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Kundenrezension

16 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Dekonstruktion des Heldenepos, 20. Januar 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: A Dance with Dragons: A Song of Ice and Fire: Book Five (Taschenbuch)
WARNUNG: Ab hier Spoiler zu den ersten 4 Bänden:

A Song of Ice and Fire ist kein Heldenepos. Der Autor spielte von Anfang an mit offenen Karten, doch erst mit diesem Buch fangen die Leute an zu begreifen, was das heißt. Die Serie zeigt die Welt wie sie ist und Menschen wie sie sind. Der Held auf der Einen Seite ist der Bösewicht der andere - am Ende des Tages gibt es keine Helden, nur Menschen.
In den Ersten 3 Bänden konnte man diese Tatsache noch sehr gut ignorieren und sich unter den Charaktären seine eigenen Helden suchen. Viele wählten Jon, Daenerys, Arya oder Tyrion, andere suchten sich kurzzeitig Jaime, bis dieser seine Hand verlor. Lettzen Endes sind und waren alles nur Menschen, die sich in manchen Situationen durchaus auszeichnen konnten, in anderen aber wieder schlechter da standen.
Buch 4, A feast for Crows war den ersten 3 Büchern noch sehr ähnlich - lediglich die Tatsache das ausgerechnet die Lieblingscharaktäre ausgeklammert wurden enttäuschte die Fans und brachte riesige Erwartungen für diesen Band mit sich.

WARNUNG: Ab hier Spoiler zu diesem Band:

Für A Dance with Dragon erwarteten die Leser hauptsächlich:
- dass Jon die Nachtwache zu altem Ruhm führt
- dass Daenerys sich eine starke Armee aufbaut und Richtung Westeros zieht, während sie sich selbst und 2 Verbündete zu Drachenreitern ausbildet.
- dass Tyrion sich mit Dany trifft und ihr die Entscheidenden Tipps gibt, wie sie mit ihrem Unternehmen erfolgreich sein kann
- dass im Norden der wahre Feind sich langsam zu erkennen gibt
- dass Bran zum mächtigen Druiden wird, der fliegen kann und Jon und Daenerys im Kampf gegen "das Böse" hilft.
- dass sich die Kapitel über "uninteressante" Charaktäre zahlenmäßig in Grenzen halten oder ganz ausbleiben

Tja... nichts davon passiert.
- Tyrion ist am Anfang und am Ende des Buches unterwegs.
- Jon rückt sich selbst systematisch ins falsche Licht, bis er (höchstwahrscheinlich) ganz und gar nicht heldenhaft stirbt
- Daenerys sieht sich die meiste Zeit nur mit der Nichtrealisierbarkeit ihrer eigenen moralischen Ansprüche konfrontiert und darf nur am Schluss ein bischen fliegen
- Man muss sich sehr lange mit den Dornischen und den Martells auseinandersetzen. Eine Familie, in die man einfach nicht so eintauchen kann wie bei den Starks oder den Lannisters
- Der "Feind" bleibt immer noch verborgen
- Bevor dann doch endlich spannende Dinge passieren, bricht die Handlung ab und wir müssen Jahre lang warten.

Kurzum: Nichts in diesem Buch ist Heldenhaft. Nichts, was in diesem Buch passiert erinnert an ein Epos. Dieses Buch tut nichts weiter als die Wirklichkeit in einer großartigen Welt schildern! Trotzdem! Das Buch ist großartig und höchstwahrscheinlich notwendig um das Ende der Geschichte verstehen zu können. Allerdings kann man das Buch nur dann genießen, wenn man es wirklich schafft, sich von einem Heldenmythos zu verabschieden.
Jedem, der das schafft hat dieses Buch etwas sehr interessantes zu bieten: Einen Einblick in die menschliche Psyche, wie er realistischer nicht sein könnte.

ENTWARNUNG, Ab hier Dinge, die so allgemein sind, dass sie von der Handlung nichts verraten

Trotzdem offenbart das Buch aber auch schwächen in Martins Welt:

- Viele Handlungsmotive sind am Ende des Tages zu modern
- Daenerys folgt Grundsätzen des Aufgeklärten Absolutismus ohne dass es dafür in der Welt eine Grundlage gibt.
- Religion ist zwar vorhanden, durchdringt aber nicht die Gefühle und Denkmuster der Menschen.
- Nahezu jeder ist sich der gesamten Welt und des Raumes bewusst.
- Die Sprache auf einem riesigen Kontinent ist relativ einheitlich und bleibt dies auch über Jahrhunderte hinweg, obwohl es keinerlei Massenmedium zu geben scheint, dass den Erhalt eines gemeinsamen Sprachraumes sicherstellt.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 06.03.2013 10:50:40 GMT+01:00
HCM meint:
Durchaus eine interessante Rezension. In einigen Punkten bin ich anderer Meinung. Religion wird noch ein ganz zentrales Thema in den Büchern, nämlich Rh`llor (oder wie auch immer ;-)) auf der einen Seite und die ander Macht des Eises auf der anderen Seite. Ob Dany nun aufgeklärt ist, sei dahingestellt. Sie sieht sich in erster Linie als Mutter - Mutter der Drachen und ihres Volkes. Diesem Mutterbild stehen Slaverei und die Dekadenz entgegen, weshalb sie sich hiergegen wendet. Die gemeinsame Sprache leitet sich wohl auch aus der Hochkultur Valyria her (ähnlich wie der romanische Stamm auf der Erde, nehme ich mal an).
Was deine Erwartungen und Schlußfolgerungen angeht, wird man sehen. Ich glaube die "Tötung" Jons war eher ein neuer Anfang, in welcher Rolle auch immer. Die anderen Protagonisten sind nun soweit in Stellung gebracht, daß es endlich losgehen kann. Ich denke, daß es ab "Winds of Winter" richtig abgehen wird. Trotzdem fand ich DWD auch sehr gut und hab persönlich mehr als 3 Sterne verteilt, da ich meine, daß sich dieses Buch deutlich vom gewöhnlichen Durchschnitt abhebt.
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