Kundenrezension

3.296 von 3.360 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Zukunft des Buches?!, 23. April 2011
Von 
Rezension bezieht sich auf: Kindle Keyboard, eReader, Wi-Fi, 15 cm (6 Zoll) E Ink Display, englisches Menü (Elektronik)
Meinen Kindle habe ich schon seit Weihnachten, damals noch über die USA bezogen.
Ich bin insgesamt hellauf begeistert und möchte nun auf ein paar Aspekte näher eingehen.
Da zu den technischen Aspekten ja sowohl von Amazon als auch von anderen Nutzern schon vieles gesagt worden ist, möchte ich eher auf die alltägliche praktische Nutzung eingehen.

PRO:

Das Display ist sehr gut, kommt vom Lesekomfort annähernd an ein Buch heran. Auch stundenlanges Lesen ist nicht anstrengender für die Augen als bei einem Buch. Wer sich einen Eindruck verschaffen will kann sich die Sony Reader ansehen ( PRS-650 und 350) . Diese verwenden ein sehr ähnliches Display und können in vielen Geschäften betrachtet werden. Unter Sonneneinstrahlung ist das Display sehr gut lesbar, nurr leichte Spiegelung sind vorhanden (siehe Ergänzung ganz unten).
Sehr angenehm ist die Eigenschaft, dass z.B. die Schriftgröße dynamisch angepasst werden kann.
Wenn abends das Licht schlechter wird, oder ich einmal ohne Brille lesen will passe ich einfach die Schriftgröße dementsprechend an: Super!

Das 'Handling' gefällt mir nach einer gewissen Gewöhnungszeit fast besser als bei einem normalen Buch. Man kann das Kindle einhändig halten und auch blättern, man kann es flach hinlegen ohne dass sich die Seiten von selber umblättern, und der Blättervorgang ist leiser als bei einem normalen Buch. Für mich spielt dies eine Rolle, da ich oft im Bett lese und bei Büchern immer mit meiner Sitz/Liegeposition und dem Halten des Buches ein Problem bekomme.

Super ist natürlich, dass man praktisch seine ganze Bibliothek mitnehmen kann.
Gerade im Urlaub hatte ich früher immer das Problem, dass ich gerne mal 5 ' 10 Bücher mitgenommen habe. Mit dem Kindle wiegt das nun fast nichts mehr und nimmt keinen Platz weg.
Selbst wenn mir der Lesestoff ausgeht kann ich mir jederzeit und Weltweit neue Bücher kaufen (Wlan/Umts)

NEUTRAL:

Umblättern ' Auf den ersten Blick stört das 'Flackern' beim Blättern. Auch die Zeit die zum Umschalten benötigt wird erscheint auf den ersten Blick störend. Im Alltag merkt man dies jedoch kaum. Wenn man wirklich liest und sich nicht nur das Display ansieht nimmt man das Umschalten kaum mehr war. Die Umschaltzeit ist gerade gut genug, dass es fast fertig ist, wenn man mit den Augen vom unteren Rand zum oberen gewandert ist.
Hier könnte theoretisch noch an der Geschwindigkeit gearbeitet werden, in der Praxis ist es aber jetzt schon nicht störend.
Wer Angst vor plötzlichem Stopp des Lesevergnügens durch einen schwachen Akku hat, den kann ich beruhigen. Das Kindle verbraucht eigentlich nur beim umblättern Strom, somit ist die Akkulaufzeit nicht von der Zeit abhängig. Mit einer Akkuladung schafft man ohne weiteres mehrere Bücher, bei den meisten dürfte es sich dann um den Zeitraum von mehreren Wochen handeln.

KONTRA:

PDF-Darstellung
Die Zoomoptionen sind doch relativ beschränkt, der vergrößerte Ausschnitt kann nicht frei gewählt werden. Schade, so praktisch nicht nutzbar.
Wer generell plant Skripte für die Uni oder Fachbücher (meist PDF und größeres Format) darauf zu lesen sollte wenn dann über ein Kindle DX nachdenken. Der Bildschirm des Kindle in Verbindung mit den mangelhaften Vergrößerungseigenschaften ist dafür nicht geeignet!

