenn ich es nicht ganz nachvollziehen kann. Die Reihe flashed und schafft es aufjedenfall ins Herz. Auch wenn mir der Epilog an die Nieren ging, konnte mich das Finale selbst letzten Endes überzeugen.

Nicht vergessen Leute, dies ist nur meine subjektive Meinung und ich berichte hier nur wie ich den Schluss empfunden habe. Vielleicht finden einige von euch Clares Dreiecks-Lösung ganz, ganz toll. Ich persönlich halte diese Lösung für einen Wunschtraum einer Autorin. Naja es ist ein Buch, seis Clare vergönnt und man muss es vielleicht nicht unbedingt so ernst nehmen. Auch wenn sie mich zum Rotz und Wasser Heulen gebracht hat.

"Das Leben ist ein Buch und es enthält Tausende Seiten, die ich noch nicht gelesen habe."
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Kommentare

Von 2 Kunden verfolgt

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1-9 von 9 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 17.09.2013 22:30:32 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 17.09.2013 22:43:53 GMT+02:00
Seraphina meint:
Du reitest ganz schön auf dem Epilog herum.
Ich sehe mich daher gezwungen, etwas dazu zu sagen.

Polyamory (google dies mal oder schau unter mein "post scriptum") ist nichts Unglaubwürdiges. Diese Form der Liebe existiert tatsächlich. Anders als bei den "üblichen" Dreiecks-Beziehungen (in denen zwei Parter eigentlich Rivalen sind und der Dritte sich bloss nicht zwischen den Beiden entscheiden kann) ist die Liebesbeziehung zwischen allen polyamoren Partnern einvernehmlich.
Nu leider gibt es - genau wie bei Homosexualität - auch hier Leute, welche dies als verstörend oder gar abstossend erachten. Dabei ist dies eigentlich keine Perversion, sondern nur eine andere Form von Liebe.
Ich bin da tolerant. "Leben und leben lassen - lieben und lieben lassen" sag ich nur. Solange keinem der Betroffenen Schaden zugefügt wird.

Ich finde die Idee der Autorin gut, gerade WEIL sie (also die Idee) letzten Endes unnötiges Liebesleid verhindert bzw. eindämmt. Liebe entgegen aller Konventionen. Warum nicht?
Dies ist übrigens nicht das erste mal, das ich in einem Werk davon lese. In der Mangaserie "Ayashi no Ceres" von Kaori Yûki kommt eine ähnliche Konstellation wie in dem Buch hier auch vor. Wobei die Japaner offenbar sowieso etwas offener mit Liebestabus umgehen können.

Ich wollte das Ganze nur erwähnen, weil ich es etwas schade finde, daß du diese Idee hier im Buch ablehnst, nur weil sie nicht dem üblichen Standardliebe-Muster entspricht. Du bist regelrecht aufgewühlt davon, sodaß die Kritik zum Epilog länger ausfällt als zum Rest der Story. Wobei ich annehme, daß du einfach das erste Mal mit Sowas in Kontakt geraten bist. Also nix gegen dich persönlich.

PS:
Hier ein Ausschnitt aus wikipedia ->
Polyamory (englisches Kunstwort aus griechisch πολύς polýs „viel, mehrere“ und lateinisch amor „Liebe“, eingedeutscht auch Polyamorie) ist ein Oberbegriff für die Praxis, Liebesbeziehungen zu mehr als einem Menschen zur gleichen Zeit zu haben. Dies geschieht mit vollem Wissen und dem Einverständnis aller beteiligten Partner. Die angestrebten Beziehungen sind langfristig und vertrauensvoll angelegt und schließen normalerweise (aber nicht notwendigerweise) Verliebtheit, Zärtlichkeit und Sexualität mit ein. Menschen, die diese Art von nichtmonogamen Beziehungen führen oder sich vorstellen können, in solchen zu leben, werden als „polyamor“ oder „polyamorös“ bezeichnet. Andere Bezeichnungen wie „polyamid“ oder „polyamant“ sind innerhalb der Poly-Community ungebräuchlich und werden nur vereinzelt verwendet. Seit den 1960er Jahren sind Erfahrungs- und Kommunikationsnetzwerke von Menschen entstanden, die in solchen Beziehungen leben und sich teilweise über das Internet darüber austauschen und sich hierin gegenseitig unterstützen.
Weltanschaulich stellt das polyamore Konzept die Vorstellung in Frage, dass Zweierbeziehungen die einzig erstrebenswerte oder mögliche Form des Zusammenlebens darstellen. Das Konzept bejaht, dass ein Mensch mit mehreren Personen zur gleichen Zeit Liebesbeziehungen haben kann

