Kundenrezension

14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wenn der mechanisierte Fabrikant defabriziert..., 1. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Industrialist (Ltd.Digipak) (Audio CD)
Fear Factory ist wohl eine der Bands, die das Pech haben, bereits mit dem zweiten Album ihr bestes und einflussreichstes veröffentlicht zu haben. Danach konnten die Amerikaner machen, was sie wollte, egal, ob neue Wege eingeschlagen worden wie bei "Digimortal" oder "Transgression" oder ob im Wesentlichen an das Altbekannte angeknüpft wurde wie vor allem bei "Archetype", die Anmerkung "Nicht so gut wie 'Demanufacture'" seitens der Fans und Presse haftete jeder Veröffentlichung an. Einzig "Obsolete", der direkte Nachfolger des Referenzwerkes, genießt mittlerweile zumindest einen vergleichbaren Status wie die 95er Platte.

Mit "Mechanize" kam dann 2010 ein Album, mit dem die "neuformierte" Band nach langer Pause die Lücke zwischen den beiden alten Glanztaten füllen wollte. Letztlich demonstrierte die Scheibe Härte und Aggressivität, die man in der Form noch nie von Fear Factory gehört hatte, besaß aber nicht diese Einzigartigkeit, die die Veröffentlichungen der Neunziger hatten.
"The Industrialist" knüpft im Wesentlichen an seinen Vorgänger an, macht dabei allerdings ein paar Sachen anders und meines Erachtens besser, sodass er meiner Meinung nach eine deutliche Steigerung zum guten "Mechanize" ist.

Das neue Album startet direkt mit einem richtig starken Vierer, der mit dem Titelstück eingeläutet wird. Nach einem atmosphärischen Intro lässt Dino Cazares in gewohnter Weise seine Stakkato-Riffs los, im Hintergrund sind ein paar elektronische Spielereien zu hören und Burten C. Bell schreit sich die Seele aus dem Leib, zu den Death-Growls von einst reicht es aber leider nicht. Dass das Schlagzeug diesmal aus der Konserve stammt, stört übrigens überhaupt nicht, da die Musik sowieso maschinell und "anorganisch" klingt. Nach sechs Minuten entlässt uns "The Industrialist" - übrigens das einzige Lied, das komplett ohne melodiösen Teil auskommt - und es folgen mit "Recharger" und "New Messiah" zwei eingängige Lieder mit klargesungenen Refrains; besonders "New Messiah" versprüht dabei eine Atmosphäre, wie ich sie zuletzt auf "Obsolete" fand und gehört sicher zu den besten Songs der Platte. Als viertes kommt mit "God Eater" ein Titel, der immer wieder zwischen ruhigen, von sphärischen Synthesizern beherrschten Passagen und den üblichen Riffs wechselt und deutlich macht, dass es ein bisschen Innovation auch noch bei dieser Band zu finden ist. Nach diesen vier Songs wird das Album etwas schwächer. "Depraved Mind Murder" und "Virus Of Faith" sind ganz typische Fear-Factory-Stücke, die beide an den etwas belanglosen Refrains kranken. "Difference Engine" bringt mit erhöhtem Keyboardeinsatz und seinem ungewöhnlichen Aufbau nochmal etwas Abwechslung rein und "Disassemble" drischt sich durch seine vier Minuten Spielzeit, drosselt sich nur beim hymnischen Kehrreim und direkt vorm Ende etwas, herausragen kann keines der beiden Stücke. Nachdem es nun gut 35 Minuten hauptsächlich kräftig auf die Mütze gab, tut eine Entspannungspause gut. Das Instrumental "Religion Is Flawed Because Man Is Flawed", bestehend aus synthetischen Klängen, bietet dazu die Gelegenheit und führt uns zum wahren "Höhepunkt" der Scheibe. "Human Augmentation" ist neun Minuten lang und besteht aus allerlei Geräuschen, ab und zu gesellen sich noch Töne eines Tasteninstruments dazu und im Hintergrund spricht jemand finster vor sich hin - äh ganz stark. Was genau dieses Lied soll, weiß ich nicht, "A Therapy For Pain" ist im Vergleich hierzu richtig eingängig.
Nach nicht ganz 50 Minuten ist es dann vorbei und, vom letzten Song abgesehen, haben wir ein richtig gutes Album hinter uns, welches viel vom Vorgänger "Mechanize" hat, aber ein Stück atmosphärischer rüberkommt und noch etwas mehr an 'Demanufacture' erinnert. Auch der lyrische Leitfaden des Albums von der Maschine, die zum Menschen wird, ist absolut Fear-Factory-typisch und bietet trotzdem was neues, vor allem weil die Texte diesmal die Sicht der Maschine und nicht die des Menschen verdeutlichen.
Auf dem Digipack folgen nach den regulären Tracks noch ein Remix von "Difference Engine" - sehr erheiternd, aber überflüssig ' und "Landfill", das langweilig ist.

