Kundenrezension

160 von 180 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Viel Schatten, wenig Licht / Vergleich Civ V gg Civ IV, 29. September 2010
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Sid Meier's Civilization V (Computerspiel)
Civ V - mein erster Eindruck viel Schatten und wenig Licht im Vergleich zu Civ 4.

Was mir nicht gefällt:
Es gibt derzeit nur "wenige" Zivilisationen zur Auswahl (16) und zu jeder Zivilisation nur einen einzigen Herrscher. Die Boni der Zivilisationen und
Herrscher haben kein richtiges System und unterscheiden sich stark / erscheinen mir völlig willkürlich.
(Manche Zivilisationen haben zwei Spezialeinheiten und gar kein Spezialgebäude, andere haben eine Spezialeinheit und ein Gebäude.).
Der Technologiebaum scheint mir ausgedünnt und gleichzeitzig mehr getrennt / weniger interdependent - es gibt weniger Wunder, weniger Einheiten, und auf
den letzten paar Ästen des Technologiebaumes scheint sich zu entscheiden, welchen Sieg man erringen will - da kann man dann zum Teil auf einen oder zwei
Äste völlig verzichten (z.B. ist die ganze Raumfahrt in einem Ast konzentriert, oder wenn man einen Diplomatie-Sieg erringen will, braucht man nur den
Ast, der zu Globalisierung führt (=UN bauen= Wahl triggern).
Die Kulturpunkte sind jetzt mit der Politik verknüpft: an die Stelle von Staatsform und Gesellschaftsorganisation in Civ 4, treten in Civ 5 jetzt mit
Kulturpunkten zu erwerbende "Sozialpolitiken", die sind von der Art her additiv und nicht exklusiv (nur wenige Sozialpolitiken schließen sich aus, z.B.
Religion und Wissenschaft; Freiheit und Totalitarismus (die genauen Bezeichnungen habe ich gerade nicht parat)). Bei Civ 4 konnte man während der
Geschichte mehrfach die Staatsform wechseln - jetzt entscheidet man sich relativ früh, für was man seine Punkte ausgibt, und dabei muss man dann
sozusagen auch bleiben.

Insgesamt muss man sich früher entscheiden, wie man gewinnen will: jede zusätzliche Stadt erhöht die Kulturkosten der Sozialpolitiken - d.h. wer auf
einen Kultursieg gehen will, sollte nicht zu stark expandieren.

Die großen Persönlichkeiten kann man nicht mehr als Spezialisten zur Stadt hinzufügen - stattdessen bauen sie ein Gebäude auf ein bewirtschaftetes
Stadt-Tile, was die dortige Verbesserung zerstört: das macht in der Regel keinen Sinn und so benutze ich immer die anderen Fähigkeiten (wie gehabt: z.B.
"Technologie entdecken" oder "Bau vollenden" oder "Handelsmission ausführen" oder halt Goldenes zeitalter). Große Generäle können keine Akademie mehr bauen, sondern eine Art Fort
(+100% Verteidigung auf dem Tile), man kann sie keiner Einheit hinzufügen - sind insgesamt weniger komplex (stehen nur rum, damit sie ihren +25%
Kampfbonus an angrenzende Einheiten verteilen).

Es gibt keine Steuerrate mehr! Man muß die Menge des Geldes bzw. der Forschungspunkte langfristig durch das frühzeitige Bauen entsprechender Gebäude
steuern - mal eben für 10 Runden die Steuerquote auf 90% erhöhen als Gewaltakt um z.B. ein Weltwunder "fertigzukaufen" bevor es ein Gegner tut (in Civ 4
hatte ich des öfteren Load/Save-Episoden die viele Runden zurückteichten) geht eben nicht mehr - auch mal eben den eigenen Kultursieg paar Jahrzehnte
vorzuziehen durch 90% Kulturquote (und dadurch mehr Siegpunkte einzuheimsen) geht ebenso nicht mehr deswegen.
(Allerdings wird, wenn das Geld nicht reicht, von den Forschungspunkten abgezweigt! Also immer genug Einnahmen zu haben ist essentiell - ebenso wie
positive Zufriedenheitswerte (s.u.).