Veröffentlicht am 21.09.2013 12:03:15 GMT+02:00
Vampir_Addict meint:
Liebe Din,

du sprichst mir aus dem Herzchen, auch ich kann mich überhaupt nicht mit dem Epilog anfreunden.

Liebe Grüße

Judith

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.09.2013 21:23:23 GMT+02:00
Hitomie meint:
Hey Din und Vampir_Addict,
auch ich muss mich euch leider anschließen...

Ich fand es einerseits gut, dass Cassie eine andere Art und Weise gesucht hat, diese Dreiecksgeschicht für alle Beteiligten glücklich zu beenden, aber andererseits fand ich es irgendwie auch nich mehr gerecht.
Es mag ja sein, dass es diese komische "Polyamory"-Sache gibt und dass Cassie diese aufgreift, aber dennoch kann ich mich damit nich ganz anfreunden.
Ich finds einfach schade, dass Tesse quasi alles bekommt was sie wollte (ein glückliches Leben mit beiden Männern, die sie liebte - also davon können wir ja nach dem Epilog ausgehen) und Jem und Will beide als das Trostpflaster dastehen.
Zunächst wollte sie Jem heiraten und Will hatte dadrunter zu leiden... Und hinterher hatte Jem auch noch das Vergnügen zu sehen, wie Will und Tessa ein glückliches Leben miteinander führen. Das hat Jem für mich nich verdient irgendwie (könnte vielleicht auch daran liegen, dass Jem mein klarer Favorit war).

Nichts desto trotz muss man Cassie auch einfach zugestehen, dass es in Anbetracht der Umstände und der Verhältnisse, die sie in Clockwork Angel und Prince im Vorfeld geschaffen hatte, das bestmögliche Ende für alle Beteiligten gewesen is - alle 3 Charaktere haben ihr Happy End bekommen. Tesse sogar gleich 2 Mal!
Einige mögens gut finden, aber ich bin der Meinung, dass es so einfach nich läuft. Wenn man eine Dreiecksgeschichte beginnt, können da nich alle glücklich vereint bleiben. Irgendwer verliert in so einer Geschichte leider immer - und in diesem speziellen Fall mussten meiner Meinung nach gleich beide Männer hart einstecken. Natürlich hatten beide ihr glückliches Leben mit Tessa, das sie sich gewünscht hatten - Jem hat es vermutlich noch vor sich - aber mir stellt sich einfach die Frage: haben die beiden das verdient?

Naja, man kann es eh so oder so sehen. Aber die Tatsache, dass Jem noch lebt und wieder ein Mensch ist, lässt mich dann irgendwie doch sehr positiv mit dem Buch abschließen. Bin doch mal sehr gespannt, ob wir nächstes Jahr in "Heavenly Fire" erfahren, wie es dazu kam, dass er kein stiller Bruder mehr ist....

