Kundenrezension

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Und dem Dezember folgt der Januar..., 14. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Die 13 Monate (Audio CD)
Der hier aufgenommene Gedichtszyklus ist in jeder Hinsicht eine Auftragskomposition. Denn nicht nur Erich Kästner schrieb "Die 13 Monate" ursprünglich über ein Jahr hinweg Monat um Monat für eine Zeitschrift. Als einige Jahre später das Fernsehen an Kästner mit der Bitte herantrat, sich um eine Vertonung der 13 Monate für eine Produktion zu kümmern, wandte er sich sofort an seinen langjährigen Freund und Komponisten Edmund Nick, der nur wenige Jahre vor seinem Tod somit die Musik zu Kästners Gedichtszyklus schuf - gleichsam sein "Abschied mit Posaunen" wie es bei Kästner im September heißt.

Kästners Texte sind dabei wie gewohnt von zahlreichen Bildern geprägt und führen in seiner einzigartigen Sprache zwischen Wortwitz und Sozialkritik Monat für Monat durch das Jahr. Mit der "Wiederentdeckung" dieser Komposition ist dem Bass-Bariton Ulrich Schütte ein wahrer Schatz in die Hände gefallen, sind die Lieder unter kompositorischen Aspekten doch wirklich sehr interessant.

Nicks Kompositionen bewegen sich zwischen einem nach Schubert-Manier komponiertem Lied und vor allem hinsichtlich Gestus und Harmonik im Rahmen der alten deutschen Chansons. An vielen Stellen bedient sich Nick musikalischer Klischees oder lässt in dezenter Subtilität musikalische Zitate in seine Lieder einfließen. Die bildreiche Sprache Kästners hat ihn dahingehend zu wirklich tollen und hörenswerten Kompositionen angeregt, in denen er diese Bilder wunderbar umsetzt.

Schütte und Huber stellen mit dieser Erstaufnahme den wirklich hörenswerten Gedichtszyklus eines beinahe vergessenen Komponisten vor. Gemeinsam gelingt es ihnen, die vielen Stimmungen der einzelnen Monate umzusetzen, vom eiskalten Januar, über den stürmischen Februar, den lächelnden Mai, den traurigen November und den schweigenden 13. Monat. Die zahlreichen Bilder von Kästner und Nick sind hörbar von Pianist und Sänger umgesetzt und es macht großen Spaß beiden zuzuhören.

Als Zugabe ist auch noch eine kleine Auswahl weiterer Lieder von Kästner/Nick auf der CD enthalten. Das Highlight der CD bleiben aber die 13 Monate. Im Booklet findet sich wider Erwarten leider nicht der Text der Gedichte, weshalb es hier eigentlich Punktabzug geben müsste. Aber weil das Booklet sehr umfangreich und informativ ist, und es letztlich um die Wiederentdeckung des Zyklus' geht, gibt's hier dennoch die volle Punktzahl für Wiederentdeckung, Komposition und Interpretation. Deshalb ergeht nicht nur an Freunde von Schuberts Winterreise und deutschen Chansons meine ausdrücklichste Empfehlung!
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 08.01.2010 21:15:34 GMT+01:00
Nach fast 40 Jahren werden die „DIE 13 MONATE" wieder aufgeführt. Und sie sind auf CD aufgenommen worden.
Beim Hören dieser CD ist reine Begeisterung angesagt. Schütte und Huber „live in conzert", welch berauschender Liederzyklus!
Den zwei Künstlern merkt man an, dass sie von dieser Vertonung überzeugt sind. Gerold Huber - schon Nick-Experte gemeinsam mit Susanne Brantl - kann hier seine reichen Fähigkeiten als klassischer Klavierbegleiter ausspielen. Mit Ulrich Schütte hat er einen Partner, der bewusst „sängerische Attitüde", z.B. den weiten Bereich des pp bis ff , zurücknimmt und vom Wort her gestaltet.
Schütte, der sich ja eher mit den Klassikern des Liedes auseinander setzt, trifft in idealer Weise den Ton von Nick's genialer Mischung der klassischen Liedform mit „Chanson-Harmonik". Wer den Bass Bariton als Interpret der „Winterreise" zu schätzen weiß, erinnert sich an den Schubert-Zyklus beim Hören der MONATE Oktober/November/Dezember.
Hubers genaues und farbenreiches Spiel unterstützt Schütte's immer wachen, hingebungsvollen G(es)ang durchs Jahr; ebenfalls sehr gelungen sind auch die - angehängten - 5 Chansons von Edmund Nick, wieder auf Texte von Kästner. Wie eindrucksvoll klingt das „Wiegenlied väterlicherseits".
Zu loben ist auch der Tonmeister Jens F. Meier. Zu Beginn, beim JANUAR, irritieren das zu laute Klavier bzw. der zu leise Sänger und auch die Halligkeit des Raumes. Aber bald stellt sich purer Hörgenuss ein.
Allerdings wünschte man sich trotz Schütte's exzellenter Sprache ein booklet mit Text.
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