Kundenrezension

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine wohltuend erfrischende Abhandlung, 10. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Jesus (Gebundene Ausgabe)
Wer hinter diesem schlichten Titel ein Buch über den immer friedlichen, kumpelhaften doch im Grunde eher harmlosen und uninteressanten Hippie erwartet, der gemeinsam mit einer Reihe an nichtssagenden Phrasen a la 'Jesus lebt' oder 'Jesus liebt dich' an Werbewänden und T-Shirts prangert, wird hier nicht auf seine Kosten kommen. Das Buch ist spektakulär; spektakulär wie der Gott, der vor zwei Jahrtausenden seine Kirche gegründet und die Menschheit vor die Wahl gestellt hat: Umkehr und Buße oder ewige Verdammnis.

Der Exeget Klaus Berger versucht einen unverstellten Zugang zu den Texten der Heiligen Schrift vorzustellen, insbesondere zum Neuen Testament. Dabei räumt er gründlich auf mit all den sophistischen Winkelzügen moderner Bibelforschung, die teils aus Bequemlichkeit, aus einem unreflektiert angenehm klingenden Bild der Tradition oder gar säkularem Unglauben heraus einzig auf weltanschaulich Passendes zurückgreift und anderes bestenfalls psychologisch, oder im Sinne der historischen Kritik als Metapher, abtut. So hält er 'die ideologieabhängige Verwendung historisch-kritischer Argumente ['] für ein besonders interessantes Kapitel der Forschungsgeschichte.' (S. 390) Zur Verdeutlichung, worum es bei der Lektüre des Evangeliums wirklich geht, heisst es in diesem Sinne: 'Über Jesus wird viel geredet, aber niemand weint um ihn. Man analysiert seine Worte, macht ihn zum Gegenstand der Christologie, des Bekenntnisses. Das ist alles Recht. Aber der Schlüssel ist die Klage. Bei Maria von Magdala wie bei Petrus.'

Der offene Blick auf die Evangelien legt dabei erstaunliche Erkenntnisse frei. Jesus bewegt sich nicht nur unter Sündern, er nimmt auch seine Gleichnisse und Lehren aus kriminellem Umfeld, beispielsweise wenn er das Verhalten eines betrügerischen Verwalters lobt. (Lk 16 1-7) Dabei entpuppt sich die christliche Botschaft auch nicht wie oft angenommen als altruistisch, sondern in realistischer Einschätzung des Menschen, der sich selbst verwirklichen will, als zielgerichtet auf das eigene Heil hin, wenn auch über den 'Umweg' liebender Selbstaufgabe: '' intelligente (Wirtschafts-)Kriminalität ist etwas, das Jesus rein formal (!) bewundert, weil es von Fantasie und Engagement zeugt. Und die wünscht sich Jesus für die Frage, wie das Leben angesichts Gottes aussehen könnte.' (S. 355)

Berger nimmt den Text der Bibel ernst. Das heisst, dass er auch jenseits unseres modernen naturwissenschaftlichen Horizontes mit der Möglichkeit göttlichen Eingreifens rechnet und entsprechende Texte nicht umzudeuten bereit ist. Nicht nur die zahlreichen von Christus durchgeführten Exorzismen erstaunen hier, sondern vor allem die Erkenntnis, dass im Grunde jeder, der ein Gebet in der Erwartung erhört zu werden ausspricht, in Konsequenz an Wunder glaubt. Zur Ernsthaftigkeit gehört auch ein konsequentes Bekenntnis, wie am Beispiel des Torwächters (Mk 13, 33.37) zu sehen ist. Von Christen wird Wachsamkeit gefordert, nicht 'ein wenig Bach (oder Sacropop), ein bischen Lebenshilfe' (S. 368), oder dergleichen. Es geht nicht darum, 'die Seele baumeln zu lassen', oder den östlichen Religionen entsprechend innerlich leer zu werden ' Wachsamkeit führt zu einer intensiven Wahrnehmung der Welt, zum geschickten und klugen Einsatz aller vorhandenen Talente.

