Kundenrezension

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Barrys lyrischster Bond-Score, 22. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Moonraker (Audio CD)
Dieser 8. John Barry Bond-Score weiß sicherlich nicht auf der Ebene plakativer Hymnen oder Leitmotive mit hohem Wiedererkennungswert zu überzeugen. Auch fehlt das klassische Bond-Theme komplett. Das mag einige berechtigte Kritik hervorrufen, aber dennoch sollte man darüber nicht vergessen, sich auf das Werk zu besinnen und jenseits evtl. unerfüllter Erwartungen einen Blick auf die Musik selbst und natürlich den zugrundeliegenden Film zu werfen.
An "Moonraker" (1979) scheiden sich die Geister. Geboren aus dem Konkurrenzkampf mit Space-Blockbustern wie "Close Encounters of the third Kind" und natürlich "Star Wars - A new Hope", sollte "Moonraker" James Bond im Kielwasser des gigantischen "The Spy who loved me" auch im SciFi Genre auf Augenhöhe bringen. Allerdings wurde weniger auf Star Wars Action gesetzt sondern in vielen der Weltraumszenen ist der Geist des "Übervaters" "2001: A Space Odyssey" zu spüren (wenn auch nur sehr schwach). Dieser Slow Motion kann man natürlich keine rasante Action-Musik überstülpen und somit sollte das bedächtige Tempo des Scores aus dieser Perspektive nicht mehr überraschen. Sehr streicherlastig mit dezentem Blecheinsatz (Hörner und Solotrompete) kommt hier sicherlich nicht das gewohnte oft jazz- und funkorientierte Bond Feeling auf. Doch kann das keinesfalls ausreichen um "Moonraker" jegliche Qualität abzusprechen.
Ein sehr lyrischer Titeltrack, hervorragend interpretiert von Shirley Bassey, leitet einen Soundtrack ein, der sein musikalisches Highlight "Flight into Space" mit mehreren kürzeren, recht introvertierten Passagen umgarnt und mit einer sanften Bossa-Variation des Main Themes und zwei nicht völlig unbekannten Action Cues in "Boat Chase und "Cable Car" ein wenig Würze verleiht. In meinen Augen hat John Barry hier etwas geschaffen, dessen Qualität sich nur dem konzentrierten Zuhörer erschliesst. Man mag dazu neigen besonders die kürzeren Stücke beim oberflächlichen durchhören einfach zu übergehen und als belanglosen Underscore abzutun. Aber auch wenn beispielsweise rhythmisch nicht allzuviel passiert, entsteht doch eine dichte Atmosphäre, die auch in den bodenständigen, irdischen Szenen stets ein sphärisches Moment mit Verweisungscharakter auf das Weltraummotiv des Films enthält.
Allerdings muss zugegebn werden, dass man sich hier und da des Eindrucks eines allzu glatt geschliffenen Klanges nicht ganz entziehen kann. Auch der dezente Chor in "Flight into Space" mag nicht jedermanns Geschmack sein. Insgesamt weniger intensiv als die meisten von Barrys Bond-Beiträgen und in gewisser Hinsicht auch einfach anders funktioniert dieser Score für mich doch größtenteils recht gut. Einzig die Disco-Variation des Main Themes zum Abschluss hat mir nie gefallen...
Hinsichtlich Barrys musikalischer Entwicklung ist anzumerken, dass "Moonraker" einen ersten Schritt in Richtung großflächige, romantische Komposition auf dem Weg zu Werken wie "Out of Africa" oder "Dances with Wolves" darstellt.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 18.03.2012 20:19:02 GMT+01:00
Treffend rezensiert. Diese Scheibe kann man am besten mit geschlossenen Augen entdecken.
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Ort: Königswinter, Deutschland

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