Kundenrezension

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wissenschaftlich etwas veraltet, aber sehr gut verfasst, 22. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Römische Geschichte: Republik und Kaiserzeit bis 284 n. Chr. (Gebundene Ausgabe)
Schreiben konnte er, der Althistoriker Bengtson aus Ratzeburg, hier mit seiner "Römische Geschichte. Republik und Kaiserzeit bis 284 n. Chr.". Auch fachlich ausgewiesen, hatte er bis zu seinem Tod 1989 als Achtzigjähriger eine Verehrergemeinde. Hermann Bengtsons Buch ist freilich aus den frühen Siebzigern. Entgegen allen Vorurteilen gibt es ja auch in der Alten Geschichte Fortschritte, neue Erkenntnisse und Perspektiven. Die fehlen in diesem Buch naturgemäß. Bei einem Fachbuch heißt das, dass es maximal drei oder vier Sterne sein können. Außer man läse es wegen seiner Bedeutung, das wäre jetzt aber dann doch zu hoch gegriffen.

Die Ausstattung von "Römische Geschichte. Republik und Kaiserzeit": vernünftig gebunden. Die Ausgabe ist ein 'abgespecktes' Werk, bei dem man keinen wissenschaftlichen Apparat o.ä. erwarten sollte. Ein wissenschaftliches Werk auf aktuellem Stand müsste ja auch, wie gesagt, die vielen Erkenntnisse der Münzforschung, Archäologie, der Wirtschafts- oder Kulturgeschichte, usw. integrieren.

Womit sich Bengtson hier seine drei bis vier Sterne erstreitet, ist die Fähigkeit, den erzählerischen Bogen zu spannen und dabei die Quellen ganz nebenbei kritisch zu würdigen. ... mmh, sagen wir: vier Sterne, diese Fähigkeit ist selten. Doch lesen Sie vielleicht einfach bitte auch noch eins der vielen, auch guten aktuelleren Werke auf dem Markt dazu.
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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 30.09.2014 09:55:31 GMT+02:00
SA 2 meint:
Wie ich schon bei Ihrem Mit-Rezensenten angemarkt habe:

Die Wissenschaft geht weiter und in einer systematisch-wissenschaftlichen Beschäftigung muss man selbstverständlich die neue und neuste Literatur miteinbeziehen. Allerdings ist der Ansatz verfehlt, Sterne wegen des Alters eines Werkes abzuziehen. Man muss ein Buch doch in seinem Entstehungskontext bewerten. Wo kommen wir denn da hin? Geben Sie Droysen dann nur noch drei Sterne und Herodot einen? Letzterer ist als Vater der Geschichtsschreibung einer der vier, fünf wichtigsten Historiker überhaupt. Sollte man sein Werk abwerten, weil es seitdem Erkenntnisgewinne gab und er somit natürlich nicht den Forschungsstand repräsentieren kann? Das scheint mir die absurde logische Konsequenz eines solchen Bewertungskriteriums. Für literarische Werke wäre ein solcher Ansatz noch unsinniger. Man stelle sich vor, Monika Maron oder Michael Kupfmüller schreiben ein sehr gutes Buch, das wir mit fünf Sternen bewerten wollen. Sollen wir dann Fontane oder Dostojewski nur noch drei Sterne geben, da die Zustände, die sie beschreiben, fast überhaupt nicht mehr, nur noch im allgemein Menschlichen, existieren?

