Kundenrezension

40 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht der ganz große Wurf, 6. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Fire Within (Deluxe) (MP3-Download)
Dem nahezu einhelligen Jubelchor über das neue Birdy-Album kann ich mich leider nicht anschließen, auch auf die Gefahr hin, hier gewaltig Prügel zu beziehen und Dislikes zu erhalten. Aber als Birdy-Fan der ersten Stunde bin ich doch eher enttäuscht von ihrem zweiten Album. Ich bin schon vor 2 Jahren auf ihr überragendes „Skinny Love“ Cover gestoßen und bei ihrem ersten Konzert außerhalb Großbritanniens hat mich Birdy mit ihrer Band restlos begeistert, ebenso wie das erste Album, auf dem sie überwiegend Coverversionen gespielt hat. Aber die Magie dieses grandiosen Startalbums, die ist jetzt leider bei vielen Stücken des neuen Albums nicht mehr zu spüren.

Was hat die Magie ihrer bisherigen Lieder ausgemacht? Überragend ist Birdy immer bei den langsamen Balladen, wenn sie bei leisen Passagen ihre zarte, leicht brüchige Stimme ertönen lässt und am Piano so gefühlvoll die richtigen Töne dazusteuert – sie ist wirklich eine hervorragende Klavierspielerin! Um dann im nächsten Moment mit kraftvoller Stimme und Klavierakkorden fortzusetzen. All ihre Stärken sind meiner Ansicht nach am besten in „Skinny Love“ zu beobachten. Der grandiose Cellospieler, der sie bei den Studioaufnahmen und auch Live begleitet hat, hat maßgeblich zu dieser warmen atmosphärischen Musik beigetragen.

Auf dem neuen Album hingegen ist so vieles glattgeschliffen worden hin zum Mainstreampop, bis auf wenige Ausnahmen. Dynamik in den Songs: meist Fehlanzeige. Statt dem tollen Cello (bis auf „Words As Weapons“) gibt es häufig Streichereinsätze und Synthiepassagen aus dem Computer.

Der erste Song „Wings“ ist etwas überproduziert in Richtung Bombast, wird aber vermutlich deswegen todsicher in den Charts landen. Bei „Light Me Up“ versucht sich Birdy mit mäßigem Erfolg an einer Elektropopnummer. Die gleichaltrige Lorde aus Neuseeland beherrscht dieses Metier aber um Klassen besser. Und überhaupt, für die schnellen Stücke auf dem neuen Album ist ihre Stimme eher nur mittelmäßig geeignet. Warum konzentriert sich Birdy denn nicht auf die Fähigkeiten, die sie herausragen lassen aus allen anderen? Im Bereich der Popmusik habe ich noch keine 15-jährige so gut Klavierspielen hören, wie Birdy auf ihrem ersten Album. Solche Stücke wie „Skinny Love“ und „Shelter“, bei denen Birdy sich alleine am Klavier begleitet, und die für mich die absoluten Gänsehautnummern gewesen sind, vermisse ich hier bis auf wenige Ausnahmen.

Die Highlights auf „Fire Within“ sind für mich: „No Angel“, „Shine“, „Dream“ und „Words As Weapons“. Bei diesen Nummern hat der Produzent mit seiner ganzen Studiotechnik mal zurückstecken müssen und schon gelingen die besten Stücke im vorliegenden Album. Dies beweist: Birdy kann es also doch noch - auch mit ihren Eigenkompositionen. Hätte sie ein Album herausgebracht mit diesen 4 Stücken und „Wings“, sowie einer Handvoll weiterer Coversongs, dann wäre es wieder ein überragendes Album geworden, mit dem alle glücklich geworden wären. Aber sie und ihr Produzent haben wohl zuviel auf einmal gewollt.

Wer Birdy beim Klavierspiel in die Augen schaut, sieht diese Leidenschaft für Musik in ihr brennen. Deswegen glaube ich noch immer fest daran, daß sie in den kommenden Jahren das ganz große eigene Ding schafft, welches uns alle wieder komplett weghauen wird, wie es bei Birdy I der Fall gewesen ist. Also vergebe ich als Note eine 3+. Ein Totalverriß ihres neuen Albums wäre unfair gegenüber diesem sympathischen Ausnahmetalent.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

[Kommentar hinzufügen]
Kommentar posten
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Amazon wird diesen Namen mit allen Ihren Beiträgen, einschließlich Rezensionen und Diskussion-Postings, anzeigen. (Weitere Informationen)
Name:
Badge:
Dieses Abzeichen wird Ihnen zugeordnet und erscheint zusammen mit Ihrem Namen.
There was an error. Please try again.
">Hier finden Sie die kompletten Richtlinien.

