Kundenrezension

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ubisofts "Native American Murderer" oder auch "das Assassins Creed das gar kein Assassins Creed sein will", 17. November 2012
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Assassin's Creed 3 - Bonus Edition (100% uncut) - [PlayStation 3] (Videospiel)
Assassins Creed 3…wo fange ich da an…als erstes muss ich sagen das ich jeden Teil der Serie gezockt habe und ab Teil 1 ein absoluter Fan der Reihe bin. Nur Revelations war ein absoluter Tiefpunkt der Serie, da es quasi ein totaler DLC war, ohne tiefe Story oder ähnlichem.
Von Teil3 habe ich mir dahingehend einiges erwartet. Die Gameplay Trailer sahen frisch aus, ein neuer Charakter, endlich mehr Hintergründe zu Desmonds Story und, und, und…
Leider wurde ich, um es vorab zu sagen, bitter enttäuscht und sehe AC3 mittlerweile fast schon als Fehlkauf an.

Gameplay:

Das Gameplay ist eigentlich altbekannt, man ist wie in den Vorgängern ein Assassine und man muss wieder diverse Ziele/Templer/Bösewichte zur Strecke bringen. Es gibt endlich ein neues Setting, und zwar Amerika zur Kolonialzeit mit der ganzen Historie, von Benjamin Franklin über Paul Revere bis hin zu George Washington. Das alles auch mit geschichtsträchtigen Ereignissen wie dem Mitternachtsritt, der Schlacht bei Lexington, Boston Tea Party etc.

Jedoch ist es gar nicht so altbekannt wie ich gehofft hatte. Das Kampfsystem wurde verändert, bzw. auf die lächerlichste Arte und Weise vereinfacht und die Gegner haben keine Energieanzeige mehr. So kommt es das man Gegner nur mit 6-7 Treffern hintereinander besiegen kann oder per Konter. Wird man jedoch bei einer der beiden Möglichkeiten unterbrochen scheint es so als hätte der Gegner keine Energie verloren…einfach lachhaft. Außerdem kann man selbst 100 Gegner spielend leicht mit 2 oder 3 Tasten besiegen und die Zeit die man für einen Konter hat kam mir wirklich ewig vor, ich habe zwar gelesen das manche das überhaupt nicht hinbekommen, aber das kann nur ein Witz sein.
Mit dem Tomahawk ist man direkt overpowered und man braucht sich im gesamten Spiel nicht eine neue Waffe zu kaufen, sehr schade.

Außerdem finde ich das Gameplay unflüssiger bzw. hakeliger als in den Vorgängern. Gerade zu Pferde bleibt das Pferd vor jedem Grashalm wie an einer unsichtbaren Mauer stehen, Connor springt gerne mal ganz woanders hin und so weiter. Ich finde es auch schade dass man sich nicht mehr so flüssig über den Dächern bewegen kann da die Häuser aufgrund der damaligen Bauweise stellenweise ewig weit auseinander sind.

Auch wird bedeutend weniger geschlichen oder assassinenhaft vorgegangen, AC3 ist mehr ein Hack und Slay – bis auf 3 oder 4 Missionen ist es vollkommen egal ob man sich irgendwo einschleicht oder ob man alles abmetzelt…hierbei sehen die Killmoves aber wirklich dermaßen gut aus und mit dem neuen Kampfsystem gelingen durch einfaches drücken 2er Tasten wirklich sehr ansehnliche Kombinationen.

Es ist aber schon sehr schade, ich habe wirklich versucht viele Missionen durch anschleichen, ablenken oder ähnlichem zu bewältigen, jedoch habe ich dann meistens auch die optionalen Missionsziele verpasst. Ich bin eben wie gewohnt vorgegangen um den Gegner hinterrücks anzugreifen, was in diesem Spiel nicht notwendig ist da es wohl darauf ausgelegt ist einfach aufzufallen und alles und jeden zu töten…

Was mich dann zum Hauptcharakter bringt, Connor. Wo Ezio und Altair noch von Überzeugungen getrieben waren und moralische Bedenken, bzw. eine emotionale Entwicklung hatten, ist Connor kalt und durchgehend schlecht gelaunt. Seinen „Meister“ schnauzt er nur an, er ist undankbar und ist einfach nur auf Rache aus, sehr schade, eine Entwicklung in Richtung des Assassinen-Credos hätte ihm gut getan.

Zur Umgebung muss ich sagen dass es viel zu entdecken gibt, zu viel muss ich sagen! Boston und vor allem New York sind sehr schön dargestellt, es ist etwas los auf den Straßen, man kann Tumulte anzetteln und mehr. Dann gibt es aber noch das ca. 1,5 auf 1,5km große Grenzland (was leider viel zu groß ist), und so kommt es das man lächerlich viel herumlaufen muss da die Aussichtstürme die Karten nicht zu 100% aufdecken (diese Aussichtstürme sind übrigens nur Kirchen; klar gab es in dieser zeitlichen Epoche keine allzu großen Bauten, aber es wahr schon imposanter am Kolosseum in Rom hochzuklettern – apropos, geklettert wird auch viel zu wenig, und ist fast nicht notwendig).

Zum Zeitvertreib neben den Hauptmissionen kann man Jagen gehen, Piratenmissionen bestreiten, Abenteuermissionen und kleine Geheimnisse in der Umgebung erforschen, Forts einnehmen und auch wieder Jagd-, Diebes-, Schläger- und Abenteuerherausforderungen abschließen, so ähnlich wie in den Vorgängern die Gildenmissionen. Ist zum Teil sehr nett, vor allem die Seemissionen denen ich skeptisch gegenüber stand haben es mir am Ende am Meisten angetan. Das ist alles sehr schön umgesetzt und durchdacht, nur, sind diese Nebenmissionen eigtl. unnötig. Wo man in den Vorgängern noch mit Waffen, Videos, Geheimnissen oder ähnlichem belohnt wurde, bringt es einem hier fast gar nichts all diese Nebenmissionen zu machen, außer man ist hinter der Platin-Trophäe her.
Geschäfte gibt es leider nur noch 3 General Stores pro Bezirk, und diese verkaufen dann einfach, was ich schade finde da mir das Shop-Aufbau-System sehr gefallen hatte. Jedoch muss man bis auf Pfeile und Munition eigtl. nichts kaufen. Ich habe im gesamten Spiel nicht eine Waffe oder ein Kleidungsstück gekauft. Connor ist durch das einfache Kampfsystem dermaßen übermächtig, und da sowieso nicht geschlichen wird, braucht man nur Pfeile und Köder zum Jagen…wieder sehr schade, gerade bei eigentlich stärkeren Gegnern hatte ich gehofft das stärkere Waffen einen Vorteil verschaffen, gerade weil es neben normalen Schwertern auch Keulen und enorm große Äxte im Spiel gibt.

