Kundenrezension

20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kein neuer Klassiker, aber dennoch hörenswert!, 24. Dezember 2003
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Christmas Album (Audio CD)
Die Geschichte von Jethro Tull ist ebenso bewegt, wie lang und sie hier zu erörtern, würde den Rahmen der Rezension sprengen.
Kurzum: Nach dem Album BROADSWORD AND THE BEAST von 1982 mutete uns Anderson zahlreiche halbgare und uninspirierte, an der Oberfläche des kreativ Möglichen hindümpelde Rockalben zu, die weder nach Tull klangen, noch irgenwie andersartige Maßstäbe setzen konnten. In den Neunzigern war dies nicht anders. Mit diesem Album aber, das den abgedroschenen Titel CHRISTMAS ALBUM besitzt, knüpft Anderson weinigstens halbwegs an die von Fans geliebten und vergötterten Alben SONGS FROM THE WOOD, HEAVY HORSES und STORMWATCH (bald endlich auch als Remaster erhältlich)
an. Wer diese Alben liebt, der wird auch mit desm neuen Output keine allzu großen Schwierigkeiten haben, wer aber die Spätachziger-Alben CREST OF A KNAVE oder ROCK ISLAND kennt, der wird merken, dass diese Alben sich wie ein Schatten auf alle nachfolgenden Werke legten; CHRISTMAS ALBUM bildet da keine Ausnahme. Die Neubearbeitungen der alten Klassiker können sich hören lassen, allen voran WHEATHERCOCK (deutsch: Wetterhahn) oder FIRES AT MIDNIGHT übertreffen meines Erachtens nach sogar die Originale, auch wenn dies unwahrscheinlich klingen mag. Die Neubearbeitung von SOLSTICE BELLS allerdings klingt eher saft- und kraftlos, A CHRISTMAS SONG klingt im Original von 1968 wesentlich bewegender und emotionaler als in der neuen Version. Im Original dieses Songs wurden Cellos und Kontrabässe eingesetzt, hier fehlen sie leider. Diese Version erregt bei mir sicher keine Gänsehaut. Bei anderen Songs dieses Albums wurden Streichersequenzen verwendet, warum aber nicht hier? Von den neuen Songs bestechen vor allem JACK FROST und LAST MAN AT THE PARTY, welche sogar in der Tracklist von HEAVY HORSES oder SONGS FROM THE WOOD eine Bereicherung dargestellt hätten. Auch das neue Instrumental WINTER SNOWSCAPE gehört neben den oben erwähnten Songs zu den Faves. Die Klassikbearbeitungen sind eher Easy-Listening für nebenbei, nicht schlecht, aber auch nicht unbedingt originell. Besonders Bourree glänzte noch im Original von 1969durch seine freche Spritzigkeit und besonders durch das obligatorische Bass Solo, hier vermisst man beides. Auch erkennt man sofort, wer hinterm Schlagzeug sitzt. Doane Perry spielt solide und routiniert, James Duncan aber scheint lediglich die Zählzeiten nachzuschlagen, ohne markante rhythmische Akzente zu setzen, wie man es besonders von Barriemore Barlow gewohnt war. Dieser Makel schlug schon auf THE SECRET LANGUAGE OF BIRDS, Andersons vorletztem Soloalbum zu Buche, besonders fiel dieses lieblose Nachspielen der Zählzeiten auf dem Konzert von Ian Anderson auf der Freilichbühne Wattenscheid mit den Bochumer Symphonikern auf. Hier wurde übrigens eine genau so uninspirierte Version von Bouree dargeboten, GREENSLEEVES klang damals etwas weiter ausladend und mehr nach Klassik, als nach Coctail-Lounge-Jazz. GOD REST YOU MERRY GENTLEMAN findet sich übrigens auch auf dem Tull-Livealbum BURSTING OUT. Was ich an CHRSTMAS ALBUM am meisten vermisse, ist die gediegene, geheimnissvolle Atmosphäre von MINSTREL IN THE GALLERY oder HEAVY HORSES. Dennoch besser als alle Tull Outputs der letzten zwanzig Jahre.
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