Kundenrezension

48 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schonungslos entlarvend und grau wie Asche !, 29. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Blue Valentine (DVD)
" Es konmt mir so vor, als wenn wir Menschen auf ewig gefangen sind, wie Ratten in einem Laufrad. Wir treten und schlagen um uns oder uns gegenseitig. Doch wir kommen dadurch der Freiheit keinen einzigen Schritt näher".
Dieses Zitat aus Hitchcocks "Psycho" kam mir sofort in den Sinn.
Denn diesselbe Hoffnungslosigkeit und Resignation umfängt den Zuschauer bei "Blue Valentine".
Ja er lässt einen erschaudern in seiner pessimistischen Wucht, ratlos zurück und fordert den Zuschauer heraus, wie es vielleicht im Moment nur noch ein Lars von Trier zuwege bringt- oder so sezierend genau ein Ingmar Bergmann vor Jahrzehnten.
Ein Film über die Liebe, die Zuversicht die in Lethargie und Hoffnungslosigkeit, ja Stoizismus endet, vielleicht fast immer enden muss.
Kein Film der guten Gefühle, kein Film der Mitleid oder Gnade mit den Protagonisten und uns Zuschauern kennt. Sondern ein Film der das Liebespärchen entlarvt, ihnen Stück für Stück die Illusionen herunterreisst und uns verstört, uns zwingt in unsere eigene Gefühlswelt zu schauen.
Unangenehm und überfordernd für viele, die vielleicht von einem Film die cineastische Illusion erwarten und eben vielleicht nicht mit der eigenen Befindlichkeit konfrontiert werden möchten.
Schonungslos stellt er existenzielle Fragen: Gibt es die alles überdauernde Liebe: Nein. Und noch viel bedrückender: Sie schlägt um in Ekel, Gleichgültigkeit, Hass, Kampf. Gibt es Sicherheit und Erlösung im Leben: Nein. Gibt es selbstbestimmtes Handeln und Verwirklichen: Keine Chance.
Das Damoklesschwert schwebt auch über dir. Magst du dich vielleicht momentan noch so glücklich, geborgen und sicher in deinem Lebensentwurf wähnen, nichts ist von Dauer und an nichts kannst du dich orientieren.
Zitierte ich eingangs einen Horrorfilm, so muss man sagen vielleicht ist "Blue Valentine" in seiner Art den Zuschauer ruhig und undramatisch im Genick zu packen und in den Spiegel schauen zu lassen dämonischer in seiner trügerischen Alltäglichkeit als es jedes fiktive Kino- Ungetüm zuwege bringen könnte.
Ryan Gosling, Michelle Williams spielen nicht; sie leben, fühlen, nehmen uns in ihrer Seelenqual an der Hand, entblössen ihre nackte Verletzlichkeit, wie es intensiver nicht geht.
Sie sind obwohl Mitte Dreissig in der gefühlten Endstation ihres Lebens, zumindest ihrer Liebe angekommen. Lachen, Liebe, Leichtigkeit, Leidenschaft, Begehren sind leblose Vokabeln aus einer anderen Zeit.
Das Hier und Jetzt ist eine Abfolge von alltäglichen Stereotypen, von Überdruss und bohrender Unzufriedenheit. Aneinander vorbeireden, Unverständnis, Zweifel, Selbstmitleid, Ekel, offener Hass, kein Entkommen. Grau und traurig wie Asche; das Existieren.
Beide sind auf Gedeih und Verderb zusammengeschweisst durch ein gemeinsames Kind, das eigentlich nicht geplant war. So wird auch eine endgültige Trennung auf längere Sicht nicht möglich.
Eigentlich könnte die kleine Familie glücklich sein. Weder gibt es Seitensprünge, finanzielle Probleme, Schicksalsschläge.Doch die Liebe ist in voller Banalität einfach gestorben und unwiederbringlich verlöscht. Doch keiner will sich das richtig eingestehen.
Kaum erträglich die hilflosen Versuche gerade des Mannes in irgendeiner Weise, den Liebesfunken wieder zum Erglühen zu bingen.
Herabwürdigend und bemitleidenswert seine Versuche durch den Aufenthalt in einem Liebeshotel Gefühle erzwingen zu wollen. Die Würfel sind längst gefallen. Die Vergeblichkeit ist vorprogrammiert.
