Kundenrezension

11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kein Zweifel - eines der besten Alben alle Zeiten!, 1. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Blackwater Park (Audio CD)
Allein das Cover der CD ist für mich schon ein kleines Meisterwerk - wenngleich fast alle Cover von Opeth äußerst stimmungsvoll und passend zur Musik (bekanntermaßen meist in schwarz-weiß gehalten) gestaltet sind.
Aber dieses hier halte ich für das beste und gleichermaßen düsterste - wie ich auch "Blackwater Park" für das sowohl beste als auch düsterste Opeth-Werk halte.
Schon der Opener "The Leper Affinity" mit seinem bedrohlichen, anschwellenden Intro, das bereits erahnen lässt, das bestimmt gleich etwas Gewaltiges folgen wird, ist ein Wahnsinnskracher und dass die zahlreichen Breaks so und nicht anders zusammengehören, erschließt sich nach Ansicht meiner Ohren erst nach ein paar Mal Hören (wie so oft bei Opeth und im Allgemeinen bei Prog-Bands).
Was dann aber mit "Bleak" folgt, ist der Hammer! Selten war der Titel eines Stücks wohl so sehr Programm bei dessen Musik wie bei diesem dunklen, kalten Song.
Bei den grabestiefen Growls von Mikael Akerfeldt, den dazu erklingenden, mächtigen Gitarrenwänden, sowie den wie aus weiter Ferne ertönenden, scheinbar verzweifelt aufjaulenden, langgezogenen Klampfensounds am Anfang läuft einem ein eiskalter Schauer nach dem anderen über den Rücken - man fühlt sich total verloren und ist doch so gefangen und so fasziniert. Unglaublich aber der Stimmungswechsel in der Mitte des Songs, wo Akerfeldt plötzlich clean singt - völlig überraschend und doch genau passend!
"Bleak" ist für mich eines der absoluten Highlights vorliegender Scheibe. Wahnsinn, wie am Ende noch einmal der Härtegrad angezogen wird und das Ganze in ein Double-Bass-Gewitter übergeht, um schließlich mit einem völlig verzerrten Gitarrengemetzel zu enden.
Die wundervolle, melancholische und ruhige Ballade "Harvest" kommt da als Verschnaufpause gerade recht.
"The Drapery Falls" wiederum mit dem Akustikgitarren-Intro ist dann erneut quasi die logische Folge. Allerdings währt dieses Intro nur kurz. Wieder erklingen diese E-Gitarren scheinbar aus weiter Ferne, genau wie Akerfeldts Stimme. Herrlich ist auch das harmonische "ahahaha" bei der Wiederholung der Zeilen "Pull me down again... and guide me into (pain)". Diese Parts liebe ich ganz besonders bei Opeth.
"The Drapery Falls" jedenfalls ist insgesamt ein Song mit unglaublich dramatischem Aufbau, besonders wenn sich zum Ende immer wieder hektische Akustik- und heavye, aber sphärische Parts abwechseln, bis das Stück mit einem Fade-out endet.
Die darauffolgenden Stücke "Dirge For November" und "The Funeral Portrait" sind dann sicherlich nicht so stark wie die vier Tracks zuvor, aber allein wie Mikaels Stimme bei erstgenanntem Song am Anfang im Vordergrund steht, fesselt und hat starke Intensität. Die anschließende Gitarrenwand wird bis zwei Minuten vor dem Ende ziemlich gnadenlos durchgezogen, bevor eine ruhige E-Gitarre, untermalt von atmosphärischen Hintergrundklängen, den Track ausklingen lässt.
Und was "The Funeral Portrait" anbelangt: Das Riff ist zwar recht einfach und eingängig, dafür kann man hierzu aber richtig geil headbangen und die Sau rauslassen.
"Patterns In The Ivy" (geiler Titel übrigens, der mal wieder Opeths Naturverbundenheit zeigt: siehe auch "Morningrise"), läutet dann den unglaublichen, infernalen Titeltrack ein, dessen Finale nach heavyem Anfangs- und ruhigem, psychedelischen Mittelteil wirklich alles in Grund und Boden hämmert. Hier scheint wirklich das Ende der Welt gekommen zu sein!
Geil dann auch wieder der kurze Akustikpart zum Schluss - als wäre nichts losgewesen!
Puh, eigentlich wollte ich gar nicht so ausführlich zu dem Album schreiben, weil das schon so viele andere hier getan haben, aber die Scheibe fasziniert mich seit Monaten und so ist es gekommen, wie es kommen musste...
Sei's drum, zu guter Letzt sei noch die exzellente Produktion von Porcupine-Tree-Mastermind Steve Wilson lobend erwähnt, die dieser Götterscheibe diesen unglaublichen Sound verleiht (gerade auch bei den psychedelischen Passagen, dem Salz in der Suppe).
Außerdem sollte sich niemand entgehen lassen, zum Konzert zu gehen, wenn Opeth am Start sind. Ich hatte letzten September das Vergnügen; es ist ein mindestens so intensiver Rausch wie wenn man eine Platte von ihnen hört.
Ich empfehle auch, sich dieses Meisterwerk alleine abends bei Kerzenschein unter Kopfhörern reinzuziehen.
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