3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Perfekt durchchoreographiert, 15. März 2010
= Spaßfaktor:
Rezension bezieht sich auf: Colin McRae: DiRT 2 (Computerspiel)
Nicht nur bei jedem Zieleinlauf erstrahlt ein Feuerwerk, Codemasters brennt in Bezug auf die Inszenierung des Games eines nach dem anderen ab. Man kann diese sehr amerikanischen Show-Elemente für überzogenen Unsinn halten oder gelungenes Entertainment, aber eines lässt sich kaum bestreiten: Die bei vielen Produktionen vermisste Detailverliebtheit wurde bei Dirt 2 kompromisslos an den Tag gelegt. Und kritikwürdig wäre das Durchstylen des Spiels von A bis Z nur dann, wenn vor lauter Style der eigentliche Inhalt, die Gestaltung der Rennen, vernachlässigt worden wäre. Das ist aber hier nicht der Fall: Wie Menüs und Soundtrack sind auch Rennstrecken und künstliche Intelligenz penibel entworfen worden. Auch dass Dirt 2 (zumindest bei mir) bislang vollständig bugfrei und stabil läuft, ist mal eine lobenswerte Ausnahme zu vielen hingerotzten Produktionen. In Bezug auf die Karriere hat es Codemasters vielleicht etwas mit den vielen verschiedenen Spielmodi übertrieben, erwarteten die Fans der Serie doch immer noch ein Rennspiel mit dem Schwerpunkt Rallyesport. Trotzdem müssen auch Kritiker anerkennen, dass Spielarten wie der interessante "Domination"-Modus oder die Gate-Crasher-Disziplin für angenehme Abwechslung sorgen. Eines ist aber natürlich weiterhin richtig: Zu Hause fühlt man sich trotz aller offensichtlichen Anleihen an Arcade-Titel wie Need for Speed oder Flat Out im Rallye-Cockpit auf staubigen Straßen im Kampf gegen die Uhr. Natürlich wurden hier Kompromisse bei Realitätstreue und fahrerischem Anspruch gemacht, die den Puristen nicht mehr jede Schraube und jedes Staubkörnchen spüren lassen. Aber das einmalige Fahrgefühl, eine nervöse Rallye-Maschine unter fordernden Streckenbedingungen um Haarnadel-Kurven zu zwirbeln, bleibt erhalten. Das ist auch der fantastischen, flüssigen Grafik zu verdanken. Ob saftiges Gras und steinige Felsen in Kroatien oder herrliche Wassereffekte beim Eintauchen in Pfützen im tiefen Dschungel Malaysias - die Umgebungsdarstellung kommt dem sehr nahe, was gemeinhin als Fotorealismus durchgeht. Insbesondere aus der intensiven Cockpit-Perspektive steigt der Adrenalin-Spiegel durch die Nähe zum Geschehen also spürbar an. Auch die Karriere überzeugt durch eine passgenaue Lernkurve und der stetigen Aussicht, mit nur wenigen Erfolgen bereits die nächsten exotischen Szenarien und Strecken freizuschalten. Man merkt einfach: Hier wurde ein Game klug durchdacht. Bei dem fast überschwänglichen Lob gibt es jedoch auch klare Kritikpunkte: Dass bei allen Zugeständnissen an den Massenmarkt der eigentliche Rallyesport ein wenig zu kurz kommt, wurde oben bereits angedeutet, ist jedoch kein genereller Mangel des Spiels, sondern eine bewusste Entscheidung des Herstellers zur besseren Vermarktung und Ansprache eines breiten Publikums. Auch die vollständige Ausrichtung des Spiels auf die "Dirt-Tour", was das unkomplizierte Durchführen eines freien Rennens erschwert, ist noch tragbar. Weitaus gravierender ist jedoch die Entscheidung pro Windows Live, die eine erhebliche Entmündigung des Spielers mit sich bringt. Auch hier ist gegen einen vereinheitlichten Multiplayer-Standard als Online-Plattform zunächst nichts einzuwenden. Doch dass dem Kunden - der vielleicht sogar nur den Einzelspielermodus nutzen möchte oder über keinen Internet-Anschluss verfügt - ohne Windows-Live-Anmeldung eine Nutzung des ganz normalen Karriere-Modus verwehrt bleibt, ist schon eine extrem freche Gängelung. Des Weiteren ist man zum elendig lange dauernden Herunterladen von Updates verpflichtet, sonst drohen ebenfalls die gerade genannten Konsequenzen. Auch hier entscheidet der Spieler vielleicht lieber selbst, in welcher Version Dirt 2 auf seinem PC am besten läuft, doch Codemasters hat wohl auch hier den einheitlichen Online-Standard zur besseren Kompatibilität im Sinn und streicht dem Konsumenten dafür jede Wahlmöglichkeit. Doch neben den aufgeführten Einschränkungen ist der aufwändige Installationsprozess und die Einrichtung eines Kontos einfach ärgerlich (man stelle sich besser nicht die Prozedur bei vergessenem Passwort vor). Kundenfreundlichkeit geht anders. Doch abseits dieses Mankos an Kundenfreundlichkeit gibt es an "Dirt 2" kaum etwas auszusetzen. Spielerisch überzeugt der Titel auf ganzer Linie, auch wenn das eigentliche Herzstück, der Rallye-Sport, noch etwas mehr an substantiellem Umfang vertragen hätte. Lange nicht mehr ein bis ins letzte Detail so aufwändig gestaltetes Spiel erlebt.
