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Bandname richtig gewählt,
26. April 2005
Rezension bezieht sich auf: Von hier an blind (Audio CD)
Das zweite Album, der Nachfolger des erfolgreichen Debüts "Die Reklamation" von 2003, heißt "Von Hier An Blind" und erschien am 4. April 2005. 13 Tracks sind ein weiterer Beweis, dass der Bandname richtig gewählt wurde: Wir Sind Helden.
Das Quartett ist absehbar gereift, vor allem musikalisch. Man hat sich subtil aus vielen Genres bedient und wie selbstverständlich in den eigenen Stil integriert. Inhaltlich ist das neue Album melancholischer und es erstaunt fast, dass die gefeierte Judith Holofernes keine fröhlichen Glückseligkeit-Songs schrieb, sondern dunkle, traurige Momente festhielt und sich mit Vergänglichkeit und Seelenleid beschäftigte.
Das Album wird geprägt von großartigen Songs wie "Echolot" und "Ein Elefant für Dich" oder "Darf ich das behalten" und "Bist Du nicht müde." Neben den wunderbar lyrischen Stücken gibt es natürlich auch frech-forderndes wie "Von hier an blind" oder "Geht auseinander" sowie funky-swingendes wie "Gekommen, um zu bleiben" und "Zieh Dir was an". Eine der nächsten Singles ist mit Sicherheit der gnadenlos gute Song "Nur ein Wort" - ein eingängiger Uptempo-Hit mit beseelten Zeilen.
Sicher, auf dem Album "Die Reklamation" waren nicht nur sonnige Titel, sondern auch schon ernstere Sachen, aber was sich auf "Von Hier An Blind" in Schwermut und Schatten vereint, gibt dem ganzen Werk einen sehr persönlichen, emotionalen Charakter. Das generationenübergreifende "Wir" ist zu einem nachdenklichen "Ich" geworden. Kuscheln statt Konsumkritik. Der Blickwinkel hat sich verschoben. Die Helden bleiben.
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