Kundenrezension

27 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Taktischer Augenschmaus, 22. Oktober 2006
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Tom Clancy's Splinter Cell - Double Agent (Videospiel)
SPLINTER CELL DOUBLE AGENT REVIEW – AGENT ODER TERRORIST?

Sam is back

Sam Fisher ist zurück und Schleichshooter-Fans werden das wohl mit Verzücken vernommen haben. Wie in den vorhergehenden Teilen ist Sam Teil der Third-Echelon-Geheimdienst-Einheit, die so geheim ist, dass nicht einmal die Regierung davon weiß. Third Echelon ist Teil der NSA und tritt immer dann in Kraft, wenn besonders heikle Operationen anstehen, bei denen dem Feind nicht einmal bewusst werden soll, dass überhaupt jemand da war. Für solche speziellen Aufträge gibt es die Splinter Cells: Bis auf die Knochen schwerstbewaffnete Söldner, die wie ein Schatten im feindlichen Gebiet agieren. Vorzugsweise treten diese Spezialeinheiten allein oder höchstens zu zweit auf, jedoch haben sie die Effizienz einer halben Armee. Im neuen Teil jedoch arbeitet Sam nicht nur für den Geheimdienst, sondern muss für einen neuen Auftrag zum Doppelagenten werden. So beschreitet er den schmalen Pfad zwischen Geheimagent und Terrorist und muss immer wieder für die eine oder andere Seite Partei ergreifen um nicht das Vertrauen seiner Verbündeten zu verlieren.

Nicht Kleckern sondern Klotzen!

Um es gleich vorwegzunehmen optisch ist Splinter Cell: Double Agent eine Granate. Im Vergleich zu den 3 Vorgängern haben die Entwickler noch mal einen deutlichen Sprung nach vorn gemacht. Dabei stechen vor allem die extrem detaillierten Charaktere ins Auge. Feinste Details wie etwa kleine Fältchen im Gesicht, Schweiß oder etwa durch die Haut durchscheinende Adern werden realistisch wiedergeben. Alle Bewegungen wirken geschmeidig animiert und fast schon lebensecht. Die Umgebungen stehen dem in nichts nach. Hochaufgelöste Texturen und Shader vermitteln das Gefühl realistisch anmutender Oberflächen und Strukturen. Natürlich versüßen auch zahlreiche Partikel- und Raucheffekte das actiongeladene Geschehen rund um den Doppelagenten. Besonders beeindruckend ist wohl der Verwischeffekt, wenn man aus dem Wasser steigt und dieses am Bildschirm „herunterläuft“. Die Levelarchitektur ist großzügig gehalten und im Gegensatz zu den Vorgängern gibt es auch viel mehr Außenbereiche, die zeigen wie gut die Grafik-Engine auch wunderschöne Umgebungen darstellen kann. Das bewährte Licht- und Schattensystem der Vorgänger wurde weiter verbessert und wirkt noch beeindruckender, etwa wenn Sam vor lichtdurchfluteten Ventilatoren seiner Wege zieht.

Taktik pur

Splinter Cell: Double Agent ist ein purer Schleichshooter und das im positivsten Sinne. Wer wie Rambo mit geladener Waffe nach vorne stürmt und wild um sich schießt erhält nicht nur schlechtere Missionsbewertungen, sondern lernt mit aller Härte die geniale KI des Spiels kennen. Die Gegner reagieren sofort auf Aktionen des Spielers, lösen bei Verdacht Alarm aus und rufen Verstärkung falls nötig. Selbst wenn man einfach mal nur eine Lampe ausknipst um das verräterische Licht zu beseitigen werden die Feinde aufmerksam und suchen sofort ihre Umgebung ab. Schwächen treten nur äußerst selten auf ( etwa wenn man die Haftkamera anbringt, Lärm macht und eine Wache ewig danach sucht ). Ein taktisch vorsichtiges Vorgehen ist daher unumgänglich. In einigen Bereichen ist es sogar komplett verboten tödliche Waffen einzusetzen. In solchen Fällen hilft nur der Einsatz von nicht tödlichen Mitteln wie etwa dem Haft-Schocker ( Taser ) oder den Ringflächengeschossen. Damit Sam nicht sofort von seinen Gegnern erkannt wird steht dem Spieler ein riesiges Arsenal an Akrobatikeinlagen und taktischen Mitteln zur Verfügung. Bei Herrn Fishers Turneinlagen würde wohl selbst eine Lara Croft ab und an neidisch kucken. Fast mit Leichtigkeit springt der alte Herr Geländer hinauf, seilt sich von Anhöhen herab, hangelt an gefährlichen Abgründen umher oder weicht etwa Laserschranken aus. Besonders cool sind die „Stealth“-Aktionen, bei denen Sam lautlos Gegner aus dem Hinterhalt erledigt, z.B. indem er sich von hinten an sie heranschleicht und in die Messerwürge nimmt oder indem er sich von einem Seil herablässt und die Gegner am Kopf greift. Ja man kann sogar aus dem Wasser auftauchen und dabei Gegner aus der Umgebung in selbiges hineinziehen. Wie in den Vorgängern stehen Sam wieder 3 verschiedene Sichtmodi ( Nacht-, Thermo- und Infraschallsicht ) zur Verfügung, die je nach Situation mehr oder weniger Sinn machen. Auch für die Hauptwaffe können diese Modi separat zugeschaltet werden.