Kaum genannt: Es ist ein technisches, relativ teures Gerät (Im Vergleich zu einem Buch) und das schränkt natürlich die Nutzungsmöglichkeiten ein.
Ein Buch kann zur Not auch einmal mit Getränken bewässert oder in Wasser getaucht werden (Badewanne) ' ärgerlich aber kein Weltuntergang.
Mit einem Buch kann ich auch am Badesee lesen, ohne Angst haben zu müssen, dass spielende Kinder oder ähnliches Naturgewalten mein Kindle beschädigen.
Es handelt sich dabei vielleicht oft um einen psychologischen Aspekt, aber ich würde z.B. ein Buch jederzeit bei meinen Sachen in der Wiese liegen lassen, während ich im See schwimme. Beim Kindle bin ich da nervös. Für mich beeinträchtigt das den Lesekomfort, da ich mir vorher überlegen muss, ob ich das Kindle auch gefahrlos mitnehmen kann oder nicht.

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Abgesehen davon gibt es noch ein paar Aspekte die beachtet werden sollten, die für mich in der Bewertung des Gerätes jedoch keine große Rolle spielen. Jeder kann sich darüber vorher informieren und entscheiden, ob das Kindle etwas für ihn ist.

-Englisch:
Die Menüführung des Kindles ist auf Englisch, was aber 'schlimmer' klingt als es ist, weil man das Menü praktisch eh nicht benutzt bzw. die wichtigen Funktionen durch Zeichen dargestellt sind (Schriftgröße ändern z.B.)
Ein größerer Nachteil dürfte für die meisten das deutsche Bücherangebot sein.
Für mich persönlich spielt das keine Rolle, da ich gerne auch auf Englisch lese und dort
mittlerweile ein riesiges Angebot vorhanden ist. Auch das deutsche Angebot wächst, kann jedoch bei Preis und Menge nicht mit dem englischsprachigem mithalten. Da sollte man sich vorher informieren, ob man genug Lesestoff für sich findet

-Nachrichten von Webseiten / Calibre
Jeder Kindlenutzer sollte sich die Software Calibre zumindest einmal ansehen. Ich nutze sie um die Artikel von Nachrichtenseiten im Internet auf mein Kindle zu laden.
So kann man z.B. Alle auf Zeit-online verfügbaren Artikel automatisch jeden Morgen auf sein Kindle laden. Die Navigation zwischen den Artikeln ist dabei meiner Meinung nach übersichtlicher und angenehmer als auf der eigentlichen Internetseite.

-Preis
Weil einige hier über den Preis schimpfen:
Ja, Elektronik und andere Artikel sind in Deutschland teuerer. Das liegt zum einen daran, dass bei uns satte 19 % Mehrwertssteuer anfallen. Wenn man diese einrechnet ist man gar nicht mehr so weit vom Dollarpreis weg. Natürlich ist es damit bei uns immer noch teurer, das hat aber NICHTS mit dem Kindle zu tun. Im Gegenteil, hier ist die Spanne sogar noch relativ klein.
Im Übrigen ist der Import mit Versand teurer als der Kauf hier in Deutschland, ich habe damals ca 145€ für die WIFI Version bezahlt.
Ich würde eigentlich sogar sagen, dass der Preis ein Argument für den Kindle ist.
Die meiner Meinung nach einzige ernsthafte Kindle Konkurenz in Deutschland ist Sony mit der aktuellen Generation der PRS-Reader.
Diese gehen jedoch erst ab 170€ los.
Preis/Leistungstechnisch ist der Kindle im Moment meiner Ansicht nach beste Ebook-Reader.

-Kein Touchscreen
Im Vergleich zu den Sony Readern hat das Kindle keinen Touchscreen. Manche mag das stören, ich finde es sehr gut. Da das Kindle für mich ein Buchersatz ist und ich wirklich damit lese, sind das letzte was ich brauchen kann Fingerabdrücke und Schmierer auf meinem Display. Diese sind in der Sonne extrem störend finde ich, dies ist aber Geschmackssache.
Ich bin mit der Bedienung rundum zufrieden.

-Browser
Der Browser wird sogar von Amazon als experimentell bezeichnet und ist praktisch kaum nutzbar. Kurz mal Wikipedia geht vl noch. Normales Surfen nicht sinnvoll möglich.
Wer jedoch darauf Wert legt sollte vl lieber zu einem Ipad greifen.