Die Bibel beim Wort zu nehmen stellt in diesem Kontext kein Denkverbot dar nach der Art: 'Es steht so geschrieben, und darum muss man es glauben', vielmehr wird gefragt, was den Evangelist zu seinem Text bewogen hat. So stellt sich anhand der Auferweckung des Lazarus die Frage, wenn man sie entweder als völlig unhistorisch wegdiskutiert hat oder in ihr maximal eine Aufforderung sein Leben umzustellen sieht, 'wozu es dazu einer so ärgerlichen und umständlichen Geschichte bedarf, zu der man obendrein noch Exegeten braucht, die einem den Sinn eröffnen'. (S. 92) 'Der Exeget', so Berger, 'sollte die Sperrigkeit des sperrigen Textes verteidigen und dem "Hinbiegen" einen Riegel vorschieben.' (S. 38)

Mit einem verkitschten Jeusbild, wie es seit dem 19. Jhdt. in Mode gekommen ist, kann der Autor nichts anfangen. Durch die Beschränkung auf den liebenden Gott wird in der Verkündigung gern auf Texte verzichtet, in denen von Konsequenzen unseres Tuns die Rede ist, von der Gefahr des Scheiterns und der strengen Gerechtigkeit Gottes, ja sogar der Ungerechtigkeit, wenn er beispielsweise das Herz des Pharao verhärtet (vgl. S. 410ff). Künstlich wird ein Gegensatz zwischen dem Gott des Alten und Neuen Testaments geschaffen, der sich durch die Hl. Schrift nicht aufrecht erhalten lässt. Gott, so zeigt Berger, ist in erster Linie nicht lieb sondern heilig. Diese Heiligkeit ist allein durch die Kluft zwischen Schöpfer und Geschöpf beängstigend, jedoch nicht in lähmender sondern in anspornender Weise; Fremdheit schafft Respekt, erweckt aber auch Interesse. (vgl. S. 429ff)
Dazu verweist der Autor in einer kleinen Meditation auf Hiob (vgl. S. 370ff), bittet dabei aber nicht um Vergebung oder Sühne, sondern um ein Wegschauen ' um ein Lösen aus der Verantwortung, begründet auf die eigene Prozessunfähigkeit: Was könnte mehr Respekt vor dem Herrn oder gar größere Scham vor den Sünden ausdrücken?

Vorstellungen wie die von Menschenrechten oder gar eines Weltethos, lassen sich laut Berger nicht aus dem Neuen Testament ableiten. Er sieht die Heilige Schrift eher als ein Bekenntnis zur Liebe Gottes, in all seiner Exklusivität. Liebe und Geborgenheit verschenkt man nicht wahllos und gleichmäßig, sie hat eine Qualität der Wahrheit und so schreibt er: 'In der Liebesgeschichte sagt man: diese Frau oder keine. Und so geht es in der Bibel um diesen Gott oder keinen. Um diesen Jesus oder keinen.'

'Jesus' ist keine Christusbiographie, sondern setzt Leben und Wort Jesu in engen Bezug zu unserer heutigen Gesellschaft, wodurch es zu weitaus mehr als reiner neutestametlichen Exegese wird: Es ist eine Art Katechismus, der Fragen zu den Sakramenten behandelt, sich über biblische Aussagen zum regelmäßigen Kirchgang äußert, von der Eurcharistie und Beichte spricht, den Hintergrund von Votivtafeln erleutert, sich über das Verhältnis Christi zu Ehe und Familie auslässt, insbesondere im Hinblick auf Kinder, das Buch schneidet aktuelle Themen wie die Frauenordination, den Zölibat, Heilsgewissheit und Sünde an. Selbst zur deutschen Kritik an modernen Institutionen der Kirche wird Stellung genommen, wobei jedoch nicht die Amtsträger, sondern vor allem 'sehr etablierte Laien oder Berufschristen' (S. 453) im Fokus stehen. Bei all dem wirkt das Buch weder düster drohend, noch allzu leichtfertig, sondern macht Mut und weckt Interesse, sich mit Jesus als einer schillernden Persönlichkeit voller Witz und Weisheit, wie ihn die Evangelien schildern, auseinanderzusetzen.

Teilweise löst sich hierbei der enge Bezug zum schriftlich bezeugten Bild Christi, hin zu philosophisch-theologischen Überlegungen, vor allem bei modernen Themen wie der Theodizee, der Möglichkeiten Gottes in die Welt einzugreifen, oder der Frage nach Engeln und Dämonen. Wendet Berger im Anschluß seiner theoretischen Betrachtung den Blick wieder auf die Bibel, kommt er zu teils sehr überaschenden und für Christen ungewohnten Erkenntnissen. So schreibt er zum Rausschmiss der Händler aus dem Tempel: 'Jesus, sonst gegen Gewalt, übertritt hier die Moral wegen der Heiligkeit des Hauses Gottes. Er ist wütend und enttäuscht, weil die Größe Gottes verraten wird. Sein Ausbruch war nicht abgesprochen, nicht zu rechtfertigen, nicht moralisch. Und doch war er ein unvergessliches Zeichen. Rein moralisch hatten die Händler Recht. Gott ist aber mehr und weiter als unsere Moral. Sein Anspruch prallt oft genug mit dem zusammen, was wir uns als anständig zurechtgelegt haben. ['] Wir sollten nur nicht zu sicher sein, dass Gott selbstverständlich auf unserer, der politisch korrekten Seite steht. Das, was man Correctness nennt, ist längst an die Stelle der Zehn Gebote getreten.'

