Kundenrezension

41 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen unangenehm, 28. Juli 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Heroes (Audio CD)
ich weiß, ich begehe hier und jetzt ein sakrileg und werde dafür vermutlich mit vielen nichthilfreichs abgestraft, aber irgendwer muss die sakrilege ja begehen, sonst wäre das leben fad.

als bekennender nicht-bowie-fan (aber als bewunderer seines muts zum wandel und zur entwicklung sowie seines charismas) kannte ich von diesem album nur den übergroßen titeltrack und seinen noch übergrößereren ruf: das wichtigste album bowies - wenn nicht überhaupt der welt und so. dazu kamen viele popologisch höchst versierte analysen, etwa die von v-lee auf diesen seiten, die mich sehr hungrig auf dieses werk machten.

ich habe es jetzt also konzentriert durchgehört und bin entsetzt. ja, "heroes" ist ein fantastischer song, einer der ganz großen, einer, bei dem alles eine große, magische einheit bildet: text, musik, gesang, arrangement, atmo. hinreißend.

davon abgesehen zeigt sich auf diesem album das typische bowie-leiden besonders krass. seine kreative kraft reicht nicht für mehr als ein, zwei große songs pro album. der rest fällt dramatisch ab.

im falle dieses albums sind die übrigen "songs" - also die stücke mit gesang - zumindest für meine ohren völlig unterdurchschnittlich. keine unbekannte band, die sich mit diesem material bei einem label bewürbe, hätte irgendeine chance auf einen plattenvertrag. die kompositionen "brechen" mehrmals, fallen auseinander, wirken ziellos. die melodien sind sehr oft schlicht unangenehm.

unangenehm: das ist für mich das ganze album. vielleicht hat es etwas mit psychoakustik zutun, aber mir tut der sound körperlich weh. am schlimmsten sind die aufdringlichen, lästigen, mühsamen, wichtigtuerischen, dabei so banalen gitarren. auch sehr übel: das heute geradezu lächerliche, pseudo-technoide, wie ein toter fisch klingende schlagzeug. ebenfalls unangenehm: das trötende, schrille saxofon, die kreischenden chöre und die noch mehr als sonst überaus fragwürdig an den noten vorbeizielende intonation bowies.

weniger schmerzhaft sind die instrumentals, die sind zum teil sogar ganz interessant, wenn auch sehr schlecht gealtert. man denkt unwillkürlich: aha, so stellten sie sich ende der siebziger also die zukunft vor, naja, lieb.

es tut mir leid, hier so gegen die geltende meinung anzuschreiben, aber man nehme meine stimme halt als eine weitere denkmöglichkeit. mir kommt dieses album vor wie kaisers neue kleider.

der zweite punkt ist wegen "heroes", dem song, wegen des legendenstatus' und wegen des muts zur innovation, auch wenn er für mein gefühl hier völlig ziellos im raum verpufft.
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Kommentare

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1-10 von 34 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 03.08.2009 09:58:06 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 03.08.2009 14:05:13 GMT+02:00
Stephan Urban meint:
ich sehe es ein ganz klein wenig wie du - ein übersong und ein durchschnittlicher rest, ich höre mir meistens nur mehr die erste nummer an.
unangenehm finde ich es aber nicht, was daran liegt, dass mir allgemein eno's soundcollagen gut gefallen und hier sind sie die "schmiere" die auch die songs neben "heroes" anhörbar machen.
innovativ war das damals aber schon, in der richtung gings dann halt nicht wirklich weiter und so sagt man heute "schlecht gealtert" dazu...