Außerdem kann man mit Siedlermissionen seine eigene Siedlung aufbauen. Egal ob Holzfäller, Schmied, Arzt, Schneiderin etc. alle sind herzlich eingeladen und können durch Nebenmissionen quasi rekrutiert werden. Danach kann man mit weiteren Missionen seine Siedler aufleveln wodurch diese dann bessere Gegenstände herstellen können. Diese Waren braucht man um selbst Dinge herstellen oder weiterverkaufen zu können – dies reicht von Fässern bis hin zu größeren Munitionsbeuteln oder Konvois die man mit gekauften Waren bestückt und an Händler schickt um damit Geld zu verdienen…liest sich natürlich alles schön und gut, jedoch ist das unnötig kompliziert gestaltet und nur halbherzig umgesetzt. Es ist schön sich größere Munitionsbeutel zu schneidern, jedoch braucht man diese ganzen Dinge nicht da man sich mit Tomahawk und versteckter Klinge durch die Horden metzelt.

Am Meisten jedoch hat mich am neuen Setting wirklich gestört das man für die Nebenmissionen in keinster Weise belohnt wird…klar, wenn man die 50 Federn sammelt bekommt man ein neues Outfit, aber alle Nebenmissionen etc. auf 100% zu bringen bringt einem lediglich die 100% Trophy, und das ist meiner Meinung nach einfach zu wenig. Sofern man keine Platin-Trophy will, kann man all diese Dinge außer Acht lassen da Sie einem nicht wirklich etwas bringen außer Zeitvertreib – hier wirkt das alles zwar schön durchdacht, jedoch nur halbgar umgesetzt und die nötige Tiefe und Belohnung fehlt dafür.

Ich finde das Setting eigentlich gelungen, und die historischen Ereignisse sind sehr gut inszeniert, jedoch fehlt mir hier der Bezug des Hauptcharakters zur Historie. Alles wirkt so als hat man zwanghaft versucht ein Spiel und Charakter in die Historie zu pflanzen. Es wirkt als springe man nur von Ereignis zu Ereignis ohne dass sich wirklich etwas tut.

Alles ist vereinfacht, man muss kaum mehr schleichen oder Infos sammeln, man rennt durch die Gegend und schnetzelt alles nieder. Mir fehlt hier das gewisse Etwas das die bisherigen Teile ausgemacht hat, das Assassinen-artige quasi (es gibt aber immerhin wieder Assassinen die rekrutiert werden können)

Hier nur ein kurzes Pro und Kontra:

Pro:
- Jagd-, See- und Abenteuermissionen sind sehr schön und machen zur Abwechslung Spaß, hätte man gerne ausbauen können
- Schöne Kill-Moves
- Schöne Minigames wie Dame, Mühle, Bowls etc.
- Siedlermissionen bringen Abwechslung
- Historische Ereignisse wurden schön eingebaut und akkurat umgesetzt
- Die optionalen Missionsziele sind teilweise fordernd (oder auch nervig :D) und laden dennoch zum wiederholten Spielen ein
- Schöne neue durchdachte Waffen (welche man eigentlich nicht benötigt da das Tomahawk reicht, schade…)

Contra:
- Nebenmissionen werden kaum belohnt, keine Motivation hierfür
- Neues Kampfsystem ist zu einfach und eintönig
- Es gibt kein Banken, Schmiede oder andere Geschäfte mehr die man kaufen kann...nur noch General Stores die alles verkaufen
- Es gibt keine Rüstung mehr und es ist quasi unnötig sich neue Waffen zu kaufen
- Forts einzunehmen bringt einem gar nichts...die "Verbündeten" greifen einen dennoch an, auch wenn man für Sie gerade 100 Rotröcke getötet und Ihnen ein Fort eingenommen hat
- Schusswaffen sind sehr langsam, selbst Ezio konnte schneller schießen
- Schleichpassagen fehlen und Gegner entdecken einen non-stop
- Zu viel Lauferei. Man muss andauernd von einem Ende der Map zur anderen was für mich nur künstliches „in die Länge ziehen“ ist. Und zu Pferde ist man fast langsamer als wenn man zu Fuß unterwegs ist
- Zu lineares Gameplay, erinnert mich an Schlauchlevels a la CoD
- Andauernd kommen der knallweiße Ladebildschirm und Freezes. Ich hatte keine Lust überhaupt in Geschäfte oder Gebäude zu gehen damit ich diesen Bildschirm nicht sehen muss
- Kompliziertes Siedler-Ressourcen-Herstellungs-System das eigentlich erst gegen Ende des Spiels nutzbar ist wenn man alle Siedler zusammen und aufgelevelt hat
- Gegner können nicht mehr oder nur schlecht anvisiert werden
- Aussichtspunkte sind nutzlos da diese die Karte nicht zu 100% aufdecken
- Mir fehlen Glyphen, Rätsel und Kodex-Seiten

Sound:

Die deutsche Synchro ist eigentlich sehr gelungen, auch wenn ich kein Fan von ins deutsche übersetzter Dialoge bin da hier immer etwas an Flair verloren geht.

Die Lippensynchro ist auch nicht immer die Beste und oft gehen Konversationen oft noch 5-10 Minuten weiter während man schon bei einer ganz anderen Mission ist.

Die Gespräche sind jedoch alle stimmig inszeniert, fallen aber ins Negative da hier die Lautstärke des Spiels schwankt und ich teilweise nichts mehr verstanden haben weil dann alles sehr leise wurde.

Gerade im Grenzland hat mir Musik gefehlt, und generell habe ich keinen Soundtrack bemerkt. Auch lustig ist, das Gegner nur Stuss faseln der weder vorne noch hinten Sinn ergibt.

In solch einem Spiel erwarte ich keinen Ohren-Schmaus, aber ein bisschen mehr Mühe hätte nicht geschadet.