Insgesamt gesehen können alle, die auf etwas Abwechslung aus dem Hause Fear Factory gehofft haben, getrost Abstand von "The Industrialist" nehmen. Wer hingegen den Vorgänger mochte und sich nicht daran stört, dass sich die Platte insgesamt ziemlich einförmig anhört, darf blind zugreifen. An "Demanufacture" kommt "der Fabrikant" zwar natürlich nicht ran, sehr gut ist er trotzdem.
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Von 1 Kunden verfolgt

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1-7 von 7 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 01.06.2012 18:14:36 GMT+02:00
muffy666 meint:
Na, endlich mal normale Leute! ;-) Danke vor allem für den Hinweis, dass die Digi-Verson somit "obsolete" ist.

Veröffentlicht am 01.06.2012 20:15:49 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 03.06.2012 20:32:50 GMT+02:00
Jürgen S. meint:
Sehr gute Beschreibung des Albums. Ich kann mich voll anschließen. Ergänzend kann ich nur noch anführen, dass ich etwa 35 Minuten "effektive" Spielzeit für eine CD sehr kurz finde (Das Instrumental nach "Disassemble: Religion is flawed because man is flawed" und "Human Agumentation" machen die CD zwar länger, das Musikerlebnis steigern diese Songs für mich allerdings nicht).
Wer eine CD-Sammlung hat und diese auch mit überflüssiger Optik gerne aufwertet, dem kann ich das Box-Set empfehlen. Dieses sieht sehr gut aus und passt gut zum Sound von Fear Factory. Es kommt nicht ganz an die vollkommen überflüssige Werkzeugbox (ich zumindest benutze das Werkzeug nicht)der "Mechanize" heran, sieht aber wirklich sehr gut aus.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.06.2012 22:10:09 GMT+02:00
muffy666 meint:
Die Digi von Mechanize war mit diesem Auswurfhebel recht witzig.

Veröffentlicht am 03.06.2012 16:08:21 GMT+02:00
Infernal meint:
Der Track heißt Difference Engine und nicht Energy. :)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.06.2012 18:28:27 GMT+02:00
Sacharias meint:
Danke vielmals!

Veröffentlicht am 06.06.2012 15:42:55 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 06.06.2012 15:45:10 GMT+02:00
EmpiresDawn meint:
Grundsätzlich ist diese Kritik ja über weite Strecken treffend.
- »nach Song 4 wird das Album schwächer« (stimme zu)
- »herausragen kann keines der beiden Stücke« (stimme zu)
- »9 Minuten, was genau diese Lied soll weiß ich nicht« (stimme zu)
- »Bonustracks überflüssig bzw. langweilig« (stimme zu)

Aber: wie kann das Fazit dann lauten »sehr gut« und es werden 4 Sterne gezückt? Ein altes Problem hier bei Amazon.
Sollte es zur treffend geschriebenen Kritik passen müssten konsequenterweise maximal 3 Sterne gezückt werden und das Fazit müsste korrekterweise »so lala« lauten. 4 gute Songs machen kein gutes Album.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.06.2012 16:03:31 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.02.2013 20:34:11 GMT+01:00
Sacharias meint:
Ich geb zu, "sehr gut" ist etwas übertrieben, "gut" hätte vielleicht gereicht, außerdem kann man sich über "besser als Mechanize" sicher streiten, aber
- keines der richtigen Lieder, die nach dem vierten Titel kommen, gefällt mir nicht. Sie kommen nur nicht an den Anfang der Platte ran.
- "Religion is flawed because man is flawed" ist zwar nichts unbedingt spektakuläres, gefällt mir aber sehr gut. Es war meines Erachtens sehr unklug, es vor den Abschlusssong zu setzten.
- Bonuslieder gehen bei mir nicht mit in die Wertung ein.
- Wegen "Human Augmentation" zieh ich auch nichts ab, weil es für mich kein "richtiges Lied" ist.

Diese Einschätzung muss man nicht teilen und ich kann verstehen, wenn jemand das Album mit weniger als vier Sternen bewertet. Für mich sind die aber gerechtfertigt.
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