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Ist der Kindle die Zukunft des Buches?
Für mich auf jeden Fall!
Wenn jetzt noch das deutsche Angebot verbessert wird und wenn die Preise der Ebooks angepasst werden (Buchpreisbindung) glaube ich dass Ebookreader und vor allem der Kindle auch bei der breiten Masse einen großen Anklang finden werden.
Der Kindle ist ein Hervorragendes Gerät das für mich seine Kernfunktionalitäten sehr gut erfüllt (Lesen, Lesen, Lesen)

Der Kindle ist für mich eine meiner lohnensten Anschaffungen der letzten Monate und ich möchte ihn nicht mehr missen.

====== Ergänzung =================================================================
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Einen Punkt möchte ich nochmal nachreichen, den ich für wichtig/interessant halte.
Ich versuche eine einfache Erklärung der verwendeten Displaytechnologie zu geben, so wie ich es verstanden habe.
Bitte korrigiert mich, wenn ich etwas falsch darstelle.

Das Display des Kindles hat nichts mit den weit verbreiteten LCDs zu tun, wie sie bei herkömmlichen Monitoren oder Tablets wie z.B. dem Ipad zu finden sind.
Im Gegensatz zu den LCDs arbeitet das E-Ink (steht für Elektronische Tinte) Display des Kindle nicht mit leuchtenden Pixeln.
Ein E-Ink Display besteht aus einer Vielzahl von winzigen Mikrokapseln, in denen sich wiederum noch winzigere schwarze und weiße Partikel/Pigmente befinden.
Man kann es sich wie eine Durchsichtige Kugel mit kleineren schwarzen und weißen Kugeln darin vorstellen.
Jetzt sind z.B. die weißen Partikel positiv geladen und die schwarzen negativ.
Durch die Benutzung eines Magnetfeldes kann nun beeinflusst werden, ob sich die schwarzen oder die weißen Kugeln an der Oberseite der Kapsel sammeln (Oberseite = zum Betrachter hin gewandt). Meines Wissens nach sind auch Zwischenstufen möglich, also z.B. in einer Kapsel die Hälfte der weißen und der schwarzen Partikel nach oben, um feinere Graustufen zu erzeugen.
Von oben betrachtet ist jetzt jede Kapsel entweder schwarz oder weiß (Zwischenzustände mal weggelassen) und zusammen ergeben sie das Dargestellte Bild.
Dadurch erklärt sich z.B. auch das Flackern beim Umschalten (Magnetfeld wird geändert, Partikel ordnen sich neu an) und dass nur beim Seitenwechsel Strom verbraucht wird (anscheinend bleiben die Partikel immer in ihrer letzten Position, das Magnetfeld muss nicht dauerhaft aufrechterhalten werden.

!In der Praxis erzielen diese Displays dann ein Bild, dass subjektiv recht ähnlich zu bedrucktem Papier ist.!

Ein Nachteil sind im Moment noch relativ lange Schaltzeiten, wodurch nicht wirklich animierte Darstellungen oder Videos abgebildet werden können.
Es gibt schon einige Projekte, die E-Ink-Displays fertigen können, die anscheinend schnell genug für Videos sind und farbige Darstellung beherrschen.
Momentan existieren glaube ich aber noch keine fertigen Produkte mit diesen Displays, da muss man wohl noch mindestens eine E-Reader Generation warten.

Ein weiterer Nachteil gegenüber herkömmlichen Displays ist die fehlende Hintergrundbeleuchtung. Man ist also auf Umgebungslicht angewiesen.

Darin liegt aber gleichzeitig die große Stärke der Displays, sie leuchten nicht selbst sondern reflektieren das Licht.
Dadurch sind sie auch unter heller Sonneneinstrahlung gut lesbar, da sie die Sonne nicht durch eigene Leuchtkraft "übertrumpfen" müssen um lesbar zu sein, sondern im Prinzip (Spiegelungen mal ausgenommen) sogar besser lesbar werden, je heller es ist.
Ich denke ein guter Vergleich zur Lesbarkeit in der Sonne ist glänzendes (hochglanz) Papier, wie es von den meisten Magazinen verwendet wird.
In einem gewissen Winkel gehalten blendet (Spiegelung) man sich sozusagen selbst.
Die Hintergrundbeleuchtung ist wohl auch der Grund, warum das Lesen von normalen LCDs schwerer fällt und die Augen schneller ermüden.

