Kundenrezension

153 von 213 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Canon EOS650D vs. Sony SLT a57, 26. September 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Canon EOS 650D SLR Digitalkamera (18 Megapixel, 7,6 cm (3 Zoll) Touch-Display, Full HD) Kit inkl. EF-S 18-55 IS II Objektiv schwarz (Elektronik)
Bei der Suche nach einer guten Einsteiger-Spiegelreflexkamera wird man sich früher oder später u.a. die Sony a57 und die Canon EOS 650D anschauen. Daher hier ein kleiner Vergleich dieser beiden aktuellen Modelle:

Bildqualität:
Beide haben (glücklicherweise) eine moderate aber mehr als ausreichende Auflösung von 16 MP (Sony a57) bzw. 18 MP (Canon EOS 650D). In Sachen Kontrastumfang/Dynamikbereich ist die Sony etwas besser.

Live-View (d.h. man kann auch das Display als Sucher benutzen, also wie bei einer Kompaktkamera/Handy):
Dank „hybrid-autofokus“ und neuen STM-Objektiven ist der Autofokus der 650D zumindest schneller als die 600D (welche allerdings auch extrem langsam war!).
Von der Performance der a57 ist das allerdings noch weit entfernt. Denn durch den transparenten Spiegel der a57 steht der schnelle Phasenverschiebungs-Autofokus (inkl. Nachführ-AF) auch im LiveView zur Verfügung. Das geht bei der EOS beides nur im Sucherbetrieb.
Im Sucherbetrieb wiederum muss man bei der EOS auf Gesichtserkennung, Video-Aufnahme, Bild-Wiedergabe etc verzichten. Das geht dort nur im LiveView. Bei der Sony geht alles in allen Betriebsarten.
Wer also gerne mal das Display als Sucher benutzt (z.B. für ungewöhnliche Perspektiven, über Kopf etc, schließlich ist das Display bei beiden klappbar und gut aufgelöst), ist mit der Sony wesentlich besser bedient, da die Funktionalität und Bedienung hier völlig identisch ist, egal ob man durch den Sucher oder auf das Display schaut. Die Umschaltung funktioniert sogar automatisch wenn man sich dem Sucher nähert. Besser geht es nicht.

Autofokus:
Sucher-Modus:
Die EOS hat 9 AF-Felder, davon alle Kreuzsensoren.
Die a57 15 AF-Felder, davon 3 Kreuzsensoren, plus Gesichtserkennung, plus Motiv-Verfolgung
Live-View:
Wie schon beschrieben ist das AF-System der EOS hier sehr eingeschränkt und langsam.
Bei der Sony steht das o.g. volle AF-System zur Verfügung.

Bewegte Motive:
Sony prahlt mit 10 Bildern/sec bei voller Auflösung.
Allerdings sind die Einstellmöglichkeiten hier sehr eingeschränkt da es sich um ein spezielles Programm handelt. Voll manuell beinflussbar ist der 6 Bilder/sec - Modus.
Zusätzlich zum herkömmlichen Nachführ-AF gibt es noch eine Motiv-Verfolgung. Hier wird ein Motiv „ausgewählt“ und die Kamera verfolgt dieses Motiv anhand von Farbe/Kontrast. Das hilft um Fehlfokussierung (wenn das Motiv kurz verdeckt oder aus dem Bild war) zu vermeiden.
Die 650D schafft 5 Bilder/sec, allerdings nur im Sucherbetrieb und ohne eine Motiv-Verfolgung.

Video:
Wie oben schon erwähnt kann die a57 auch im Sucherbetrieb filmen, nett wenn man große schwere Objektive drauf hat, hält sich einfach besser.
Auch hier hat die a57 den vollen AF zur Verfügung, die EOS 650D hat mit dem hybriden AF hier aufgeholt, wenngleich nicht so flott wie die a57.
Zu den anderen Features bei Video kann ich nichts sagen da ich das nur selten nutze.