In Civ 4 brauchte man zu einem gewissen Zeitpunkt einfach Märkte und Gerichte aus Gründen der Einnahmen/Ausgaben, wenn man ein größeres Reich haben
wollte (- also auch die entsprechenden Technolgien) - in Civ 5 braucht man Gerichte nur noch in gerade eroberten Städten, wenn man sie nicht als
Marionette (siehe unten) übernimmt, um die Revolte zu überwinden - gefällt mir nicht: überhaupt gibt es weniger Gebäude, die dazu relativ einfache und
unkomplexe Boni geben - das war in Civ 4 alles stimmiger - auch die Beschreibungen in der Ci-Pedia waren liebevoller / ausführlicher (- auch viele Icon-
Grafiken im Techbaum leichter zu erkennen etc. - die sind in Civ V oft kleinpixelig und dabei künstlerisch oder gar perspektivisch gezeichnet (bis ich
das Kampfhubschrauber-Icon erkannt habe als Hind/Mil Mi-24, vergigen bestimmt 20 Sekunden des Anstarrens).
Überhaupt fehlt der ganze Gesundheitsaspekt! Und Religion fehlt auch!

In Civ 4 konnte man am Anfang mit Skalverei eigene Gebäude quasi mit der Opferung von Bevölkerung bezahlen - sowas geht in Civ V nicht mehr.

Was mir gefällt:

Insgesamt weniger Micromanagement (auch wenns an einigen Stellen weh tut - schließlich sind es ja die Entscheidungen, die an einem Spiel Spass machen).
Für einen Eroberungssieg muss man nur die/alle Hauptstädte einnehmen. Selbst wenn man sich entscheidet auch die anderen Städte Stück für Stück
einzunehmen, kann man sie der Einfachheit halber als "Marionette" übernehmen (außerdem auf Wunsch auch später noch annektieren oder zerstören - was man
bei Civ 4 im Moment der Einnahme entscheiden mußte) - d.h. sie gehören als Marionette zwar zum eigenen Reich und tragen zu Steuern und Forschung und
Kultur bei, aber man kann nicht entscheiden was gebaut wird (- was zur Folge hat, daß das Micromanagement in militärisch geführten Spielen weniger
anwächst.) Auch zu bedenken ist, daß bei Einnahme einer Stadt automatisch alle Kultur- und Militärgebäude zerstört werden in Civ V (der Beitrag zum
weiteren Krieg und zu einem Kultursieg also marginal ist!).

Für einen Diplomatiesieg reichen in der UN-Vollversammlung die Stimmen der neu eingeführten (mit Gold leicht zu bestechenden) Stadtstaaten aus - man muß
nicht ewig mit anderen Zivilisationen Frieden und Freundschaft halten, nur um am Ende festzustellen, daß sie doch nicht für einen stimmen (was in Civ 4
oft so war bei mir). Ebenso bekommt man durch die Stadtstaaten Zugang zu Ressourcen in anderen Teilen der Welt, ohne sein eigenes Reich selbst über die
halbe Welt verstreuen zu müssen oder von den Launen der anderen Herrscher im Ressourcenhandel so stark abhängig zu sein.

Die Quests werden in Civ V ebenfalls von Stadtstaaten vergeben: das erhöht den Ansporn sie auch zu machen und es ergeben sich manchmal
Kombinationseffekte (z.B. Stadtstaat A will Zugang zu einer Ressource, die man selbst noch nicht hat, aber zufälligerweise Stadtstaat B hat: man besticht
B mit Geld und hat dann B als Verbündeten, bekommt dadurch das Mitnutzungsrecht an der Ressource und somit gleichzeitig auch Stadtstaat A als Freund
(eine Aktion -> zwei Freunde/Verbündete).

Die verbündeten Stadtstaaten erklären auch brav den Krieg und schicken auch tatsächlich Militäreinheiten - bei Civ 4 haben die Verbündeten oft nicht
wirklich viel beigetragen zum Krieg und haben relativ schnell wieder auf Frieden gedrängt: die Stadtstaaten sind da eindeutig gefolgsamere / einfacher zu
handhabende Vasallen / Verbündete.

Der "Zufriedenheitsüberschuss" (aus der Menge glücklicher Bürger) sammelt sich an und erzeugt automatisch Goldene Zeitalter, d.h. das ganze
Micromanagement der "geradeso eben optimal zufrieden eingestellten Städte" von Civ 4 fällt weg - es macht jetzt einen gewissen Sinn, mehr
"Zufriedenheits/Glücklichkeitsgebäude" zu bauen, als man eigentlich braucht. Die Zufriedenheit wird auf das ganze Reich berechnet (wenn Zufriedenheit
unter Null fällt, wachsen die Städte praktisch nicht mehr!).

