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Kundenrezension

1 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Macht öffentlicher Meinung: Das Dilemma des Rezensenten, 13. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Death Magnetic (Audio CD)
Es überrascht immer wieder, wie schnell Kritiken zu den neuesten Alben ihren Weg ins Netz finden. Scheinbar hat heutzutage nicht jeder nur eine Meinung, sondern muss diese auch vor allen andern an den Mann bringen, koste es an rhetorischer Qualität und längerer Abwägung was es wolle. Einer adäquaten Rezension steht dies meist nur allzu deutlich im Weg. Dass Geschmack polarisiert braucht diesbezüglich nicht auch noch erwähnt zu werden, vor allem wenn er sich um eine Band dreht, deren Rezeption schon lange eine Eigendynamik entwickelt hat, die Kritik nur noch zu einer Frage der Sprecherposition macht. Lieben oder Hassen: Bis auf einige positive Ausnahmen findet man auch nach der Veröffentlichung von 'Death Magnetic' kaum ausgewogene Meinungen, die sich nicht im emotionalen Überschwang oder gleichgültiger Abneigung zu profilieren versuchen.
Eine gelungene Rezension sollte sich deshalb einerseits noch einmal eingehend mit der Diskografie der entsprechenden Band auseinandersetzen. Bei Metallica gestaltet sich dies umso schwieriger, als die Band nicht immer den ausgetretenen Pfaden ihrer eigenen Legende gefolgt, sondern des Öfteren neues Terrain betreten hat, seien es nun Experimente im Stile von "S & M" oder dem Duo aus "Load/ReLoad", das sich über Genregrenzen hinwegbewegt und in Verbindung mit einigen Statements der Band zu ihren Wurzeln für viel Verdruss gesorgt hatte. Aber andererseits: Wo ließe sich also ein gemeinsamer Nenner der Beurteilung finden, der weder auf die öffentliche Kontroverse, noch auf starre Erwartungen gründet?
- Letzten Endes vielleicht dort, wo sich die Kunst selbst spätestens seit der Moderne verwurzelt: In der individuellen Rezeption des Rezipienten. Eine Rezension kann dann höchstens noch Denkanstoß sein, der gemeinsame Nenner multipliziert. Wer sich daran wiederfindet, umso besser. Und an solche soll folgende Einschätzung gerichtet sein.
Ich hatte mir selbst die Bedingung gestellt, dem Album mindestens fünfzehn Durchläufe zu geben, ehe ich mich zu einer ersten kompletteren Beurteilung hinreißen lasse. Auch der Backkatalog der Band rotierte in den vergangenen Tagen mehrmals in meiner Playlist.

