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Was ist ein Schatten?, 19. August 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Peter Schlemihls wundersame Geschichte (Taschenbuch)
Peter Schlemihl, der längst zu einer literarisch berühmten Figur geworden ist, kann als naher Verwandter von Faust gelten; doch nicht seine Seele verkauft er (obwohl ihm dieser Handel auch noch angeboten wird), sondern seinen Schatten. Was es aber mit diesem Schatten auf sich hat, ist gar nicht so leicht zu klären: Schlemihl wird ab sofort ausgelacht, gemieden, gescholten und bemitleidet und ist nicht mehr gesellschaftsfähig. Jeder sieht sofort, daß er keinen Schatten hat (was doch eigentlich unwahrscheinlich ist), und jeder weiß, was das bedeutet; nur der Leser rätselt. Der Verlust des Schattens hat eine gesellschaftliche Stigmatisierung zur Folge, die sich vielleicht nicht ganz ausdeuten läßt. Die Interpretation des Schattens als unergründbare Nachtseite des Geistes, die den Menschen erst menschlich macht, kann den Text ebensowenig vollständig erklären wie eine Deutung auf eine judenfeindliche Gesellschaft hin (die nahegelgt wird z.B. durch den jüdischen Namen der Hauptfigur - der "Pechvogel" bedeutet - und durch Anklänge an das Motiv des Ewigen Juden). Schlemihl selbst findet am Ende eine ganz unfaustische Lösung: Zufällig in den Besitz von Siebenmeilenstiefeln geraten, wandert er fortan als Naturforscher über den Erdball, zwar fern von den Menschen, aber doch zufrieden. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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Peter Schlemihls wundersame Geschichte 3150000939
Adelbert von Chamisso
Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag
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Was ist ein Schatten?
Peter Schlemihl, der längst zu einer literarisch berühmten Figur geworden ist, kann als naher Verwandter von Faust gelten; doch nicht seine Seele verkauft er (obwohl ihm dieser Handel auch noch angeboten wird), sondern seinen Schatten. Was es aber mit diesem Schatten auf sich hat, ist gar nicht so leicht zu klären: Schlemihl wird ab sofort ausgelacht, gemieden, gescholten und bemitleidet und ist nicht mehr gesellschaftsfähig. Jeder sieht sofort, daß er keinen Schatten hat (was doch eigentlich unwahrscheinlich ist), und jeder weiß, was das bedeutet; nur der Leser rätselt. Der Verlust des Schattens hat eine gesellschaftliche Stigmatisierung zur Folge, die sich vielleicht nicht ganz ausdeuten läßt. Die Interpretation des Schattens als unergründbare Nachtseite des Geistes, die den Menschen erst menschlich macht, kann den Text ebensowenig vollständig erklären wie eine Deutung auf eine judenfeindliche Gesellschaft hin (die nahegelgt wird z.B. durch den jüdischen Namen der Hauptfigur - der "Pechvogel" bedeutet - und durch Anklänge an das Motiv des Ewigen Juden). Schlemihl selbst findet am Ende eine ganz unfaustische Lösung: Zufällig in den Besitz von Siebenmeilenstiefeln geraten, wandert er fortan als Naturforscher über den Erdball, zwar fern von den Menschen, aber doch zufrieden. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
anonymous
19. August 1999
- Insgesamt:
5

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