Es gibt keinen Technologiehandel mehr: das war in Civ 4 auch ein Quell ewigen Micromanagements: man beobachtete in Civ 4 welcher Konkurrent was erforscht
und wieviel Geld er gerade hat, und hat ihm dann 2-3 Runden bevor er fertig war eben diese Technologie teuer verkauft - eine reiche Geldquelle - aber
eben quasi alle 2-3 Runden den Diplomatieberater / Screen checken müssen und ewige Verhandlungen/Gelaber führen müssen. Dafür gibt es jetzt

Forschungsabkommen: beide Zivilisationen investieren gemeinsam Geld und man hält 20 Runden Frieden und bekommt eine neue Technologie gratis.
Aus der Produktionsliste Einheiten oder Gebäude zu kaufen wurde vereinfacht: bei Civ 4 war es sparsamer, das entsprechende eine Runde lang "anzubauen"
bevor man es kaufte (d.h. man hatte immer 2 Runden lang die Stadt gecheckt nur um eine Sache zu kaufen und dann die Liste wieder umzustellen) - bei Civ V
kann man neben der Bauliste her einfach Geld ausgeben um eine Einheit oder ein Gebädue zu kaufen in der Stadt (allerdings ziemlich teuer).

Was mir sehr gut gefällt, ist das Konzept, daß der Bereich der Städte in einzelnen Tiles wächst/gekauft werden kann und nicht von vornherein das ganze
Gebiet zur Bebauung zur Verfügung steht, und dass das bebaubare Gebiet insgesamt größer ist (3 Tiles Reichweite statt 2 in Civ4). Auf die Art und Weise
baue ich endlich mal die Städte etwas näher zusammen - die Gebiete lassen sich so schön verzahnen, ohne sich direkt zu überlappen wie in Civ 4.
Insgesamt sind Hexagon-Tiles sehr charmant (erinnert mich an den Anfang meiner PC-Spiele-Karriere mit "Battle Isle" von Blue Byte damals...).

Auch daß Militäreinheiten nicht mehr gestackt werden können und es jetzt Fernangriff gibt etc. gefällt mir sehr gut - wobei ich immer noch den Eindruck
habe, daß es am einfachsten ist, einen technologischen Vorsprung herauszuholen und dann einfach mit übermächtigen Einheiten anzugreifen, anstelle einer
wirklich gestaffelten Aufstellung und längeren Belagerung: Ich meine das Ziel, das Kampfsystem deutlich aufzupeppen wurden nur zum Teil erreicht.

Nunja - jetzt muß ich aber wirklich mal meine zweite Partie Civ V spielen...

P.S.: Multiplayer habe ich nicht getestet - aber ich denke die geringere Menge an Micromanagement kommt einem zügigeren Ablauf auch im späteren Zeitalter
entgegen.
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-8 von 8 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 30.09.2010 10:18:26 GMT+02:00
Ifrit meint:
Klar gibt es noch wenige Zivilisationen zur Auswahl! Du vergleichst hier CIV 4 mit allen Addons mit Civ 5 ohne Addons. Dieser Vergleich hinkt daher!!!!

Veröffentlicht am 30.09.2010 14:40:46 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 30.09.2010 14:42:49 GMT+02:00
Jan meint:
Erstmal Dank an Dich, dass Du Dir die Zeit genommen hast diese Rezension zu schreiben.

Dann muss ich auch hier (wie schon bei Mafia 2 und so viele Male vorher) feststellen, dass die GameStar Höchstnoten vergeben hat und die Benotung hier mit jetzt genau 103 abgegebenen "Stimmen" und 2,5 Sternen höchst durchschnittlich ist.

Wie kann das sein, frage ich mich? Haben sich die Profis wirklich so weit vom Spielgefühl und Anspruch des normalen Gamers entfernt? Oder sind die alle "korrupt"?

Ich werde mich in Zukunft verstärkt auf Amazon-Rezensionen verlassen und ob das mit meinem GS-Abo noch Sinn macht lasse ich mir durch den Kopf gehen.