Technik/Grafik:

Grafisch gibt es natürlich keinen großen Sprung im Vergleich zu den Vorgängern, jedoch muss ich sagen dass man in den Cutscenes sieht das Wert auf die Mimik und Gesichtszüge gelegt wurde, was stellenweise sehr gut aussieht. Auf der anderen Seite gibt es solche Clipping-, Textur- und Grafikfehler, dass ich mich zu den Anfängen der PS2 zurückerinnert fühle.

Ich bin wirklich nicht grafikgeil und suche auch keine Fehler um darauf rumzureiten, aber wenn in jeder Cutscene immer Körperteile in Wänden kleben, sich Hintergründe nicht aufbauen oder ich blaue verpixelte Bäume in der Landschaft habe dann ist das nicht schön.

Die Umgebung ist bis auf diese Dinge aber schön in Szene gesetzt. Es ist wieder Leben in den Straßen, man hat Tiere im Grenzland, Hunde rennen durch die Straßen, die Animationen sehen größtenteils wie gewohnt gut aus. Es ist so wie man es erwarten sollte und aus den Vorgängern kennt, nur stellenweise etwas schlechter. Dafür sehen gerade Connors Animationen sehr gut aus: er springt lässig über Zäune, klettert gekonnt Bäume hinauf und hat wie schon betont einige sehr imposante Kill-Moves im Repertoire.

Story:

Eine Story ist natürlich vorhanden, jedoch hat mir ein richtiger Bösewicht gefehlt, und auch die Gegner die man auf seinem Weg töten muss (auch bekannt als Templer oder Ziele) werden kaum in Szene gesetzt da das Gameplay sich verändert hat. Man muss keine Informationen mehr einholen, man ist von blinder Wut getrieben…
Die Story braucht auch gute 4-5 Stunden etwas in Fahrt kommt, und selbst danach zieht Sie sich wie Kaugummi. Es ist aber schön zu sehen wie wichtige historische Ereignisse eingepflegt wurden; hier sieht man dann dass darauf besonderen Wert gelegt wurde.

Es gibt einige Twists und Oha!-Momente im Spiel, und auch die Geschichte um Desmond wird vorangetrieben, dieses mal in besseren Levels als bei den Vorgängern. Alles in allem macht die Story schon Sinn und wird gut erzählt, man merkt das die Charaktere etwas mehr Tiefe haben, auch wenn man hierzu viel in den Animus Datenbanken oder seinen Ingame-Emails lesen muss!

Mein kleines Story-Fazit – evtl. Spoiler:

Man hat nicht das Gefühl ein Assassine wie Ezio oder Altair zu sein, obwohl man mit dem aktuellen Charakter Connor auch Spielelemente aus dessen seiner Kindheit und Jugend spielt und so auch sieht wie er heranwächst. Connor ist quasi nur aus Hass getrieben, ist immer schlecht drauf und stur ohne Ende. Daher kommt auch kein gutes Feeling auf, auch weil die ganze Assassinen-Geschichte nicht so sehr aufgenommen wird wie in den Vorgängern, in denen es ein Credo gab, eine Assassinengemeinde etc. Man handelt nicht für diese, sondern verfolgt quasi nur eigene Motive – man hätte das Spiel auch einfach nur „Native American Butcher“ oder „How many can you kill in 15 hours“ nennen können und es hätte denselben Effekt gehabt.

Jedoch sind die historischen Ereignisse die Höhepunkte in der sonst sehr trockenen Story. Alles andere im Spiel wirkt notdürftig „aussenherumgeschneidert“ um von einem historischen Ereignis zum nächsten zu kommen…schade eigentlich, man hätte viele Persönlichkeiten dieser Epoche besser einplanen und ausbauen können, gerade der sehr linearen Story hätte das gut getan.

Auch wurde in vielen Tests ein Twist und eine am Ende für alles entschädigte Story angepriesen…dem ist leider nicht so, ich finde die Story hat keinen wirklichen Höhepunkt und baut gerade gegen Ende stark ab da ich hier ein episches Ende oder zumindest einen genialen Bossfight erwartet habe. Auch die Desmond Story wirkt unfassbar an den Haaren herbeigezogen und ist am Ende (obwohl vieles hätte aufgelöst werden sollen) auch mehr schlecht als Recht.

Fazit:

Für mich ist AC3 kein echtes Assassins Creed da ich mich weniger wie ein Assassine als ein simpler Mörder gefühlt habe.

Das Spiel wirkt gerade aufgrund der vielen Bugs, hakeligen Steuerung, halbgaren Nebenmissionen und der fehlenden Story-Tiefe viel zu eintönig. Selbst wenn man sich mit Nebenmissionen vergnügen möchte, geht einem die Hauptstory aus den Augen verloren weil man ewig weit irgendwo hinlaufen muss. Das kommt mir so vor als wollte man so die Spieldauer des Games künstlich in die Länge ziehen, und im Gegenzug kommt das riesige Grenzland zu wenig zur Geltung weil dort dann doch zu wenig passiert.

Nicht falsch verstehen, AC3 ist ein gutes Spiel das Spaß macht, aber als Fan der Vorgänger gefallen mir die Neuerungen gar nicht, und das hat nichts mit „was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht“ zu tun, sondern das die Neuerungen viele geliebte Dinge aus den Vorgängern haben verschwinden lassen, dann die Lücken nicht füllen können und nur halbfertig wirken. Aus der Story hätte man wie gesagt weitaus mehr rausholen können da diese sehr linear, abgehackt und zusammengestaucht wirkt. Sehr schade, gerade AC1 und AC2 haben hier glänzen können und kleine Rätsel oder Glyphen beinhaltet.

Auch die Templer kommen zu kurz, und das Verhältnis zwischen Assassinen und Templern wird nur schemenhaft aufgeschnappt; und was seit Ezio geschah spielt anscheinend auch keine große Rolle mehr.

Das neue Setting ist hingegen sehr gut gelungen, von der authentischen Kleidung, den Waffen, Pistolen bis hin zur Spielewelt. Man merkt dass hier das größte Augenmerk lag, jedoch hätte jede andere Epoche (von mir bevorzugt Asien) mehr bieten können.

