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Kundenrezension

43 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der heiße Atem des epischen Abenteuers, 23. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Medicus (DVD)
"Trag deine Erkenntnisse hinaus in die Welt. Du bist jetzt der neue Medicus",
und wenn der durch viele Abenteuer nun gereifte Rob Cole mit diesen Worten hinaus in die ewige Wüste reitet, Isfahan, der orientalischen Stadt der Träume, in die er einst heimlich als wißbegieriger Lehrling kam, um grosses medizinisches Wissen zu erlangen den Rücken kehrt, dann liegen zweieinhalb Stunden begeisterndes, heißblütig bewegendes Kinoabenteuer hinter uns.
Ein Abenteuerepos, das uns mit dem jugendlichen Rob Cole durch Okzident und Orient, durch heiße Sandstürme, unerfüllte Liebe, in die grossen Städten des Islam führt, dort wo die damalige Heilkunst weiter fortgeschritten ist, als es sich der Junge jemals im fernen London des Jahres 1021 überhaupt vorstellen konnte.
Leuchtende Minarette am Horizont, die furchtbaren tödlichen Folgen der Pest, die unsäglichen Konflikte dreier Weltreligionen die sich in der Stadt Isfahan kreuzen.
Das Judentum, der Islam, das Christentum in steter Selbstzerfleischung zwischen Dogmatikern, Fanatikern und Reformansätzen.
Das auferlegte Tabu niemals Tote zu obduzieren, welches endgültig im Dienste der Menschheit und des Fortschritts durchbrochen werden muß, und der stete Wille für die Wissenschaft und die Heilkunst auch unter Einsatz des Lebens Dogmen zu durchbrechen.
Noah Gordons "Der Medicus" war einer der grössten Bestseller der achtziger Jahre und im Wesenlichen folgt Regisseur Philipp Stölzls grosses schillerndes Kino -Epos auch dem Buch.
Einen jungen wißbegierigen Neunjährigen, eine Waise, verschlägt es unter vielen Gefahren nach Jahren des Umherreisens
in den Orient um dort von dem berühmten, hochangesehenen Arzt Ibn Sina ausgebildet zu werden, neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zu erlangen und so zum weisen "Medicus" heranzureifen.
Sein wechselvolles Schicksal führt ihn zunächst zu dem verschrobenen Bader Henry Croft (Stellan Skarsgard) der mit ihm zusammen als fahrende Heilkünstler mit einem schaukelnden Planwagen durch das regennasse, zerklüftete England reist ,um auf jedem Marktplatz unter unsäglichen hygienischen Bedingungen die Landbevölkerung von ihren Gebrechen zu heilen.
Als dieser mehr und mehr sein Augenlicht verliert, reift in Rob der Plan selbst zum grossen Mediziner zu werden.
Ein Schiff führt ihn weit über das Meer in die unbekannte Welt des Orients.
Sechs Millionen Mal verkaufte sich das Buch, fast dreißig Jahre dauerte es bis sich ein Regisseur an die Verfilmung wagte.
Doch dem "Medicus" erging es wie vielen anderen Literaturverfilmungen vor ihm.
Wie Tykwers "Das Parfüm" oder auch Annauds "Der Name der Rose" wurde er von Kennern des Buches in der Luft zerissen.
So ist es unbedingte Vorraussetzung für den Kinogenuß sich von der Buchvorlage etwas zu lösen, offen zu sein für die wirklich sagenhafte Magie der Bilder die Stölzl hier auf der Leinwand entstehen läßt.
Mich interessieren auch weniger kleinste historische Genauigkeiten und zu den freudlosen Krämerseelen, die sich naserümpfend selbst die Begeisterung an einem grossen Kinofilm verderben, gehöre ich ebenfalls nicht.
"Medicus" - der Film ist ein episches Historien Spektakel allein für sich stehend, und niemand würde bei einem Film-Klassiker wie "Dr. Schiwago" der selbst zum Mythos geworden ist, ein halbes Jahrhundert später noch die immensen Unterschiede zu Pasternaks Vorlage immer wieder heraufbeschwören.
Buch und Film sollten eigenständig betrachtet werden. Sie können gut nebeneinander bestehen.
Zumindest wenn wie hier soviel Verve, soviel inszenatorisches Können in grosser Kinoverzauberung geschaffen wird.
Dabei ist der Film natürlich viel flüssiger, viel kintoppgerechter aufbereitet, nimmt damit aber auch wesentlich mehr gefangen als die für meinen Geschmack doch oftmals sehr sperrige, trockene Buchvorlage.
Philipp Stölzl zieht alle Register um etwas zu erschaffen, was heutzutage fast nicht mehr auf der Leinwand zu sehen ist.