Es ist doch offensichtlich, dass im Falle der Belletristik eines solches Vorgehen gänzlich absurd wäre, aber eben auch im Falle der Wissenschaft nicht angemessen ist. Im Übrigen sollten wr nicht vergessen, dass das, was oft als wissenschaftlicher Fortschritt bezeichnet wird, nicht unbedingt immer etwas mit Informations- oder gar Erkenntniszuwachs zu tun hat, sondern meistens lediglich eine neue Perspektive im Zuge eines neuen methodischen Ansatzes ist (wo sie schon Vorurteile gegenüber der Alten Geschichte ansprechen...auch für diese gilt das). Das sind gerade in unserem Land heutzutage die "Historische Sozialwissenschaft" und ihre Epigonen ersten und zweiten Grades. Das geht soweit, dass schon an der Universität reflexartig von einem "spartanischen Sonderweg" gefaselt wird. Natürlich gibt es neben Interpretationsveränderungen, die natürlich hin und wieder wahre Erkenntnisse bringen können, auch Zuwachs von harten Fakten. Sie haben recht bezüglich der Wirtschaftgeschichte usw. Nur auch das hat zum Großteil mehr mit veränderter Methodik und Geschichtsphilosophie, denn mit tatsächlichem Erkenntnisgewinn zu tun. Der interessierte Geschichtsfreund kann heute immer noch aus Klassikern wie Mommsen oder Droysen eine größere Grundblidung (mit sehr vielen Details und Zusammenhängen) erlangen als bei den meisten aktuellen Eintagsfliegen - und das auf höchstem schriftstellerischen Niveau. Da Sie sich mit der Materie doch auch offensichtlich etwas auskennen, sollten Sie vielleicht, anstatt Sterne nach Alter zu vergeben, den Lesern ihrer Rezension eins, zwei ergänzende Perspektiven nennnen, die unter neuen methodischen Ansätzen interessante neue Fakten und Deutungen präsentieren...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.09.2014 10:26:52 GMT+02:00
Sie wünschen Gerechtigkeit für Bengtson, da auch er die Forschung vorangebracht hat (sofern überhaupt möglich) und viel an Übersichtswissen ermöglicht. Ja, es gibt sicher Moden (dadurch gewinnen wir ja auch verschiedene Perspektiven). Da sind wir nicht auseinander. (Ich fände nur Herodot als Quellentext interessanter als Droysen, dem ich bei allem Respekt den weniger kleindeutsch projiziierenden Bengtson vorzöge, außer aus wissenschaftshistorischen Gründen.)

Frau Maron läse ich ganz als Literatur. Bengtson hat auch literarische Qualität, doch ist sein Werk für mich zuvörderst ein Sachbuch. Ich sehe da schon eine Kluft. Und wer da auf einem aktuellen Stand sein möchte - die Textquellen wirken durchgenudelt, doch ab und an gibt es ja vielleicht doch Funde und schlüssige Neuinterpretationen/Diskussionen -, wer anhand eines wissenschaftlichen Apparats weiterschreiten möchte, dem könnte ich diese reine Lese-Ausgabe doch nicht als alleiniges Werk empfehlen (der Verlag könnte das Fehlende ja im Netz anbieten und/oder Rosen, Dahlheim, ... oder die vielen nachwachsenden Forscher/innen schreiben ein Ausblickskapitel - so pflegt man seine Bücher); in einem solchen Falle wären die viel zäher geschriebenen Oldenbourgs sinnvoller.
PS: Bei einem Historiker oder historisch Interessierten wundert mich das Kürzel "SA 2" besonders. :)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.09.2014 10:44:46 GMT+02:00
SA 2 meint:
Ha..ja, das Kürzel wirkt zugegebenerweise etwas merkwürdig ;). Aber es hat persönliche Gründe und ich sehe nicht ein, nachdem die braune Bande unserer Land so ruiniert hat, mir von denen nachträglich noch die Sprache verderben zu lassen. "NS" steht auch immer noch für Nebensatz und "Führer" bleibt ein gewöhnliches deustches Wort...

Nun...jede Geschichtsschreibung ist zu einem gewissen Grade politisch. Das ist - schlecht oder recht - nicht zu ändern. So sind beispielsweise Wehler und Droysen Kehrseiten einer Medaille. Beides intelligente Männer, aber politisch und methodisch das Gegenteil.

Natürlich gibt es Erkenntniszuwachs. Zusammenhang in der Geschichte wird ja gerade durch (Neu-) Interpretation der Fakten geboten. Um bei dem Beispiel zu bleiben. Gewiss: Droysen war - wie bei Nippel zu lesen - ein (sehr guter...) Geschichtspolitiker. Nur, ob man die Geschichte auf 1871 oder 1945 hinschreibt, macht der Form nach keinen Unterschied. Droysen interessiert mich vor allem als der wichtigste Geschichtstheoretiker des 19. Jahrhunderts.

Gut und wichtig finde ich dagegen Ihren Hinweis auf den Apparat. Für eine systematische, gerade weiterführende, Beschäftigung eigent sich eine solche Leseausgabe natürlich nur sehr eingeschränkt. Dann sollte man aber die Ausgabe bewerten und nicht Sterne für das Alter eines Textes abziehen...
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