Großer Vorteil gegenüber den LCD-Displays ist auch, dass E-Ink nicht vom Betrachtungswinkel abhängig ist.

Ich hoffe ich konnte alles einigermaßen verständlich und korrekt darstellen.
Falls ihr Verbesserungsvorschläge habt oder Unklarheiten bestehen würde ich mich freuen, wenn ihr mich in den Kommentaren darauf hinweist.
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Kommentare

Von 19 Kunden verfolgt

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81-90 von 143 Diskussionsbeiträgen
Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.06.2011 19:19:09 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 23.06.2011 19:20:15 GMT+02:00
Bob meint:
Ja, es ist möglich Textstellen zu "highlighten". Diese werden dann Unterstrichen dargestellt. (Jedoch relativ dezent, zumindest als ich es gerade getestet habe)
Auch können Kommentare/Bemerkungen über die Kindle-Tastatur an jeder Stelle im Text eingefügt werden.
Es ist dann möglich alle Stellen anzuzeigen, die in einem Text unterstrichen oder kommentiert sind und direkt dorthin zu springen.
Ein Kommentar wird durch eine hochgestellte Zahl an der betreffenden Stelle im Text dargestellt und kann angezeigt werden, indem man mit dem Kursor zu dieser navigiert.

In habe diese Funktion bis jetzt jedoch nicht genutzt und kann somit nichts darüber sagen, wie praktikabel die Benutzung wirklich ist.
Vielleicht können andere mehr berichten.

Veröffentlicht am 24.06.2011 06:02:31 GMT+02:00
G. Mayer meint:
Hy Bob, diese Rezz. hat mich in der Massnahme verstaerkt, das Kindle jetzt in USA zu kaufen, da ich z.Zt hier bin !
Ich benoetige es nur fuer Buecher zu lesen und mir reicht momentan das deutsche Angebot von Amaz.com !
Ausserdem habe ich das Woerterbuch runter geladen, das ist mir auch hilfreich, da ich noch nicht ganz so beim
Enlischen fit bin ! Habe es jetzt einige Tage schon im "Betrieb" und bin sehr zufrieden!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.07.2011 11:41:03 GMT+02:00
Michael Ertl meint:
Gute Rezension!

Ich überlege mir auch so ein Teil zu kaufen, wenn mich auch der Preis noch etwas abschreckt. Was ich mich frage? Kann man auch bei der kostengünstigeren Wi-Fi-Version die E-Books von Amazon auf den PC runterladen und dann problemlos über USB-Kabel auf den Kindle übertragen?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.07.2011 17:13:40 GMT+02:00
G. Mayer meint:
Hy Michael, es gibt hierfuer ein sehr gutes Erklaerungsbuch im AmazonSTORE; die besten deutschen
KINDLE TIPS UND TRICKS 2011 100% auf deutsch ! ich habe es mir in den USA bereits auf mein neues Kindle
wifi runter geladen und es bringt einen wirklich sehr viel weiter, als nur die Internetbeschreibung!
Viel Spass beim Kindle !!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.07.2011 13:25:53 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 04.07.2011 13:34:07 GMT+02:00
Frankfurterin meint:
Ich bin bekennender Buchfan, lese oft stundenlang in der Badewanne und würde womöglich öfters durch eine ungeschickte Bewegung so ein teures Kind(le) mit dem Bade ausschütten. Alte Texte hole ich mir öfters aus dem Gutenberg-Projekt, drucke sie dann aber zum Lesen aus, weil meine beiden Gehirnhälften (auch bei der Redaktion meiner eigenen Manuskripte) beim Lesen auf Papier besser zusammenarbeiten als auf dem Bildschirm. In erster Linie aber habe ich kulturpolitische und grundrechtliche Vorbehalte gegen das E-Book, würde mir also noch lange keins kaufen, auch wenn ich auf Urlaubsflügen immer viel Freigepäck für Bücher brauche. Nun hat sich aber mein Mann ein E-Book gewünscht, und darum bin ich auf diese wirklich sehr gründliche und sachliche Rezension gestoßen. Ich halte sie nicht für gekauft. Trotz einiger Kritikpunkte, die Bob anführt, erscheint er mir aber etwas zu enthusiastisch. Ich habe daher die Unmengen von Kommentaren ebenfalls aufmerksam gelesen.