Bergers lebendige Sprache macht neugierig, sowohl auf die Heilige Schrift, als auch auf die immer wieder in Argumenten durchscheinende Kirchengeschichte. Wer dem Christentum gegenüber verschlossen ist, wird sich durch die Lektüre kaum bekehren lassen, doch für kirchlich Gebundene, die immer wieder Schwierigkeiten haben den äußeren Anfeindungen biblisch fundiert zu begegnen, oder für jene, die sich Laufe der Zeit immer weiter vom Glauben entfernt haben ohne ihn ganz verlieren zu wollen, ist das Buch genauso zu empfehlen, wie für Außenstehende mit redlichem Interesse an einer überzeugenden Darstellung des Christentums.

Als kleinen Nachtrag möchte ich zum Schluß auch ein wenig Kritik äußern, vor allem für jene, die meine bisherige Darstellung als allzu euphorisch empfinden:

Bei allem Anspruch auf eine klare und unverstellte Texteinsicht, geht Berger meines Erachtens an einigen Stellen zu weit. So empfiehlt er (natürlich) die eigene Schriftübersetzung (Berger/Nord), die sich in ihrem Versuch zeitgemäßer Interpretation geradezu im Gegenteil zur sonstigen Intention derartige Freiheiten erlaubt, dass sie den Originaltext oft nur Sinngemäß wiedergibt. (Textbeispiele finden sich im Kapitel Hermeneutik der Fremdheit)

Nicht jedermanns Sache ist zudem der Einbezug apokrypher Schriften, die den kanonisierten gleichwertig beigestellt werden.

Letztlich zeichnet Berger, der in einem eigenen Kapitel eine interessante und treffende Verhältnisbestimmung von Juden- und Christentum vornimmt, ein aus meiner Sicht zu idealistisches Bild des Islams.
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-9 von 9 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 17.06.2011 19:21:26 GMT+02:00
argus x meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.06.2011 19:47:00 GMT+02:00
Ich weiss nicht, wem sie mit diesen Zahlenspielereien imponieren, oder wen Sie ängstigen wollen. Mir kommt es eher so vor, als wäre es Ihnen einfach nur ein Dorn im Auge, dass Menschen an ihrem Glauben freude haben, diesen mitteilen und über ihn Sprechen bzw. Bücher schreiben. Wenn Sie sich schon nicht dafür interessieren, warum verschwenden Sie Ihre Zeit mit sowas?

Nicht nur dieser völlig sinnlose Kommentar, auch ihre weiteren Rezensionen zeugen eher von einer Art privatem Anti-Kirche-Kreuzzug denn von Interesse am Katholizismus, der natürlich die Zielgruppe des Buches ist. So wundert es auch nicht, dass Sie hier völlig an der Sache vorbei reden ;-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.06.2011 15:54:05 GMT+02:00
argus x meint:
Es kann doch heutzutage nicht mehr behauptet werden, dass alle, die eine bestimmte Glaubensüberzeugung nicht teilen, kurz und bündig in die Hölle - oder wie Sie es formulieren, in die "ewige Verdammnis" - abgeschoben werden. Dass dies völlig absurd ist, -- genau das zeigt mein Zahlenbeispiel.
Ich bin auch nicht gewillt, mich von irgendwelchen glaubensfreudigen Katholiken a priori als "Sünder" oder wie von Ihnen bzw. Herrn Berger als "der ewigen Verdammnis" verfallen apostrophieren zu lassen, nur weil meine Denkart von der ihrigen abweicht.
Wäre es nicht an der Zeit, dass der Gedanke einer pluralistischen Gesellschaft mit Meinungsvielfalt - und ohne transzendentes Horrorszenario - so langsam auch in katholischen Kreisen Fuß fasst?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.06.2011 20:09:29 GMT+02:00
Anscheinend sind Sie der Ansicht, dass jeder, der Ihre Ansicht oder Lebensweise nicht unterstützt, dies nicht nur nicht äussern darf, sondern seine diesbezügliche Meinung sogar abzulegen hat.