Die Spielewelt macht aber Spaß und ein bisschen auf Bäumen herumzuturnen, neue Gegnertypen hassen zu lernen und Tiere zu jagen fühlt sich auf jeden Fall sehr gut an.

Ich denke für Neueinsteiger ist es ein sehr gutes Spiel das Spaß macht, wer jedoch die Vorgänger kennt wird vieles vermissen und das Game als noch leichter als die Vorgänger empfinden…gestorben bin ich exakt 0 mal durch Eigenverschulden, sondern eher wenn die „geniale“ Kamera hinter ein Haus schwenkt und ich so keinen meiner Gegner mehr sehe, oder Connor von einer 100m Felswand abrutscht weil auf einmal seine Hand in der Wand steckt anstatt den Vorsprung zu greifen.

AC3 wirkt im Gesamten aber unfertig. Es wurde vieles durchdacht und es hat geniale Ansätze, aber es wurde eben nicht alles zu Ende gedacht. Angebliche über 3 Jahre Entwicklungszeit waren mindestens 1 Jahr zu wenig…schade!
Wertungstechnisch würde ich dem Game 75% geben – im Vergleich zu den anderen:

AC1 87%
AC2 90%
AC Brotherhood 85%
AC Revelations 65%
AC3 75%

Mein Tipp: Erst ausleihen, dann kaufen, denn die Hauptstory schlägt mit knapp 15-18 Std. auch nicht sonderlich heftig zu Buche…die Nebenmissionen habe ich bewusst ausgelassen da einem diese quasi nichts bringen…aber wer Platin will muss schon mit knapp 50 Std. kalkulieren.

PS: Den MP Mode habe ich bei dieser Rezession außer Acht gelassen!
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1-10 von 11 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 18.11.2012 20:49:29 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 19.11.2012 09:28:18 GMT+01:00
Eljoris meint:
Mehrere Aussagen der Rezension erscheinen mir als sehr fragwürdig.
Welche Rüstung soll - historisch passend - in Nordamerika zur Zeit des 18. Jahrhunderts verfügbar sein?
Es ist zu Beginn (sowohl bei Haytham als auch bei Connor) durchaus sinnvoll, sich neue Waffen zu kaufen. Neben der Steinschlosspistole ist der "leichte Kavalleriesäbel" eine Investion wert, da er gute Schadens- und Kombowerte aufweist und auch im späteren Handlungsverlauf nur von sehr wenigen Klingenwaffen übertroffen wird (Washingtons Schwert als Replikat, evtl. auch Lincolns Waffe).
Ein richtiger Bösewicht fehlt nachweislich nicht, er ist eindeutig Charles Lee, was in mehreren Videosequenzen und eingespielten Dialogen klar zum Ausdruck kommt.
Schleichmissionen gibt es durchaus, wenn auch begrenzter, als ich es mir gewünscht habe. Connor geht automatisch in Deckung, sofern die Umgebung entsprechende Möglichkeiten bietet. Diese ersetzen sicher nicht gleichwertig einen Schleich- bzw. "stealth"-Modus, und sie sind unbestritten relativ dürftig, aber durchaus vorhanden und mit ein wenig Geduld in mehreren Missionen und missionsfreien Unternehmungen sinnvoll nutzbar.
Grafikprobleme, Clippingfehler und eine teils hakelige Steuerung finden sich gelegentlich, allerdings nicht in dem Ausmaß bzw. der Häufung, wie es die Rezension nahelegen könnte.
"Connor ist quasi nur aus Hass getrieben, ist immer schlecht drauf und stur ohne Ende." Rache bzw. Hassgefühle treiben ihn maßgeblich an (was etwas anders gelagert auch bei Ezio der Fall ist), allerdings erschöpfen sich seine Motivationen nicht darin. Er zeigt durchaus menschliche und teils mitfühlende Charakterzüge. Als besonders markantes Beispiel lässt sich die - tragisch scheiternde - Bereitschaft zur Versöhnung (!) mit seinem Vater anführen (Haupthandlung). Ein weiteres Persönlichkeitsmerkmal ist seine Bescheidenheit, die ihm - in dieser Wortwahl - sein Mentor Achilles beimisst und in den Siedlungsmissionen passend auf Connor bezogen werden kann. Dem entspricht seine Hilfsbereitschaft, ohne eigennützige - oder "nur aus Hass" motivierte - Ziele zu verfolgen. (Man bedenke z.B. seinen Einsatz für die von wilden Tieren bedrohte oder von den einsetzenden Geburtswehen überraschte Prudence.) Warum Connor "immer schlecht drauf" sein soll, was er partiell durchaus ist (z.B. in einigen hässlichen Dialogen mit Achilles), erschließt sich mir nicht. So entschuldigt er sich später für seine Entgleisungen gegenüber seinem Lehrer, gibt einzelnen Siedlungsbewohnern gute Ratschläge (man beachte sein Einfühlungsvermögen u.a. bezüglich des unerfüllten Kinderwunsches) und wird in der gesamten Siedlung als charakterlich starker Ansprechpartner geschätzt. Eine entsprechende Ausstrahlung hat er auch auf die Assassinin Dobby, die Connor bei weitem nicht nur wegen seiner kämpferischen Qualitäten bewundert und ihn als möglichen Lebenspartner in Betracht zieht (in einem Gespräch in einer Taverne). Die oben zitierte Charakterzeichnung ist jedenfalls nachweislich undifferenziert und stark vergröbernd ausgefallen.
Die Story lässt sich wohl kaum als "trocken" bezeichnen, weist sie doch mehrfach nachweislich Wendungen auf, die den Spieler überraschen können und durchaus einen Spannungsbogen aufbauen (insbesondere bezüglich des Vater-Sohn-Konflikts, und auch in Bezug auf Lee). Dazu zählen die Zwischensequenzen, die Haytham und Lee mit ausgeprägten Verhaltensweisen - einschließlich ihrer Mimik und Gestik - konturiert darstellen und die Haupthandlung vorantreiben. Ob dies kontinuierlich der Fall ist oder ausgepräger umgesetzt worden sein könnte, darüber lässt sich streiten, aber die eher pauschale Kritik wird der Leistung der Entwickler definitiv nicht gerecht.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.11.2012 14:42:06 GMT+01:00
S. Gleichauf meint:
Die meisten Ihrer Aussagen stimmen schon, und meine Rezession mag teilweise auch pauschalisiert sein, jedoch finde ich das Connor ein fragwürdiger Charakter ist. Gerade sein Verhalten seinem Meister gegenüber im Gegenzug zu der "Schleimerei" bei den Siedlern ist sehr merkwürdig. Auch wird er mMn nur aus Hass getrieben. Dies war zu Beginn zwar auch bei Ezio so, jedoch hat sich es dort noch etwas entwickelt, was ich bei Connor so nicht empfand. Zwar zeigt er ab und an auch andere Charakterzüge, jedoch finde ich diese immer aus dem Zusammenhang gerissen und früher oder später fällt er wieder in den Hass oder die Gleichgültigkeit zurück...
Ich will auch herausstellen das die ganzen Apsekte die ich ankreide, im Gesamten zu sehen sind. Mir kommen Connors Beweggründe auch so fragwürdig vor, weil für mich zu wenig erklärende Handlung geschieht, wer sind die anderen Templer, welche Funktion haben diese, was tut Charles Lee sonst so etc...?