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Colin McRae: DiRT 2 B002E1YUI6
Codemasters
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Perfekt durchchoreographiert
Nicht nur bei jedem Zieleinlauf erstrahlt ein Feuerwerk, Codemasters brennt in Bezug auf die Inszenierung des Games eines nach dem anderen ab. Man kann diese sehr amerikanischen Show-Elemente für überzogenen Unsinn halten oder gelungenes Entertainment, aber eines lässt sich kaum bestreiten: Die bei vielen Produktionen vermisste Detailverliebtheit wurde bei Dirt 2 kompromisslos an den Tag gelegt. Und kritikwürdig wäre das Durchstylen des Spiels von A bis Z nur dann, wenn vor lauter Style der eigentliche Inhalt, die Gestaltung der Rennen, vernachlässigt worden wäre. Das ist aber hier nicht der Fall: Wie Menüs und Soundtrack sind auch Rennstrecken und künstliche Intelligenz penibel entworfen worden. Auch dass Dirt 2 (zumindest bei mir) bislang vollständig bugfrei und stabil läuft, ist mal eine lobenswerte Ausnahme zu vielen hingerotzten Produktionen. In Bezug auf die Karriere hat es Codemasters vielleicht etwas mit den vielen verschiedenen Spielmodi übertrieben, erwarteten die Fans der Serie doch immer noch ein Rennspiel mit dem Schwerpunkt Rallyesport. Trotzdem müssen auch Kritiker anerkennen, dass Spielarten wie der interessante "Domination"-Modus oder die Gate-Crasher-Disziplin für angenehme Abwechslung sorgen. Eines ist aber natürlich weiterhin richtig: Zu Hause fühlt man sich trotz aller offensichtlichen Anleihen an Arcade-Titel wie Need for Speed oder Flat Out im Rallye-Cockpit auf staubigen Straßen im Kampf gegen die Uhr. Natürlich wurden hier Kompromisse bei Realitätstreue und fahrerischem Anspruch gemacht, die den Puristen nicht mehr jede Schraube und jedes Staubkörnchen spüren lassen. Aber das einmalige Fahrgefühl, eine nervöse Rallye-Maschine unter fordernden Streckenbedingungen um Haarnadel-Kurven zu zwirbeln, bleibt erhalten. Das ist auch der fantastischen, flüssigen Grafik zu verdanken. Ob saftiges Gras und steinige Felsen in Kroatien oder herrliche Wassereffekte beim Eintauchen in Pfützen im tiefen Dschungel Malaysias - die Umgebungsdarstellung kommt dem sehr nahe, was gemeinhin als Fotorealismus durchgeht. Insbesondere aus der intensiven Cockpit-Perspektive steigt der Adrenalin-Spiegel durch die Nähe zum Geschehen also spürbar an. Auch die Karriere überzeugt durch eine passgenaue Lernkurve und der stetigen Aussicht, mit nur wenigen Erfolgen bereits die nächsten exotischen Szenarien und Strecken freizuschalten. Man merkt einfach: Hier wurde ein Game klug durchdacht.
Bei dem fast überschwänglichen Lob gibt es jedoch auch klare Kritikpunkte: Dass bei allen Zugeständnissen an den Massenmarkt der eigentliche Rallyesport ein wenig zu kurz kommt, wurde oben bereits angedeutet, ist jedoch kein genereller Mangel des Spiels, sondern eine bewusste Entscheidung des Herstellers zur besseren Vermarktung und Ansprache eines breiten Publikums. Auch die vollständige Ausrichtung des Spiels auf die "Dirt-Tour", was das unkomplizierte Durchführen eines freien Rennens erschwert, ist noch tragbar. Weitaus gravierender ist jedoch die Entscheidung pro Windows Live, die eine erhebliche Entmündigung des Spielers mit sich bringt. Auch hier ist gegen einen vereinheitlichten Multiplayer-Standard als Online-Plattform zunächst nichts einzuwenden. Doch dass dem Kunden - der vielleicht sogar nur den Einzelspielermodus nutzen möchte oder über keinen Internet-Anschluss verfügt - ohne Windows-Live-Anmeldung eine Nutzung des ganz normalen Karriere-Modus verwehrt bleibt, ist schon eine extrem freche Gängelung. Des Weiteren ist man zum elendig lange dauernden Herunterladen von Updates verpflichtet, sonst drohen ebenfalls die gerade genannten Konsequenzen. Auch hier entscheidet der Spieler vielleicht lieber selbst, in welcher Version Dirt 2 auf seinem PC am besten läuft, doch Codemasters hat wohl auch hier den einheitlichen Online-Standard zur besseren Kompatibilität im Sinn und streicht dem Konsumenten dafür jede Wahlmöglichkeit. Doch neben den aufgeführten Einschränkungen ist der aufwändige Installationsprozess und die Einrichtung eines Kontos einfach ärgerlich (man stelle sich besser nicht die Prozedur bei vergessenem Passwort vor). Kundenfreundlichkeit geht anders.
Doch abseits dieses Mankos an Kundenfreundlichkeit gibt es an "Dirt 2" kaum etwas auszusetzen. Spielerisch überzeugt der Titel auf ganzer Linie, auch wenn das eigentliche Herzstück, der Rallye-Sport, noch etwas mehr an substantiellem Umfang vertragen hätte. Lange nicht mehr ein bis ins letzte Detail so aufwändig gestaltetes Spiel erlebt.
JKH
15. März 2010
- = Spaßfaktor:
5
- Insgesamt:
5

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