Kundenrezension

20 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein überzeugendes Plädoyer für echte Wissenschaft, 20. Mai 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Science Delusion Freeing Spirir Enquiry (Taschenbuch)
Der für seine Arbeiten zu morphischen (oder morphogenetischen) Feldern berühmt gewordene englische Biologe Rupert Sheldrake rechnet in diesem aktuellen Buch überzeugend, detailliert und höflich, aber gnadenlos mit jenen sogenannten Wissenschaftern (wie z.B. Richard Dawkins) ab, welche jede Forschung an nicht-materiellen Fragen a priori als "unwissenschaftlich" verunglimpfen und am liebsten verbieten würden.

Zum Hintergrund der Kontroverse:

Unter "wissenschaftlichem Arbeiten" versteht man zunächst eigentlich nur eine generelle Forschungsmethodik. Diese ist geprägt dadurch, dass der Forscher ein Phänomen beobachtet (z.B. dass die Planeten am Himmel manchmal seltsame Schleifenbewegungen ausführen), dass er dann eine Theorie aufstellt (ein Modell entwickelt), wie das Phänomen zustandekommt, aufgrund dieser Theorie / des Modells Vorhersagen macht, welche Ergebnisse eine gewisse Messung oder ein Experiment ergeben müssen, und schliesslich die effektiven Ergebnisse mit seinen Vorhersagen vergleicht. Je nach Ergebnis, kann er sein Modell vertiefen, oder muss es überarbeiten. All diese Arbeiten, die Messdaten, die Modelle etc. werden publiziert, damit jeder andere die Modelle, Vorhersagen etc. nachprüfen und ggf. widerlegen kann.

Grundsätzlich kann man jedes beliebige Thema, von der Bewegung der Planeten über die Evolution bis zur Homöopathie, Telepathie oder der kalten Kernfusion wissenschaftlich untersuchen.

Der wesentliche Fortschritt der Aufklärung, welcher Galileo, Newton und Descartes zum Durchbruch verholfen haben, war es, statt auf kirchliche Glaubenssätze und gelehrte Gedankenspiele ("wieviele Engel können auf einer Stecknadelspitze tanzen?") zu hören, sich mit Experimenten, Messungen und öffentlicher Diskussion ein glaubensunabhängiges Bild der Realität zu machen.

Die durch die Loslösung von kirchlichen Dogmen ermöglichten neuen Erkenntnisse in Physik, Chemie, Biologie, Medizin haben in den letzten 350 Jahren zu einem enormen Fortschritt von Technik und Gesellschaft geführt.

Vorreiter der Entwicklung war die Physik, welche immer genauer und umfassender zu erklären versuchte, woraus die Welt besteht und nach welchen Gesetzmässigkeiten sie funktioniert. Dieser Ansatz führte stillschweigend dazu, dass von vielen Beteiligten "wissenschaftlich" mit "materiell" gleichgesetzt wurde. Bekannte Exponenten wie Dawkins z.B. vertreten mit grosser Inbrunst die Überzeugung, dass das ganze Universum nur aus materiellen Elementen (Materie / Energie / Raum / Zeit) besteht. Nicht-materielle Dinge, wie z.B. das menschliche Bewusstsein werden als blosse "Epiphänomene", aus der materiellen Grundlage entstandene "Nebenwirkungen" der Materie gedeutet.

Das Problem ist nun, dass diese materialistischen Wissenschaftler ihren kategorischen Materialismus heute wie eine Religion behandeln: Man darf ihn nicht in Frage stellen. Es gibt Dogmen, welche nicht diskutiert werden dürfen - andernfalls wird man verunglimpft, lächerlich gemacht, gemobbt und wenn möglich aus dem Wissenschaftsbetrieb entfernt. Kein Wunder, erinnern die mit hemmungslosen Lügen, Intrigen und Tricks und Falschspielereien betriebenen Kampagnen der Materialisten (wie z.B. Dawkins) gegen Andersdenkene Wissenschafter (wie z.B. Sheldrake) oft an die katholische Inquisition und andere religiöse Strafaktionen gegen Abweichler.

Vor diesem Hintergrund ist das Buch von Sheldrake zu verstehen: In einer minutiösen, detaillierten und stets wissenschaftlich einwandfrei belegten Abhandlung setzt sich Sheldrake mit der Kritik und den Gedankengebäuden seiner Gegner auseinander. Dazwischen zeigt er gelegentlich, zu welchen verlogenen Methoden diese Gegener schon gegriffen haben, um die Forschung von Sheldrake (und anderen) zu unterdrücken und zu behindern. "The Science Delusion" bezeichnet die "Wissenschaftsillusion", welche solche pseudowissenschaftlichen Figuren und Gruppierungen als echte Wissenschaft ausgeben.

Es ist zu hoffen, dass vor allem junge, noch nicht völlig vom Mainstream vereinnahmte Studenten und angehende Wissenschafter dieses Buch lesen und ihren Blick öffnen für die Abirrungen und Verdrehungen, welche den etablierte Wissenschaftsapparat heute dominieren.

Ein weiteres Buch mit ähnlicher Stossrichtung, ebenfalls einwandfrei belegt und klar formuliert, ist das Werk vom Arzt und Forscher Ch.T.Tart The End of Materialism: How Evidence of the Paranormal Is Bringing Science and Spirit Together.