Vielleicht nur noch möglich in Strömen von Alkohol der den Blick auf die deprimierende Realität vernebelt und möglicherweise die für immer verlorene Intimität, Leidenschaft fratzenhaft vorgaukelt.
Verstörend für den Zuschauer zu sehen wie Ryan Gosling quasi um Sex und Erotik bettelt, nicht aus real empfundener Lust sondern um die Beziehung damit kitten zu wollen, und wie angewidert seine Partnerin bereits vor der kleinsten Berührung zurückzuckt.
Der unbefriedigende Beischlafversuch gleicht dann schon fast einer Vergewaltigung, wobei sich die Hände seiner Frau erduldend vor Abscheu in den Boden verkrallen.
Der weitere Lebensweg scheint zumindest im Kino vorprogrammiert. Vielleicht ein paar Jahre später so könnte man es sich denken, steht Ryan Gosling wie einst Richard Burton in "Virginia Woolf" mit dem Gewehr hinter seiner Frau oder nach der gnadenlosen Gefängnisstrafe, genannt Ehe, werfen sie sich wie Jean Gabin und Simone Signoret in "Die Katze" kleine Papiernotizen als einzige Kommunikation zu.
Dieser Film wird die wenigsten kalt lassen, zwingt einen in seine Atmospäre. Ich behaupte nicht dass diese gezeigte Drastik für jeden schon erlebbar wurde.
Jedoch die traurige, vor sich selbst vielleicht nicht zugestandene Gewissheit dass plötzlich von einem Tag auf den anderen eine doch als ewige, einmalig empfundene Liebe, Leidenschaft sich verändert oder Gefahr läuft monotonem Gleichklang, Missverständnissen und Alltäglichkeit zu weichen, sowie auch die damit verbundene Zukunfts-Unsicherheit und die Angst vor emotionalen Verletzungen ist doch vielen, mich eingeschlossen, bekannt.
Das macht den Film, so nah, so intim für uns. Diese Menschen und Gefühle sind wir alle. Spiegeln in vielen Facetten unsere unausweichlichen Ängste.
Wie grausam, bedrückend, dass der Film uns bewusst keine Antwort, keine Hoffnung gibt.
Grandios und raffiniert ist der Film geschnitten. Szenen des Hasses, werden parallel mit Szenen der Liebe,der Erfüllung der Hochzeit gemischt. Zynisch, niederschmetternd und die traurige Unausweichlichkeit unterstreichend, so wirkt dies auf den Zuschauer.
Am Ende erstrahlt die Leinwand in einem Feuerwerk, und wie die Liebe ist es ein Staunen, eine unbeschreibliche Faszination, die erstrahlt und für immer als Erinnerung am Himel vergeht.
Was kann man also für sich herausholen aus dem Film um nicht gleich in Depressionen zu verfallen.
Die unter Umständen erleichternde Erkenntnis, dass dieses Paar doch auch viele Warnhinweise in den Wind geschlagen hat.
Da ist das eigentlich ungelegen kommende Kind, unfreiwillig, leichfertig Lebens- Verantwortung übernommen zu haben,da ist die doch auch anfänglich erkennbare nicht in die Tiefe gehende Kommunikation, die durch die Leidenschaft verdeckte unterschiedliche Lebensanschauung.
Und die Unfähigkeit offen und ehrlich Emotionen, Bedürfnisse anzusprechen ohne zu warten bis der Zug endgültig abgefahren ist. Bis keine gemeinsame Schwingung mehr möglich ist.
Trotzdem eine Sicherheit wird es nie geben.
Fazit: Eine extrem bittere Erfahrung,eine gnadenloser Schlag in die Magengrube für jeden Idealisten, Romantiker. Sie trifft den Zuschauer bis ins Herz und ist der Film, der in letzter Zeit zum grössten Diskussionsstoff in meinem Freundeskreis geführt hat. Wenn das ein Film schafft, sich und andere zu reflektieren ist das eine grandiose Leistung.
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-10 von 13 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 23.08.2013 23:38:47 GMT+02:00
Star Dust meint:
Eine sehr schöne Rezension. Sind sie sicher, noch über den Film zu schreiben? Ich habe da einen ganz anderen Eindruck...