Umso dankbarer bin ich den Rezensenten hier!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.10.2010 12:14:48 GMT+02:00
Seidl Thomas meint:
Auch ich frage mich, wie die hohe Benotung in den Spielemagazinen zustande kommt. Es sollten dort Experten sitzen und ein Spiel objektiv bewerten. Aber 87% für dieses unausgereifte Spiel sind einfach nicht angebracht. Die Mängel kann ja jeder in den Rezensionen nachlesen. Ich würde dem Spiel im jetzigen Zustand maximal 75% geben. Vor allem dann, wenn man es mit den früheren Teilen vergleicht ist das ein klarer Rückschritt. Und ich spiele Civ seit der ersten Stunde und das ist glaub ich 15 Jahre her. Das neue habe ich nach nur 2 Tagen wieder aufgegeben. Klar es steht Civilization drauf, aber es wurden so viele wichtige Dinge gestrichen, dass es Civ light heißen müsste und als besseres Facebook-Casual-Game dient.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.10.2010 14:40:41 GMT+02:00
Pinkie Swirl meint:
Ich finde diese Wertung vollkommen angemessen, habe bis jetzt auch civ 3 und 4 gespielt, muss aber sagen, dass es mir am ende viel zu komplex geworden ist, z.B. habe ich Spionage immer deaktiviert... Für mich wurde bei civ 5 genau das richtige gestrichen und vernünftig erweitert, das Kampfsyste find ich gut und das mit den Sozialpolitiken find ich auch gut :).
Für mich ist es deshalb das beste civ was ich je gespielt habe ;). Mir ist klar, dass es nicht so umfangreich usw wie die vorherigen Teile ist und einem hardcore civ Spieler könnte ich es nicht empfehlen, aber es gibt mehr als nur diese die dieses Spiel spielen.

Veröffentlicht am 07.10.2010 08:11:58 GMT+02:00
CIV 5 ist eher auf den Kampf orientiert als auf die anderen Siegtypen. Diese sind ja auch dann schwerer zu erreichen, weil nur mal eben die Stadtstaaten zu halten mit Goldinvestitionen ist gar nicht so einfach ;) Vor allem weil man sie gegen die KI noch beschützen muss und sie auf der ganzen Karte verteilt sind, so verschifft man seine Einheiten über den Globus mit dem tollen zu Wasser lassen. Ich nehme auch lieber unnütze Volkboni als das alle nur noch 2 Völker spielen weil diese Boni auf Industrialisierung und Expansion haben und alle andere Bonis einfach Müll sind...

Veröffentlicht am 07.10.2010 16:18:28 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 07.10.2010 16:23:38 GMT+02:00]

Veröffentlicht am 11.10.2010 10:56:02 GMT+02:00
Praeriehase meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Veröffentlicht am 12.10.2010 00:30:20 GMT+02:00
Dack. meint:
Ein Kommentar von mir wurde gelöscht - ich kann mich aber nicht erinnern diese Rezession schon mal gelesen zu haben, geschweige denn einen Kommentar abgegeben zu haben. Muss wohl ein Versehen gewesen sein, denn ich habe mich aktiv an einer anderen Rezession zu CIV 5 beteiligt. Bei der Gelegenheit geb ich mal kurz meinen Senf ab...

Ich hab jetzt 90 Stunden Spielzeit mit CIV 5 und viele verschiedene Spiele absolviert (Derzeit Babyurlaub und in den Nächten kämpfe ich um die Weltherrschaft!)
Insg. hab ich schon über 50% aller Errungenschaften erreicht.

Der Grund dafür ist ganz einfach - Civ 5 hat es mir komplett angetan - Ich spiele Civilisation seit dem Amiga und für mich ist es das BESTE CIV aller Zeiten. Ich finde es traurig das es soviele 1 Stern Bewertungen bekommen hat. Ein Grund dafür ist STEAM das bei vielen schon vor dem Spielen zu einer negativen Grundeinstellung geführt hat. Auch finde ich sollte man ein CIV 5 nicht mit einem CIV 4 inc. Addons und 1000 Patches vergleichen. Man muss nur mal kucken wie anfangs CIV 4 schlecht bewertet wurde. Und heute sagen wohl die gleichen Leute CIV 4 ist das Beste :)

Civ 5 ist zeitgemäß und meiner Meinung nach hat es nur auf dem ersten Blick weniger Spieltiefe. Eine Stadt spezialisieren kann gerade in Kombination mit manch unscheinbaren Sozialpolitiken und großen Persönlichkeiten sehr sehr speziell werden. Die ganze Stadtverwaltung ist super umgesetzt und steht CIV 4 in nichts nach - ich finde es fast umfangreicher als bei CIV 4 - Es gibt keine Beschränkung der Anzahl Nationaler Wunder und ein bewirtschaftetes Stadtfeld mit einer großen Persönlichkeit aufwerten in Kombination mit Sozialpolitiken bietet viel mehr Spieltiefe als manch einer der ein paar Stunden gespielt hat ahnen möchte. Das fehlende Gesundheitsystem kann man da gut verschmerzen. Man muss auch früh überlegen ob man Wald und Dschungel abholzt. Dschungel gibt später Wissenschaftsbonus :)