Ich bin für Meinungsfreiheit. Wenn ich etwas für richtig halte, dann hat das Gründe, die i.d.R. nicht alleine stehen, sondern im Zusammenhang mit meinem Weltbild für mich Sinn ergeben. Wenn andere diese Ansichten teilen, teils sogar erweitern, dann freut mich das, und ich weise auch gerne darauf hin. So bei dieser Rezension.

Wenn Sie der Ansicht sind, fremde Meinungen ausradieren zu müssen, stehen Sie in einer blutigen Tradition - wohl gemerkt: es geht hier um Meinungen, nicht um Handlungen. Ich werfe niemanden in die Hölle, ich hindere auch keinen daran zu sündigen, sofern ich kein dringendes Schutzbedürfnis dritter in Gefahr sehe. Wenn ich aber denke, ein Weg führt zu Gottlosigkeit (nichts anderes ist die Hölle, also ist für einen, der eh nicht an den christlichen Schöpfergott glaubt auch nichts verloren) dann äussere ich das. Nochmal: der Unterschied ist, dass ich meine Meinung vertrete, aber gegen niemanden vorgehe, der eine andere Ansicht hat. Bei Ihnen klingt eine deutlich kämpferische Ader durch, sie wollen mir die Meinung verbieten, meine Äusserungen unterbinden und werfen mir vor, Sie durch die bloße Äußerung meiner Meinung anzugreifen, während Sie selbst aktiv gegen meine Äusserungen vorgehen.

Zu den Zahlenspielen: es hat keinem einzigen kürzlich in Japan genutzt, dass sie über 10.000 waren, als der Tsunami kam. Noch niemandem hat die bloße Masse geholfen, wir werden alle 7 Milliarden Menschen früher oder später sterben, egal wie viele wir sind. Was also sollen Zahlenspielreien, wenn es um die Frage nach Wahrheit geht? Ob eine Handlung Gut oder Böse ist, ist nach meinem Verständnis nicht verhandelbar, sie ist es in sich. Ich teile Ihre relativistische Ansicht eben nicht, dass Ethik Konvention sei und stimme damit einer großen Schar von Menschen zu, die das ebenfalls so nicht sehen. Scheinbar haben Sie ein echtes Problem mit Menschen, die andere Ansichten haben als Sie und diese auch äußern, nicht wahr?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.06.2011 15:54:05 GMT+02:00
argus x meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.06.2011 17:09:05 GMT+02:00
Wer so überhaupt keine Ahnung hat, sollte Belehrungen wohl eher unterlassen, wenn er seine Unkenntnis nicht allen offenbaren will ;-)

Zum Dogma „Extra Ecclesiam nulla salus“ (außerhalb der Kirche kein Heil) [Zum Dogma erhoben auf der allgemeinen Kirchenversammlung zu Florenz (1438–1445)] sagt das 2. Vatikanum beispielsweise folgendes: „Gestützt auf die Heilige Schrift und die Überlieferung, lehrt es aber, daß die pilgernde Kirche zum Heile notwendig sei. Der eine Christus nämlich ist Mittler und Weg zum Heil, der in seinem Leib, der die Kirche ist, uns gegenwärtig wird; indem er aber selbst mit ausdrücklichen Worten die Notwendigkeit des Glaubens und der Taufe betont hat [vgl. Mk 16,16; Joh 3,5], hat er zugleich die Notwendigkeit der Kirche, in die die Menschen durch die Taufe wie durch eine Tür eintreten, bekräftigt. Darum können jene Menschen nicht gerettet werden, die sehr wohl wissen, daß die katholische Kirche von Gott durch Jesus Christus als eine notwendige gegründet wurde, jedoch nicht in sie eintreten oder in ihr ausharren wollten.“ (Dogmat. Konst. „Lumen Gentium“)

Nochmal zur ewigen Verdammnis - Sie scheinen da auch was nicht begriffen zu haben: Die Hölle ist der Ort der Gottesferne. Sünde ist eine Handlung, die jemanden von Gott entfernt, ein Sünder ist jemand, der nicht bei Gott ist. Wenn Sie also gar nicht an Gott glauben, geht Ihnen auch nichts verloren. Sie befinden sich dann in den Zustand, den Christen die Hölle nennen und werden dort bleiben. Christen versprechen sich halt mehr von ihrem Dasein.

