Kundenrezension

13 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Solange die Nachtigall singt, 17. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Solange die Nachtigall singt (Gebundene Ausgabe)
Inhalt:
Jari, ein 18-jähriger Tischler, hat gerade seine Lehre abgeschlossen und beschließt sich für zwei/drei Wochen auf Wanderschaft, in den Zittauer Gebirge, zu begeben. Am Bahnhof trifft er, in seinen Augen, auf das hässlichste Mädchen der Welt und doch, trotz ihrer Hässlichkeit, strahlt sie eine Faszination für ihn aus, der er sich nicht entziehen kann. Es kommt dazu, dass er seine Wanderschaft mit dem Mädchen, dessen Name übrigens Jascha ist, beginnt. Und nach einiger Zeit verwandelt sich dieses hässliche Mädchen, in das schönste was er je gesehen hat, nicht durch Zauberei, sondern einen Trick, denn man allerdings lesen muss, um ihn verstehen zu können.
Es ist auch der Moment, in dem Jari Jascha verfällt, er bleibt an ihrer Seite, begleitet sie bis zu ihrem Haus im Wald. Sie bietet ihn eine Unterkunft für die Nacht an, welche er gerne annimmt, doch aus einer Nacht, werden Tage und aus Tagen Wochen, bis Jari letztlich die Realität aus den Augen verliert und sich in einen Jäger verwandelt.

Meine Meinung:
Antonia Michaelis war mir schon durch „Den Märchenerzähler“ und „Die Nacht der gefangenen Träume“ ein Begriff. Besonders ihr einmaliger Schreibstil hat es für mich geschafft, dass sie eine meiner Lieblingsautorinnen ist und auch „Solange die Nachtigall singt“ kann mit einer Portion Poesie in wenigen Worten aufwarten. Der Schreibstil hat also seine bekannte Magie versprüht, nur der Rest, da habe ich keine Ahnung, was das war.

Die Geschichte klingt seltsam und genau so ist sie – seltsam. Es hat ein bisschen etwas von einem Mystery – Horror Szenario gehabt, was die Atmosphäre definitiv den Leser liefern konnte. Der geheimnisvolle Wald, dichter Nebel, rasche Szenenwechsel, plötzliches Auftauchen und Verschwinden, ja, es war alles sehr seltsam in der Geschichte und durchaus einnehmend. Was mich irgendwann gestört hat, waren diese dauerhaften Wiederholungen, die kein Ende nehmen wollten. Jascha ist verschwunden, taucht wieder auf, sie springt um Jari herum, der langsam den Verstand verliert, es geschehen komische Dinge und es geschehen noch mehr komische Dinge und eigentlich geschieht nichts aussagekräftiges. Mich hat das Buch einfach zu langweilen begonnen und da war noch nicht einmal die Hälfte der Geschichte erreicht, einzig der Schreibstil und die überspringende Atmosphäre ließ mich durchhalten, wobei gelohnt hat es sich nicht wirklich.

Es ist so, man liest immer wieder kleine Einschübe aus der Vergangenheit im Buch, wie es eben dazukam, dass Jascha jetzt alleine im Wald lebt und durch diese kurzen Sprüngen, kann man sich relativ leicht eine Geschichte zusammendichten, wie „Solange die Nachtigall singt“ enden könnte, dass es dann tatsächlich so kam, wie ich es mir vorgestellt hat, war kein Überraschung für mich. Es ist vorherzusehen, wie sich das Ganze entwickelt und welche Richtung es einnimmt.

„Ganz alleine sein ist schrecklich. Der Wind heult draußen, wenn du ganz allein bist, und klagt und weint in den Ästen. Die Kälte wird unerträglich kalt und die Dunkelheit unerträglich dunkel. Und in den Ecken lauert die Angst. Wenn du ganz allein bist im Wald, wirst du verrückt. Dann bist du verloren. Ausgeliefert. Hilflos. Dann hat dich die Nacht.“ (Seite 36)

Was die Autorin wirklich gut kann, ist die Grenzen zwischen Realität und Fiktion so zu verwischen, so dass man als Leser irgendwann selbst an sich zu zweifeln beginnt, dutzende Male nachdenken muss über eine Situation, nur um dann zu keinen Ergebnis zu kommen. Man kann die Geschichte nur wirken lassen, darf sich nicht den wirren Gedankengängen hingeben, denen man vielleicht versucht ist nachzuhängend, dann nämlich glaube ich, hat man sich verloren, oder vielleicht war dies auch mein Fehler, ich bin nicht verloren gegangen, weil ich ein viel zu rational denkender Mensch bin und mich auf viele Situationen nicht eingelassen habe. Eventuell wird das Leseabenteuer deutlich höher, wenn man die Realität loslässt und sich ins Buch fallen lässt, wie gesagt, ich konnte es leider nicht, weshalb das Buch mich nicht überzeugt hat.

