14 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Schwierige Kost, aber lohnenswert..., 21. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Gruners perfekte Flucht (Taschenbuch)
Gleich vorweg: Das Lesevergnügen kam bei 'Gruners perfekter Flucht' erst allmählich auf (deshalb ein Stern Abzug), ich brauchte einige Kapitel, um mich an den Stil und die Romanstruktur zu gewöhnen. Dann aber begann mich die Geschichte in Bann zu ziehen und ich entdeckte in dem komplexen Buch viele interessante Dinge, ließ mich auf unkonventionnelle Sehweisen ein. Der eigentliche Plot wirkt zwar fast provokativ reduziert, doch entpuppt sich die Story bei genauerem Hinsehen, d.h. konzentriertem Lesen, als vielschichtig strukturiert und raffiniert erzählt. Auf zwei Erzählebenen. Mit vielen bewussten Leerstellen - die markanteste im Schlusskapitel: was geschah mit Gruners Frau tatsächlich? Mit vielen Assoziationen in den so genannten monovokalischen Aufzeichnungen - Rückblicke, aktuelle Reflexionen, Ausblicke in die Zukunft. Im Kapitel 'Dachfenster' unterbreitet z.B. der Staat seinen Bürgern Suizid-Vorsorge-Angebote. Die nächste Gesundheitsreform lässt grüßen? Alles in allem herrscht großer Freiraum für den Leser. Das Buch enthält einige düstere Passagen, gibt sich schon 'mal bewusst unsentimental, der grundlegende Ton ist jedoch von Humor und vor allem Ironie bestimmt. Zudem wirft der Autor, selbst Lehrer, einen bisweilen kritischen Blick auf seine eigene Zunft. Auch darüber habe ich mich amüsiert (monovokalisches Zitat: "Helden des Lebens ... Lehrer ... freche Elternvertreter ... Stress per se ... Eleven werden regelrecht benebelt). Ein wirklich gutes Buch!
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Gruners perfekte Flucht 3933431409
Anton Haugeneder
Friedmann Klosterarbeiten
Gruners perfekte Flucht
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Schwierige Kost, aber lohnenswert...
Gleich vorweg: Das Lesevergnügen kam bei 'Gruners perfekter Flucht' erst allmählich auf (deshalb ein Stern Abzug), ich brauchte einige Kapitel, um mich an den Stil und die Romanstruktur zu gewöhnen. Dann aber begann mich die Geschichte in Bann zu ziehen und ich entdeckte in dem komplexen Buch viele interessante Dinge, ließ mich auf unkonventionnelle Sehweisen ein. Der eigentliche Plot wirkt zwar fast provokativ reduziert, doch entpuppt sich die Story bei genauerem Hinsehen, d.h. konzentriertem Lesen, als vielschichtig strukturiert und raffiniert erzählt. Auf zwei Erzählebenen. Mit vielen bewussten Leerstellen - die markanteste im Schlusskapitel: was geschah mit Gruners Frau tatsächlich? Mit vielen Assoziationen in den so genannten monovokalischen Aufzeichnungen - Rückblicke, aktuelle Reflexionen, Ausblicke in die Zukunft. Im Kapitel 'Dachfenster' unterbreitet z.B. der Staat seinen Bürgern Suizid-Vorsorge-Angebote. Die nächste Gesundheitsreform lässt grüßen?
Alles in allem herrscht großer Freiraum für den Leser. Das Buch enthält einige düstere Passagen, gibt sich schon 'mal bewusst unsentimental, der grundlegende Ton ist jedoch von Humor und vor allem Ironie bestimmt. Zudem wirft der Autor, selbst Lehrer, einen bisweilen kritischen Blick auf seine eigene Zunft. Auch darüber habe ich mich amüsiert (monovokalisches Zitat: "Helden des Lebens ... Lehrer ... freche Elternvertreter ... Stress per se ... Eleven werden regelrecht benebelt).
Ein wirklich gutes Buch!
Lena Graber
21. Dezember 2006
- Insgesamt:
5

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Details
Ort: Leipzig
Top-Rezensenten Rang: 2.246.755
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