Lg Ingrid

Veröffentlicht am 23.09.2013 11:03:10 GMT+02:00
Din meint:
Danke Judith und Ingrid für eure Kommentare, da kann ich euch nur zustimmen :)

Wie ich in meiner Rezension bereits schreibe, habe ich nur versucht zu beschreiben wie ich das Buch bzw. den Epilog empfunden habe. Deshalb finde ich es schwer nachzuvollziehen, warum man ein individuelles, subjektives Empfinden kritisieren kann, nur weil man damit nicht einverstanden ist, aber nun gut. Mein Leseerlebnis fiel zum Teil negativ aus, deswegen sehe ich noch lange keinen Grund, der Toleranz wegen, meine Meinung für mich zu behalten.

Ich habe schon von Polyamory gehört. Sie mit Homosexualität zu verlgeichen, finde ich ist eine absolute Frechheit Menschen gegenüber, die gerade darum kämpfen anerkannt zu werden wie "Standard-Liebende". Ungeachtet was ich überhaupt von Polyamory halte, kann ich dennoch nichts davon in Clockwork Princess entdecken.

"...ist ein Oberbegriff für die Praxis, Liebesbeziehungen zu mehr als einem Menschen zur gleichen Zeit zu haben. Dies geschieht mit vollem Wissen und dem Einverständnis aller beteiligten Partner."

Ich glaube kaum, dass wenn die Umstände es gegeben hätten, Will, Jem und Tessa eine Beziehung zur gleichen Zeit geführt hätten, allein schon wegen der Zeit aus der sie stammen. In der Hinsicht habe ich die Autorin wohl definitiv anders verstanden. Denn ich glaube das Clare mit der Dreiecksgeschichte ausdrücken wollte, dass es mehr als eine Liebe geben kann und nicht das man mit zwei Männern gleichermaßen, zur gleichen Zeit eine Beziehung führt.

Darauf hätten sich weder Will noch Jem eingelassen. Wie die Autorin selbst sagt, hätte jeder der Liebe zum anderen Willen, die Liebe zu Tessa gegönnt - ohne sich einzumischen! Darum denke ich ging es hauptsächlich.

Zum Nachlesen: http://cassandraclare.tumblr.com/tagged/cp2spoilers
Und um die Autorin selbst zu zitieren:

"Will and Jem have feelings, they love each other as well as her, as well as she does both of them: Will, as well as Tessa, wanted to not hurt Jem and act honorably. Jem, as well as Tessa and Will, was capable of great sacrifice and great forgiveness in the name of love. If there ever had been a time where the two boys were lined up in front of her with the opportunity of making their ’Choose me’ case, here is how it would have gone: Jem would probably end in saying ‘Choose Will, he’s struggled so hard all this time, he’s such a good person, it would make me happy for him to have love’ and Will would start yelling ‘Choose Jem! He’s so kind, and clever, and wronged by the world, and musical, girls love musically gifted gentlemen, and HANDSOME! God, he’s good-looking! JEM!’ "

Eine weitaus bessere Quelle als Wikipedia, wo jeder einen Artikel schreiben oder verändern kann.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.09.2013 08:02:44 GMT+02:00
Caröchen meint:
Da kann ich Din und den anderen nur zustimmen.

Gerade habe ich den Epilog zuende gelesen und bin echt unzufrieden. Für mich sieht es ebenfalls so aus, als wenn Tessa sich nicht entscheiden konnte und dann aber durch Zufall das Glück hatte, beide zu unterschiedlichen Zeiten als Liebhaber an ihrer Seite zu haben. Doch Will und Jem mussten beide Abstriche machen.
Es ist vielleich keine typische Dreicksgeschichte (da sich Tessa wie gesagt nicht entscheiden muss), doch mit Polyamory hat es auch eher nichts zu tun, denn wie Din passend zitiert, geht es bei Polyamory darum, dass man mit beiden Partner zur gleichen Zeit ein Verhältnis hat. Das trifft hier definitiv nicht zu.