Andere Emotionen oder Qualitäten zeigen sich zwar, jedoch werden diese immer nur angerissen was ich sehr schade fand, da gerade durch Connors Herkunft weitaus mehr möglich gewesen wäre.

Auch ist Charles Lee kein richtiger Bösewicht für mich, hierzu wird viel zu selten auf Ihn eingegangen, außer das Connor Ihn unbedingt töten will, und selbst diese Aktion bleibt einem verwehrt da er in einer Abschlusssequenz getötet wird worauf man quasi keinen Einfluss hat. Klar ist er im eigentlichen Sinne der Bösewicht, jedoch hätte mir Haytham als kompletter Bösewicht besser gefallen da mir auch ein finaler Endfight fehlt.

Auch Waffen sind wirklich komplett unnötig...ich hatte mir auch ein Schwert gekauft, jedoch habe ich es genauso wie die Keule nie benutzt da es wirklich nicht notwendig ist...und die 3-4 Schleichmissionen die es dann doch gibt, oder das gelegentliche Anlehnen an Häuserecken ist natürlich schön, jedoch für ein Assassinen-Spiel viel zu wenig und ich wollte auf den Fakt hinaus das man eher wie ein Schlachter durch das Spiel zieht, als wie ein Assassine.

Natürlich gibt es keine großen Rüstungen zu dieser Zeit, aber dennoch ist es ein Aspekt der fehlt, weshalb für mich diese gewählte Epoche auch keinen solch großen Reiz ausmacht.

Zu den Grafikfehlern muss ich sagen das Sie wirklich oft bei mir vorkamen. Bei fast jedem automatischen Speichern kam ein Freeze und viele Aufgaben konnte ich nur durch ein neustarten des Speils beenden. Das variiert natürlich von Spieler zu Spieler, vllt. hatte ich da auch nur extremes Pech. Ein voriges genaueres Testen hätte hier einiges vermeiden können.

Und die Story finde ich wirklich trocken! Die Epoche ist nicht die Geschichtsträchtigste, jedoch war auch hier weitaus mehr möglich als am Ende umgesetzt wurde. Man wird nur von Event zu Event geschleust und zumindest bei mir kam kein großes Gefühl von guter Story auf und gerade mit den Nebenmissionen kommt man schnell von der Story weg. Man muss diese vllt an einem Stück spielen um es voll und ganz zu genießen. Aber dadurch das die Story so langsam in Fahrt kommt nimmt sie auch nicht groß an Spannung zu. Und bis auf den Twist mit Haytham fand ich auch nichts überraschend...leider.

Aber wie gesagt, es ist ein gutes Spiel, aber meiner Meinung nach eben kein Assassins Creed mehr.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.11.2012 20:12:23 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 19.11.2012 20:20:57 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.11.2012 21:45:41 GMT+01:00
M. Marcus meint:
Mit der sehr ausführlichen Bewertung und den ebenso ausführlichen Kommentaren ist eigentlich schon so ziemlich alles gesagt. Ich möchte nur auf einen beispielhaften Punkt aus dem Kommentar von Eljoris eingehen,weil ich diesen für das ganze Spiel als passend erachte:

Sie sagen, dass es sinnvoll ist sich neue Waffen zu kaufen. Die angesprochenen Werte sind tatsächlich besser aber unbeantwortet bleibt für mich die Frage nach dem Sinn dennoch. Ich kann das ganze Spiel mit dem Tomahawk ohne größere Probleme bestreiten ohne mich als Hardcoregamer zu bezeichnen. Also existiert für mich gar kein Anreiz mir eine andere Waffe zuzulegen, außer ich möchte die Kämpfe noch einfacher machen als sie ohnehin schon sind.

Und genau das ist charakteristisch für das ganze Spiel. Die Hauptfigur durchläuft keinerlei Entwicklung was die Fähigkeiten angeht bzw. eine Entwicklung ist gar nicht notwendig. Ich denke da zurück an Ezio, der bestimmte Aufgaben erst im Laufe der Story absolvieren konnte nachdem er "lernte" wie man Bomben baut oder auch diverse Punkte erst erreichen konnte, nachdem er diesen Haken (oder wie auch immer die genaue Bezeichnung war) erhalten hatte um sich an Vorsprüngen hoch zu ziehen.

Insgesamt haben die Entwickler ein solides und gutes Game geliefert, aber zum Spiel des Jahres (wie es hier so oft betitelt wird), reicht es mMn nicht. Kann der Rezension von Herrn Gleichauf in fast allen Punkten zustimmen. Würde 3,5 Sterne vergeben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.11.2012 23:11:03 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 21.11.2012 19:52:19 GMT+01:00
Eljoris meint:
Mir missfallen mehrere nachweislich sehr pauschale und vergröbernde Aussagen der Rezension. Daher nannte ich überprüfbare Fakten, um den entsprechenden Nachweis zu erbringen. Die nicht widerspruchsfreie und teils erneut pauschale Entgegnung Herrn Gleichaufs im Stil eines "Ja - aber!" könnte ich meinerseits im Detail kommentieren, sehe allerdings in permanten An- und Gegenläufen wenig Sinn und werde es dabei belassen.