Zugegeben, die ersten Töne des neuen Outputs vermochten auch bei mir Begeisterungsstürme auszulösen: Zu energiegeladen und vor allem wenig statisch klang das Material. In der Zwischenzeit muss ich diese Einschätzung, zumindest teilweise, relativieren, was nicht zuletzt dem misslungenen Mix zu verschulden ist. Mein Yamaha-Verstärker mag dieses Versäumnis zumindest teilweise auszugleichen; der Genuss über Ohrhörer - ich besitze solide Sennheiser Ohrstöpsel - mag sich aber nicht einstellen. Dabei besitzt das Material durchaus das Potenzial durch songwriterische Dynamik zu überzeugen. Gerade der "That Was Just Your Life" funktioniert durch geschicktes Spiel mit den rhythmischen Komponenten, auch wenn Lars Ulrich der musikalische Tiefpunkt der Platte ist und bleibt. Dazu bleibt Hetfields Leistung über weite Strecken zu statisch, was aber sicherlich auch einer persönlichen Präferenz meinerseits zuzuschreiben ist: Gerade im Vergleich zum sehr organischen Sound von Load und ReLoad vermag Death Magnetic in keinster Weise zu punkten. Die erdige, bluesige Wärme geht dem überproduzierten Sound des neuen Albums einfach völlig ab und lässt das Material nach einigen Hördurchläufen seltsam steril klingen, ohne das dabei durch die musikalische und lyrische Aussage einer "...and Justice For All" zu legitimieren.
Lange Rede kurzer Sinn: Es zeigen sich bereits nach 10-15 Durchgängen die ersten Abhörerscheinungen, die der ersten Euphorie einen Dämpfer verpassen. Kompensieren ließe sich dies über die Qualitäten der Songs. Diese bewegen sich tatsächlich alle auf recht hohem Niveau, ohne jedoch jemals eine Intensität vergangener Hits zu erreichen: Ein solcher fehlt ganz einfach und lässt sich auch nicht durch Selbstzitate aus dem Ärmel schütteln, die zwar einerseits ein nostalgisches Gefühl heraufbeschwören, andererseits aber zumindest teilweise die Innovationskraft einer Band missen lassen, die es immer verstanden hat einen Schritt nach vorn zu gehen. Ob der Schritt zurück die richtige Richtung war, wird sich wohl noch zeigen.
Positiv zuzurechnen sind dem Album vor allem die schneidige Gitarrenarbeit Hetfields und Hammetts, auch wenn Kirk Hammett in besagter Load und Reload-Ära deutlich variantenreicher sein Können unter Beweis gestellt und den Stil auch einmal erfrischend zu variieren vermochte. Aber hier scheint bei vielen Oldschool-Fans einfach die Formel Anschläge/Sekunde zu zählen ' in gewisser Weise nachvollziehbar, denn Hammett spielt sich auf Death Magnetic spürbar von den auf St. Anger auferlegten Fesseln frei. Man darf hier nicht außeracht lassen, dass sich die Jungs inzwischen langsam auf die 50 zubewegen, für ein Metalflaggschiff gehobenen Alters aber immer noch beeindruckend präzise nach vorn spielen.
Enttäuschen muss für mich "The Unforgiven III", kann es doch in keinster Weise die melancholische Intensität und den Spannungsaufbau der ersten beiden Teile erreichen. Ein brillanter Chorus hätte hier Wunder gewirkt, so schleppt sich der Song aber zwar auf hohem Niveau, aber ohne echten Höhepunkt dahin. Zu überzeugen wissen hingegen "Cyanide" durch seinen fordernden Chorus und schneidenden Mainriff, "All Nightmare Long" durch seine mitreißende Energie und "The Judas Kiss", das als variantenreicher Song allerhand an Rock und Metalgeschichte zitiert und beeindruckend progressiv aus den Boxen scheppert.

Fazit: Es muss sich auf lange Sicht noch zeigen, ob Metallica sich mit einer Rückbesinnung auf alte Tugenden einen Gefallen erwiesen haben. Zu bemüht klingt dies streckenweise, zu selten erheben sich die Songs mit spannungsgeladenen Höhepunkten gegenseitig hervor. Dagegen bestechen viele kleine Details und die präzise Gitarrenarbeit umso mehr. Mir persönlich fehlen aber die songwriterische Klasse und der Mut zum Experimentieren von "Load / Reload", sowie die Authentizität früherer Werke, denn man darf eines nicht vergessen: Seit den ersten Alben sind mehr als 20 Jahre vergangenen. Es bleibt aber dennoch ein Album das Spaß macht und sich aus der Masse an metallischen Veröffentlichungen hervortut und wieder etwas seiner eigenen Geschichte atmet. Ob das genug ist, um es dauerhaft als eigenständigen Höhepunkt im Schaffen der Band zu etablieren muss sich zeigen - eine positive Überraschung nach dem chaotischen Verzweiflungsschrei "St. Anger" ist es auf alle Fälle. Bleibt noch einmal anzumerken, dass auch eine Rezension letzten Endes eine biografische Geschichte des Autors implizieren muss. Eine Kaufempfehlung auszusprechen behalte ich mir deshalb vor. Denjenigen der sich jedoch mit dem hier Geschriebenen identifizieren kann, möchte ich auf jeden Fall nicht davon abhalten. Es gibt sicher viele Wege "Death Magnetic" zu lieben und genauso viele um es nicht zu mögen. Kommerzialisierung und Berechenbarkeit als repetitives Argument anzuführen kann jedoch nur soweit gelten, als man sich selbst als musikalisch von dieser Unterscheidung abhängig erlebt. Deshalb möchte ich an dieser Stelle nicht näher darauf eingehen.

In Punkten: Gute 7/10 und damit gerade noch 4/5 nach Amazon.de Bewertungssystem.
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Kommentare


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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 15.09.2008 17:27:37 GMT+02:00
Child in time meint:
Diese Rezension konnte ich nicht zu Ende lesen, daher ich vorher eingeschlafen bin. MfG M.K.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.09.2008 17:54:24 GMT+02:00
F. Schulz meint:
Zum Glück gibt es ja genügend Rezensionen für sie, die aus zwei Sätzen bestehen. Falls das auch nicht hilft: Gönnen Sie sich mehr Schlaf! ;-)
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