Fazit:
Eine einzigartige Atmosphäre, die durch den Schreibstil von Antonia Michaelis fassbar macht, bestimmt das Buch und die Geschichte, nur leider war es das auch schon. Geprägt von Wiederholungen und Langatmigkeit, kann ich keine Empfehlung für „Solange die Nachtigall singt“ abgeben.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

[Kommentar hinzufügen]
Kommentar posten
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Amazon wird diesen Namen mit allen Ihren Beiträgen, einschließlich Rezensionen und Diskussion-Postings, anzeigen. (Weitere Informationen)
Name:
Badge:
Dieses Abzeichen wird Ihnen zugeordnet und erscheint zusammen mit Ihrem Namen.
There was an error. Please try again.
">Hier finden Sie die kompletten Richtlinien.

Offizieller Kommentar

Als Vertreter dieses Produkt können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
Der folgende Name und das Abzeichen werden mit diesem Kommentar angezeigt:
Nach dem Anklicken der Schaltfläche "Übermitteln" werden Sie aufgefordert, Ihren öffentlichen Namen zu erstellen, der mit allen Ihren Beiträgen angezeigt wird.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.  Weitere Informationen
Ansonsten können Sie immer noch einen regulären Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
 
Timeout des Systems

Wir waren konnten nicht überprüfen, ob Sie ein Repräsentant des Produkts sind. Bitte versuchen Sie es später erneut, oder versuchen Sie es jetzt erneut. Ansonsten können Sie einen regulären Kommentar veröffentlichen.

Da Sie zuvor einen offiziellen Kommentar veröffentlicht haben, wird dieser Kommentar im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihren offiziellen Kommentar zu bearbeiten.   Weitere Informationen
Die maximale Anzahl offizieller Kommentare wurde veröffentlicht. Dieser Kommentar wird im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt.   Weitere Informationen
Eingabe des Log-ins
 

Kommentare


Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 19.09.2012 13:07:35 GMT+02:00
jamamashid meint:
Eine für mich sehr treffende Beurteilung, denn mir ist es leider genauso gegangen. Das ganze war einfach zu verworren, zu langatmig und nach meiner Meinung auch am Ende nicht ganz stimmig. Schade eigentlich, denn von der Autorin hatte ich mir deutlich mehr versprochen und das Buch praktisch "blind" gekauft.

Veröffentlicht am 19.09.2012 17:54:03 GMT+02:00
fullmoon meint:
Schade, dass Ihnen das Buch nicht gefallen hat.
Ich war eine von denjenigen, die sich komplett auf die Geschichte eingelassen haben und ich glaube, dass dies bei den Büchern von Antonia Michaelis sehr wichtig ist. Wenn man sich nämlich komplett in die Geschichte fallen lässt, ist sie wirklich wunderschön und die Wiederholungen empfand ich nicht als störend.
Aber jeder kann natürlich seine eigene Meinung zu dem Buch haben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.10.2013 11:59:44 GMT+02:00
C. Stegmaier meint:
Da kann ich "fullmoon" nur zustimmen. Ich glaube, das ist das Besondere an den Geschichten der Autorin: dass vieles zwischen den Zeilen steckt und man sich voll und ganz darauf einlassen muss, um den Sinn dahinter zu verstehen bzw. um in der Geschichte aufgehen zu können :)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.08.2014 15:10:13 GMT+02:00
maryjannes meint:
Mensch, fullmoon und C. Stegmaier, lasst es doch einfach mal sein, wirklich jedes Buch der Autorin zu lobpreisen! Das nimmt euch doch keiner mehr ab und kommt ganz komisch rüber!
‹ Zurück 1 Weiter ›

Details

Artikel

4.3 von 5 Sternen (49 Kundenrezensionen)
5 Sterne:
 (31)
4 Sterne:
 (10)
3 Sterne:
 (2)
2 Sterne:
 (4)
1 Sterne:
 (2)
 
 
 
EUR 16,95
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Rezensentin / Rezensent