Noch zu guter letzt: weder das Buch, noch die Rezension hat Sie vermutlich zur Zielgruppe. Es geht ausdrücklich um jene, die am Christentum interessiert sind, es geht um innerchristliche Zugänge zur Offenbarung. Ich habe kein Interesse, Sie für irgendwas zu überreden, denken Sie einfach was Sie wollen, rechnen Sie aber damit, dass mein Interesse an ihren Sophistereien erlahmt und ich mich nicht weiter äussere. Vielen Dank.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.06.2011 22:14:57 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 06.03.2012 01:02:38 GMT+01:00
argus x meint:
Der von Ihnen zitierte Passus betrifft nicht die nichtchristliche Menschheit, für die das 2. vat. Konzil sehr wohl eine Änderung "zum Heil" brachte, wie übrigens auch für gewissensgebundene Agnostiker und Atheisten (sh. hierzu H. Küng: 2 erfolgreiche Paradigmenwechsel des Vatikanums II in "Ist die Kirche noch zu retten?" 1.Aufl., S.154 ff), hieran sieht man deutlich, die Zeiten für Liebhaber von Hölle und ewiger Verdammnis waren auch schon mal besser.
Ihr Kompliment "überhaupt keine Ahnung" gebe ich hiermit mit den freundlichsten Grüssen an Sie zurück.

Nachtrag für ewige Hölle und ewige Verdammnis - Interessierte:

Unbedingt lesenswert ist das Buch von Schmidt-Salomon "Stollbergs Inferno", in dem erlauchte Geistesgrößen wie Kant, Darwin, Feuerbach, Nietzsche, S. Freud etc., die alle in der katholischen Hölle gelandet sind - wer hätte je daran gezweifelt? -, sich über die Verbesserung ihrer Lebens - besser Höllenumstände Gedanken machen. Mit verblüffendem Ausgang! Ja, zuletzt muss eben doch die volle Wahrheit an den Tag!

Veröffentlicht am 02.12.2011 00:03:20 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 02.12.2011 00:04:49 GMT+01:00
Jayanti meint:
jeder darf natürlich glauben was er möchte, aber bevor jemand den Naturalismus oder Materialismus für sich in Anspruch nimmt sollte er auch entsprechend wissen was er da für sich genommen denkt und glaubt.

Letztlich ist Atheismus nur eines : das warten auf das sich selbst baueende Haus, oder Schubladen die sich auf und zu machen.

Ich weiß, unfair sowas, aber möchte ich auch niemanden auf dem Schlips treten, nur wenn man auch nicht an Jesus glaubt ist das kein beinbruch, denn ES ist sehr Real, woher ich das weiß ?, ich kann Folglich mehr als nur denken. Mein Beruf : .....kennen sie R Dawkins........auch bin ich in der modernen Genforschung tätig........ich sage nur Direkte.....

ich werde hierauf nicht antworten, daher danke für euer Verständniss, und ich habe wirklich nicht vor jemanden zu ärgern,

vgrüße Jayz

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.03.2012 18:52:05 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 10.03.2012 19:31:53 GMT+01:00
argus x meint:
Sehr geehrte(r) Frau / Herr Jayz,

leider hat sich in Ihrem Kommentar ein kleines Missverständnis eingeschlichen. Es ging in diesem Disput nicht um Atheismus oder Katholizismus, sondern um die schlichte Frage, ob der Liebe Gott an die strikten Vorgaben der katholischen Kirche bzw. des Herrn Rezensenten gebunden ist, wenn er die Kandidaten für die Hölle / ewige Verdammnis auswählt oder ... ob er vielleicht doch einen eigenen - wenn auch nur geringfügigen - Ermessensspielraum hat.

Hat er beispielsweise den leider verstorbenen
Herrn Geheimrat Johann Wolfgang von GOETHE weisungsgemäß und dogmengetreu in die Hölle verdammt, weil dieser
1.) den wahren katholischen Glauben immer abgelehnt hat
und
2.) folgendes kleine Gedichtchen verfasst hat:

"Ihn treibt die sündige Natur
nach Rom zur babylon'schen Hur'.
Da doch der Papst, der Antichrist,
ärger als Türk' und Franzosen ist."

oder hat er den Dichterfürsten trotz erwiesenen Unglaubens doch bei sich im seinem Paradies toleriert? --- vielleicht sogar ihm applaudiert??

Urteilen Sie selbst!
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