Die Kämpfe in der Serie waren nie besonders schwierig. Ich benötigte niemals beispielsweise das beste Schwert, um eine Mission zu absolvieren. Die Unterschiede zwischen den Exemplaren einer Waffenart (Schwert; Dolch) fallen in allen Teilen der Serie relativ geringfügig bzw. graduell aus. Ob ich Ezio z.B. das "Spadone" oder "Bartholomäus' Axt" schwingen lasse, ist in keinem Kampf jemals entscheidend. Eine relativ große Anzahl von Waffen habe ich in keinem Teil der Serie zwingend gebraucht. Viele haben im Grunde nur Sammlerwert. Allerdings besiege ich Gegner mit Washingtons Schwert, das man sich später herstellen lassen kann, (noch) schneller bzw. effektiver als als mit dem normalen Schwert. (Ähnlich verhält es sich ja mit Altairs Schwert im Vergleich mit der ursprünglichen Standardwaffe.) Dies macht die Kämpfe in der Tat noch einfacher.
Zu den von mir genannten, sinnvoll erwerbbaren bzw. herstellbaren Waffen zählt übrigens noch die "königliche Pistole". In einer Hauptmission muss ein berittener Kurier innerhalb einer Zeitdruckmission ausgeschaltet werden. Ich besaß mittlerweile besagte Schusswaffe, mit der man schnell hintereinander zwei Schüsse auch auf relativ weite Distanzen effektiv abfeuern kann. Mit dem ersten traf ich angesichts der knappen Zeit nur das Pferd, der zweite ermöglichte mir sofort danach den Abschluss der Mission, kurz bevor sich das Zeitfenster schloss. Ich behaupte nicht, dass man die genannte Waffe zwingend braucht, aber sinnvoll einsetzbar ist sie allemal, auch in anderen Situationen.

Was die Verfügbarkeit der Waffen angeht, gibt es einen deutlichen Unterschied zu den Vorgängertiteln: Während von AC bis Revelations die meisten Waffen etappenweise frei geschaltet werden, sind viele käuflich erwerbbare Waffen in ACIII von Anfang an oder recht früh erhältlich. Ich vermute, dass dies den eigentlichen (Hinter-)Grund der Diskussion um die Waffen darstellt. Hat man nämlich den besten Säbel gekauft, erübrigt sich der Kauf der vier bis fünf anderen Klingenwaffen. Die sind dann wirklich überflüssig, sie wären allerdings innerhalb des bisherigen Systems durchaus als begrenzt sinnvoll wahrgenommen worden. Vielleicht hätten die Entwickler die stufenweise Freischaltung (zumindest bei Connor) beibehalten sollen. Dieses ursprüngliche System wurde glücklicherweise nicht gänzlich entfernt, es bleibt auf einige (wenige) Spezialwaffen beschränkt und ist größtenteils an das Ökonomiesystem gebunden.
Ich stimme jedenfalls R. Marcus insofern zu, als dass eine ausgeweitete und effektivere Anwendbarkeit der Waffen, verbunden mit einem etwas höheren Anforderungsniveau, sinnvoll und wünschenswert wäre. Das trifft allerdings auch - vielleicht etwas gemäßigter - ähnlich auf die anderen Teile der Serie zu.
Was das Training betrifft, so hätte man die Sequenzen des jungen Connor noch ausbauen können. Allerdings hätte das angesichts des (in meinen Augen durchaus sinnvollen) Vorspanns mit Haytham eine weitere Verzögerung in Bezug auf Connor zur Folge gehabt.

All das fällt für mich nur relativ geringfügig ins Gewicht und schmälert die Qualität des Ganzen nicht wesentlich. Ich persönlich kritisiere vor allem etwas ganz anderes: Einerseits werden erweiterte Fähigkeiten der Assassinen eingeführt (Gefangeneneskorte; Hinterhalt; Scharfschütze u.a.m.), andererseits gibt es kaum eine Mission, in der man diese bemerkenswerte Palette an Fähigkeiten auch gewinnbringend einsetzen kann. Kurz vor dem (dramatischer inszenierbaren) Finale mit Lee ist dies möglich, und es gibt sicher noch einige andere Möglichkeiten. Aber die sind rar gesät. Dem Spieler bleibt ein etwas fader Beigeschmack angesichts der (begrenzten) Innovation, die sich letztlich kaum umsetzen lässt.
Vergleichbar verkürzt erscheint mir das Ende der Story auf beiden Ebenen (Desmond und Connor gleichermaßen). Die Handlungsstränge enden relativ aprupt. Jeweils ein bis zwei weitere Missionen hätten dem Spiel in dieser Hinsicht gut getan, um die Stories noch etwas anzureichern. Diese sind in meinen Augen dennoch insgesamt nicht so flach, wie in mehreren Rezensionen behauptet wird.
ACIII ist für mich nicht das Spiel des Jahres, sondern, wie R. Marcus es bezeichnet, ein solides und gutes Game. Und womöglich sind wir in diesem Thread sogar alle in etwa dieser Meinung, ungeachtet der Differenzen im Detail.

Veröffentlicht am 08.12.2012 11:02:02 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 03.01.2013 18:09:02 GMT+01:00
Amaterasu meint:
Eine sehr ausführliche, detaillierte Rezension, Lob dafür - ich stimme jedoch wie Eljoris nicht mit allem überein.

Besonders Ihre Einschätzung was Connor betrifft. Sie beharren darauf, Connor sei nur von Hass und Rache angetrieben, was einfach nicht stimmt. Seine Motivation, weswegen er überhaupt erst Achilles aufsucht, ist NICHT der Mord an seiner Mutter: Juno offenbart ihm, dass eine Organisation - nämlich die Templer - sein Dorf und sein Volk bedrohen. Deswegen geht er zu Achilles aus keinem anderen Grund. Das diese Templer zufällig auch die sind, die ihn halb zu Tode gewürgt haben und - wie er glaubt - sein Dorf niedergebrannt haben, ist sozusagen ein Bonus. Und mal ganz ehrlich: wer würde nicht Rache für die Ermordung seiner Mutter wollen? Im Vordergrund für Connor steht jedoch - ich wiederhole - die Rettung seines Volkes.

