Kundenrezension

64 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gut gemachter Patchwork-Streifen, 6. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Equilibrium (DVD)
In einer nicht allzu fernen Zukunft haben die Überlebenden des Dritten Weltkriegs unter ihrem omnipräsenten Anführer, genannt "Vater", in der Stadt Libria eine neue Zivilisation gegründet. Da "Vater" glaubt, in der menschlichen Fähigkeit zu tiefgehenden Emotionen die Ursache allen Übels gefunden zu haben, ist es in und um Libria bei Todesstrafe verboten, Gefühle zu entwickeln. Diese werden mit dem Medikament Protium unterdrückt, und wer sich der Droge verweigert und statt dessen heimlich die anregende Wirkung von Musik, Literatur und Kunst geniesst, wird als Sinnestäter klassifiziert und von Hundertschaften der martialisch aufgerüsteten Polizei erbarmungslos gejagt und ausgelöscht. Die Speerspitze im Kampf gegen Abtrünnige stellen jedoch die Gramaton-Kleriker dar, eine Elite-Einheit perfekt ausgebildeter Killer, deren Meisterschaft in der Kampfart des Gun-Kata es ihnen ermöglicht, sogar dem feindlichen Kugelhagel auszuweichen. Und John Preston ist der beste Kleriker von allen. Erfüllt von tiefer Überzeugung für seine Aufgabe, liess er es zu, dass seine eigene Frau als Sinnestäterin verhaftet und exekutiert wurde, und tötet seinen besten Freund und Partner, als dieser sich ebenfalls zu seinen Gefühlen bekennt. Doch dann verhindert eine Reihe von Zwischenfällen, dass Preston seine tägliche Ration Protium zu sich nimmt...
Nahezu alles in EQUILIBRIUM gab es schon, und die Parallelen sind zu offensichtlich, als dass es sich dabei um Zufälle handeln könnte. Das Verbrennen von Büchern und Bildern weckt sofort die Erinnerung an FAHRENHEIT 451, die monumentalen Bauten der Stadt Libria sind ein deutlicher Verweis auf Filme wie METROPOLIS und BRAZIL, und der auf riesigen Leinwänden unentwegt Ansprachen haltende "Vater" ist eine unverkennbare Variation des "Big Brother" aus GEORGE ORWELLS 1984. Die an Priester erinnernden Kleriker wurden zweifellos von jüngeren Klassikern wie MATRIX inspiriert, während sich die schwarzgekleideten, maskierten Polizeitruppen auf beunruhigende Weise an realen Vorbildern orientieren. Der Handlungsfaden, in dessen Verlauf Preston den Auftrag erhält, den Untergrund aufzuspüren, wobei er sich vom einstmals treuesten Diener des Systems zu dessen gefährlichstem Gegner wandelt, ist ebenfalls nicht neu, man denke an LOGANS RUN. Ohne Zweifel kannten sich die Drehbuch-Autoren im Genre des Science-fiction-Films glänzend aus, nur so ist die freche Selbstbedienung aus allen möglichen Vorgängern zu erklären.
Was EQUILIBRIUM dennoch zu einem spannenden, originellen und eigenständigen Werk macht, ist die gelungene Kombination all dieser Elemente zu einem stimmigen Gesamtbild, ergänzt durch furiose Fights, die selbst Keanu Reeves Kung-Fu-Akrobatik in den Schatten stellen, und einer Riege hervorragender Darsteller, darunter die zauberhafte Emily Watson, der charismatische Sean Bean, ein beängstigender Tayne Diggs... und natürlich Christian Bale, der als John Preston eine Glanzvorstellung gibt. Er verkörpert nicht nur glaubhaft den emotionslosen Vollstrecker, der zu einem von Gefühlen und Erinnerungen gepeinigten Verräter wird, sondern beweist in den meist ungedoubelten Kampfszenen auch eindrucksvoll sein Talent als Action-Held. Spätestens mit EQUILIBRIUM qualifizierte sich Bale als Idealbesetzung in BATMAN BEGINS.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 23.10.2011 03:02:21 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 23.10.2011 04:03:58 GMT+02:00
I. Smircich meint:
Sie schreiben: „Ohne Zweifel kannten sich die Drehbuch-Autoren im Genre des Science-fiction-Films glänzend aus, nur so ist die freche Selbstbedienung aus allen möglichen Vorgängern zu erklären".
Das ist kühn, wenn nicht verwegen. Frech möchte ich nicht sagen. Das würde ich den Autoren von Equilibrium überlassen. Die haben nämlich zitiert, wo ihr Stoff herkommt, und haben haben authentische Bilder von Stalin, Hitler und Saddam im Film eingebaut. Wohl auch ein bisschen Matrix und Kung-Fu. Sei es, damit Action- oder Cyber-Fans den Film nicht total abwinken, sei es weil der Faschismus noch lebt oder beides.
Totalitäre Systeme mit möglichst totaler Kontrolle über die Bürger gibt es ja noch. Ebenso Künstler, die sich aus diesem Fundus bedienen, mit verblüffend ähnlichen Aussagen. Allerdings nicht wegen Ideenklaus, sondern wegen ihrer Nähe zur Wahrheit.
Bei Ihnen weckt „das Verbrennen von Büchern und Bildern sofort die Erinnerung an Fahrenheit 451" und nicht an Goebbels. Sie Glücklicher! Können Sie mir sagen, auf welchem Planeten Sie leben? Da möchte ich vielleicht hin,
insbesondere nachdem ich die Rezensionen mit nur 1 Stern gelesen habe. Dagegen ist Ihr Beitrag schon wieder Gold.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.02.2012 13:00:25 GMT+01:00
Steph meint:
nunja, es ist aber doch eine Tatsäche, dass der Film eine klare Mischung aus Schöne Neue Welt (schade, dass das nicht erwähnt wird, immerhin ist es sehr deutlich, wenn man das Buch kennt ;) ), 1984 und Fahrenheit 451.
wenn der Kommentator hier über mir das nicht erkennt hat er letzters wahrscheinlich einfach nur nicht gelesen. dass die Kleriker die 'Feuerwehr' aus 451 darstellen ist wohl nicht von der Hand zu weisen... (im übrigen sind die tollen Beispiele a lá Hitler ja genau der Grund, weshalb im Buch das ganze System so aufgebaut ist, also ist es doch völlig klar, dass man das 'wiedererkennt'... )

ps: mich erinnern Bücherverbrennungen immer an die '48er Revolution... und nun? ;)
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