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26 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Die Wahrheit, und nichts als die Wahrheit"..., 13. Dezember 2009
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Rezension bezieht sich auf: Alliierte Kriegsverbrechen - Vergessene Kriegsgräuel im Zweiten Weltkrieg (DVD)
Der Film "Alliierte Kriegsverbrechen - Vergessene Kriegsgräuel im Zweiten Weltkrieg" ist der einzige Beitrag dieser Art, der bisher jemals im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Und auch das nur ein einziges Mal. Ich gehörte 1983 zu den Zuschauern. Das ist jetzt 26 Jahre her und nie mehr habe ich diesen Film vergessen. 2008 entdeckte ich ihn bei Amazon wieder.

Der Film besteht aus zwei Sendungen. Die erste befasst sich mit alliierten Kriegsverbrechen an der West-, die zweite mit jenen an der Ostfront. Erfreulicherweise waren die Macher bemüht, auch den Blick auf die andere Seite nicht völlig außer Acht zu lassen, obwohl das Thema "ALLIERTE Kriegsverbrechen" heißt. So beginnt die erste Sendung mit der als "Massaker von Le Paradis" in die Geschichte eingegangenen Erschießung von 88 britischen Kriegsgefangenen auf Befehl des SS-Obersturmführers Fritz Knöchlein und zeigt dazu ein Interview mit William O'Callaghan, einem der beiden einzigen Überlebenden. Die zweite Sendung wird mit einem Hinweis auf den sogenannten "Kommissarbefehl" eingeleitet, demzufolge alle von der Wehrmacht gefangengenommenen Politkommissare der sowjetischen Armee sofort zu erschießen waren.

Deutlich arbeitet die Sendung heraus, daß die meisten Kriegsgräuel sich gegen besonders Wehrlose richten: Gefangene, Verwundete, Zivilisten. Der jeweilige Sieger übt das Recht des Stärkeren aus. Dies ist keine deutsche Spezialität, sondern ein universelles Phänomen.

Die nun dargestellten Beispielfälle wurden von der am 4.9.1939 gegründeten Wehrmacht-Untersuchungsstelle für Verletzungen des Völkerrechts (WUSt) zusammengetragen und recherchiert. Von ursprünglich rund 8.000 (!) Ermittlungsfällen wurden viele durch Kriegseinwirkung vernichtet; etliche waren bei Kriegsende auch noch nicht vollends bearbeitet. Die verbliebenen 226 Aktenbände lagern momentan im Bundesarchiv-Militärarchiv Freiburg/Breisgau. Wer sich dafür interessiert, dem sei Alfred de Zayas Buch "Die Wehrmacht-Untersuchungsstelle." empfohlen.

Die Palette alliierter Kriegsverbrechen reicht weit: Schiffbrüchige, deutlich gekennzeichnete (!) Lazarette und Rot-Kreuz-Schiffe, sogar ein militärisch gar nicht genutztes italienisches Kloster (Monte Cassino) fielen gezielten Luftbombardements bzw. dem MG- und Artilleriefeuer der westlichen Alliierten zum Opfer. Deutsche Kriegsgefangene wurden bei verschiedenen Gelegenheiten einfach erschossen. Verheerende Bombenangriffe auf deutsche Städte, Tiefflieger, die sogar auf Einzelpersonen im Feld Jagd machen, massenhafte Vergewaltigungen, usw.

Doch es kommt noch schlimmer - nämlich in der zweiten Sendung, die sich mit der Ostfront befasst. Grauenhafte polnische Auschreitungen gegen Angehörige der deutschen Minderheit unmittelbar zum Kriegsbeginn im September 1939, entsetzliche Folterungen und Ermordung deutscher Kriegsgefangener u.a. in Broniki, Grischino und Feodosia. Hinzu kommen NKWD-Morde in Lemberg, wo Tausende von Gefängnisinsassen, zumeist Ukrainer, teilw. auch Polen, Juden(!), Deutsche, unmittelbar vor der deutschen Rückeroberung der Stadt binnen weniger Tage abgeschlachtet wurden. Hier allerdings hätten die Filmemacher durchaus noch erwähnen können, daß das NS-Regime diese Mordopfer auf debile Weise instrumentalisierte, indem es sie nach Entdeckung den jüdischen Bewohnern Lembergs unterschob, was ein Pogrom auslöste.