Das er nicht nur "von Hass/Gleichgültigkeit getrieben" ist, sieht man allein schon daran, dass Connor zunächst auch die Templer gar nicht töten will - als William Johnson einfach das Land seines Volkes ihnen wegnehmen will, ist Connors bevorzugte Methode durch die "Boston Teaparty" William seine Finanzen zu entziehen. Damit ist das für ihn erledigt. Achilles ist derjenige, der sagt, er hätte ihn töten sollen, Connor antwortet darauf, dass das doch nicht nötig sei - bis Johnson ein halbes Jahr später wieder mit genug Geld auftaucht. So merkt Connor, dass sein Volk erst dann sicher ist, wenn die Templer sterben und erst dann beginnt er sie zu töten - und empfindet dabei immer noch Trauer, kein Triumpf.

Connor ist die Hinterhältigkeit der "weißen" Anführer und die politischen Intrigen einfach nicht gewohnt, so dass er auch nicht weiß, wem er jetzt eigentlich vertrauen kann und wem nicht. Wer lügt ihn nur an, wer nutzt ihn nur aus, wer interessiert sich wirklich für das Wohl der Indianer? Die Antwort - niemand! Connor muss recht schnell einsehen, dass man weiß sein muss, damit die "Sons of Liberty" es für richtig erachten, für deren Rechte zu kämpfen - ein Beweis dafür ist das Gespräch über Sklaverei.

Was Sie vermutlich mit Gleichgültigkeit meinen, ist, dass Connor sich zunächst weigert, sich den Sons of Liberty anzuschließen. Ich würde mich auch nicht freudestrahlend bei einer Gruppe von Leuten einschreiben, die für jede Information nochmal einen Gefallen wollen: eigentlich sollte die Information, wo sich die Templer befinden, allein schon dadurch bezahlt sein, dass Connor die ganze Drecksarbeit macht UND ein Gegner auf Seiten der Briten ausgeschaltet wird (egal was die Tenmpler behaupten - 4 von ihnen unterstützen direkt die Briten: William Johnson mit seinem Tee, Pitcairn befehligt sogar eine englische Armee, Biddle greift nur Patriotenschiffe an, Charles Lee führt durch seinen Rückzug mitten in der Schlacht fast eine vernichtende Niederlage der Patrioten herbei). Aber nein, erst muss man noch Tee für sie ins Wasser werfen, mitten in der Nacht durch die Pampa reiten, irgendwelche Verräter entlarven.... und wie wird es ihm gedankt? George Washington belügt und betrügt ihn hinter seinem Rücken!

SPOILER

Und da sieht man die Selbstlosigkeit von Connor: da eigentlich Washington der Mörder seiner Mutter ist, müsste er ihn eigentlich umbringen. Er tut dies jedoch nicht, weil das ein nicht zu verkraftender Rückschlag für die Patrioten wäre und damit die Hoffnung auf Freiheit für das normale Volk - Menschen wie Norris, Prudence und Miriam - völlig vernichtet wäre.

SPOILER ENDE

Wenn er, wie Sie behaupten, nur von Hass Getrieben wäre, würde er anders handeln, Connor wünscht sich nichts mehr, als dass einfach alle friedlich miteinander leben.
Wie erklären Sie seinen bis zu letzt ungebrochenen Wunsch, sich mit seinem Vater zu versönen, nach allem was dieser Connor angetan hat? Connor hofft so sehr, dass mit dem Tod von Charls Lee der größte Streitpunkt zwischen ihm und seinem Vater verschwindet und sie endlich ein gutes Verhätnis aufbauen können.

Nach all dem, dass fast alle Leute ihn nur belügen, betrügen und ausnutzen, ist es völlig verständlich, dass Connor am Ende rot sieht - im wahrsten Sinne des Wortes. Ich finde, dass in Connors Geschichte und Charakter eine unglaublich Tragik steckt, ich habe ständig mit ihm mitgelitten und er hat mir unglaublich leid getan.
Es ist die Schuld der Weißen, die ihn so schlecht behandeln, dass er nicht vor Wärme ihnen gegenüber übersprudelt - glücklich ist Connor eben nur bei den Menschen in der Homestead, die ihn wie einen der ihren behandeln - und genau für diese Leute kämpft er unermüdlich. Von daher ist es keine "Schleimerei" wie Sie es nennen bei den Dorfbewohnern, sondern so wie Connor wirklich ist mit Leuten, die er schätzt und denen er vertraut.

Ich jedenfalls kann seine Handlungsweise voll und ganz nachvollziehen und finde ihn äußerst sympathisch.

Was seine Beziehung zu Achilles betrifft: Connor ist Mohawk, Bruderschaft ist ihnen sehr wichtig, er versteht nicht, wie Achilles seine Brüder im Stich lassen konnte, es ist ihm unbegreiflich - und Achilles erklärt es ihm nie. Deswegen streiten sie sich, aber er entschuldigt sich. Für Achilles beschließt er, Haytham umzubringen, anstatt sich mit ihm zu versönen, weil Achilles es ihm gesagt hat. Er will Achilles stolz machen und er schätzt ihn sehr. Ich habe den Eindruck, Sie haben aufgehört Connors und Achilles Beziehung zu Beginn ihres Streits weiter zu verfolgen, sonst würden Sie sie nicht so falsch einschätzen.

Was Ihren Vergleich mit Ezio betrifft: der hatte 3 ganze Spiele Zeit sich zu entwickeln, Connor nur ein halbes (die Handlung geht ja erst ab Sequenz 6 richtig los). Ezio hat erst ganz am Schluss von AC2 von seiner Rache abgelassen - und das kam für mich völlig überraschend und hat eigentlich zu diesem Zeitpunkt gar nicht zu seinem Charakter gepasst. Ich erinnere mich an die Szene in Venedig, als Ezio auf einer Bank sitzend am 10. Todestag seiner Familie seinen dunklen Gedanken nachhängt und frustriert darüber ist, dass er von seiner Rache immer noch so weit entfernt ist. Seine Entwicklung zu dem, was er in ACR ist, vollzieht er meiner Meinung nach erst richtig in ACB - und da ist er über 40 Jahre alt! Connor ist am Ende von AC3 27, genauso alt wie Ezio, als er, wie oben erwähnt, in Vendig seinen Rachegelüsten nachhängt - und Ezio wurde nicht ständig von allen um ihn rum verraten, hat es also wesentlich leichter gehabt. Ihre Aussage stimmt also nicht wirklich, Connor hat noch viel Zeit, sich zu entwickeln und ich freue mich darauf diese im nächsten Spiel zu sehen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.12.2012 00:10:02 GMT+01:00
Eljoris meint:
@ Amaterasu
Ein begründeter Beitrag: kenntnisreich, präzise, differenziert, ausgewogen!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.12.2012 01:03:18 GMT+01:00
S. Gleichauf meint:
@Amaterasu: Sehr schön geschrieben und erläutert. Wirklich gut. Vielen Dank auch für Ihre Meinung...und wie gesagt, diese gehen ja auseinander was auch gut so ist :D

Hätte auch nicht gedacht das meine Rezession hier so "ausgeweidet" wird.