Er gibt uns das Staunen wieder , wenn wir episches, monumentales Erzählkino erleben, fremde geheimnisvolle Welten und Zeiten entdecken, er inszeniert ohne Durchhänger mit einer unglaublich begeisternden schönen ,märchenhaften Bilderflut, und versetzt uns direkt aus dem Kinosessel in die mittelalterlichen Landschaften des finsteren Englands, in die tobenden Wüstenstürme, in das magisch verwunschen wirkende orientalische Isfahan.
Jede einzelne Stofffalte der authentischen Kostüme glaubt man erfühlen zu können.
So detailliert ist hier jedes Bild aufwendig komponiert, überragend gut ausgeleuchtet.
Spannend, packend, magisch ist das funkelnde Werk. Landschaftsbilder zum Niederknien, gleitende Kamerafahrten über unendliche Küsten, Beduinenaufstände, die donnernd über die Wüstensteppe reiten, daß Lawrence von Arabien begeistert wäre.
Bis in kleinste Details hervorragend ausgestattetes Decor, das farbenprächtig das Auge verwöhnt, brillante Optik, aber auch unterfüttert durch ein straffes Drehbuch, das nicht im Kitsch versinkt sondern neben den hochspannenden Einzelschicksalen niemals die erschreckenden noch immer aktuellen Konflikte zwischen drei Weltreligionen und ihrer Anmaßung die einzige Wahrheit zu verkünden, außen vor läßt.
Erschreckend aktuell wie sinlose kriegerische Konflikte aus Fanatismus fortschrittliches Denken und Aufklärung verhindern.
Ebenfalls eine weitere Trumphkarte des Films sind die charismatischen Schauspieler.
Stellan Skarsgard ist eine grossartige Besetzung des glücklosen Baders, der als fahrender Quacksalber von Ort zu Ort zieht und Ben Kingsley als edler, großherziger weiser Mediziner Ibn Sina läßt mit jedem Auftritt natürlich die Leinwand vibrieren.
Da ist es zu verschmerzen, daß Tom Payne als junger Medicus neben solchen Schauspielgiganten etwas blass bleibt.
Lange hat man solch eine betörende grosse Historienpracht auf der Leinwand vermisst, und allein der Seltenheitswert hier einmal wieder ein legendenhaftes, wuchtig, mitreissendes, erfreulicherweise etwas altmodisches Reiseabenteuer erzählt zu bekommen, ohne hektische Bildschnitte, ohne überflüssige Knalleffekte sondern in majestätisch begeisternder Optik ist allemal fünf Sterne wert.
Die Kameraführung in schwelgerischen, hypnotisch langen Aufnahmen, dazu ein exzellenter Soundtrack der mal heroisch donnernd, mal sanft, dann wieder leise , geheimnisvoll die vibrierende Atmosphäre schwelgerisch unterstreicht.
"Wie blass und langweilig wäre diese Welt ohne Geheimnisse" sagt Ibn Sina im Feuerschein einer brennenden Bibliothek gegen Ende des Films.
Wohl wahr , und wie blass wäre das Kino ohne den Hauch des grossen, aufregend verführerischen Abenteuer- Kintopps, wie es uns "Der Medicus" einmal wieder beschert.
Sehr erfreulich, daß hier endlich auch einmal wieder ein deutscher Regisseur, deutsche Geldgeber plus internationale Stars gegenüber Hollywood hier mehr als ebenbürtig produzieren und diese packende , gleißend schöne Kinomagie erschaffen haben.
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1-8 von 8 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 30.05.2014 11:08:18 GMT+02:00
Super Rezension, gestern abend gesehen, und absolut begeistert, mit dem selben Hintergrund, den du hier beschreibst. Da ich ja auch deine "Hobbit"-Rezension kenne, die ich genauso erstklassig finde, bist du für mich einer der wenigen hier, die nicht wegen jedem Scheiß rummäkeln müssen, sondern noch zu schätzen wissen, wenn solch magische Filmerlebnisse uns beglücken. Einfach großartig, wie du solche Kinoerlebnisse aus deiner Laune heraus beschreibst, ohne noch lang nachzudenken, was jetzt vermeindlich schief gelaufen sein könnte.
Und ich denke genau wie du, für solch Filme, wie den "Medicus" oder den "Hobbit" ist die große Leinwand wie geschaffen. Abtauchen und sich von den Bildern wegreissen lassen, das ist auch für mich allergrößtes Kino, und muß dann auch nicht immer den riesigen Anspruch haben.
Du scheinst das auf jeden Fall kapiert zu haben, und ich danke dir deshalb für diese wunderbare Rezension.
Beste Grüße