Schade, dass B. Hebecker seinen/ihren eigentlich bedenkenswerten Ansatz immer mehr in polemische Albernheiten und hohles Phrasengedresche abgleiten ließ, denn eigentlich hat er/sie Recht und man darf den Gesichtspunkt der immer drohenden Konsumentenversklavung nicht aus den Augen verlieren. Beim wütenden Abtun aller elektronischen Kommunikationsmittel vergisst Hebecker jedoch, dass die Warnungen (und die Wahrheit) über Fukushima ohne Twitter sich niemals so schnell ausgebreitet hätten (man bedenke nur, wie lange die Öffentlichkeit über den Tschernobyl-Gau trotz höchster Gefahrenstufe belogen wurde!) und dass die Aufstände in Nordafrika ohne mobile Telefone und Internet nicht diese Erfolge gezeitigt hätten. Auch das E-Book hat sicher seine Vorzüge (besonders für Urlaubsreisende und Leute, die unterwegs mit wissenschaftlichen Büchern arbeiten und sich dafür nicht mit kiloschweren Taschen abschleppen und lange die passenden Stellen suchen müssen). Ich mache mir nur berechtigte Sorgen über das Unwirtschaftlichwerden der Buchherstellung, das Verschwinden der literarischen Vielfalt in den Verkaufsregalen und last not least der kleinen Buchhandlungen vor Ort, wo man ungehindert schmökern und viel Interessantes und Schönes finden kann, wonach man gar nicht gesucht hat.

@Rezensentin
Merkwürdig, dass seit Ihrem Kommentar vom 9.5. bisher keiner auf Ihren äußerst wichtigen Einwand geantwortet hat, der sich auf Datenschutz und Informationshoheit bezieht.
Ich war schockiert, als Amazon durch die Schlagzeilen ging, als es erstmals ein bereits gekauftes Buch durch Fernlöschung wieder zurücknahm - einfach so. Zwar gegen Erstattung des Kaufpreises, aber was hat das schon zu bedeuten gegen die Erkenntnis, was in einem totalitären System möglich wäre (und ich spreche nicht nur von totalitären Staaten, auch das von Konzernen immer mal wieder angestrebte Informationsmonopol tendiert ja zur geistigen Gefangennahme).

Für mich ist die harmlos und freundlich klingende Information: "Bücher, die Sie im Kindle-Shop kaufen, werden auf Amazon.de automatisch in Ihrer Kindle-Bibliothek online gespeichert. Laden Sie bereits gekaufte Bücher immer wieder kostenlos herunter, drahtlos und zu jeder Zeit" ein absoluter Schrecksatz. Das heißt im Klartext, ich kann keine eigenen Sicherheitskopien machen, daher
a) einmal Kindle, immer Kindle
b) sollte Amazon von Markt verschwinden (sag niemals nie), verschwinden auch alle meine E-Bücher
c) sollte Amazon zum Löschen bestimmter Inhalte gezwungen werden, verschwinden Inhalte, die mir vielleicht viel bedeuten
d) Amazon weiß, was ich lese, und kann mich noch mehr als bisher mit Empfehlungen nerven, die mich nicht die Bohne interessieren
e) Amazon könnte rechtlich gezwungen werden, mein Leseverhalten an interessierte staatliche Organe weiterzugeben
f) Ein Aufkäufer von Amazon könnte die Datenschutzzusicherungen aushebeln
g) und überall gibt es ja leider auch korrupte Mitarbeiter, die alles verkaufen, wofür sie Geld kriegen können.

Ganz abgesehen davon kann ich ein Buch in einer Buchhandlung (oder online gekauft) egal wo (und nicht bloß die ersten Seiten) aufschlagen und prüfen, ob es mir gefällt und nicht kaufen oder ggf. ZURÜCKSENDEN, was besonders dann hilfreich ist, wenn man zu einem bestimmten Thema ein Fachbuch braucht und sich drei oder vier zur engeren Auswahl schicken lässt, von denen man nur eins oder zwei behält.

