Kundenrezension

14 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannende wie auch insgesamt gelungene Entwicklung, 27. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: The Devil Put Dinosaurs Here (Audio CD)
"Black Gives Way To Blue" ist nun schon wieder fast vier Jahre alt. Das Comeback-Album hatte unerwartet eingeschlagen und alte Fans nicht nur weiter für die Grunge-Herren begeistert, sondern wohl auch ein paar neue hinzugewonnen. Kurz: Mit neuem Sänger lief es, wie es besser nicht laufen konnte und nun war die Frage - was kommt?

Die beiden Singles "Hollow" und "Stone" haben zunächst den Eindruck vermittelt, dass man sich sehr eng an Sound und Heavyness des Vorgängers orientiert. Der Einstieg ins Album ist dann auch genau so, man wird von Alice in Chains "2.0", wie es nun oft so schön heißt, abgeholt und bekommt ordentlich auf die Ohren. Danach allerdings merkt man im weiteren Verlauf, das das neue Werk insgesamt etwas langsamer und zugleich weniger düster und weniger traurig ist. Natürlich ist auch dieses Album für den gemeinen Alternative-Fan ein reichlich apokalyptischer Trip, aber AIC-Fans horchen hier und da auf. So kommt z.B. die Midtempo-Nummer "Voices" mit sehr radiotauglichem Refrain daher.
Insgesamt ist mit Radiotauglichkeit aber natürlich (und zum Glück) wenig. Das liegt auch an der Länge der Songs: gerade mal zwei unterschreiten die 5-Min-Marke, kein einziger ist kürzer als 4 Min. Das mag ein Grund sein, warum sich die Songs und das Album insgesamt nicht so schnell festbeißen, wie das Material des Vorgängers. Das Ergebnis sind schleppende und komplexe Entwürfe wie der Titeltrack oder "Phantom Limb" - ein Track, der ohne Frage zu dem Besten gehört, was je von dieser Band aufgenommen wurde. Manch anderer Nummer hat solche Länge vielleicht weniger gut getan, das schon angesprochene "Voices" oder auch "Lab Monkey" wären dann wohl prägnanter geraten.
Dennoch weiß die Band über die nahezu 70 Min die Spannung hochzuhalten: Grund dafür sind nicht nur die abwechslungsreichen Songtrukturen und tollen Soli von Klampfenmeister Cantrell, sondern auch der vielseitige stimmliche Einsatz. Insgesamt bekommt Will DuVall deutlich mehr Raum, was die Eigenständigkeit seiner Vocals viel klarer zeigt als noch "BGWTB". Zugleich chroont aber auch Cantrell gewohnt kraftvoll durch die Rifflandschaften und beide sind zweifellos in der Lage, die Tradition der brillianten zweistimmigen Passagen fortzusetzen, die Cantrell mit Layne Staley einst zum einem zentralen Charakteristikum der Band machte. Mit "Scalpel" liefert AIC einen Song, der den Geist von "Jar of Flies" atmet und einen Höhepunkt des Albums darstellt.
Die letzten beiden Songs, "Hung on a Hook" und "Choke", unterstreichen dann nochmals, dass AIC es auf der neuen Scheibe hinbekommen, ihre neuere "2.0"-Identität zu festigen, aber sich dennoch weiterentwickeln und daher für die Anhängerschaft interessant bleiben.

Fazit: Eine sehr spannende Weiterentwicklung wird geboten. "The Devil Put Dinosaurs Here" braucht ein wenig mehr Zeit als das letzte Album, wächst dann aber (mit minimalen Abstrichen) auf dessen grandioses Niveau heran. Uneingeschränkte Kaufempfehlung!

P.S.: Wer die These von Wandel-und-Identität prüfen möchte, der höre doch mal den Klassiker "Down in a Hole", "Private Hell" von "BGWTB" und das neue "Choke" und man wird merken, dass AIC den Weg von der Depression zur Melancholie als vorherrschendes Momentum finden, ohne dabei ihre Trademarks zu verlieren.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 29.05.2013 01:05:00 GMT+02:00
Tolle Beschreibung der Entwicklung von AIC!
Phantom Limb ist wirklich ein absoluter Meistersong, konkurriert schwerstens mit Rooster und schlägt A Looking In View würd ich meinen
Beste Grüße

Veröffentlicht am 10.01.2014 06:56:18 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 10.01.2014 06:56:43 GMT+01:00
Daniel meint:
Stimme dem quasi zu, nur kann ich mich mit "Voices" nicht anfreunden. Der Refrain klingt furchtbar seicht. Wenn ich den Titel aber streiche, dann gefällt mir das Album besser als der Vorgänger und steht Schulter an Schulter mit den ersten zwei Alben (das 3. ist sehr... eigen).

Ich will auch gar nicht, dass AiC viel anders klingen als damals. Schließlich klingt heute ja keiner mehr so, und einer muss die Grunge Fahne ja hochhalten! :)
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