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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Die seelische und emotionale Verarmung der Zivilisation, 13. Oktober 2007
Das Ehepaar Isabell und Jakob ziehen von Berlin nach London, nach dem Jakob dort eine Stelle in einer Anwaltskanzlei angeboten bekommt. Doch nichts wird, ist und bleibt harmonisch, wie man es bei einem jungen verheirateten Paar in einer gesicherten sozialen Stellung erwarten sollte.
Mein erster Eindruck von dem Buch war enttäuschend, denn ich erwartet einen vergleichbaren Roman, wie den ersten, Eine Art Liebe, welchen ich kurz zuvor von derselben Autorin las. Ich wurde mit dem Buch nicht warm, denn die Protagonisten waren mir größtenteils unsympathisch und gleichgültig, mit Ausnahme des Nachbarskindes Sara, dessen seelische und körperliche Misshandlung zutiefst berührt, erschreckt und unendlich wütend und verzweifelt macht.
Erst nachdem ich das Buch beendet hatte, sah ich den wahren Geist des Buches. Es geht weniger um die Beziehung von Isabell und Jakob, als um erschreckende Gleichgültigkeit und Kälte dem Schicksal des einzelnen Mitmenschen gegenüber. Gerade auf Grund der distanzierten Schreibweise und der geradezu mangelnden Beschreibung der Gefühlslage der Protagonisten wird die Aussage verstärkt, wie unmenschlich der Mensch eigentlich ist. Jeder ist sich selbst der Nächste und das Schicksal und die Nöte der anderen, ja der Personen in unmittelbarer Nähe, werden nicht mit Mitgefühl und Empathie aufgenommen, sonder sind eher ärgerliche Störungen des eigenen kleinbürgerlichen Lebens und wenn man ganz ehrlich ist, so findest man sich, so beschämend es auch ist, selbst wieder in diesem ganz und gar nicht schönen Portrait des zivilisierten Menschen. Wer kennt es denn nicht, dass wenn der eigene Mikrokosmos aus den Fugen gerät, das Selbstmitleid ganz schnell Oberhand gewinnt und die Belange der anderen nicht mehr von Interesse sind, denn es gilt als vorrangig, das eigene Leben wieder in den Griff zu bekommen. Man beobachtet, man sieht, man erkennt, aber man mischt sich nicht ein. Ausgerechnet dann, wenn es angebracht ist sich einzumischen, weil ein schwaches Mitglied der Gesellschaft, so alleine da steht, dass es ohne Hilfe von außen einfach untergeht und seelisch krank wird, verkrüppelt oder gar vollends stirbt; und ganz oft sind es die kleinen und schwachen, die zu ihrer eigenen Last auch die Konsequenzen unseres eigenen verkorksten Lebens mit zutragen haben und daran zerbrechen.
Es fängt schon im Kleinen an. Entfremdung von den gewohnten Lebensumständen oder der Bezugspersonen und unausgesprochene Gefühle lassen jeden auf einer einsamen Insel seine Wunden lecken und jegliche Empathie verebben.
Dieses Buch ist eine Warnung an jeden einzelnen, nie den Blick nach außen zu verlieren und sich das erhalten, was eigentlich als menschlich, als human bezeichnet wird, nämlich die Fähigkeit mitzufühlen und einzugreifen wenn Unrecht geschieht.
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Die Habenichtse 3518417398
Katharina Hacker
Suhrkamp
Die Habenichtse
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Die seelische und emotionale Verarmung der Zivilisation
Das Ehepaar Isabell und Jakob ziehen von Berlin nach London, nach dem Jakob dort eine Stelle in einer Anwaltskanzlei angeboten bekommt. Doch nichts wird, ist und bleibt harmonisch, wie man es bei einem jungen verheirateten Paar in einer gesicherten sozialen Stellung erwarten sollte.
Mein erster Eindruck von dem Buch war enttäuschend, denn ich erwartet einen vergleichbaren Roman, wie den ersten, Eine Art Liebe, welchen ich kurz zuvor von derselben Autorin las. Ich wurde mit dem Buch nicht warm, denn die Protagonisten waren mir größtenteils unsympathisch und gleichgültig, mit Ausnahme des Nachbarskindes Sara, dessen seelische und körperliche Misshandlung zutiefst berührt, erschreckt und unendlich wütend und verzweifelt macht. Erst nachdem ich das Buch beendet hatte, sah ich den wahren Geist des Buches. Es geht weniger um die Beziehung von Isabell und Jakob, als um erschreckende Gleichgültigkeit und Kälte dem Schicksal des einzelnen Mitmenschen gegenüber. Gerade auf Grund der distanzierten Schreibweise und der geradezu mangelnden Beschreibung der Gefühlslage der Protagonisten wird die Aussage verstärkt, wie unmenschlich der Mensch eigentlich ist. Jeder ist sich selbst der Nächste und das Schicksal und die Nöte der anderen, ja der Personen in unmittelbarer Nähe, werden nicht mit Mitgefühl und Empathie aufgenommen, sonder sind eher ärgerliche Störungen des eigenen kleinbürgerlichen Lebens und wenn man ganz ehrlich ist, so findest man sich, so beschämend es auch ist, selbst wieder in diesem ganz und gar nicht schönen Portrait des zivilisierten Menschen. Wer kennt es denn nicht, dass wenn der eigene Mikrokosmos aus den Fugen gerät, das Selbstmitleid ganz schnell Oberhand gewinnt und die Belange der anderen nicht mehr von Interesse sind, denn es gilt als vorrangig, das eigene Leben wieder in den Griff zu bekommen. Man beobachtet, man sieht, man erkennt, aber man mischt sich nicht ein. Ausgerechnet dann, wenn es angebracht ist sich einzumischen, weil ein schwaches Mitglied der Gesellschaft, so alleine da steht, dass es ohne Hilfe von außen einfach untergeht und seelisch krank wird, verkrüppelt oder gar vollends stirbt; und ganz oft sind es die kleinen und schwachen, die zu ihrer eigenen Last auch die Konsequenzen unseres eigenen verkorksten Lebens mit zutragen haben und daran zerbrechen. Es fängt schon im Kleinen an. Entfremdung von den gewohnten Lebensumständen oder der Bezugspersonen und unausgesprochene Gefühle lassen jeden auf einer einsamen Insel seine Wunden lecken und jegliche Empathie verebben. Dieses Buch ist eine Warnung an jeden einzelnen, nie den Blick nach außen zu verlieren und sich das erhalten, was eigentlich als menschlich, als human bezeichnet wird, nämlich die Fähigkeit mitzufühlen und einzugreifen wenn Unrecht geschieht.
nina "nina"
13. Oktober 2007
- Insgesamt:
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- Insgesamt:
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Rang der Rezensentin/des Rezensenten: 24.868
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