Schauriger Gipfel ist schließlich das Massaker sowjetischer Truppen an der Zivilbevölkerung im ostpreussischen Nemmersdorf. Der Zeuge Manfred Hoflehner berichtet hier sogar von einer Kreuzigung. Letztere ist inzwischen umstritten (vgl. B. Fisch: "Nemmersdorf, was wirklich geschah", ISBN-13: 978-3932180262), aber die Bilder sind auch so schon erschütternd genug.

Der Film ist aufgrund der drastischen Gewaltdarstellung nichts für Kinder. Jugendliche sollten ihn in Begleitung Erwachsener anschauen, wenn überhaupt.

Ich habe die volle Punktzahl vergeben.
Den ersten Punkt für die Themenwahl, denn die war längst überfällig.
Den zweiten dafür, daß der Film eine eindringliche Mahnung gegen den Krieg an sich ist.
Den dritten dafür, daß der Film nicht versucht, deutsche gegen alliierte Verbrechen aufzurechnen.
Den vierten dafür, daß alle Fälle sachlich vorgetragen werden, so daß die Ereignisse für sich sprechen können. Das genügt nämlich vollkommen.
Den fünften dafür, daß fast alle Fälle durch Augenzeugen kommentiert werden. Viele lesen ihre Aussage offen ab, aber das finde ich angesichts ihres hohen Alters o.k.; die Interviews dürften sehr anstrengend für sie gewesen sein.

Gern hätte ich noch einen 6. Extrapunkt vergeben, nämlich für den beeindruckenden Beitrag des amerikanischen Völkerrechtlers Prof. Benjamin Ferencz am Ende der ersten Sendung. Deutlich hebt er die Einzigartigkeit der Shoah hervor. Er führt auch aus, daß im Zweiten Weltkrieg von allen Seiten Verbrechen begangen wurden. Und daß diese Verbrechen jeden etwas angehen, ob sie ihn nun unmittelbar persönlich betreffen oder nicht. Denn alle Menschen seien Brüder. Und dann kommt ein ganz wichtiger Satz, nämlich daß

ALLE Menschen berechtigt sind, als MENSCH betrachtet zu sein.

Einfach dafür, daß es MENSCHEN sind.

Einfach nur dafür.

Das ist das Minimum, auf das diese Welt sich dringend verständigen sollte. Denn anders ist kein Friede auf Erden erreichbar. Ich denke, daß diese DVD einen kleinen Beitrag in diese Richtung leistet. Allein dafür gebührt den Machern schon größter Dank und Respekt.
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1-7 von 7 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 24.11.2010 15:49:06 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.11.2010 15:54:09 GMT+01:00
Bei dem "Massaker von Le Paradis" handelte es sich um einen Vergeltungsakt der dadurch
geschürt wurde, das Deutsche Soldaten mehrfach heimtückisch von Sich zuvor ergebenen Briten erschossen wurden.
Dennoch wurde OSTUF Knöchlein zurecht wegen seiner skrupelosen Vorgehensweisen verurteilt.

Veröffentlicht am 30.04.2012 19:07:59 GMT+02:00
Dr. Haze meint:
"Deutlich hebt er die Einzigartigkeit der Shoah hervor."

Aber selbstverständlich... wen interessieren schon die anderen 50 Millionen Tote, wo es sich doch nur um Goyim handelt.
"Die Geschichte wird von den Siegern geschrieben".. so sagte es bereits Winston Churchill. Solange der Zionismus die Macht hat, wird sich dies nicht ändern.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.07.2012 01:39:55 GMT+02:00
Interessant. Bisher war mir nicht bekannt, dass sich ergebende Briten deutsche Soldaten erschossen haben. Seit ich jedoch vor ca. 6 Jahren begonnen habe eigene Recherchen über die Zeit von ca. 1870 bis 1950 anustellen, habe ich Dinge entdeckt, die ich zuvor nicht für denkbar gehalten hätte. Inzwischen ist mir klar, dass das gegenwärtige Geschichtsbild von den Siegern diktiert wird, die seit 1968 zusätzlich auf die Hilfe von Kommisten, Sozialiste und sogenannten Grünen bauen können.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.08.2012 22:37:07 GMT+02:00
Banshee meint:
Bedauerlicherweise kannte (= 1983) Prof. DeZayas beim Thema "Le Paradis" nicht die Hintergründe. Wie wohl fast alle - bis heute!

