Kundenrezension

5.0 von 5 Sternen Höhepunkt der Jamison-Ära, 15. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Too Hot to Sleep [Musikkassette] (Hörkassette)
Blickt man einmal nicht durch die Fanbrille, dann muß man konstatieren, daß diese Veröffentlichung aus dem Jahr 1988 an sich die letzte seriöse Veröffentlichung dieses legendären Melodic Rock Acts war. Sicher, der Sänger Jimi Jamison veröffentlichte unter dem Banner SURVIVOR später noch das Klassealbum "Empires" und 2006 erschien auch noch das Album "Reach". Während bei "Empires" aber weder die Gründungsmitglieder Frankie Sullivan noch Jim Peterik mitwirkten, litt "Reach" darunter, daß der wichtige Songwriting-Input Peteriks, der mittlerweile zu PRIDE OF LIONS und seinem WORLD STAGE Projekt abgewandert war, fehlte, Sullivan meinte, das Mikrofon bei zwei Songs übernehmen zu müssen, das Verhältnis zu Jamison erneut völlig zerrüttet war und teilweise Songs aufgenommen wurden, für die bereits Demos mit dem Ur-, Wieder- und Ex-Sänger Dave Bickler aufgenommen worden waren. Heute ist die Situation um die Band noch bedrückender: Peterik und Jamison arbeiten z.B. auf dem neuen Jamison-Release "Crossroad Moments" kongenial zusammen, während SURVIVOR bzw. die einzig verbliebenen Originalmitglieder Sullivan und Droubay mit Sänger Robin McAuley (GRAND PRIX, MSG) über Volksfeste in der amerikanischen Provinz touren und keine neuen Songs mehr auf die Reihe bekommen.

SURVIVOR gründeten sich Ende der Siebziger Jahre in Chicago und fanden schnell zu der Besetzung Franke Sullivan (git), Jim Peterik (git, keys), Stephan Ellis (bass), Marc Droubay (dr) und David Bickler (voc). Nach dem etwas sperrigen Debüt und dem Klasse-Zweitling "Pemonition" gelang dann mit dem Welthit zur ROCKY-Saga "Eye Of The Tiger" und dem gleichnamigen Album der absolute Durchbruch. Starke Riffs, melodische Interaktion zwischen Lead-Gitarre und dem Piano-Spiel Peteriks und vor allem der herausragende, kehlige, mit jeder Menge Street-Credibility versehene Gesang Bicklers bescherten mit dem Album "Caught In The Game" noch ein weiteres völlig verkanntes AOR-Juwel, bevor Bickler aus gesundheitlichen Gründen durch Jimi Jamison (TARGET, COBRA) ersetzt werden mußte. Dem Erfolg tat dies keinen Abbruch - ganz im Gegenteil: Jamisons glattere und vielleicht auch etwas charttauglichere Stimme bescherte eine Reihe weiterer Hits wie "I CanŽt Hold Back", "Burning Heart", "Is This Love", "High On You", "The Search Is Over", "How Much Love", "Moment Of Truth" usw.

1988 befand sich die Truppe damit auf dem Höhepunkt ihres Schaffens, obwohl die ersten Probleme begannen. Ellis und Droubay wurden gefeuert und man nahm als Trio unter Hinzuziehung arrivierter Studiocracks wie Mickey Curry (BRYAN ADAMS) das siebte Studioalbum auf. Auch sonst schonte man keine Mühen und Kosten. Mit Frank Filipetti wurde ein Produzent engagiert, der im Rockbereich damals in der ersten Reihe stand. In Sachen Cover ließ man ebenfalls nichts anbrennen und engagierte Hugh Syme, der auf seine unnachahmliche Art schon das Cover-Artwork von Bands wie DEF LEPPARD, MEGADETH, RUSH, MAGNUM, THE STORM, WARRANT usw. veredelt hatte. Selbst das klassische Band-Logo wurde umgestaltet und der etwas antiquiert wirkende, handschriftliche Schriftzug durch einen modernen Schriftzug - ganz so wie es Whitesnake zwischen "Saint & Sinners" und "1987" auch schon vorgemacht hatte - ersetzt. Musikalisch packten die Jungs noch einmal ganz tief in die Kiste ihres Könnens und boten ein Album mit durchweg gitarrenorientierterem Sound und im Vergleich zu früheren Alben etwas abgebremsten Keyboard-Einlagen. Sullivan spendiert bei dem knackigen Opener "She's A Star", bei "Here Comes Desire" und dem episch-opulenten, knapp neunminütigem "Burning Bridges" die besten Riffs seit dem Album "Caught In The Game". Keiner der Songs bleibt unter viereinhalb Minuten, "Rhythm Of The City" und "CanŽt Give It Up" pendeln um die sieben Minuten Spiellänge. Mit der obligatorischen Ballade "Across The Miles", die Jamison wie auf den Leib geschrieben ist, vielleicht aber auch ein wenig seicht daherkommt, und den catchy Melodic-Perlen "Didn't Know It Was Love" und "Desparate Dreams" schielte man auch noch einmal unverhohlen auf die Charts.

Es half nichts, obwohl es sich bei dem Album um den vermutlich stärksten Release der Jamison-Ära handelt. Mehr als eine Platzierungen in den Top 100 der Album-Charts sprangen nicht mehr heraus und die Truppe sollte sich dann zum ersten Mal richtig auflösen, um seitdem in ständig wechselnder Besetzung mit dem nun mittlerweile dritten Sänger ein Schattendasein zu führen.
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