Doch der wichtigste Punkt ist das Kampsystem! Endlich mal ein Kampfsystem das Spaß macht. WOW! Selbst gegen die (noch) absolut dämliche KI macht das richtig Laune. Die KI ist komplett überfordert mit diesem neuen Kampfsystem und oft ist es kein Problem eine übermächtige Armee niederzuschlagen. Das Zeigt aber meiner Meinung nach die Qualität und den hohen Anspruch. Man muss sich gut überlegen wo man seine Einheiten positioniert und wie man und wann man zieht. Mir ist es auch schon passiert das die KI überraschend einen Angriff von mir niedergeschlagen hat, weil ich einfach alles falsch gemacht hab. Nochmal eingeladen Strategie verändert und kaum Verluste erlitten.

Multiplay hat aktuell noch einige Probleme und es fehlt an Spielangebot. Das kommt aber sich noch und ich glaube gerade im Multiplay wird dieses neue Kampsystem und CIV in einem modernen übersichtlichem Interface viel Spielfreude bieten

Es folgen sicher noch einige Patches und Addons. Zur Zeit gibt es noch so einiges was noch optimiert werden muss. Aktuell ist es mit dem richtigen Konzept relativ einfach auf Gottheit einen Kultursieg mit nur einer Stadt zu schaffen. Die KI schaut einfach nur zu obwohl sie innerhalb von 3 Runden das Ganze verhindern könnte. (Stadt ist Schutzlos)

Eine KI hat bei CIV 5 Charaktereigenschaften und spielt bzw. reagiert entsprechend. Z.b. soll Ramses es überhaupt nicht leiden können wenn man zu viele Wunder baut. Diese Charaktereigenschaften kann man auch bei einem Spiel zufällig den gewählten KIs zuordnen. Dann weiß man nie ob z.B. ein Ghandi eigentlich wie eine Katharina spielt.

CIV 5 bietet auch viel mehr diplomatische Möglichkeiten. Gerade Stadtstaaten spiele da eine große Rolle. Man kann Kooperationspakte eingehen und sich gegen andere Zivilisationen verschwören. (Auch wenn noch keiner weiss was das überhaupt bringen soll) Will eine KI das man mit ihr in den Krieg zieht kann man auch optional wählen "gebt uns 10 Runden Zeit"

Sozialpolitiken sind eine sehr gute Neuerung und ich kann dadurch gern auf das alte Staatsform System verzichten. Viele sehen unscheinbar aus, aber sparen doch auf Laufzeit viele Spielrunden oder sparen Geld bzw. bringen mehr Technologien. Sozialpolitiken sind an den technologischen Fortschritt gebunden (Zeitepoche). Das bietet wieder viele Strategische Optionen. z.B. vor dem Erreichen des Mittelalters eine Sozialpolitik aufheben und warten bis man dann im Mittelalter gleich Patronat freischalten kann. Ist übrigens nach Umfragen der beliebteste Sozialpolitik Zweig, bei meinen ersten Spielen hab ich den nie freigeschaltet, weil ich dachte das ist Käse. Aber verbündete Stadtstaaten sind teilweise overpowerd. Gerade die Maritimen die Nahrung liefern. Aber das wird sicher noch reguliert. Mit Patronat spart man viel Geld, bekommt Forschung, mehr Zufriedenheit und später sogar sporadisch große Persönlichkeiten geschenkt. Essentiell wenn man seine Strategie auf Stadtstaaten auslegen will. Und natürlich ein Grund für Krieg wenn der ach so geliebte Stadtstaat von einer gierigen Zivilisation erobert wird. Diese Stadtstaaten können aber wieder befreit werden. Auch kann man Angriffe auf sie Diplomatisch verhindern!
Dies als kleines Beispiel wie Diplomatie, Strategie mit Sozialpolitiken, Krieg u.s.w. ineinander greifen können.

Mann was für ein Text - ich könnte stundenlang über CIV schreiben - Es ist absolut gelungen und viel durchdachter als manch CIV 4 Spieler vermutet.
Ich glaub ich kopiere diesen Text in meine eigene Rezession :)
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2.6 von 5 Sternen (398 Kundenrezensionen)
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