"... Nur ein Jahr später zogen die Briten nach: 1956 erschien "The Revenge of Private Pooley [Die Rache des Gemeinen Pooley]" von Cyril Jolley. Es war die Geschichte von - ja, womit fängt [man] nun an, mit der Wahrheit oder dem Märchen? Vielleicht ganz streng chronologisch: Im Mai 1940 wurde aus dem "Sitzkrieg" am Rhein der "Frankreich-Feldzug", wie ihn die Deutschen nannten; heute nennen sie ihn - wie die Alliierten - den "Überfall auf Frankreich", was [einme] immer etwas merkwürdig vorkommt, da doch England und Frankreich dem Reich den Krieg erklärt hatten, von "Überfall" also eigentlich keine Rede sein kann. Egal. Die tumpen Deutschen kämpften zwar unkonventionell, aber unter strikter Beachtung der Haager Landkriegsordnung und anderer Schutzkonventionen. Nicht so die Alliierten, die weder das Rote Kreuz noch die Weiße Fahne achteten (welche sie beide selber zur Irreführung mißbrauchten und deshalb bei ihren Gegnern wohl auch nichts anderes erwarteten), sie verwendeten Dum-Dum-Geschosse und - sie machten keine Gefangenen, besonders die Engländer nicht. (Das hatte durchaus Tradition bei britischen Expeditionskorps in Frankreich; schon bei Azincourt 1415 hatten sie ihre französischen Gefangenen kurzerhand ermordet, pardon als "Kriegsverbrecher" hingerichtet würde man heute sagen - damals sparte man sich diese Heuchelei.)
Bei Arras ermordeten Angehörige des Durham Light Infantry Regiments 400 Gefangene des SS-Totenkopf-Regiments. Es war das erste und letzte Mal, daß sich SS-Einheiten ergaben; ein paar Tage später standen sich Briten und Totenkopf-Soldaten bei Bailleul erneut gegenüber; die ersteren hatten sich in einem Kaff namens "Le Paradis" verschanzt, schwenkten ab und zu weiße Fahnen und erschossen deutsche Parlamentäre dann mit ihrer Dum-Dum-Munition. Die SS-Truppen stürmten die britischen Stellungen und machten keine Gefangenen - die paar Briten, die ihre Gewehre weg warfen, wurden sofort standrechtlich als Kriegsverbrecher erschossen. Nur zwei Briten entkamen. Einer von ihnen, ein gewisser Bert Pooley, berichtete, was vorgefallen war, und die Briten hielten schön den Mund - bis Kriegsende. ..."

"... Da erinnerten sich die Briten des Schützen Pooley, und fragten höflich an, ob er nicht in Nürnberg als Märchenonkel auftreten wolle? Er sagte - gegen entsprechende Bezahlung zu -, und seitdem kursiert das Märchen durch die Weltgeschichte, die böse Waffen-SS hätte im Mai 1940 in "Le Paradis" ca. 100 "wehrlose britische Gefangene abgeschlachtet".
Als Hauptschuldigen präsentierten Pooley - und eine halbblinde Französin, die alles "ganz genau gesehen" hatte und ebenfalls als Zeugin angekarrt wurde - jemanden, der damals nachweislich GAR NICHT DABEI gewesen war: SS-Obersturmbannführer Fritz Knöchlein, Ritterkreuzträger, einer der "Helden von Demjansk", Führer der norwegischen SS-Freiwilligen, 1940 Kompaniechef im Totenkopf-Regiment. ..."

"... (Muß [man] eigens erwähnen, daß selbstverständlich KEIN Beweis darüber erhoben werden durfte, daß es sich bei den hingerichteten Briten um Kriegsverbrecher handelte und daß Knöchlein im fraglichen Zeitraum GAR NICHT bei seiner Einheit gewesen war? Wohl kaum.)

