Kundenrezension

3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Unvollendete, 30. Oktober 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die grosse Scheidung: Oder zwischen Himmel und Hölle (Broschiert)
Das Buch handelt bestenfalls davon, dass jeder Mensch das ernten wird was er gesät hat. Die große Scheidung erfolgt aufgrund seiner Entscheidungen, die er im Leben getroffen hat. Das Buch erinnert vom Konzept her an Dantes "Göttliche Komödie". Komödiantisch geht es jedoch gar nicht zu. Es herrscht eine düstere Grundstimmung vor.
Man merkt dem Autor an, dass er weder in der Hölle noch im Himmel war, wobei man geneigt ist zu sagen, die Erfahrungen, die er im Leben gemacht hat und in diesem Buch verarbeitet, deuten darauf hin, dass das Erdenleben eher mit höllischen Verhältnissen vergleichbar ist.
Das Buch entspricht der persönlichen Ideologie des Autors. Er war zwar Anglikaner, aber das hielt ihn nicht davon ab, eine Art Purgatorium oder Vorhölle oder Fegefeuer in seine Vorstellungswelt einzurichten, aus dem die Leute einen Ausflug in den Vorhimmel machen dürfen, mit der Aussicht dort zu bleiben, um gerettet zu werden. So wie der Autor die Situation darstellt, scheint es aber nur sehr unwahrscheinlich, dass diese Institution Erfolg hat. Die Leute, die zurück in die Hölle müssen, scheinen alle verstockt durch ihre eigenen unguten Angewohnheiten geworden zu sein, während die Besucher vom Himmel, die sie abholen wollen, sich nicht gerade durch eine herzliche Anteilnahme auszeichnen und manchmal ziemlich unerleuchtet daherreden. Der Autor hat nicht die "zündenden" Gedanken und Worte gefunden, die er den göttlichen Boten in den Mund legen konnte, um damit die Kandidaten für eine mögliche Himmelfahrt zu überzeugen. Vielleicht liegt das daran, dass Lewis keine christlichen bzw. biblischen Antworten geben wollte. Jedenfalls sind diese Textpassagen die Schwächen im Buch. Dem Autor fehlen die Argumente. Hoffentlich hat Gott noch bessere, sonst sehe ich schwarz für die Menschheit!
Das Werk ist ein Fantasieprodukt, wie so vieles aus der Feder des Autors. Aber das betont er selber auch schon. Er möchte nur Denkanstöße geben und das ist ihm sicherlich gelungen. Vielleicht gibt es auch Leser, die sich in den gezeichneten Charakteren wiedererkennen. Interessanterweise hat Lewis die Grundsatzlehre von der ewigen Verdammnis nicht konsequent durchtragen wollen. Vermutlich weil sie ihm selber nicht ganz geheuer war. Kann der Mutter, die ihren einzigen Sohn so sehr vereinnahmt hat, dass sie die Selbstliebe mit Mutterliebe verwechselte, wirklich nicht mehr geholfen werden?
Im Buch bleibt diese Frage doch immer wieder offen. Ist der Gott der Liebe wirklich unfähig seine in Irrtum und Selbstanbetung verrannten Gotteskinder zurückzuholen, auch wenn es wie im Roman über sehr langwierige, beschwerliche Wege von den Kristallgrasebenen zum Heilsberg zu gehen hätte? Im Roman bleibt es offen, ob sie einer gehen will, aber es wird so dargestellt, dass es die meisten nicht schaffen. Lewis` Theorie besagt ja, dass man als Mensch sich nur kräftig genug verlaufen haben muss, dann gibt es keinen Weg mehr zurück in die Heimat, nicht weil der Mensch nicht könnte, sondern einfach weil er nicht will. Er thematisiert in dieser "Abhandlung" also nicht die wichtige, alles entscheidende Frage, ob der schwankende Wille des Menschen, der heute so und morgen wieder ganz anders lauten kann wie gerade das Beispiel eines Saulus/Paulus zeigt, nicht denkbar ungeeignet dafür ist etwas Verbindliches zu beanspruchen, solange er sich dabei auf etwas so Unverbindliches und Unsubstantielles wie seine Weigerung Gott gegenüber, beruft. Das aber wäre gerade wichtig gewesen, um von einer "großen Scheidung" überhaupt reden zu können. Insofern fehlt dem Büchlein das ganz entscheidende.
Lewis war jedoch kein großer Theologe oder Dogmatiker. Er begnügt sich damit, seine Leser zum Nachdenken zu bringen. Und das tut er mit gekonnter und variantenreicher Erzählkunst.
Schade, dass "Die große Scheidung" unvollendet geblieben ist.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

