Kundenrezension

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Vermächtnis, 28. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Willy DeVille - Live In The Lowlands (DVD)
Der Rezensent gehört eigentlich nicht zu denen, die Konzerterlebnisse als Bildkonserve mögen. Livemitschnitte sind einem Deadhead natürlich heilig, doch zusehen mag ich einem Künstler lieber, wenn er in Fleisch und Blut vor mir auf der Bühne steht. Das wird naturgemäß dann schwierig, wenn der Küsntler bereits verschieden ist und weitere Auftrittserlebnisse bis auf weiteres verschoben werden müssen.

Das ist - leiderleider - bei Willy DeVille der Fall. Vor nun nahezu vier Jahren verstarb der große Meister, der vermeintlich aus dem Süden stammte, de facto jedoch an der Küste Neuenglands das Licht der Welt erblickte. Er hinterläßt neben einer ganzen Reihe hervorragender Gruppen- (mit der Mink DeVille-Band), wie auch Soloalben eben auch ein kleines Sammelsurium von Liveaufzeichnungen. Wer das Glück hatte, diesen Musiker in den 80er oder 90er Jahren auf einer Bühne erleben zu dürfen, weiß, was für ein Charisma der Sänger mit der knarzigen Stimme verströmen konnte. Diese Mischung aus Rock'n'Roll, Blues und Folkeinflüssen (im Sinne der Volksmusik - DeVille integriert von Bluegrass bis TexMex, von Folkklängen teils nicht einmal amerikanischer Provenience bis zu Salsa-, Latino- und Karibikrhythmen so ziemlich jede Musikrichtung, die er aufschnappte; v.a. jene, die in seiner Wahl- wie Herzensheimat, das Louisiana der New Orleans'schen Prägung, vorherrschen) ist recht einzigartig im Kanon moderner Musik.

Hier nun liegen Aufnahmen aus dem Jahr 2005 vor. Es war eine der letzten Tourneen, DeVille sieht man die Strapazen der Tour (die zu diesme Zeitpunkt schon hinter ihm und der Band lag) ebenso an, wie die sich schon deutlich abzeichnende Krankheit. Das Album "Crow Jane Alley" war 2004 erschienen, es ist eine Promotour durch Europa für jenes Album gewesen. Das aufgezeichnete Konzert hatte im Herbst 2005 in Amsterdam im PARADISO stattgefunden. Die Band wirkt müde, aber die Musiker sind nach den Monaten auf Tour auch gut eingespielt und routiniert. Das allerdings wird immer wieder von aufkeimender Spiellaune übertüncht. Es werden neue Songs, Coverversionen ("Slave to Love", einer der Höhepunkte des Albums) und - natürlich - einige der ewigen Klassiker geboten ("Cadillac Walk"). Allerdings sei gesagt: Dies ist KEINE Best-of-Sammlung. Man wird Stücke wie "Mixed Up, Shook Up Girl", "Bamboo Road" oder "Storybook Love" vermissen, wenn es diese absoluten Superhits der Band sind, die es einem angetan haben. Dafür eignen sich dann aber auch solche Perlen wie die "Live at Montreaux"-DVD sicherlich besser. Hier hat man es in gewisser Weise mit einem Vermächtnis zu tun. Ein sichtlich erschöpfter Sänger und eine Band, die zu ahnen scheint, was los ist, legen an diesem Abend einfach noch einmal alles in ihre Musik, was sie haben. Und momentweise ist es zauberhaft, was da entsteht. Allein "Come a little bit closer" ist m.M.n. den Kauf schon wert. Und daß auch dieser Willy DeVille noch rocken konnte, das beweisen Stücke wie "Savoir Faire".

Keine unbedingte Empfehlung für DeVille-Einsteiger, ist dies allerdings eine absolute Empfehlung für die, die den Mann schon länger kennen, schätzen und - ja - betrauern.
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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 28.06.2013 18:40:18 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 28.06.2013 18:40:46 GMT+02:00
Sabaga meint:
Hallo Gavin,
oh Willy DeVille, ich mochte ihn auf Anhieb, gleich beim ersten Hören. "Come a little bit closer", zum Schwärmen, obwohl ich aus dem Schwarmalter ja raus bin. Leider habe ich ihn nie sehen können, das bedaure ich sehr. Habe eine Affinität zu den ein bisschen kaputten Typen, denen man ansieht, dass das Leben auch sie gelebt hat. Dachte auch, er käme aus dem Süden, wegen seiner TexMex und Latino Titel und weil er phasenweise Spanisch singt.
Gruß
Sabaga

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.06.2013 19:09:24 GMT+02:00
Gavin Armour meint:
Hallo Sabaga,

nicht zuletzt Deine "Crow Jane Alley"-Rezension war dafür verantwortlich,d aß ich in letzter ZEit wieder sehr viel Willy DeVille gehört hab. Insofern hast Du direkten EInfluß auf den kauf dieser DVD und also die Rezension ;-)

Ja, er ist schon ein toller Typ gewesen. Daß das alles ein Fake sei, haben ihm oft Leute vorgeworfen, aber im Herzen war der ein Southern Man, keine Frage. Und wenn er manchmal wie ein Strizzi rüberkam, dieses etwas schleimige Zuhälterbgebaren (das er hier, auf dieser Aufzeichnung, kaum mehr hat) übertrieben raushängen ließ, der Goldzahn blitzte - dann stimmte das aber alles und passte perfekt als Bühnenpersonae zu seinem Image und der Musik, die er machte und WIE er sie amchte. Er ist der einzige, dem ich "Hey Joe" NACH Hendrix nicht übel nehme ;-)

Liebe Grüße,
Gavin

Veröffentlicht am 29.06.2013 03:36:18 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 29.06.2013 03:43:25 GMT+02:00
Gilhooley meint:
Ohne die einzigartigen Songs von Willy De Ville wäre der Erfolg von " CRUISING " noch mehr ausgeblieben .

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.06.2013 09:27:13 GMT+02:00
Sabaga meint:
Hallo Gavin,
schön, dass ich auch mal was für Dich tun konnte,
und
Hallo Kurt,
schön, dass sich noch Einer in dieser Runde findet, der DeVille mag.

Gruß
sabag
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