Offizieller Kommentar

Als Vertreter dieses Produkt können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
Der folgende Name und das Abzeichen werden mit diesem Kommentar angezeigt:
Nach dem Anklicken der Schaltfläche "Übermitteln" werden Sie aufgefordert, Ihren öffentlichen Namen zu erstellen, der mit allen Ihren Beiträgen angezeigt wird.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.  Weitere Informationen
Ansonsten können Sie immer noch einen regulären Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
 
Timeout des Systems

Wir waren konnten nicht überprüfen, ob Sie ein Repräsentant des Produkts sind. Bitte versuchen Sie es später erneut, oder versuchen Sie es jetzt erneut. Ansonsten können Sie einen regulären Kommentar veröffentlichen.

Da Sie zuvor einen offiziellen Kommentar veröffentlicht haben, wird dieser Kommentar im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihren offiziellen Kommentar zu bearbeiten.   Weitere Informationen
Die maximale Anzahl offizieller Kommentare wurde veröffentlicht. Dieser Kommentar wird im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt.   Weitere Informationen
Eingabe des Log-ins
 

Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-10 von 17 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 07.10.2013 18:30:51 GMT+02:00
Deltix meint:
Sehr schön auf den Punkt gebracht, auch wenn das keiner der Birdy Fans hier lesen will und es deshalb wohl nur Dislikes gibt. ;)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.10.2013 00:51:08 GMT+02:00
Don Pedro meint:
Wir können ja noch einen kleinen Wettbewerb untereinander austragen, wer die meisten Dislikes für seine Kritik bekommt!
Konstruktive Kritik wird hierzulande leider meist nicht als hilfreich angesehen, obwohl es genau DAS ist, was einen Künstler weiterbringt im Gegensatz zu bedingungslosem Beifall.

Veröffentlicht am 19.10.2013 15:02:38 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 19.10.2013 15:06:47 GMT+02:00
Ricerca meint:
Auch wenn ich anderer Meinung bin, und mir das Album gut gefällt, würde ich einer Rezension wie Ihrer kein Dislike geben. Musik ist nun mal etwas Subjektives (meistens zumindest :-) ) und ich finde, da darf und sollte jeder seine eigene Meinung haben. Wäre ja langweilig, wenn da jeder gleich ticken würde.

Aufgrund dieser neuen CD könnte man Birdy fast mit "A Fine Frenzy" vergleichen. Jedes Album sehr gut, aber auf seine eigene Weise. Das erste Album von "A Fine Frenzy" war ja genauso genial schwermütig wie das Debut von Birdy - und das zweite wurde dann etwas flotter, aber nicht weniger gut. (Auch wenn beide damit sicher ein paar Fans verprellen, finde ich es gut, wenn nicht alle Alben irgendwie gleich klingen).
Die Auswahl Ihrer Stücke zeigt ja, dass Sie die Stücke positiv hervorheben, die auch auf das erste Album gepasst hätten.
Aber so darf jeder seine eigene Meinung haben, sofern er diese gut begründet. Ein Hilfreich für Ihre Rezension.
Sonst wären die Rezensionen auf Amazon ja eigentlich sinnlos. Das fast jedes Album auf Amazon zwischen 4-5 Sterne liegt, relativiert das ganze Bewertungssystem schon. Das ist dann nicht mehr glaubhaft. Vielleicht weil sich keiner mehr traut kritisch zu bewerten? Mich interessieren immer die kritischen Bewertungen zuerst, und sofern diese sachlich formuliert sind, kann man dann gute Schlüsse daraus ziehen.

P.S.: Um aber wieder Hoffnung durch den Vergleich mit "A Fine Frenzy" zu nähren: Das dritte Album wurde auch wieder ernster. Zwar anders als das Debut, aber eben wieder erwachsen ernster. Dennoch gefallen mir alle 3, vielleicht lagen die fröhlichen Songs der zweiten schon lange in der Schublade und mussten einfach mal raus (im Frühling geschrieben :-) ) - Als drittes Album eins wie Pines von "A Fine Frenzy"? Vielleicht nimmt sich Birdy an dieser Reihenfolge ein Beispiel?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.10.2013 05:16:05 GMT+02:00
Ich sehe das genauso. Warum disliken, Rezensionen sind eh immer subjektiv und diese hier echt gut geschrieben. Das ist eben bei den meisten "schlechten" Rezensionen nicht so, das sind meist zwei, drei Sätze in denen wenig bis nichts begründet wird.

Ich selbst schreibe meist auch positive Rezensionen, das macht am meisten Spaß. Wer bringt schon gern die Zeit auf eine Kritik von etwas zu verfassen was einem nicht gefällt? Gerade im musikalischen Bereich schwierig, es empfindet eben jeder anders. Bei technischen Artikeln ist das einfacher.