[Kommentar hinzufügen]
Kommentar posten
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Amazon wird diesen Namen mit allen Ihren Beiträgen, einschließlich Rezensionen und Diskussion-Postings, anzeigen. (Weitere Informationen)
Name:
Badge:
Dieses Abzeichen wird Ihnen zugeordnet und erscheint zusammen mit Ihrem Namen.
There was an error. Please try again.
">Hier finden Sie die kompletten Richtlinien.

Offizieller Kommentar

Als Vertreter dieses Produkt können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
Der folgende Name und das Abzeichen werden mit diesem Kommentar angezeigt:
Nach dem Anklicken der Schaltfläche "Übermitteln" werden Sie aufgefordert, Ihren öffentlichen Namen zu erstellen, der mit allen Ihren Beiträgen angezeigt wird.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.  Weitere Informationen
Ansonsten können Sie immer noch einen regulären Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
 
Timeout des Systems

Wir waren konnten nicht überprüfen, ob Sie ein Repräsentant des Produkts sind. Bitte versuchen Sie es später erneut, oder versuchen Sie es jetzt erneut. Ansonsten können Sie einen regulären Kommentar veröffentlichen.

Da Sie zuvor einen offiziellen Kommentar veröffentlicht haben, wird dieser Kommentar im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihren offiziellen Kommentar zu bearbeiten.   Weitere Informationen
Die maximale Anzahl offizieller Kommentare wurde veröffentlicht. Dieser Kommentar wird im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt.   Weitere Informationen
Eingabe des Log-ins
 

Kommentare


Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 15.08.2011 21:58:37 GMT+02:00
Karsten Meyer meint:
"So wie der Autor die Situation darstellt, scheint es aber nur sehr unwahrscheinlich, dass diese Institution Erfolg hat. Die Leute, die zurück in die Hölle müssen, scheinen alle verstockt durch ihre eigenen unguten Angewohnheiten geworden zu sein, während die Besucher vom Himmel, die sie abholen wollen, sich nicht gerade durch eine herzliche Anteilnahme auszeichnen und manchmal ziemlich unerleuchtet daherreden. "

Sie haben das Buch zweifellos gelese, aber es nicht verstanden! Zum einen sollte klar sein, das C. S. Lewis nicht postoliert hat: "So ist die Hölle". Er bietet es, wenn man so will, als Traum an; als Möglichkeit, wie Hölle sein könnte. Und er sagt, das der Mensch sozusagen sein eigener Teufel ist.

Das andere ist, was Lewis zu verdeutlichen sucht ist, das es den "Besuchern vom Himmel" gar nicht Möglich ist, bis in die Hölle zu gelangen. Ich versuche es mal mit einem anderen Bild: Würde es einem Heroin-Süchtigen, oder einem Alkoholiker helfen, wenn man sich auf sein Niveau begibt, und selber Heroin spritzt, oder sich seinen täglichen hohen Alkoholpegel säuft? Würde es etwas bringen, wenn man aus Mitleid von Blinden, auch wenn ihre eigene Blindheit selbst verschuldet ist, sich selbst das Augenlicht nimmt?
‹ Zurück 1 Weiter ›

Details

Artikel

4.6 von 5 Sternen (16 Kundenrezensionen)
5 Sterne:
 (13)
4 Sterne:
 (1)
3 Sterne:
 (1)
2 Sterne:
 (1)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
EUR 6,50
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Rezensentin / Rezensent


Ort: Helibrunna

Top-Rezensenten Rang: 26.760