Kundenrezension

20 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das bessere Bioshock, 8. Dezember 2008
Von 
= Spaßfaktor:1.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Dead Space (Computerspiel)
Relativ still, leise und heimlich hat EA mit DEAD SPACE eines der besten Spiele 2008 abgeliefert.

Nach einem Jahr mit fast schon absurd vielen Enttäuschungen, die von unspielbar verbuggten Titeln (Stalker CS, Gothic 3 GD), dem Vergessen von Spielspaß (Far Cry 2) bis hin zu unerträglicher Kundengängelei (Spore, GTA IV) reichten, ist DEAD SPACE ein echter Lichtblick: gute, stimmige Grafik, die auch auf betagten Systemen eine gute Performance erzielt, eine packenden Inszenierung mit tollem Storytelling, eine angemessene Spielzeit und saubere Programmierung ohne Bugs.

Der Spieler schlüpft in die Rolle eines, na ja Elekrotechnikers, der mit ein paar Kollegen einen Schadensfall auf der U.S.G. Ishimura, einem riesigen Raumschiff zum Zerstören und Verarbeiten von Planeten reparieren soll. Auf diesem Schiff ist auch die Freundin des Protagonisten stationiert, die eine etwas beunruhigende Nachricht abgesendet hat, bevor wir mit unserem Team auf der Ishimura landen.

Das Spiel beginnt mit dem Anflug der Wartungs-Crew und selbst diese, eigentlich friedliche Sequenz ist bereits packend. Nach wenigen Minuten des Spiels ist es mit dem Frieden dann vorbei, das Packende bleibt aber bis zum Schluss. DEAD SPACE bedient sich während seines Spielverlaufs so ziemlich aller Klischees des Weltraum-Horros (von ALIENS über Event Horizon bis hin zu Anleihen bei Odyssee 2001), inszeniert diese aber mit einer Dramatik, die den Spieler auf der einen Seite vor dem Monitor fesselt (was passiert als nächstes, was ist im nächsten Raum?), ihm auf der anderen Seite aber auch fast Angst vor dem Weiterspielen macht.

Der große Verdienst von DEAD SPACE ist dabei das Kreieren einer glaubwürdigen Umgebung. Als Spieler Mitte 30 nervt mich nichts mehr, als schlecht erzählte Geschichten (ich spiele nicht zum Aggressionsabbau oder aus Langeweile, sondern weil ich mich gut unterhalten möchte und das aktiver als beim Lesen oder Fernsehen) oder ein Leveldesign, welches nicht der Handlung und dem Setting folgt, sondern der Grafik-Engine. Dieses war für mich einer der größten Schwachpunkte von BIOSHOCK, von welchem ich leider ein bisschen enttäuscht war (fast als Einziger, ich weiss): hier hatte man an vielen Stellen eben nicht das Gefühl, sich durch eine Stadt auf dem Meeresgrund zu bewegen, die der Vision eines irgendwie Verrückten entsprach (alleine die Besiedelung über offenbar eine einzige Tauchkugel mit Platz für 2 Leute mit Gepäck...). Bei DEAD SPACE hingegen sehen die Level so aus, wie man es von den entsprechenden Bereichen eines solchen Raumschiffes erwarten würde. Dieses trägt einen Großteil zum tiefen Eintauchen in die Geschichte bei, ebenso wie die liebevoll designten Gegnertypen oder die hervorragend umgesetzte Schwerelosigkeit, die nicht nur die entstehende Orientierungslosigkeit sauber vermittelt, sondern auch z.B. Geräusche auf fast Null dämpft (weswegen man Gegner tatsächlich sehen muss und nicht angreifen hört) oder den Einsatz des Flammenwerfers unmöglich macht (da eben kein Sauerstoff vorhanden ist). Und dann wären da noch Sound und Musik, die dezent aber sehr wirklungsvoll die Stimmung des Spielers beeinflussen.

Über das eigentliche Spielprinzip wurde schon genug geschrieben. In einer Mischung aus 1st- und 3rd-Person-Perspektive bewegt man sich ohne störende Bildschirmanzeigen durch eine Welt voller geskripteter Sequenzen. Die Kämpfe machen aufgrund der verschiedenen und aufrüstfähigen Waffen viel Spaß, allerdings merkt man der Steuerung ihren Konsolen-Background an - für versierte Shooterspieler ist das eine ziemliche Zumutung, die hoffentlich mit dem ersten Patch behoben wird. Der Reiz des Spiels besteht allerdings eh in den fantastischen Leveln, den überraschenden Wendungen und der Handlung, die sich langsam und grauenerregend entwickelt. Die in der Tat heftigen Splattereffekte, die mich nach dem Schauen des Trailers fast vom Kauf abgehalten hätten, fallen nach einiger Zeit nicht mehr wirklich auf (man hätte aber auch locker darauf verzichten können) und die auf der Packung als taktische Zerstückelung beschriebenen Trefferzonen der Gegner geben den Kämpfen tatsächlich eine gewisse taktische Tiefe. Das Spiel hat aber in Kinderhänden überhaupt nichts verloren.