Was mich erst recht stört ist, dass man einmal gekaufte E-Bücher nicht mehr weiterverkaufen kann. Mein Portemonnaie entspricht nicht meiner Lesewut und Informationssucht und so kaufe und verkaufe ich sehr oft gebrauchte Bücher, die ja oft noch wie neu sind.

Ein wichtiges Argument jedoch spräche für E-Book-Reader: Wenn es wahr ist, dass jeder seine Manuskripte in die dafür passenden Formate konvertieren kann, dann bedeutet das eine riesige Demokratisierung des Buchmarkts. Ist es wahr? Wenn nicht, wäre es aber doch ein Aufbruch: Jeder Autor (jedenfalls in einem sogenannten freien Land) könnte sein Buch ganz ohne Verlag publizieren. Das käme der Umwälzung gleich, die einst durch die Erfindung des Buchdrucks möglich war. Nur dass die perfekten Möglichkeiten zu Vernichtung und Zensur schon im System vorhanden sind, das ist ein sehr bitterer Wermutstropfen, der mir die Freude daran vergällt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.07.2011 10:44:19 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 10.07.2011 11:11:28 GMT+02:00
Michael Ertl meint:
Viele Dank G. Mayer für die Empfehlung des Erklärungsbuches! Ich habe bereits selbst einen Kindle und bin sehr damit zufrieden. Vor allem die Wörterbuchfunktion ist sehr praktisch und angenehm für mich. Die Übertragung per USB funktioniert ganz einfach und einwandfrei und ist mit keinen Komplikationen verbunden. Beim Kauf einfach die Option "per Computer übertragen" anwählen und man kann danach die entsprechende Buchdatei runterladen und beliebig abspeichern. Man muss nur angeben für was für ein Gerät diese Datei exklusiv erstellt werden soll, sollte man mehrere Geräte angemeldet haben.

Wer also auf den Luxus "jederzeit und überall ein digitales Buch auf seinen Kindle kaufen und downloaden zu können" leicht verzichten kann, dem kann ich die billigere Variante somit uneingeschränkt empfehlen.

Zu den Punkten von Frankfurterin:

a) Stimmt, allerdings kann man ein gekauftes E-Book (solange Amazon es nicht aus seinem persönlichen Kindle-Bereich löscht) für mehrere Versionen (E-Bücher oder Computer) runterladen die man angemeldet hat.
b) Sehr unwahrscheinlich das Amazon verschwindet. Verkauft eventuell vielleicht später mal. Aber auch dann hab ich noch meine gesicherten E-Buchversionen. Eventuell direkt auf dem Kindle, meiner Computerfestplatte oder USB-Platte. Sofern man Sicherungen erstellt hat - ja.
c) Mag für die 3G-Version eventuell stimmen, ansonst verweise ich auf meinen Punkt vorher.
d) Und was ist hier der Unterschied ob ich digitale oder normale Bücher bestelle? Empfehlungen von Amazon per E-Mail kann man auf Wunsch abbestellen - dachte ich zumindest immer. Muss ich mal probieren, bis jetzt haben mich die Empfehlungen aber immer interessiert
e) siehe mein Argument bei Punkt d)
f) Auch hier verweise ich zu meinem Kommentar bei Punkt d). Am sichersten fährt man hier immer noch wenn man überhaupt nichts "online" bestellt, da man somit auch seine Daten nicht bekannt gibt.
g) Korrupte Mitarbeiter gab es früher schon, gibt es heute noch und wird es leider auch in Zukunft geben. Weiters verweise ich hier auf meinen Punkt f)

Weiterverkaufen kann man E-Books so einfach nicht - das stimmt, allerdings (wie bereits erwähnt) kann man sie für mehrere Versionen (E-Books, PC) runterladen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.07.2011 16:24:49 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 14.07.2011 16:32:02 GMT+02:00
Frankfurterin meint:
Aha, man kann also doch eigene Sicherungen erstellen, darauf konnte ich bisher nirgendwo einen Hinweis entdecken! Aber mit der 3G-Version am Ende doch wieder nicht? Das ist etwas verwirrend.
Amazon wird nie verschwinden? Hm. Ich dachte auch mal, Nokia würde nie verschwinden, und mein frommer Kinderglaube hat sich in zwei Jahren in meinem Depot auf 16% des Einkaufswertes reduziert. Ganze Länder betreiben betrügerische Insolvenz! Alles ist möglich.