Ich wollte zu Connors Verhalten, Launen und Emotionen eigentlich nur herausstellen das mir seine Motivation zusammen mit dem Spielfluss nicht gefällt. Klar hat er nicht nur Rache als Motivation, wird hintergangen, belogen etc. jedoch macht sein Verhalten für mich oftmals keinen Sinn. Klar ist er wütend und oft auch sauer, aber dann widerrum, von einem auf den anderen Moment kriecht er z.B. den Siedlern schon fast in den Ar***. Dass das damit zu tun haben könnte das er nur diesen Menschen vertraut kann man natürlich dahinstellen, jedoch würde er auch diesen Menschen ruckzuck vertrauen, was er bei den Sons of Liberty direkt nicht tut. Im grösseren Bild macht das vielleicht Sinn, dennoch tut es teilweise nichts zur Sache und wirkt mMn aufgesetzt
Zu anderen ist wie den Assassinen ist er teilweise gleichgültig und es geht ihm nur darum Informationen zu sammeln, und im nächsten Moment schleimt er sich dann wieder ein, von wegen Ihre Hilfe ist unerlässlich...im Vergleich tut er für diese Menschen relativ wenig und erhält so viel von Ihnen.

Naja, ich kann viele seiner Emotionen auch nachvollziehen, mich nerven aber nur diese "Sprünge" in seinen Launen und das es teilweise nicht ins Gesamtbild passt. Und gerade im Vergleich zu Ezio hinkt er. Klar das Ezio 2,5 Spiele hatte (Revelations kann nicht ernsthaft als vollwertiges Spiel gezählt werden) um sich zu entwickeln, jedoch wurde Connor im Vorfeld teilweise so gehypt, und am Schluss hinkt er dafür dann hinterher.

Wie gesagt wollte ich mit dem Part zu seiner Motivation, seinen Emotionen, nur sagen das mir das im Gesamtbild nicht passt...man entwickelt diese Antipathie gegen Lee...und am Ende darf man ihn nicht mal selbst richtig töten...das hat für mich viel zerstört und auch an der Glaubwürdigkeit und dem Spielerlebnis gekratzt.

Connor wirkt mir oftmals doch zu aufgesetzt und nicht "echt". Das mögen andere anders sehen, jedoch war mir Connor der unsympathischste der 3 was ich aufgrund seiner Herkunft schade fand da man hier viel mehr hätte machen können.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.01.2013 17:55:41 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 03.01.2013 18:10:39 GMT+01:00
Amaterasu meint:
@ Eljoris
Danke, das Kompliment kann ich zurückgeben :-)

@ S. Gleichauf

Es war nicht meine Absicht, Ihre persönliche Meinung Ihnen absprechen zu wollen - falls Ihnen dies so erschien entschuldige ich mich. Es ist natürlich Geschmackssache ob man jemanden mag oder nicht. Auch im echten Leben hat man mit Personen zu tun, mit denen man einfach nicht richtig grün wird und man eigentlich keinen guten Grund dafür hat.

Aber dies ist eine Rezension und Menschen, die sich überlegen, das Spiel zu kaufen, verlassen sich darauf, dass die bewerteten Punkte der Wahrheit entsprechen. Und Ihre persönliche Antipathie gegen Connor, die - ich wiederhole - natürlich Ihr gutes Recht ist, hat Sie dazu verführt, Dinge über Connor zu schreiben, die nachweisbar nicht den Tatsachen entsprechen (z. B. "Connor ist quasi nur aus Hass getrieben, ist immer schlecht drauf und stur ohne Ende.").

Deswegen habe ich mich geäußert um diesen Punkt klar zu stellen, damit Leute nicht aufgrund von Fehlinformation über einen vermeintlich völlig unnachvollziebaren, megaunsympathischen Hauptcharakter (wie es in Ihrer Rezension rüberkommt) zu dem Schluss kommen, sich dieses Spiel aus diesem Grund nicht zu zulegen. Denn für mich wäre das ein gigantischer Hinderungsgrund ein Spiel zu spielen wenn der Hauptcharakter komplett grauenvoll ist - in ACIII stimmt dies aber nachweislich nicht.

Ich wollte Ihre Rezension als Ganzes nicht "ausweiden" und Sie auch als Person nicht angreifen, ich hoffe, Sie verstehen das.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.01.2013 20:25:22 GMT+01:00
S. Gleichauf meint:
@Amaterasu, ich habe Ihre Rezession keinesfalls als Angriff gesehen. Jedoch habe ich mMn auch keine Fehlinformationen in meiner Rezession aufgezeigt. Klar kommt einem ein Spiel bei Antipathie ggü des Hauptcharakters anders vor...aber das ist widerrum nur meine Meinung.

Es gibt viele grossartige Spiele die ich z.B. aufgrund des Genres nicht Spiele, und hier z.B. ist Connor als Charakter einer der Gründe für mich das Spiel nicht mehr zu spielen. Das hat dann nichts mit Fehlinfos zu tun. Vielen anderen kam Connor genauso rüber wie mir, eben von Hass getrieben, was in meinen Augen auch so stimmt...

Ich wollte Connor natürlich nicht als Unmensch darstellen, er hat seine Motive, Beweggründe und wurde von mir vllt. etwas hart ins Gericht genommen, dazu stehe ich aber auch, da für mich das Spiel doch im Gesamten eine Enttäuschung war, und hier trägt z.B. auch der Chara dazu bei. So war ich wie gesagt etwas hart, jedoch war das Storytelling im Game zu undetailliert für mich um mehr Pathie für Connor zu entwickeln. So wie hier die Story vorangetrieben und an den falschen Stellen ausgeweidet wird, entsteht mMn ein doch sehr bescheidenes Bild von Connor...sehr schade wie gesagt.
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