Bildstabilisator:
Die a57 hat den Stabilisator in der Kamera, die EOS im Objektiv.
Hat beides seine Vor- und Nachteile:
Bei dem eingebauten Stabi werden alle Objektive, also auch Festbrennweiten die meist keinen eingebauten Stabi haben, stabilisiert.
Nachteil ist aber das er erst beim Auslösen wirkt und noch nicht während man durch den Sucher schaut. Bei hohen Brennweiten kann es also zittriger werden.

Zubehör:
Für kein System gibt es so viel Objektive u.a. Zubehör wie für Canon.
Hier gibt es sicherlich keinerlei Mangel, wobei auch das Sony-System inzwischen sehr umfangreich ist. Die meisten Objektive von Sigma und Tamron sind ebenfalls als Canon EF und Sony A Bajonett erhältlich.

Bedienung
Das 650D Display ist ein Touchscreen, Einstellungen können also direkt dort vorgenommen werden.. Gut für Einsteiger die es von ihrem Smartphone so gewohnt sind bzw. wenn man die Kamera nicht so häufig benutzt und die Position der Knöpfe nicht mehr ganz im Kopf hat.
Die a57 hat kein Touchscreen. Konzept ist hier, das man alle wichtigen Einstellungen rechts und links vom Bild sieht und mit der Fn Taste auch genau dort die Optionen dazu aufruft. Das ist gut gemacht. Zusätzlich gibt es natürlich - wie bei der EOS auch - direkte Tasten für die wichtigsten Funktionen, denn kein Menü und kein Touchscreen ist so schnell zu bedienen (und das ist oft wichtig) wie eine direkte Taste. Bei der a57 kann man die Funktion einiger Tasten umbelegen damit die für den Benutzer häufig genutzten Funktionen immer in Reichweite sind.

Motivprogramme
Beide Kameras haben Einsteiger-gerechte Motivprogramme (Landschaft, Porträt, Nachtporträt etc), die Sony geht noch einen Schritt weiter und wählt auch schon das richtige Programm aus (da die Kamera durch den transparenten Spiegel ja bereits das Bild sieht und die Szene entsprechend analysieren kann).
Tolles Motivprogramm der a57: Schwenkpanorama. Hier hält man den Auslöser gedrückt und schwenkt die Kamera dabei um ein Panorama aufzunehemen. Die vielen Einzelbilder werden direkt in der Kamera zusammengesetzt. Wenn nicht gerade bewegte Motive dabei sind funktioniert das sehr gut. (Geht auch Quer/Hochkant um große Gebäude draufzubekommen aber das war bei mir nicht sehr erfolgreich.)

HDR
Mit der 650D hat nun auch Canon eine integrierte HDR-Funktion. Allerdings kann man hier weder die Stärke einstellen, noch wird erkannt wann ein HDR-Aufnahme ratsam wäre.
Bei der Sony geht beides.

Sucher:
Konzeptbedingt hat die a57 einen elektronischen Sucher (EVF), die 650D einen optischen (OVF).
Der OVF ist natürlich in Sachen Auflösung und Geschwindigkeit unübertroffen da es einfach nichts Schnelleres und direkteres gibt als direkt (über den Spiegel) auf’s Motiv zu schauen.
Der EVF der a57 ist in Sachen Geschwindigkeit und Auflösung zwar auf sehr hohem Niveau, sowie größer und heller als der OVF der 650D, aber längst nicht so Kontrast- und Detailreich wie der OLED-Sucher in der Sony a65 (wenngleich etwas besser als der der a55).
Konsequenterweise kann man ihn nicht nur als Sucher verwenden sondern auch zur Wiedergabe der Bilder, d.h. man muss nicht immer die Kamera runternehmen um das Bild zu betrachten. Auch in heller Umgebung hilfreich um ein Bild mal ohne Fremdlicht zu betrachten.
Außerdem sieht man das Bild schon im Vorfeld mit der gewählten Belichtung, Weissabgleich etc.
Misst man also per Sport-Messung einen bestimmten Punkt an, wird das Bild sofort entsprechend dargestellt wie es auch belichtet würde.
Auch kann man im EVF natürlich viel mehr Informationen einblenden, muss also nicht zwischendurch auf das Display schauen etc.
Diese Flexibilität hat man mit einem OVF natürlich nicht, dafür gibt ein OVF das „direktere“ Gefühl, ein EVF ist eher schon eine Vorschau auf das endgültige Foto da die gewählten Einstellungen berücksichtigt werden.
Der Umstieg vom OVF auf einen EVF war für mich kein Problem, da ich die Vorteile schnell lieben gelernt habe; aber ein OLED-basierter Sucher (wie bei der a65) steht auf der Wunschliste für eine irgendwann kommende a58 (?) ganz weit oben...