herzliche Grüße

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.08.2013 12:53:20 GMT+02:00
RUMBURAK meint:
Danke für Ihr Feedback, gnothi seauton.
Ja ich schreibe noch über den Film, aber wie gesagt aufmerksam sein, wehret den Anfängen heißt die Devise.
Viele Grüsse, Rumburak

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.08.2013 16:33:04 GMT+02:00
Star Dust meint:
Wehret den Anfängen im Sinne von: Verlieben ja, heiraten nein? Ist ja letzten Endes auch egal. Dass, was den Menschen als Liebe suggeriert wird, hat nichts mit echter Liebe, die sehr viel mehr ist als "ja" zueinander zu sagen, zu tun. Mitunter wiedersprechen sich Ehe und Liebe ja, wodurch das Funktionieren der Ersteren oft überhaupt erst gewährleistet ist und bis dato ist noch jede "Liebe" durch das System der Ehe zertört worden.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.08.2013 17:07:06 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.08.2013 17:21:04 GMT+02:00
RUMBURAK meint:
Hallo gnothi seauton, das ist sehr interessant, was sie schreiben.
Sie eröffnen hier natürlich ein unglaublich grosses Feld, auf dem sich auch meterlange Buch-Ratgeber und Kolonnen von Psychotherapeuten abarbeiten.
Ich stimme Ihnen vollkommen zu, doch versuche ich es einmal wieder etwas herunterzubrechen.
Mit dem "Wehret den Anfängen" meine ich, daß genau dieses unser Paar von Anfang an versäumt hat.
Dieses destruktive Verhalten kommt ja nicht über Nacht, sondern ist ein langer Prozess der gekennzeichnet ist von Nicht-oder Falscher Kommunikation.
Ich brauche mich nur in ein Cafe zu setzen und kann schon beobachten, wie wenig sich eigentlich noch Paare zu sagen haben, wie wenig gegenseitige Begeisterung da noch vorhanden ist.
Da schleifen sich dann Verhaltensmuster ein, die man sicherllich anfangs noch mit ehrlicher Aussprache aus dem Weg hätte räumen können.
Wobei in "Blue Valentine" meiner Meinung nach das Paar schon von Anfang an nicht zueinander passte. Vielmehr erlebte jeder im anderen eine Projektion, eine Wunschvorstellung- aber nicht den realen Menschen. Das kann auf die Dauer nicht gutgehen.
Ich sehe ,daß Sie der Film auch sehr beschäftigt. Ist doch schön wenn das ein Film schafft, nicht wahr.
Letzten Endes wird es, so denke ich nie ein Richtig oder Falsch geben und so ist der Film ja auch sehr interpretierbar in verschiedene Richtungen.
Viele Grüsse, Rumburak

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.08.2013 18:41:07 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.08.2013 18:41:57 GMT+02:00
Star Dust meint:
Bezüglich eigener Projektionen auf den anderen und daher den anderen als anders nicht wahrnehmend, sondern als das sehend, was man sehen möchte/will, sprechen auch sie einen wesentlichen Punkt von Beziehungen an. Ich halte die Liebe von der ich rede, für das I-Tüpfelchen auf einem selbstbestimmten Leben. Diese Liebe passt weder zu einem Ehevertrag, noch zu einem "auf ewig und immer Lippenbekenntnis" und schon gar nicht zu irgendeinem vorgegebenen Muster und ja, der Film beschäftigt mich in der Tat, zumal mir Herr Goslin als perfekte Spiegelung meiner lieb gewonnenen Phantasien dient. (ausführlicher werde ich an dieser Stelle nicht, aber so sehr viel gäbe es da auch nicht zu berichten)

