|
|
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Zum Diktat bitte, 6. März 2008
Dass dieser Roman nicht linear erzählt wird, hat sicher auch damit zu tun, dass der Aufbau einer Annäherung gleichkommt. Monika Maron macht es sich nicht leicht, indem sie ein Urteil über die DDR fällt. Sie spürt den Verwerfungen in einer Gesellschaft nach, die mit hohen Idealen gegründet wurde und in eine bleierne Existenz mündete. Geschickt erschafft sie eine Heldin, die sich andient, die Memoiren eines Funktionärs aufzuschreiben, so wie die Autorin selbst sich als Chronisten ihres Landes versteht. Sprachlich auf hohem Niveau führt sie westdeutsche Leser, für die die DDR abseits dessen, was sie darüber zu wissen glauben, wie in ein fremdes Land wie Island ein. Von Schnee bedeckt, weit draußen auf dem Meer geht jeder doch davon aus, dass man es kennt, dass ein schnelles Urteil durchaus angemessen ist. Wie schwer es selbst für Bürger der ehemaligen DDR ist, sich der Vergangenheit zu stellen, ohne sie zu verdammen oder zu verklären, davon erzählt Stille Zeile Sechs. Und es ist zwischen den Zeilen eine Menge Liebe und Wut zu verspüren.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
Stille Zeile Sechs 3596118042
Monika Maron
Fischer (Tb.), Frankfurt
Stille Zeile Sechs
Alle Produkte
Zum Diktat bitte
Dass dieser Roman nicht linear erzählt wird, hat sicher auch damit zu tun, dass der Aufbau einer Annäherung gleichkommt. Monika Maron macht es sich nicht leicht, indem sie ein Urteil über die DDR fällt. Sie spürt den Verwerfungen in einer Gesellschaft nach, die mit hohen Idealen gegründet wurde und in eine bleierne Existenz mündete. Geschickt erschafft sie eine Heldin, die sich andient, die Memoiren eines Funktionärs aufzuschreiben, so wie die Autorin selbst sich als Chronisten ihres Landes versteht. Sprachlich auf hohem Niveau führt sie westdeutsche Leser, für die die DDR abseits dessen, was sie darüber zu wissen glauben, wie in ein fremdes Land wie Island ein. Von Schnee bedeckt, weit draußen auf dem Meer geht jeder doch davon aus, dass man es kennt, dass ein schnelles Urteil durchaus angemessen ist. Wie schwer es selbst für Bürger der ehemaligen DDR ist, sich der Vergangenheit zu stellen, ohne sie zu verdammen oder zu verklären, davon erzählt Stille Zeile Sechs. Und es ist zwischen den Zeilen eine Menge Liebe und Wut zu verspüren.
Polar
6. März 2008
- Insgesamt:
5
- Insgesamt:
5

|
Details
Neuer-Rezensent-Rang: 385
Klassischer-Rezensent-Rang: 357
|