Objektiv-Korrekturen
Sowohl a57 als auch 650D korrigieren Vignettierung und chromatische Aberration Kameraintern (für JPG-Ausgabe). Die a57 korrigiert zusätzlich auch Verzeichnung. Warum das standardmässig ausgeschaltet ist mir allerdings schleierhaft, funktioniert nämlich dezent und gut. Sofern man nicht ohnehin mit RAW arbeitet ist das durchaus ein Argument auch Originalobjektive zu kaufen, denn in der Kamera-internen Objektivdatenbank sind natürlich jeweils nur die herstellereigenen Objektive hinterlegt.

Sonstiges:
Die Sony hat noch ein paar Gimmicks die für Einsteiger vielleicht ganz nett sind (autom. Portrait-Zuschnitt, 3D-Panorama...) aber eins ist doch auch für fortgeschrittene brauchbar:
Beim manuellen Fokussieren können die scharfen Bereiche farbig markiert werden. Das hilft um z.B. bei Makroaufnahmen die scharfen Bereiche deutlicher zu sehen. Die „Fokuslupe“ gibt es natürlich weiterhin.

Fazit:
Ich kann sehr gut nachvollziehen das EISA die a57 zur „besten DSLR 2012/2013“ gekürt hat und sie in der „Chip-Bestenliste Kategorie DSLR <1000 €“ unangefochten auf Platz 1 steht (EOS: Platz 9) und auch der „Gold Award“ von dpreview (EOS: Silver) geht voll in Ordnung.

Klar kann man mit der 650D hervorragende Bilder machen, aber wenn man nicht gerade einen Schrank voll alter EOS-Objektive hat, halte ich die a57 für die bessere Wahl.
Übrigens:
Wer mit dem elektr. Sucher nicht „warm wird“, sollte mal einen Blick durch den Sucher der a65 werfen...

Bliebe noch die Frage nach den Sternen:
3 wäre Mitte, aber ist die 650D verglichen mit den aktuellen Modellen von Sony, Nikon, Pentax, Lumix noch Mitte? Eigentlich eher drunter. Egal, ich geb 3 Sterne an die 650D.

Und noch ein Wort zu Objektiven:
Ich find es immer wieder frustrierend wie viele Leute mit Ihrem 18-55mm Kit-Objektiv rumlaufen. Hey, das macht doch keinen Sinn. Nehmt zumindest ein 18-135mm (gibt’s von Canon und Sony gleichermaßen), das ist ein gutes Universal-Zoom und dann kann man ja bei Bedarf weitersehen...
Bei der 650D aber unbedingt das neue STM-Modell nehmen !
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Kommentare

Von 5 Kunden verfolgt

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1-10 von 23 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 29.09.2012 16:38:02 GMT+02:00
ladystardust meint:
Danke für diesen Vergleich! Sehr informativ und ausdrucksstark formuliert.