Leider ist auch DEAD SPACE wieder mit dem vollkommen unwirksamen, die ehrlichen Käufer aber mit Schadsoftware belastenden secuROM gesichert. Ich muss gestehen, dass ich das nicht wusste, da ich das Spiel sonst aus prinzipiellen Erwägungen nicht gekauft hätte - und mir ein Stück fantastisches Entertainment vorenthalten hätte.

Alles in allem ist DEAD SPACE für mich die absolute Überraschung dieses Jahres und mein persönliches Highlight. Dafür gibt es dann auch 5 Sterne.
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 27.12.2008 17:47:42 GMT+01:00
Nils Pelzer meint:
Diese Art von Resension lobe ich mir !

Veröffentlicht am 17.01.2009 03:14:45 GMT+01:00
Lilalaunebär meint:
Ich stimme zu, das Spiel ist eine erfrischende Überraschung mit einer derart dichten Atmosphäre, die insbesondere von der Soundkulisse getragen wird, dass es auch bei mir 5 Sterne erhalten hätte. Doch wegen SECURom, ob man es als Schadsoftware bezeichnen soll, ist mal dahingestellt, kann ich das Spiel niemanden empfehlen. Nur wenn wir Kunden, so wie das die Musikindustrie bitter lernen durfte, klar machen uns nicht von unwirksamen Kopierschutzmechanismen gängeln lassen wollen, können diese auch wieder verschwinden. Die Aussage vom Hersteller, EA, ist klar und unmissverständlich: Man setzt auf SECURom bei allen neuen Produkten und nimmt in kauf das "Wenige" potentielle Kunden vergrault werden. Offenbar ist es zur Zeit eine verschmerzbar geringe Masse. Viel schlimmer wiegt jedoch der Umstand, dass die Hersteller stärker denn je sich dem PC Markt abwenden und immer häufiger für Konsolen entwickeln. Diese sind dann auf einen Technikstand zu ihrem jeweiligen Erscheinungstermin eingefroren, während die kurzen Innovationszyklen beim PC dann von der Software nicht mehr genutzt wird. Bestes Beispiel sind hiefür Mehrkernprozessoren, die nur wenig bis überhaupt nicht genutzt werden, obwohl sie eine deutliche Leistungssteigerung und somit viel interessantere Software (z.B. genügend Rechenleistung für eine vernünftig agierende, variable sich auf die Situation einstellende KI) ermöglichen würden. Das Nachsehen, so fürchte ich, haben die PC-Nutzer. Dennoch für mich ein klares NOGO für SECURom-Titel (EA ist ja leider nicht der einzige Hersteller) und ein klares NOGO für eine Konsole, die im Ansatz nicht das leisten kann, was ein PC kann.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.10.2010 01:51:35 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 09.10.2010 01:55:32 GMT+02:00
Griesmayer meint:
Was stört dich am Deadspace SECURom? Dass man es nur auf eine bestimmte Anzahl an Rechnern installieren kann, bevor es fix aus ist? Nun, um dem entgegenzuwirken, hat EA bereits Deinstallationstools veröffentlicht, die dir deine Installation zurückgeben, sofern du deine alte Maschine entweder formatieren willst, ein großes Hardware Upgrade durchführen willst, oder einfach einen neuen Computer gekauft hast und den Alten nicht mehr brauchst. Auf demselben Rechner kann man aber das Spiel sooft installeren und deinstallieren, wie man will, solange die Hardware und das Betriebssystem gleich bleiben.

An deiner Stelle würde ich eher gegen das SECURom von Riddick: Assault on Dark Athena oder Assassins Creed 2 vehement protestieren, da Atari bei ersterem, im Gegensatz zu EA's Dead Space, KEINE Deauthorisations-Tools veröffentlicht hat und bei letzterem braucht man bei Ubisoft eine KONSTANT aufrechterhaltene Internetverbindung, um das Spiel überhapt spielen zu "dürfen". <- DAS geht zu weit!!!
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