Kundenrezension

12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ruhig, ernst und mystisch, 17. November 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Serpent'S Egg (Audio CD)
In einer Welt, wo "Harry Potters" Phantasiereisen Buch- und Kinorekorde machen, da ist die mysteriöse Musik von "Dead Can Dance" bei vielen willkommen.
Das Album liegt zeitlich zwischen Aion und Within the Realms of a Dying Sun. Es hat die mittelalterlichen Elemente-Assoziationen des ersteren und die ruhige Atmosphäre (aber nicht so düster) wie "Within the ...").
Manche Tracks werden von einer Art Kirchenorgen begleitet (The Host of Seraphim) und "Severance" einer der besten Tracks des Duos überhaupt und eine gesangliche Sternstunde von Brendan Perry. Auf diesen beiden Stücken ist die Stimmung sehr relaxed und ernst, im Radio könnte man unbekannterweise auch glauben, es sei eine Gottesdienst-Übertragung eines fernen Landes an einem Feiertag. Das gleiche gilt meines Hörens für "Orbis de Ignis" daß sich wie eine Art erfundener gregorianischer Choral anhört (nur Gesang und manchmal eine Glocke, die auch auf Aion zu hören war.
"The Writing of my fathers Hand" ist eine schöne Ballade von Lisa Gerrard und klingt fast überirdisch schön. Fast zu schön für meinen Geschmack oder um es einem Gast vorzuspielen, der die Gruppe nicht kennt. Ähnlich "fast zu schön um wahr zu sein" klingt der Vocal-Track "Song of Sophia".
"Mother Tongue" hat einen monotonen Percussion-Hintergrund, eine Streicher-Begleitung und Lisas Stimme. Die Percussion ist aber nicht so bombastisch Wagnermäßig wie auf "Spleen and Ideal"
"Ulysses" getragen von Perry's Stimme hat Harpsichord/Streicher Elemente, die sich rhytmisch strukturieren.
Trotz der vielen Rezensionen scheint sich kein Hörer zu wagen, die Musik von "Dead Can Dance" näher zu analysieren. Begriffe wie "keltisch" oder "germanisch" (was ist das eigentlich?), gotisch (ebenso ein Gummiwort wo man viel interpretieren kann), mittelalterlich (wirklich oder nur assoziativ).
Die Gruppe hat(te) wirklich ein perfektes Image: Für ihre Plattenaufnahmen liesen sie sich sehr viel Zeit, perfekt produziert. Obwohl aus der "gotischen" Szene der Grufties kommend (?) spricht ihre Weltmusik viele Menschen an, die Umsätze dürften das zeigen.
Dead Can Dance ist die einzige Gruppe, wo ich noch nie eine ganz negative Rezension gelesen habe, ihr Nimbus und Ausstrahlung ist so erhaben, daß man eigene Kritik an den Musikern fast als sakrale Lästerung empfinden würde, was auch ich nicht tun werde. Nur in so weit, daß ich der CD nur 4 Sterne gebe statt 5. Es ärgert mich ein wenig, daß die meisten "regulären" CDs der Gruppe nur ca. 35 Minuten lang sind, auch diese. Brendan/Lisa vergebe mir diese Kritik! Auch die CD-Covers sind so spärlich gestaltet, daß sie Analysen ausschalten und zur eigenen Phantasie Lauf lassen. Man glaubt sich in ein Völkerkunde-Museum versetzt, mit Fotografien von uralten Kultgegeständen wie Masken, ohne natürlich das Land und den Herkunftsort zu nennen. Jedenfalls scheinen die Covers auch so bedeutungsvoll und tiefsinnig gestaltet, daß die Objekte zur Wichtigkeit und Suche im Zentrum eines "Indiana Jones" Filmes stehen könnten.
Wie hat die Gruppe es nur gemacht, sich so ein Image/Aura zu verschaffen? Wirklich faszinierend und beneidenswert. Hat sich die Gruppe die Rhytmusstrukturen, die seltsame Sprache in den weiblichen Vocals und die englisch-sprachigen Mystiktexte von Perry nur ausgedacht (wie Harry Potter) oder ist sie Essenz einer ausgeklügelten archäologischen Musikstudie des Paares? Niemand wird wohl dieses Geheimnis lüften, vielleicht ein Forscher im 4. Jahrtausend, der darauf eine neue Bewegung und Theorie aufbaut?
Diese CD ist unbedingt anschaffenswert, eine der besten von "Dead can Dance", etwas getragener und ruhiger wie die meisten anderen. Wenn man Perry einmal ausklammert ist sie in manchen Tracks schon den Soloplatten von Lisa Gerrard ähnlich.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 26.03.2011 16:15:02 GMT+01:00
Monty Burns meint:
Hi Kunde!
Im Großen und Ganzen sind wir, glaube ich, in Bezug auf DCD einer Meinung. Die Assoziationen zu Harry Potter und Indiana Jones halte ich allerdings für reichlich am Thema vorbei. Ich mag Indie und auch den kleinen Hexenmeister, aber DCD haben damit rein gar nichts zu tun. Und lagen übrigens zeitlich auch deutlich vor Harry Potter.

Was das Image, um nicht zu sagen den Mythos DCD anbelangt, denke ich, und zumindest empfinde ich das so, dass er, zumindest zum Teil, von ihrem hohen Maß an Inspiriertheit rührt, das sie völlig aus der Msse heraushebt. Obendrein hat Lisa Gerrard, meines Wissens, nie Gesangsunterricht gehabt, sodass man schon von einer Gottesgabe sprechen müsste, wenn man denn von dessen Existenz überzeugt wäre. Zumindest aber doch von einem einzigartigen Phänomen allererster Güte. Natürlich ist es auch ihrer thematischen Ausrichtung geschuldet, dass man sie stets mit Dingen wie Erleuchtung assoziiert. Und die fundiert kenntnisreiche Umsetzung tut ein Übriges um selbst so bodenständige und prosaische Typen wie mich in Verzückung zu versetzen. DCD hatten einfach eine völlig einzigartige multikulturelle Vision über Zeit und Raum hinweg!

Insgesamt finde ich Ihre Rezension nicht schlecht. Aufgrund der oben angeführten Punkte aber nicht wirklich hilfreich. Aber auch wiederum nicht so, dass ich sie negativ bewerten würde. Hier enthalte ich mich.
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