Ihre Datenschutz-Argumente sind natürlich richtig, wenn man wirklich alles bei Amazon bestellt. Aber ich kaufe auch vieles bei Buchhändlern.
Email-Empfehlungen von Amazon bekomme ich nie, Gott behüte! Das scheine ich schon früh abgestellt zu haben. Nein, mich nerven die Empfehlungen, die mich beim Einloggen anöden. Ich kaufe so viele Geschenke, deren Inhalt den Beschenkten interessiert, mich dagegen kaum, so dass ich da haufenweise von Empfehlungen abgelenkt werde, die mich nichts angehen. Ich weiß, dass man das auch abstellen kann. Ich hab das probehalber mal gemacht - bei jedem Titel einzeln angegeben "interessiert mich nicht". Die Prozedur hat ca. 3 Stunden gedauert, dann war der Bildschirm endlich leer. Eine Woche später war die Liste schon wieder ellenlang, weil jeder verkaufte Titel mindestens 10 Empfehlungen nach sich zieht.

Was mich an der Nichtverkäuflichkeit am meisten stört ist, dass ich E-Bücher nicht zur Ansicht bestellen und selber durchblättern kann. Dazu haben Sie sich nicht geäußert, wahrscheinlich weil es Sie auch stört, oder? Die Erlaubnis, die ersten Seiten zu lesen, macht mich gar nicht an, weil sich oft erst nach der Hälfte des Buchs zeigt, ob der Autor was zu sagen hat oder ob er anfängt Seiten zu füllen.

Das letzte "allerdings" habe ich nicht verstanden. Das Wort leitet normalerweise ein Gegenargument oder eine Einräumung ein. Wollten Sie also damit andeuten, dass man die PC-Version dann doch verkaufen könnte? Das würde ja Raubkopierern die Tür öffnen!

Was mich bezüglich der E-Reader außerordentlich interessieren würde: Gibt es irgendwo bereits Untersuchungen über das Rezeptionsverhalten (Leseschnelligkeit, Fähigkeit der sofortigen inhaltlichen Wiedergabe) des Gehirns und über eventuelle Unterschiede im Langzeitgedächtnis? Ich habe beim Googeln bisher nichts gefunden, aber vielleicht habe ich falsche Suchwörter verwendet.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.07.2011 14:19:30 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 15.07.2011 14:37:56 GMT+02:00
Fflocx meint:
@Hebecker...

Natürlich... für SO eine Rezension KANN der nur bezahlt worden sein... Wie könnte man auch auf die absolut absurde Idee kommen, dass jemand eine solche Rezension verfasst, weil er möglicherweise auch einfach nur vom Produkt absolut begeistert und überzeugt ist... Und dann auch noch das DISPLAY als besonderes Merkmal herausgreifen. Wo es doch so viele andere Aspekte an einem Ebook-Reader gäbe, die man explizit hervorheben könnte, als ausgerechnet das DISPLAY...

(So ganz am Rande: die letzten drei Leute mit dieser Einstellung haben sich noch am selben Tag ein Kindle bestellt, nachdem sie meinen gesehen hatten... Also: erst kaufen, dann meckern... Aber man kann natürlich auch aus rein aus Prinzip dagegen sein.)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.07.2011 14:26:53 GMT+02:00
Fflocx meint:
@Hebecker... Ja, diese Entwicklung und dieser bedenkenlose Fortschritt sind echt gefährlich... ich persönlich empfand ja den Schritt von den doch sehr viel persönlicheren handgeschriebenen Büchern zu diesem teuflischen und unpersönlichen industriell gedruckten Buch (Danke für Nichts, Herr Guttenberg!!!) mehr als bedenklich. Und dabei dachte ich noch, nach der Abkehr von den Papyrusrollen könne es gar nicht mehr schlimmer kommen...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.07.2011 18:41:16 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 15.07.2011 19:04:58 GMT+02:00
B. Hebecker meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]