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.05.2014 14:14:03 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 30.05.2014 14:21:48 GMT+02:00
RUMBURAK meint:
Ich freue mich so sehr über diese tolle Rückmeldung , Steffen Deubel.
Das hast du schön beschrieben, "sich von den Bildern wegreissen lassen".
Ich sehe auch die grossen Unterschiede zwischen Buch und Film. Sehe aber auch ,daß hier alle Beteilligten mit viel Herzblut und Mühe tolle Atmosphäre, gerade in der heutigen Kinoszenerie mit Seltenheitswert erschaffen haben.
Zwischen all den martialischen Action, KrachBumm Konserven eben einmal wieder ein großer Film, der eine Geschichte zu erzählen hat und ein gewisses Kinogefühl vermittelt.
Dann freuen wir beide uns doch einmal auf weitere schöne Filmstunden.
Bis demnächst,
Zaubergrüße Rumburak

Veröffentlicht am 30.05.2014 15:00:49 GMT+02:00
[Von Amazon gelöscht am 21.06.2014 11:53:07 GMT+02:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 31.05.2014 15:43:58 GMT+02:00
christine meint:
Hm, wenn ich diese Rez lese, überkommt mich ein wohliger Schauer und mir werden meine Vorbehalten gegenüber diesem Film (Trailer hat mich nicht ganz überzeugt) immer unverständlicher. Das ist Magie, aber das weißt Du ja bereits, ;-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.06.2014 10:10:28 GMT+02:00
Ralf Möller meint:
Tolle Rezi. Gratuliere.

Veröffentlicht am 06.06.2014 23:02:49 GMT+02:00
C. Maetzel meint:
Da hat ja jemand einen richtigen Fanclub für seine Rezensionen! "Gleißend, schöne Kinomagie" kann nicht darüber weg täuschen, dass hier doch sehr kuriose, und im Mittelalter eben nicht passende Geschehnisse auf die Leinwand gebracht wurden, was doch gar nicht notwendig gewesen wäre, wenn man hier etwas näher am Buch geblieben wäre. Ein Muslim hätte sich niemals den Bauch aufschneiden lassen, um eine für ihn noch unbekannte Operation durchführen zu lassen, weil das für sein Seelenheil undenkbar gewesen wäre.
Ein Christ und ein Jude, die in London ein Krankenhaus führen, welches bestens läuft… Wozu so dick auftragen, wenn es doch in der damaligen Zeit völlig unmöglich war? Da ist das Buch viel besser mit umgegangen. Die angeblich lt. Rezensenten stets im Blick behaltenen Konflikte zwischen den Weltreligionen werden im Film eben nicht so ernst genommen und damit entsteht genau der im Buch nicht heraufbeschworene Kitsch.
Die Story im Film hat auch mindestens einen großen Bruch- es ist doch für niemanden nachvollziehbar, wie der Bader auf dem filmischen Schnelltrip Farsi gelernt hat. Außerdem ist die Wandlung zum Juden durch den verkürzten Handlungsstrang nicht nachvollziehbar.
Großartig und beglückend ist der Film nur, wenn man kaum Anspruch an einen stimmigen Handlungsverlauf stellt und mit einer sehr beliebigen Interpretation mittelalterlicher Problematiken zufrieden ist. Tolle Bilder sind unbestritten zu sehen- aber das reicht doch kaum für ein großes Kinoerlebnis.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.06.2014 13:11:17 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 07.06.2014 13:14:19 GMT+02:00
RUMBURAK meint:
Sehen Sie, C.Maetzel, ich stimme ihnen in ihren Kritikpunkten vollkommen zu. Nur konnte ich mich in die Magie dieses Film so fallen lassen, daß ich mir ihre zweifellos nachvollziehbaren Fragen gar nicht stellte.
Ein Film hat dann doch Kraft, wenn man seinen Bildern folgt und eben nicht auf die Idee kommt jede Szene zu hinterfragen.
Bei mir konnte der Film diese Faszination auslösen.
Nehmen Sie auf diese sachliche Weise einmal David Leans: " Dr. Schiwago" auseinander und sie werden nur noch wenig Filmgenuß verspüren, von Klassikern wie " Ben Hur" gar nicht zu reden.
Wir können uns sicherlich darauf einigen, daß der Film durchaus hier jede positive oder negative Wertung irgendwo rechtfertigt. Das macht ja den Meinungsaustausch auch so interessant.
Grüße Rumburak

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.08.2014 12:03:16 GMT+02:00
Bonobinchen meint:
Mein Bonobo,
so sehr wie dieser Film kontrovers diskutiert wird, freue ich mich um so mehr auf ein tolles Kinoerlebnis mit dir - hoffentlich bleiben wir trocken ;-) !
Mal sehen, wie mein Urteil ausfällt, ich bin sehr gespannt !
Bonobinchen ***
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