Solide,
15. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Folge 146/Der Biss der Bestie (Audio CD)
Justus und Titus sind auf dem Weg eine Lieferung beim Naturkundemuseum abzuliefern und werden Zeuge, wie der Leiter mit einem Krankenwagen abtransportiert wird. Scheinbar wurde er von irgendeinem Tier gebissen. Einer Bestie angeblich. Und es scheint noch mehr in dem Museum vorzugehen. Denn in der Nachbarschaft erzählt man sich unheimliche Spukgeschichten. Geht tatsächlich der ausgestopfte Säbelzahntiger als Ungeheuer nachts im Museum um?
Entlaufene Hunde und Katzen wiederzubeschaffen - nicht ungewöhnlich für die drei erfolgreichen Detektive aus Rocky Beach. Einen Job als Babysitter hatten die drei aber bisher noch nicht. Natürlich ist dieser nur ein Vorwand für die eigentlichen Ermittlungen im Naturkundemuseum. Denn nach dem Vorfall ist Justus Interesse mehr als geweckt.
Gerade der tumultartige Start macht Appetit. Dieses hohe Tempo der Anfangsminuten vermag man aber im weiteren Verlauf nicht so ganz durchzuhalten. Denn zu den Nachforschungen gehören eben auch Befragungen und Recherchen. Nichtsdestotrotz hält das Hörspiel insgesamt eine recht gute Dynamik aufrecht. Mit einem auf das Minimum zurückgeschraubten Erzähler, vielen Schauplatz- und Szenenwechseln und sogar manch spannender Entwicklung.
Wer Befürchtungen hegt, dass die Babysitter-Aktion arg stören könnte, den kann ich beruhigen. Zugegeben, etwas ungewohnt ist es schon, die drei ??? in einem solchen Szenario zu erleben, allerdings sorgte gerade dies für einiges an Frische in den Dialogtexten.
Der Fall selbst ist zwar schon ein wenig herbei konstruiert, aber das sind ja letztlich so viele Abenteuer der drei ???. Insofern sehe ich das gar nicht mal als immensen Kritikpunkt, solange es eben in einem einigermaßen schlüssigen und glaubwürdigen Rahmen bleibt. Und das ist hier durchaus so der Fall.
Inhaltlich und in Hinblick auf das Hörspieldrehbuch also eine solide Angelegenheit mit ordentlichem Unterhaltungswert. Von den Socken haut einen das ganze zwar wiederum auch nicht, aber nach einigen doch recht schwachen Geschichten in der Vergangenheit kann man mit dem hier gebotenen sogar recht zufrieden sein.
Die Geräuschuntermalung wird vornehmlich aus dem Archiv heraus rekrutiert. Ebenso die Musikstücke. Es ist sicherlich keine große Kunst, hier eine Auswahl zwischen die einzelnen Szenen zu packen. Trotzdem muss ich sagen, dass mir die Mischung hier doch zugesagt hat.
Hans Meinhardts Stimme hört sich weiter erschreckend alt und brüchig an. Dagegen blühen die drei ??? richtiggehend auf und haben hörbar Spaß an den eher ungewöhnlichen Dialogen. In den Gastrollen trifft man auf alte Bekannte wie Wolfgang Draeger, Wolfgang Völz, Ingeborg Kallweit sowie auf ein paar nicht ganz so bekannte Stimmen wie die von Ingo Nommsen - wobei sich qualitativ keine wirklichen Unterschiede abzeichnen. Und so sollte es ja auch sein.
Fazit: Eine eigentlich in nahezu allen Bereich solide Produktion. Ein wirkliches Highlight lässt sich daraus aber nicht schaffen. Im Vergleich zu anderen Hörspielen der nahen Vergangenheit, die innerhalb dieser Reihe erschienen sind, lässt sich Der Biss der Bestie aber recht angenehm hören.
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