Fazit: Ein wichtiges Buch, auch wenn die Schilderung der Unterdrückungsmechanismen zu denen materialistische Wissenschafter offenbar hemmungslos zu greifen gewillt sind, bedrückend wirken können auf einen Leser, der neugierig und offen für alle Phänomene der Welt ist und gerne mehr wissen möchte.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 30.10.2012 12:17:11 GMT+01:00
salzStart meint:
Hi ET,

>...Theorie / des Modells Vorhersagen macht, welche Ergebnisse eine gewisse Messung oder ein Experiment ergeben müssen,...<
Das Experiment und die Stimmigkeit der Vorhersage (die Zukunft berechnen) sind die ausschließlichen Kriterien. Alles andere ist Sophisterei.

>materialistischen Wissenschaftler ihren kategorischen Materialismus heute wie eine Religion behandeln: Man darf ihn nicht in Frage stellen.<
Wahrscheinlich führen viele Mechanismen dazu, dass Wissenschaftler das vorherrschende Gedankengebäude lieber nicht antasten (wollen eine Anstellung finden, wollen wissenschaftliche Karriere machen, wollen ihr Lebenswerk nicht zerstören, wollen nicht als Dummschwätzer dastehen...).
Es gilt aber nach wie vor, alleine das Experiment zählt.

>Sheldrake zu verstehen: In einer minutiösen, detaillierten und stets wissenschaftlich einwandfrei belegten Abhandlung setzt sich Sheldrake mit der Kritik und den Gedankengebäuden seiner Gegner auseinander.<
Schön und gut. Aber besser wäre doch, er würde sich intelligente Experimente ausdenken, welche seine morphogenetischen Felder reproduzierbar, eindeutig, nachweislich und dokumentiert belegen (im Sinne von "positivity").

>Grundsätzlich kann man jedes beliebige Thema ... kalten Kernfusion wissenschaftlich untersuchen.
Right.
Aber es gibt keinen Anspruch von Thesenaufstellern, dass die Wissenschaftsgemeinde die Postulate zu überprüfen hat.
Wer behauptet, dass Bachblüten Krebs heilen können, muss dies selbst nachweisen (und dies ist mit imensen Aufwand verbunden). Wenn Telepatie machbar ist, dann bitte mittels Experimenten nachweisen. Experiment im besten Sinne von "good science practice", denn letztendlich sind auch die statistischen Kriterien (is es jetzad a Korrelation oder etwa kausal verursacht...) am Ende eigenmächtig gewählt (und nicht naturgesetzlich determiniert).

Fleischman und Pons haben meines Erachtens mehr gefunden als statistisches Rauschen. Sie haben jedoch im Überschwang der Gefühle zu viele und zu blumige Aussagen getroffen. Mehrere renomierte Forschungsgruppen konnten nichts Reproduzierbares (sic!) finden. Dennoch haben auch sie "etwas" gefunden. Nur dies ist dann im akademischen Haifischbecken untergegangen.
Wenn Du mal die Seite von Steven B. Krivit überfliegst, dann mach dir selbst ein Bild wieviel dahinter stecken könnte. Mittlerweile äußert sich auch schon die Nasa dazu öffentlich (positiv).
Aber wirklich bewiesen und gar applied ist da noch nichts. Da wartet noch harte Arbeit, auf jeden der sich darauf einläßt.

<=>Auf der anderen Seite findest Du so Lichtgestalten wie Rossi, welche in einem Blendwerk von Worten und Webseiten eine Gemeinde aufbauen, die mit seinem e-cat die Welt retten wollen.
Und wirklich, die Gedanken an eine saubere, ingenieurtechnisch einfach zu handhabende, günstige Energiequelle läßt positive Emotionen in einen strömen, dass diese Methode vielleicht noch in Fredricksons Buch aufgenommen werden müßte.
Allein, er hat in keinem seiner Versuche ansatzweise gezeigt, dass seine Apparatur funktioniert...

liebe Grüße
salzstart

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 31.10.2012 17:48:06 GMT+01:00
et meint:
Hallo salzStart

Die Kritik an Sheldrake "Aber besser wäre doch, er würde sich intelligente Experimente ausdenken, welche seine morphogenetischen Felder reproduzierbar, eindeutig, nachweislich und dokumentiert belegen" läuft in die Leere, da Sheldrake das bereits mehrfach experimentell belegt und publiziert hat. Nur nicht in dem hier rezensierten Buch. Hier geht es darum, die Lügen und Betrügereien von "mainstream" Wissenschaftlern wie Dawkins und Konsorten offenzulegen und ihre Behauptungen zu widerlegen.

Ebenfalls nicht auf dem Laufenden sind Sie, wenn Sie schreiben "Wenn Telepatie machbar ist, dann bitte mittels Experimenten nachweisen." Das wurde experimentell einwandfrei nachgewiesen, das ist keine offene Frage mehr.

Natürlich unterdrückt der Mainstream (Wissenschaft, Politik, Medien) solche Erkenntnisse, da sie alle auf das materialistische Paradigma angewiesen sind. Der ganze hierarchische Zauber um Professoren, Chefs, Spitzenpolitiker etc. würde sich in Lächerlichkeit auflösen, würden nur schon 10% der Menschen die echten Forschungsergebnisse in Themen wie "Nah-Tod", "Woher kommt eigentlich die Realität" und "Was macht, dass ich ich bin (Bewusstseinsforschung)" zur Kenntnis nehmen und ihre Schlüsse draus ziehen.

Sollten Sie sich mal etwas orientieren wollen, wie weit die Forschung schon ist, hier einige Aufsetzpunkte:

- The Institute of Noetic Sciences
- Societey for Scientific Exploration
- The Scientific and Medical Network

Alle 100% wissenschaftlich, alle 100% unerschrocken gegenüber Druckversuchen durch den Mainstream.
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