Ich fand die Rezi also genau so in Ordnung, auch wenn mir das Album viel besser gefällt als dem Rezensenten.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.10.2013 02:42:24 GMT+02:00
Don Pedro meint:
Ist auch gut so, daß die Musikgeschmäcker verschieden sind. Eine "Einheitsmusik", die allen gefallen muß, wäre ja schrecklich, brrr !
Und es gibt viel Musik, die mich überhaupt nicht berührt, da ist mir die Zeit zu schade, eine Kritik zu schreiben. Die Birdy gehört selbstverständlich nicht zu letzteren, ich glaube, das kommt in meiner Kritik schon noch deutlich heraus.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.10.2013 03:05:26 GMT+02:00
Don Pedro meint:
Den Vergleich mit "A Fine Frenzy" finde ich interessant. Da sind wir uns ja fast einig in der Bewertung ihrer 3 Alben. Das erste Album von Alison Sudol ist in meinen Augen ein grandioses Meisterwerk, ihr 2. Album im anderen Stil halte ich auch für sehr gut. Ich habe sie dann seinerzeit live gesehen und gerade die Mischung von Liedern aus beiden Alben hat ein wahrhaft überragendes Konzert ergeben. Ihr aktuelles Konzeptalbum "Pines" hingegen ist von hoher künstlerischer Qualität, aber der Zugang ist nicht ganz so einfach. Ist vermutlich Live etwas schwierig umzusetzen und eher für das Anhören im stillen Kämmerlein geeignet.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.10.2013 14:29:14 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 30.10.2013 14:30:45 GMT+01:00
Robert Graf meint:
Vielleicht wär's aber auch etwas fad gewesen, hätte das 2. Album bloß genau auf dieselbe Stilistik (Mädchen singt schöne Musik am Klavier) wie das 1. gesetzt. man will doch auch ein bisschen "Weiterentwicklung" hören, wenn sich zum 1. noch ein 2. Album gesellt, sonst kann man ja gleich weiter nur das 1. hören. :) Und "massenuntauglich" ist das 1. ja auch nicht, dafür ist es doch viel zu schön. Auch wenn ich es erst jetzt entdeckt habe, bin mit den "aktuellen Hits" halt manchmal etwas langsamer.... Höre dieses Album hier (aber in der 2-CD-Box-Version) grade zum ersten Mal durch, bisschen Klavier is ja auch immer noch da...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 31.10.2013 01:32:45 GMT+01:00
Don Pedro meint:
Die gute Birdy hatte ja schon vor einem Jahr gezeigt, daß sie auch überzeugend "anders" kann. Und zwar mit dem Titel "Learn Me Right", den sie zusammen mit Mumford & Sons für den Soundtrack des Films Merida eingespielt hat. Eine echte Klassenummer, die mitreißend fröhlich daherkommt und sich deutlich unterscheidet von ihren eher melancholischen Balladen. Dieses Stück hatte sie Live vor einem Jahr als Premiere einer eigenen neuen Nummer präsentiert und angekündigt, in 2013 ein neues Abum zu veröffentlichen. Da hatte ich vermutet, daß Birdy's Weiterentwicklung in diesem Stil erfolgen könnte. Aber es waren eben wohl doch die mehr erfahreneren Songwriter von Mumford & Sons, die den Löwenanteil zu diesem Stück komponiert haben. Bei ihrem Konzert aber hat sie "Learn Me Right" auch mit ihrer eigenen Band so überzeugend gespielt, daß es besonders viel Applaus dafür gegeben hat. Meiner Meinung nach hätten einige Lieder in diesem Stil besser zu Birdy gepasst, als z.B. die doch eher mäßige Elektropopnummer "Light Me Up".

Veröffentlicht am 09.11.2013 00:52:02 GMT+01:00
Napoleona meint:
Ja, sehr, sehr schade. Natürlich möchte man jedem Musiker zugestehen, seinen Weg zu gehen. ... doch hatte ich mich auf Neues gefreut. Dieses Album wird leider nicht meins. Ich mochte mich mit dem anderen gern davon tragen lassen und konnte es auch sehr gut einfach als Klangteppich zum Arbeiten laufen lassen.

Ich habe mir Proben und Ausschnitte (anderswo) angehört ... und finde meine Wahrnehmung in Deiner Rezension wieder. Danke für die Klarheit.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.11.2013 05:32:33 GMT+01:00
Ich würde dir empfehlen in die Platte trotzdem komplett reinzuhören. Beim ersten Album war es nun einmal so dass Birdy sehr erfolgreiche Musikstücke bekannter Indieinterpreten neu, und eben in ihrem, besonderen, Stil eingespielt hat. Ein zweites Album dieser Art hätte, meiner Ansicht nach, nicht funktioniert.
Für eine siebzehnjährige, junge Dame, hat sie hier richtig gut abgeliefert und singt vor allem ihre eigenen Songs.

Wie ich schon schrieb, mir gefiel es ja auf Anhieb, mitlerweile ist es aber noch gewachsen. Also, einfach mal versuchen. Ist bei den ganzen Streaminganbietern völlig ohne Risiko :)
‹ Zurück 1 2 Weiter ›

Details

Artikel

4.6 von 5 Sternen (116 Kundenrezensionen)
5 Sterne:
 (91)
4 Sterne:
 (13)
3 Sterne:
 (7)
2 Sterne:
 (2)
1 Sterne:
 (3)
 
 
 
Vergriffen
Auf meinen Wunschzettel
Rezensentin / Rezensent