Ich bin übrigens nicht der Meinung, dass die beiden von Anfang an hätten merken müssen, dass es nicht passt. Jeder projiziert seine Ideen, Phantasien, positiven Gefühle wie Hoffungen auf den anderen. Heraus kommt eine Beziehung und für mich war das sehr glaubhaft, wie die schwangere Frau dann auf dem Stuhl die Abtreibung nicht vollziehen konnte und dann passiert, was meistens passiert: beide sind der Meinung, sie bekommen das hin, wenn sie nur wollen...und dann schlägt der Alltag zu, dass sich kennen, in- und auswendig, die Unzufriedenheiten am eigenen Ich schlagen durch und wieder muss der Partner herhalten für diese Projektionen. Nun gut, ich will das hier nicht ins Unendliche treiben, verdanke aber dem Film doch eine durchaus versöhnliche Erkenntnis, die mich das Leben wieder...verständlicher sehen lässt.

In dieser Hinsicht zeigt der Film sehr gut auf, was Liebe gerade nicht ist.

herzliche Grüße aus Berlin

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.08.2013 14:50:04 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 25.08.2013 14:52:38 GMT+02:00
RUMBURAK meint:
Schön beschrieben, gnothi seauton.
Ich wünsche uns noch viele solche Filmerfahrungen, die doch sehr ehrlich einen Blick auf menschliche Verhaltensweisen werfen. Filme die beschäftigen über die nächsten Tage hinaus sind doch sehr selten.
Einer der letzten, die mich tief zum Nachdenken brachten war "Alles was wir geben mussten".
Vielleicht kennen Sie den sogar auch.
Grüsse aus Wiesbaden nach Berlin,
Rumburak

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.09.2013 17:37:47 GMT+02:00
le44442244 meint:
ja, ich denke mal, das Liebe zunächst mal nichts damit zu tun hat, ob man einen Ring am Finger trägt oder nicht. Der Ring ist eher eine wunderbare Entscheidung für einen Menschen. Dazu gehört Reife und dazu sollte die Beziehung idealerweise einige Stadien durchlaufen haben.
Was die Beiden in "Blue Valentine " angeht so war die Entwicklung denk ich sehr schwer vorherzusehen. Sie waren am Anfang glücklich. Dann zeigt sich jedoch wie sehr die Beziehung der Beiden doch auf wackeligen Füßen steht. Er versucht das ständig auch wegzuspielen, sei es durch die Gitarre oder anders, aber ein Konflikt schwelt zwischen den Beiden. Sie ist anspruchsvoller und kommt mit seiner Lebensweise nicht zurecht. Er verdrängt dies, und entspricht immer mehr dem negativen Bild, das sich seine Frau von ihm macht.