Play it again Sam

Splinter Cell: Double Agent ist nicht nur ein Augen- sondern auch ein Ohrenschmaus allererster Güteklasse. Immer wenn es gefährlich wird ändert sich die Musik dynamisch und es kommt heftige Spannung auf. Die Waffensounds und Umgebungsgeräusche wirken äußerst realistisch und werden darüber hinaus sogar positionsgenau wiedergegeben. Gibt also jemand in der Ferne einen Schuss ab, so hört sich dieser leiser an, als würde es in der Nähe geschehen. Die deutsche Synchronisation der Charaktere ist sehr gut gelungen und wirkt durchweg professionell. Fast schon unnötig zu erwähnen, dass Sam wieder in der Deutschen Stimme von Nicolas Cage spricht. Mit der entsprechenden Soundanlage ist Splinter Cell: DA definitiv ein Hörgenuss.

Wohin bitte Herr Fisher?

Bei so viel Licht gibt es aber auch ( etwas ) Schatten. Die Steuerung ist im nun mittlerweile 4. Teil der Serie einfach etwas überladen. Das mag an den vielen taktischen Finessen des Spiels liegen, aber negativ auffallen tut es dennoch. Das liegt vor allem daran, dass einige der Tasten für verschiedene Aktionen benötigt werden und ab und an löst man dann eben mal die falsche Funktion im falschen Moment aus. Auffällig ist auch, dass es manchmal ein wenig braucht bis die Sichtmodi geändert werden, was sich durchaus als nachteilig erweisen kann. Auch das Schwimmen wirkt etwas schwammig und nicht genau genug. Die Third-Person-Sicht und die freibewegliche Kamera sorgen hingegen für ausreichend Übersicht und einen guten Blick auf die opulente Optik.

Ein harter Knochen

Zwar ist das Spiel nicht sonderlich lang, jedoch ist es, zum Teil bedingt durch die gute KI, sehr fordernd, besonders im hohen Schwierigkeitsgrad. Nur sehr vorsichtige Naturen werden die Maximalwertung für einen Auftrag erhalten können. Neben einer Autospeichernfunktion kann man auch selbst an jeder Stelle speichern, sofern man es denn will. Leider gibt es sehr viele und sehr lange Ladezeiten. Splinter Cell lädt förmlich dazu ein von allen taktischen Maßnahmen Gebrauch zu machen und immer bewusst leise vorzugehen. Zwar ist das Spiel insgesamt offener geworden, jedoch ist es dennoch ein sehr linear gestrickter Titel. Freunde geradliniger Schieß-Wenn-Sich-Was-Bewegt-Action sollten besser einen großen Bogen um den Titel machen. Splinter Cell: DA ist ein Titel der aufgrund der grandiosen Optik nach einem HD-fähigen Ausgabegerät giert. Auf einem handelsüblichen PAL-Fernseher geht viel von der Atmosphäre und dem Flair der Levels verloren. Neben der Einzelspielerkampagne bietet der Titel einen Online-Multiplayer-Teil für 2-6 Spieler und einen Co-Op-Modus für 2-3 Spieler. Die kleinen Mängel in der Bedienung werden locker durch die hervorragende Einzelspielerkampagne und die technische Brillianz des Titels in Grafik und Sound ausgeglichen. Für Fans der Vorgänger oder von Spielen wie Thief: The Dark Project ist der Titel uneingeschränkt empfehlenswert. Allen anderen wird Probespielen wärmstens empfohlen.

Grafik: 92%

Sound: 90%

Steuerung: 70%

Gameplay/Umfang/Motivation: 85%

Gesamtwertung: 86%
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Kommentare


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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 03.01.2008 19:36:48 GMT+01:00
sonso89 meint:
Ansich ist diese Rezension brauchbar, aber währe nicht ein bisschen weniger Text besser? Für mich ist es zu viel!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.10.2013 12:10:12 GMT+02:00
Ob weniger Text nicht besser wäre? Eine Reaktion in Ihrem Kommentar, die ich persönlich nicht nachvollziehen kann!
Wenn Sie in einem Fachmagazin nach einem journalistischen Spielebeitrag geschaut hätten, so wäre dieser wohl auch kaum kürzer gewesen und diese Rezension war nicht nur "brauchbar", sondern -wie ich finde- sehr gut formuliert und strukturiert. Doch all das ist letzten Endes Geschmackssache, zumal KEIN Text alle zufriedenstellt ;)..
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