Danke Din, für das ausführliche Rezensieren des Epilogs, das kann ich mir in meiner Rezension nun sparen, da auch alle meine Kritikpunkte angesprochen wurden :)

lG, Caröchen

Veröffentlicht am 25.09.2013 08:16:08 GMT+02:00
P. Kenkel meint:
Ich habe das Buch gestern Abend zu Ende gelesen und ich hatte schon befürchtet, dass ich mit meiner Meinung über das Ende alleine da stehe. Vielleicht muss ich es noch etwas sacken lassen, zunächst bin ich aber noch verstört. Vielen Dank Din, du hast es gut getroffen.
Ich war sehr gespannt, für wen Tessa sich letztendlich entscheiden würde, und auch wenn ich eher ein Will-Sympathisant war, so mochte ich auch Jem sehr gerne und hätte ihm eine "eigene Geschichte" gewünscht. Nun stehen für mich beide Lieben mit einem großen Schatten versehen da, was sie nicht verdient haben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.10.2013 20:38:54 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 21.10.2013 20:41:27 GMT+02:00
Seraphina meint:
Nun, wenn man von Tessas Herz ausgeht, handelt es sich in der Tat um Polyamory. Wenn es auch noch körperlich so wäre, dann würde man dies wohl nicht mehr unter "Jugendbuch" durchgehen lassen.

Ausserdem ist es nicht unrealistisch zwei Männer zu lieben und nacheinander eine Beziehung mit denen zu führen. Die Nachbarin und beste Freundin meiner Oma z.B. liebte zwei Männer (Brüder). Sie konnte nicht beide haben, also hat sie den Älteren geheiratet (war offenbar so üblich). Jahre später ist dieser allerdings an Krebs gestorben und nach einer kurzen Witwenschaft ist sie schliesslich auch mit dem anderen Bruder zusammengekommen. Wie sie meiner Oma (und mir) anvertraut hat, liebte sie in den zwei Ehen weiterhin beide Männer gleich stark. Das war dann wohl eine emotionale Polyamory.

Zitat:
Einige mögens gut finden, aber ich bin der Meinung, dass es so einfach nich läuft. Wenn man eine Dreiecksgeschichte beginnt, können da nich alle glücklich vereint bleiben. Irgendwer verliert in so einer Geschichte leider immer ...

Nicht unbedingt. Man kann auch zu dritt glücklich sein. Vorausgesetzt alle Partner sind damit einverstanden. Oft ist es aber auch so, daß ALLE Partner einander lieben. Wieso glaubst du das nicht?

Zitat:
Ich habe schon von Polyamory gehört. Sie mit Homosexualität zu verlgeichen, finde ich ist eine absolute Frechheit Menschen gegenüber, die gerade darum kämpfen anerkannt zu werden wie "Standard-Liebende".

Ähm, wie bitte? Du nennst meinen Vergleich eine Frechheit? Was soll das? ><
BEIDE o.g. Liebesformen wurden/werden in der Gesellschaft oft verpönt und haben dabei doch eine Daseinsberechtigung. Wobei Homosexualität inzwischen salonfähig geworden ist, Polyamory aber immer noch nicht.
Oder willst du etwa sagen: Ja, du darfst schwul sein, aber wehe du nimmst einen zweiten Partner und bist mit beiden glücklich? Falls ja, dann ist das ziemlich heuchlerisch. Eine Pseudo-Toleranz.

PS:
Wirklich schade, daß einigen Lesern die Auflösung hier missfällt. Offenbar können nicht alle mit komplexen Beziehungssystemen locker umgehen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.10.2013 09:41:45 GMT+02:00
Din meint:
Danke für deine Meinung.
Aber an dieser Stelle geht die Diskussion denke ich über das Buch hinaus.
Ich würde dir ein Forum empfehlen.

Veröffentlicht am 02.12.2013 13:18:18 GMT+01:00
Alexa meint:
"Das Leben ist ein Buch und es enthält Tausende Seiten, die ich noch nicht gelesen habe."
Das ist so ein schöner Spruch, danke!! :)
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