Was mir auch aufgefallen ist, sie haben keine Ratgeber. Weder die Gesellschaft noch einzelne Personen helfen den Beiden sich einmal genauer auszutauschen, über ihre Beziehung ihre Sorgen. Die Beiden brauchten diesen Rat dringend, im Prinzip sind beide sehr symphatische Menschen, die irgendwo auch zusammenpassen. Nur fehlen halt die richtige Schritte zum richtigen Zeitpunkt. Das aufeinanderzugehen. Auch sie macht entscheidende Fehler, ohne sich dessen bewußt zu sein. Sie ist abweisend und drängt ihren Mann in die Rolle des Bittstellers. Sie verweigert ihm letztlich Liebe. Eine Beziehungsmuster das oft von einem Partner angewandt wird, um den anderen Partner zu "bestrafen".
Mit anderen Worten. beide sind nicht gut vorbereitet auf Beziehungen. woher auch . in Schulen wird nicht gelehrt, wie Beziehungen zum Beispiel glücklich verlaufen können. Die Menschen werden alleine auf die Reise geschickt. Es bleibt ihnen nichts anderes als ein Blindflug mit den falschen Vorbildern. und das ist ebenfalls ein weiterer trauriger Aspekt des dem Film.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.09.2013 18:46:51 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 02.09.2013 19:01:00 GMT+02:00
RUMBURAK meint:
Ja so sehe ich es auch, liebe(r) Le44442244.
Jedwedes letztendlich vielleicht nicht entscheidende Sammelsurium wird gelehrt, doch vielleicht einmal einen Wegweiser an die Hand zu bekommen, wie man in einer so unendlichen Lebensvielfalt wie sie unsere heutige Welt bietet seinen eigenen Weg finden kann, wird nicht geboten.
Doch wer sollte das auch können?
Ich bin schon der Meinung, daß viele, ich eingeschlossen, mit den vielen Aspekten, der Schnelllebigkeit, der Kommunikationsvielfalt, die aber oft eine Kommunikationslosigkeit kaschiert, überfordert sind.
Heute in diesem Dschungel einen eigenständigen Weg sei es in Beziehungen oder überhaupt im Alltagsleben zu finden ist eine grosse, individuelle Leistung.
Und genau so ist es hier: Beide sind sich nicht im klaren, was sie überhaupt selbst wollen und empfinden, und schaffen es nicht ihre eigenen individuellen Positionen zu formulieren. Ehrlich, unverstellt, wozu natürlich auch großer Mut gehört.
Warum bewegt der Film so, frage ich mich immer wieder.
Irgendwie hat er doch mit Fragen zu tun, die uns alle, wenn wir in uns hinein hören, umtreiben.
Viele Grüsse, Rumburak

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.09.2013 20:13:19 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 02.09.2013 20:23:53 GMT+02:00
le44442244 meint:
ja absolut, ich denke das auch so.
Es hat auch mit diesem Traum zu tun, der in Amerika aber auch in praktisch allen westlichen Staaten auch gilt (auch für Deutschland). Jeder kann irgendwie alles erreichen was er auch will. wenn jemand dies nicht erreicht, ist er auch sozusagen selber schuld, und wird mit Isolation bestraft. Der Film ist eigentlich ein wunderbares Beispiel dafür.

Somit hat der Film eine ungeheuerliche Komponente, die erschreckend ist: a) zum einen ist dieser Traum nicht richtig. Nicht alle Menschen können nunmal diesen Traum erreichen. eigentlich nur wenige.

und b) wenn wir die Menschen alleine lassen und ihnen keine Hilfestellungen und Ratgeber zur Seite stehen, die sie beraten, wenn sie völlig unvorbereitet auf letztlich solche Situationen zugehen, in einer Gesellschaft wo sich selbst alle am Nächsten sind, dann läuft auch irgendwas falsch. der Mensch ist letztlich doch ein angreifbares Wesen, gefühlsmäßig getrieben, voller Schwächen.

Ich denke das der Film bewegt, weil er unglaublich gut ausgearbeitet ist. Er trifft das gesamte Spektrum der soziologischen , psychologischen und anderen Motivationen der Protagonisten. Das macht den Film zu einer bewegenden Liebesgeschichte, gerade weil er so detailliert die Rahmenbedingungen zeigt, an denen die Beziehung letztlich scheitert.

Veröffentlicht am 02.09.2013 20:37:47 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 02.09.2013 20:40:45 GMT+02:00
le44442244 meint:
und vielleicht ist auch das schockierende, das man weiß, das die Figur von Ryan Gosling, der da im Feuerwerk des 4. Juli verschwindet, das sein Weg vorgezeichnet ist. Das ist schlimm, das läßt einem den Atem stocken. Und auch bei seiner Frau, weiß man wie es eventuell weitergeht. Sie wird ein eventuell doch recht oberflächliches Dasein fristen, mit einem Arzt, der ein gutes Einkommen hat, mit ihrem herzlosen, patriarchalischen Vater. Es sind diese Dinge, die den Film noch bewegender machen
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