Quelle: http://www.geocities.ws/films4/andersonville.htm

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.08.2012 23:12:13 GMT+02:00
Banshee meint:
Ein paar Hinweise zum sog. "Kommissarbefehl"

Was die Erschießung der sog. (i.d.R. waren dies fanatische, oft auch jüd. POLIT-)Kommissare betrifft, so gab es diese Gerüchte bereits, als die ersten in Gefangenschaft gingen und von der normalen Truppe abgesondert wurden. Der Grund war eigentlich ganz einfach: Da die Kommissare die Rotarmisten regelmäßig zum Hass auf die "faschistische deutsche Bestie" aufpeitschten und jene sogar (oft, aber sicher nicht immer) OHNE Bewaffnung gegnerische Stellungen stürmen mussten - wer zurück lief, wurde von den eigenen erschossen! - kann man sich gut vorstellen, wie "erfreut" jene normalen Soldaten waren, wenn sie einen von denen mal ungestraft nicht nur an die Wäsche konnten (selbst wenn jener seinen Roten Stern vom Uniform-Ärmel entfernt hat, er-kannten ihn die Meisten wohl dennoch recht schnell, auf Grund von deren regelmäßigen Ansprachen (genauer: Einpeitschungen) vor der versammelten Truppe.)

Der sog. Kommissar-Befehl wurde übrigens erst nach Kriegsende bekannt, da dieser - wenn überhaupt verbreitet - nur in den Generalstäben verteilt wurde und während des WKII eigentlich NICHT in die Hände der russischen Seite gelangen konnte. (Grund: da dieser nach dem Lesen wohl gleich verbrannt werden musste). Dieser Befehl wurde - u.a. wg. den vorgenannten Gründen - erlassen, aber auch weil bekannt wurde, dass die Kommissare deutsche (Kriegs-)Gefangene oft lange foltern oder grausam verstümmelen liesen, bevor sie diese letztendlich mit einem Genickschuss von ihren Qualen erlösten.

Von fast allen deutschen Befehlshabern wurde der sog. Kommissar-Befehl komplett ignoriert - wenn er überhaupt bekannt war - so dass man bis heute noch nicht einmal grob schätzen kann, wieviele Kommissare überhaupt ums Leben kamen. Das kann eigentlich noch nicht einmal die russische Seite genau angeben, ob diese durch deutsche oder (eigene - s.o.) russische Soldaten, oder auch durch direkte Kampfhandlungen getötet wurden. (falls trotzdem einmal irgendwelche Zahlen veröffentlicht werden, kann man sich deren Wahrheitsgehalt - nach dem vorab geschriebenen - entsprechend vorstellen.)

P.S.
Die "Tätigkeit" eines Kommissars wird im Film: "DUELL - Enemy at the Gates" mMn sehr gut dargestellt - von einem jüd. Schauspieler, wie passend ;) (im Film fehlt übrigens jegliche Andeutung von Übergriffen an deutsche Gefangenen von diesen - allerdings auch nur mangels direktem Kontakt zu jenen!)

Veröffentlicht am 21.08.2012 06:19:47 GMT+02:00
Banshee meint:
Eine kleine Korrektur bzw. Ergänzung zur durchweg gelungenen Rezension sei erlaubt:
"Die nun dargestellten Beispielfälle wurden von der am 4.9.1939 gegründeten Wehrmacht-Untersuchungsstelle für Verletzungen des Völkerrechts (WUSt) zusammengetragen und recherchiert. Von ursprünglich rund 8.000 (!) Ermittlungsfällen wurden viele durch Kriegseinwirkung vernichtet; etliche waren bei Kriegsende auch noch nicht vollends bearbeitet. Die verbliebenen 226 Aktenbände lagern momentan im Bundesarchiv-Militärarchiv Freiburg/Breisgau. ..."