Veröffentlicht am 09.10.2012 07:55:43 GMT+02:00
Testsieger meint:
ich finde man darf Kameras hier nur vergleichen wenn man die einzelnen Modelle auch wirklich getestet hat, bei solchen pauschalen Aussagen beim Vergleich mit Sony Nikon und co. darf das zumindest bezweifelt werden. Die Vorteile eines anderen Modells aufzuzählen macht nur Sinn wenn man beide Kameras kritisch und mit dem entsprechenden Sachverstand gegenüberstellt.

Veröffentlicht am 16.10.2012 19:36:53 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 16.10.2012 19:37:26 GMT+02:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.10.2012 19:08:11 GMT+02:00
Achim meint:
genau meine meinung!!!!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.10.2012 20:57:11 GMT+01:00
Matze meint:
@Testsieger: Die Rezension ist aus Sachverstand und praktischer Vergleichserfahrung entstanden, aber falls Du Fehler entdeckst darfst Du das gerne aufzeigen.
Es geht mir in keinster Weise um Parolen wie Sony ist eh besser etc. Ich habe einzelne Kriterien die mir aufgefallen oder wichtig sind aufgeführt und verglichen.
Ich bin mit keinem Hersteller "verheiratet". Habe schon mit Canon, Nikon, Sony, Lumix uvm. gearbeitet, weiss daher schon ganz gut zu beurteilen und habe Vergleichsmöglichkeiten. Aber wie gesagt wenn etwas nicht stimmt sag Bescheid.

Veröffentlicht am 30.11.2012 09:37:36 GMT+01:00
Bjthie meint:
Sehr gut und Objektiv beurteilt, finde ich gut, man merkt zwar schon die Liebe zur Sony, der ich mich auch anschließen möchte, doch bedauere ich immer wieder sehr, dass es für Sonys doch noch lange nicht so viel Zubehör gibt wie für Canon und Nikon. Sony ist denke ich schon ein echter Vorreiter was neue Technologien angeht, da können sich die beiden anderen großen Hersteller noch eine ganze Scheibe abschneiden. Vielen Dank für die Rezession, bei mir steht zwar kein unmittelbarer Neukauf an, doch finde ich Ihre Gegenüberstellung sehr gelugen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.12.2012 01:59:47 GMT+01:00
und warum ist dann die 650D die erste DSLR mit einem Touchdisplay und die anderen Firmen ziehen jetzt erst nach???

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.12.2012 12:02:40 GMT+01:00
Affenkopp meint:
Warum? Weil bisher niemand danach verlangt hat und wahrscheinlich nur der Gelegenheitsknipser nach einem Touchscreen verlangt. Ich persönlich finde Buttons rechts und links am Gehäuse wesentlich sinnvoller, denn die erreicht man auch auch mit Finger/Daumen ohne das Motiv groß zu verlieren oder den Finger vom Auslöser zu nehmen.

Wer gern auf nem Bildschirm rumschmiert...bitte sehr!
Bei DSLRs ist ein Touchscreen so ziemlich das letzte Feature das man benötigt...

Veröffentlicht am 29.12.2012 02:06:26 GMT+01:00
HiLander meint:
Sehr guter Vergleich. Bei einer Sache muss ich jedoch widersprechen: Die Canon EOS 650 D hat sehr wohl eine Motivverfolgung; und zwar in dem man auf dem Touch-Screen im LiveView-Modus auf das zu fokusierende Objekt "drückt". Bewegt es sich anschließend, folgt der Canon Fokus genau diesem Objekt.

Veröffentlicht am 02.01.2013 23:34:31 GMT+01:00
marcoustic meint:
Eine Rezension zu einem Produkt der Marke X zu schreiben, wobei man ganz offensichtlich in Marke Y verliebt ist, wirkt auf mich einfach unglaubwürdig.

Abgesehen davon finde ich einige Argumentationen eher realitätsfremd:
zB Die Daseinsberechtigung eines Touchscreens in der heutigen Zeit von Tablet und Smartphone auf eine Krücke für Anfänger zu reduzieren, wirkt ganz schön elitär.
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