Kundenrezension

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4.0 von 5 Sternen Wer gut genug Englisch spricht, sollte zugreifen, 14. November 2012
= Haltbarkeit:4.0 von 5 Sternen  = Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen  = Pädagogisch wertvoll:3.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Fantasy Flight Games VA09 - Arkham Horror (englische Ausgabe) (Spielzeug)
Für die englischsprachige Originalversion von "Arkham Horror" gilt im Prinzip alles, was man auch über die deutsche Übersetzung sagen kann. Insbesondere Lovecraft-Fans bekommen ein Spiel mit großer Tiefe, mit dem man sich lange beschäftigen kann. Praktisch jede neue Partie gestaltet sich anders. Das ergibt einen hohen Wiederspielwert und eine ebenso hohe Langzeitmotivation. Wichtig dafür ist allerdings, dass man sich in das Lovecraft'sche Universum hinein versetzen kann - das wird Fans des Altmeisters leicht gelingen, für alle anderen wird der Spielspaß nicht ganz so groß sein.

Wieso man sich nach Möglichkeit die englische Version anschaffen sollte, ist auch schnell erklärt. Grundsätzlich sind alle Texte, die im Spiel vorkommen, im Original sehr schön gestaltet und geschrieben. Das Sprachgefühl geht bei einer Übersetzung sehr oft verloren, ist aber meines Erachtens gerade bei einem Spiel wie diesem sehr wichtig. Ein noch schlagkräftigeres Argument für die Originalversion ist die Übersetzung, die - soweit ich gehört habe - nicht nur stilistisch, sondern auch grammatikalisch nicht einwandfrei gelöst wurde. Wenn aus "Seal a Gate" auf deutsch "Ein Tor verschließen" statt "Ein Tor versiegeln" wird, kann das gravierende Auswirkungen auf den Spielverlauf haben. Die größten Kritikpunkte, die ich hier kurz beschreiben möchte, haben aber ohnehin nichts mit der Sprache des Spiels zu tun:

1. Aufbewahrung: Das Spiel ist sehr umfangreich und besteht aus vielen Einzelteilen und Karten. Leider sind die Verpackung bzw. die Aufbewahrungsmöglichkeiten darin nicht entsprechend gestaltet, sodass nach Abbau des Spieles ein ziemliches Durcheinander in der Schachtel herrscht. Das macht einen erneuten Spielaufbau wiederum sehr umständlich. Wer das organisiert haben will, muss zur Selbsthilfe greifen - schade, ein besseres Ablagesystem wäre bei der sonst so hochwertigen Arbeit sicher auch noch drin gewesen.

2. Komplexität: "Arkham Horror" ist kein einfaches Spiel. Und damit meine ich nicht nur den Schwierigkeitsgrad an sich, der spätestens beim Erwachen des "Großen Alten" von "relativ schwer" auf "praktisch unmöglich" ansteigt. Bis es aber soweit ist, gilt es ganz andere Hürden zu meistern. Speziell, wer vorher noch nie ein ähnliches Spiel in der Hand hatte, wird große Probleme mit dem grundsätzlichen Verständnis der Spielmechanik haben. Absolut keine Hilfe ist dabei das Handbuch - egal, ob man auf Deutsch oder Englisch spielt. Der Aufbau des Spiels wird noch brauchbar erklärt, danach auch auf einfache Spielzüge eingegangen - aber es werden längst nicht alle Probleme und Eventualitäten, die der Spielverlauf mit sich bringt, erklärt. Damit bleibt auch hier nur Selbsthilfe in Form von YouTube und diversen Internetforen, was eigentlich eine Frechheit ist.

3. Kooperation: Normalerweise sollen die Ermittler, sprich "Spieler", in "Arkham Horror" zusammen arbeiten. Das klappt, zumindest bei zwei Spielern, meist ganz gut. Allerdings ist die schiere Spieltiefe gerade für Einsteiger derart überwältigend, dass man froh sein kann, wenn man seine eigenen Züge halbwegs planen kann. Noch dazu basieren sehr viele Ereignisse im Spiel auf reinem Zufall, was eine koordinierte Vorgangsweise nahezu unmöglich macht. Zumindest anfangs, mit zunehmender Einarbeitungszeit kristallisieren sich tatsächlich die richtigen Taktiken heraus. Bis es soweit ist, gilt es allerdings viel Frust wegzustecken - ob das jeder Spieler schafft, ist fraglich.

4. Spieldauer und Platzbedarf: Von zwei Dingen verschlingt "Arkham Horror" unglaublich viel - Zeit und Platz. Eine Partie soll laut Anleitung zwei bis vier Stunden dauern. Diese Zahl scheint mir selbst für Fortgeschrittene wesentlich zu tief zu sein, für Einsteiger ist sie schlicht utopisch. Stichwort Platz: Das Spielbrett ohne Erweiterung misst ca. 85x55 cm. Dazu müssen links, rechts, oben und unten nochmals je 20 cm Platz für diverse Karten, Marker und Items gerechnet werden. Hat man auch noch eine Erweiterung, bleibt für die Meisten nur das Ausweichen auf den Boden.

Bei all diesen Kritikpunkten kommt es stark darauf an, wie man damit umgeht. Wer kein Problem damit hat, sich (die teils großartig gemachten!) Tutorials auf YouTube anzusehen und eigene Boxen für die Aufbewahrung zu kaufen / basteln, wird mit "Arkham Horror" jedenfalls seine helle Freude haben. Grundvoraussetzung dafür ist aber auch ein gewisses Verständnis für die Mythen von H. P. Lovecraft - wer mit dem Altmeister des Grauens absolut nichts anfangen kann, sollte die Finger von "Arkham Horror" lassen.

Fazit: Trotz einiger Punkte, die nach Verbesserung schreien hat mich "Arkham Horror" von der ersten Sekunde an gefesselt. Mag sein, dass das an meiner Faszination für das Gesamtwerk von H. P. Lovecraft liegt. Wer es wagt und sich in diese Welt begibt und es dann noch schafft, das Kopfkino zu aktivieren, wird mit diesem Spiel viel Freude haben. Klare Kaufempfehlung für Fortgeschrittene und frustresistente Anfänger, die sich nicht zu schade sind, auch selbst nach Hilfe zu suchen.
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Stefan T.
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