Es ist unwahr, dass, Zitat: "viele" [Akten] "durch Kriegseinwirkung vernichtet" [wurden].
Ich zitiere dazu aus der (erweiterten) 6. Ausgabe von 1998: "Die Wehrmachtsuntersuchungsstelle - Dokumentation alliierter Kriegsverbrechen", auf Seite 18, unter der Überschrift:

Zitat:
"Gegenstand und Zielsetzung der Arbeit

Die militärischen und diplomatischen Akten des Dritten Reiches werden seit Jahrzehnten von Historikern zu vielfältigen Untersuchungen herangezogen. Die Unterlagen der Rechtsabteilung des Oberkommandos der Wehrmacht und die der Rechtsabteilungen des Heeres, der Marine und der Luftwaffe SIND aber WEITGEHEND UNAUSGEWERTET [bis dato!] geblieben. Einen bedeutenden Bestand, der BIS HEUTE [= dies gilt - da offensichtlich die "falsche Feldpostnummer" - leider auch weiterhin!] NICHT untersucht worden war, bilden die 226 Aktenbände der Wehrmacht-Untersuchungsstelle für Verletzungen des Völkerrechts. Sie wurden von amerikanischen [!] Truppen 1945 in Langensalza (Thüringen) und Torgau an der Elbe beschlagnahmt [= neu-deutsch für: geraubt] und in die USA gebracht und kehrten erst im Jahre 1968 [!] nach Deutschland zurück. Es handelt sich dabei um die UNVOLLSTÄNDIGEN [= nachweislich v.a. von West-Alliierten begangene (Kriegs-)Verbrechen "gesäuberte"] Ermittlungsakten einer am 4. September 1939 in der Rechtsabteilung des Oberkommandos der Wehrmacht gegründeten Behörde, die die Aufgabe hatte, "die von gegnerischen Militär- und Zivilpersonen gegen deutsche Wehrmachtsangehörige begangenen Verstöße gegen das Völkerrecht festzustellen UND [!] zugleich die vom Auslande gegen die deutsche Wehrmacht in dieser Hinsicht erhobenen Anschuldigungen aufzuklären". 1 Ein Großteil der Akten besteht aus eidlichen Zeugenvernehmungen [= Überlebende], die meistens durch Divisionsrichter im Felde [d.h. am Tatort bzw. in der Nähe] aufgenommen wurden. Sie werden ergänzt durch Meldungen der Abwehrabteilungen der Divisionen, der sogenannten IC-Abteilungen sowie durch die IC-Abteilungen gesammelten Beutepapiere. Die Zugänglichkeit dieser Akten [bis auf Prof. Alfred M. deZayas hatte sich bis dahin NIEMAND für diese Akten interessiert - selbst zig Jahre nach Erscheinen der Erstausgabe haben sich - lt. deZayas - nur 2 (!) weitere Personen eingetragen, diese studieren / auswerten zu wollen. Eine davon war übrigens Prof. Dr. Franz W. Seidler, em. Professor für Sozial- und Militärgeschichte an der Universität der Bundeswehr München, welcher anschließend 3 Bücher darüber veröffentlichte: "Verbrechen an der Wehrmacht" Band 1 (41/42) + Band 2 (42/43), sowie "Die Wehrmacht im Partisanenkrieg. Militärische und völkerrechtliche Darlegungen zur Kriegführung im Osten"] im Bundesarchiv-Militärarchiv Freiburg bot Anlaß und Gelegenheit, die Arbeitsmethoden der Untersuchungsstelle einer kritischen Überprüfung zu unterziehen. ..."

1 Heeresverordnungsblatt 1939, Teil C, Blatt 26, Seite 310 vom 15. September 1939."
Zitat Ende.

P.S.
Die Großschreibung und Kommentare in der Klammer stammen von mir und sind im Original nicht enthalten. Ersteres dient einzig der Hervorhebung und soll keine Wertung darstellen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.08.2012 20:39:51 GMT+02:00
Vielen Dank für Ihren Beitrag! Es ist immer wieder interessant, was ans Tageslicht kommt, wenn man die damaligen Vorgänge genau durchleuchtet.

Die stärkste Waffe der Gutmenschen, Grünen, und Altkommunisten ist die kritiklose Akzeptanz der von den Siegermächten aufoktroyierten einseitigen Geschichtsdarstellung. Ohne die Verbrechen der (National)sozialisten beschönigen zu wollen, muss man feststellen, dass in den Geschichtsbüchern viele Lügen und Verdrehungen stehen.

Siehe auf youtube die 3-teilige Doku "Der zweite 30-jährige Krieg". (Bei User „bavarikus“ ungekürzt) Viele Informationen, die von der offiziell verordneten Geschichtsschreibung gerne "vergessen" werden.
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