als es rauskam mochte ich das album sehr und hörte es sehr oft auch durch...
damals hätte ich dir wohl heftig widersprochen, heute muss ich dir ein wenig widerstrebend recht geben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.08.2009 14:00:19 GMT+02:00
V-Lee meint:
ich mochte das album anfangs überhaupt nicht - mittlerweile find' ich's toll. songs wie 'beauty and the beast' oder 'blackout' find' ich kompositorisch ganz groß, weil sie trotz ihrer sperrigkeit in's ohr gehen und völlig mit dem traditionellen songwriting brechen.
jeder hört's anders, aber für mich ist das ein künstlerisch anspruchsvolles pop album.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.08.2009 13:44:41 GMT+02:00
Andreas S. meint:
Mir gehts wohl wie dem guitar, ich bringe die Geduld nicht auf, mich da reinzuhören. Finde Bowie irgendwie groß, seine ganze Person, seine Musik gefällt mir aber oft nicht, von seiner Stimme ganz zu schweigen. Manchmal ein ganz schlimmes Gejaule um die gesuchten Töne drumherum. Da nützt es auch nichts, wenn Eno den Chor genauso schräg klingen lässt.
Dann hat er wieder Songs, die sind großartig, zu denen passt nicht nur seine Stimmlage ohne, dass er sich quälen muss, nein diese Stücke leben von seiner Stimme, die darf kein anderer singen. - Auf diesem Album passiert das leider nur ein Mal.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.08.2009 15:31:19 GMT+02:00
guitar meint:
ja, genau das wars, was ich empfinde und ausdrücken wollte!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.08.2009 16:15:59 GMT+02:00
V-Lee meint:
ich kann euch vor allem aus einem grund nicht widersprechen: da die erste platte die ich von bowie gehört habe 'scary monsters' (das war so ca. 1981 oder 82 - im zarten alter von 13 jahren) war, und ich also seit ca. 28 jahren bowie von vorne bis hinten, von oben nach unten und wieder retour gehört habe, bin ich wahrscheinlich ein bisschen voreingenommen. fakt ist: man mag ihn, oder man haßt ihn. ich kenn' niemanden, der sich ernsthaft mit musik befasst, dem er wurscht ist.
ich halt z.bsp-. metallica oder judas priest nicht aus - obwohl ich weiss wie musikalisch wichtig die waren/sind, aber alleine bei der stimme von rob halford dreht sich mir der magen um.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.08.2009 10:30:36 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 20.08.2009 10:32:00 GMT+02:00
guitar meint:
also, ich liebe priest und tante halfords stimme. ich würde aber nie die behauptung riskieren, judas priest wären musikhistorisch auch nur annähernd so wichtig wie bowie. wichtigkeit korreliert nicht immer mit sympathie oder auflegefrequenz.

zu bowie: weder liebe noch hasse ich ihn. ich respektiere ihn. und meine best of von ihm hör ich ganz gern. aber halt nur die.

Veröffentlicht am 25.08.2009 20:44:08 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 26.08.2009 10:21:02 GMT+02:00
Boris Grewe meint:
Kann Deine Perspektive hier und da nachvollziehen, halte HEROES jedoch für eines der bedeutenden Alben, die unmeßbaren Einfluß auf vieles Darauffolgende gehabt haben.
Sicherlich nicht durchweg angenehm zu hören, jedoch von so unendlich musikalischem Wert, daß es mich jedesmal bis zur letzten Note fasziniert, was der da zusammen mit Eno angestellt hat. Ich denke, daß man sich mit der Materie Bowie befasst haben muß, um diese Platte zu mögen, überhaupt zu verstehen. Das sind zum Teil einfach emotionale Eindrücke, die vertont wurden. Das klingt nicht immer hübsch. Halt düster-wie er nun mal drauf war zu jener Zeit. Voll mit Koka, Bier und Berlin.
Wenn man Bowie mag, setzt man sich mit seiner Vergangenheit auseinander. Idealerweise in Form des Buches HELDEN (das ich an dieser Stelle sehr empfehlen kann). Ohne ein Grundwissen wird man sich nie in dieses Album verlieben. Als Bowiefan im dritten Jahrzehnt, habe selbst ich durch diese 204 Seiten eine neue Perspektive auf sein Berliner Werk bekommen. Unser Held ist eben nicht immer einfach zu hören. Wer zu leichter Kost neigt, sollte sich dann vielleicht doch lieber eine Scheibe Tina Turner oder Genesis auf den Teller schmeißen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.09.2009 11:36:16 GMT+02:00
guitar meint:
vielen dank für diese sehr spannenden anmerkungen!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.10.2009 19:50:54 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 01.10.2009 20:05:04 GMT+02:00
Andreas S. meint:
Lieber Boris das sind interessante Ansichten und Tipps - das meine ich ernst.
Lass Dir aber gesagt sein, auf der Musikniveauskala gibt es noch etwas zwischen Bowie und TT oder Genesis und wenn es um gute, aber nicht ganz leichte Kost geht, ist Bowie doch im Grunde auch gar kein Maßstab - das meine ich auch ernst.
Das wollte raus nach Deinem letzten Satz, nichts für ungut
Gruß
Andreas

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.10.2009 11:07:41 GMT+02:00
V-Lee meint:
warum ist der bowie für dich für gute aber nicht ganz leichte kost kein maßstab?
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