Kundenrezension

16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das neue Werk von Dream Theater, 20. April 2002
Rezension bezieht sich auf: Six Degrees of Inner Turbulence (Audio CD)
So unterschiedlich die Alben von Dream Theater auch sein mögen, eines haben sie alle gemeinsam: Es braucht Zeit, bis man das Album wirklich versteht und alle Strukturen und Nuancen erkennt. Deshalb möchte ich diese Review auch erst jetzt schreiben, ein gutes halbes Jahr, nachdem ich die Songs das erste mal im Internet gefunden habe.
Der erste Eindruck der CD war überwältigend, was vor allem auf die wirklich absolute erstklassige Produktion zurückzuführen ist. Der Sound ist druckvoll wie bei kaum einer anderen Scheibe, die ich bis jetzt gehört habe, und dabei extrem klar und differenziert.
Der erste Song "The Glass Prison" erschlägt den unvorbereiteten Hörer nahezu. Ein Überschall-Riff jagt das nächste, die DoubleBass-Drum dröhnt: Pantera lassen grüßen. Fast 14 Minuten dauert der Song, und enthält so gut wie keine Verschnaufpausen. Ich habe etliche Kritiken gelesen, in denen der Song schlecht wegkommt, weil er angeblich weniger differenziert sei und kompositorisch "anspruchsloser" als frühere DT-Songs. Dem muss ich widersprechen: Der Song ist zwar enorm hart und schnell, aber deswegen noch lange kein stumpfes Geknüppel. Durch die Keys wird laufend eine enorme Spannung und Atmosphäre aufgebaut, die den Song auf ein Niveau weit über der Pantera/Metallica-Sparte hebt. (Was jetzt nicht heißen soll, dass ich diese beiden Bands nicht mag!!!) Vor allem der grandiose Schluss erzeugt bei mir jedesmal Gänsehaut.
Nebenbei, live ist der Song ein absoluter Kracher!
Der nächste Song, "Blind Faith", geht etwas ruhiger als der Opener an den Start. Weniger heavy, dafür mehr jazzig-verspielt (vor allem in der zweiten Hälfte!) und mit einem bombastischen Chorus ist auch dieser Song ein echter Volltreffer.
"Misunderstood" beginnt ganz leise mit Akkustik-Gitarre und Gesang und steigert sich bis zum Refrain beständig. Gefällt mir ebenfalls sehr gut, nur sind die arg abgefahrenen Klangspielereien am Ende vielleicht eine halbe Minute zu lang geraten... ;-) Live war das Ende übrigens besser, mehr Drive als auf dem Album. Aber der Song an sich ist immer noch genial.
Mit dem nächsten Track "The Great Debate" folgt für mich das Highlight des Albums. Das Stück beschäftigt sich mit der Debatte um die Gentherapie und ist schon allein deshalb interessant. Musikalisch erinnert "The Great Debate" an das Album "Awake". Die Atmosphäre ist genauso kalt und düster und auch stilistisch bewegt sich der Song in ähnlichen Gefilden. Am Anfang werden lediglich Aufnahmen von Radio- oder Fernsehaufnahmen eingespielt, doch innerhalb von 2 Minuten steigert sich der Song bis zu beinahe unerträglichem Chaos, das durch das Einsetzen von LaBrie erst gebrochen wird. Der Song erinnert im Aufbau stark an TOOL, zumindest bis in der zweiten Hälfte die Instrumentalisten zu ausschweifenden Soli ansetzen.
Langsam klingt der Song wieder ab und mündet nahtlos in "Disappear", das für DT-Verhältnisse ungewöhnlich kurz und geradlinig ist. Das stück steht klar in der Tradition von Space-Dye-Vest, ist jedoch diesem in Punkto Atmosphäre nicht ganz ebenbürtig, einen Kevin Moore kann man eben nicht ohne weiteres ersetzen. Nichtsdestotrotz ein würdiger Abschluss für die erste CD des Doppelalbums.
Die zweite CD besteht nur aus einem Stück, das in 8 Teile untergliedert ist, die der Einfachkeit halber einzelne Tracks auf der CD darstellen.
"Six Degrees of Inner Turbulence" enthält stilistisch derart unterschiedliche Parts, dass eine Beschreibung im Ganzen eigentlich nur fehlschlagen kann. Die Bandbeite reicht von Symphonischen Passagen, über vertrackteste Prog-Metal-Frickeleien, bis zu relaxten Rock-Grooves und dem Schlussteil "Grand Finale", das an Bombast alles in den Schatten stellt, was ich bisher jemals gehört habe.
Einen Kritikpunkt möchte ich dennoch anbringen: Die Overture ist zwar beeindruckend arrangiert, aber strotzt nur so vor Klischees und Banalitäten. Rudess scheint sich nicht so große Mühe gegeben zu haben mit diesem Teil, wenn ich andere Werke von ihm als Vergleich heranziehe, die wirklich genial sind! (Z.B. die letzte Solo-Scheibe "Feeding the Wheel") Dennoch ist der Longtrack als ganzes fast noch besser als die erste CD des Albums.
Dream Theater haben es geschafft, ein weiteres Album herauszubringen, das die Linie von ausnahmslos großartigen Alben nahtlos fortsetzt. Vielleicht ist das Album nicht so atmosphärisch wie "Awake" und nicht so dicht arrangiert wie "Metropolis Pt.2", aber im Vergleich zu den Werken anderer Künstler verdient es immer noch, und zwar mit Leichtigkeit, die Höchstnote. Es gibt nur ganz wenige Bands, die stetig, ohne sich jemals abzunutzen, ausnahmslos Klassiker-Alben produzieren. Dream Theater ist eine von ihnen.
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