Kundenrezension

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mozart gegen den Strich gebürstet, 5. März 2014
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Rezension bezieht sich auf: Le Nozze di Figaro (Audio CD)
Nun ist sie also da: Die so lang erwartete und von der Fachpresse mit (Vorschuss-)lorbeeren versehene Currentzis-Aufnahme des Figaro, der die beiden anderen da-Ponte-Opern Don Giovanni und Cosí fan tutte binnen Jahresfrist folgen sollen.
Wie zu erwarten, greift auch hier der Maestro mit seiner sibirischen Orchestertruppe, wie bei seiner Requiem-Einspielung, wieder energisch-rhythmisch, mitunter fast rau und brutal auf die mozartschen Klänge zu: Überwiegend rasche Tempi, manchmal hart an der Grenze des technisch Machbaren, kurz abgerissene Phrasenschlüsse, wild schrubbende Streicher und donnernde Pauken und Trompeten. Hier geht sich ein Aristrokratenehepaar ohne jegliche distanzierte Adelsattitüde live an die Kehle, begehrt ein trotziger Footman zu Gitarrenklängen gegen seinen Arbeitgeber auf, durchlebt ein Pubertierender die Qualen seines Daseins (und reisst bei seinem Fenstersprung akustisch das halbe gräfliche Schloss mit ein). Im wahrsten Sinne „ein toller Tag“. Die verhaltenen Momente scheinen da hingegen irgendwie nicht in das Gesamtkonzept zu passen und stechen auch technisch mit nahe an das Mikrophon herangezogenen Stimmen aus dem Klangbild heraus.
Das Orchester spielt blitzsauber und meistert die ihm vom Dirigenten aufgestellten Rennhürden mit Bravour (Holzbläser in der Ouvertüre!). Das Sängerensemble ist durchweg mit jugendlich klingenden Stimmen besetzt. Selbst in den Partien der Marcellina und des Basilio, die in der Aufführungspraxis üblicherweise mit Veteranen besetzt sind und die hier die allzu oft gestrichenen Capra-Capretta und Eselshaut-Arien präsentieren dürfen. Beide Paare, Conte/Contessa und Figaro/Susanna, sind einander sängerisch ebenbürtig und glänzen mit feuriger, emotionaler und stimmlich perfekter Interpretation ihrer Partien.
Die Aufnahmetechnik entspricht heutigem Standard, mit breitem Klangspektrum und hoher Dynamik. Sie kommt dem Anspruch des Dirigenten entgegen, indem sie selbst die feinsten Details innerhalb des Orchesterklangs abbildet, auch bei den etwas komplexeren Klangpassagen. Anfangs etwas irritierend sind leichte „Chorechos“ bei den Solostimmen, die dadurch etwas unfokussiert erscheinen.
Eine interessante und spannende Interpretation, die allerdings erfordert, von traditionellen Hörgewohnheiten Abschied zu nehmen.
Die „kartonierte Edelausgabe“ dieser Aufnahme besteht aus einem umfangreichen Booklet mit Besetzungszetteln von Sängern und Orchester, Tracklisten der einzelnen CDs, den üblichen Dirigentenbemerkungen und stückbezogenen Aufsätzen und dem vollständigen Libretto, alles viersprachig. Beim ersten Öffnen dieses dicken Booklet hört man schon das verdächtige Knacken der Seitenbindung, das darauf hindeutet, dass es sich nach mehrmaligem Anwenden irgendwann in seine Bestandteile auflöst. Die letzten drei Seiten bestehen aus den für Sony so typischen Plattentaschen, in denen die CDs eingezwängt sind und nur mit Anfassen am Rand, inklusive Fingerprints, entnommen werden können.
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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 16.03.2014 22:04:09 GMT+01:00
Claus Fischer meint:
Das Gefummel mit den in knallenge Taschen eingezwängten CDs ist ein gelindes Ärgernis, das man bei diesen optisch bestechend aufgemachten Deluxe-Editionen wohl oder übel in Kauf nehmen muss - wie sollten die Silberlinge sonst ins Buch passen? Für dieses Problem sollten sich die Pfiffikusse der Plattenfirmen umgehend eine praktikable Lösung einfallen lassen. Bis es soweit ist, ein kleiner Tipp von mir: Fingerabdrücke lassen sich durch den Gebrauch eines - natürlich fusselfreien - Taschentuchs leicht vermeiden. Am Besten, Sie halten gleich eine ganze Packung bereit: Eines der Tüchlein, um die Silberscheiben zu entnehmen und nach dem Hören in ihre Hüllen zurückzubefördern. Der Rest sollte spätestens bei "Contessa, perdono" ebenfalls aufgebraucht sein...

Veröffentlicht am 28.07.2014 12:15:48 GMT+02:00
Nic meint:
Ich stelle mir die CD's in Slim-Cases neben solchen Booklets ins Regal. Schlimmer als Fingertapper sind unvermeidlich entstehende Kratzer bei dieser Form der Aufbewahrung.
Die Lösung gint es ja schon: Flach einzuklebende Trays aus PE o.ä..

P.S. wenn ein "vanhelsing" über Currentzis schreibt, der ja durch einen gewissen äusseren Stil auffällt, ist das einfach nett ;-) (Solange keine angespitzen Holzblasinstumente zu Einsatz kommen)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.07.2014 20:23:59 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 28.07.2014 20:42:05 GMT+02:00
vanhelsing meint:
Hallo Nic, natürlich hast du Recht. Es ist einfach nur ein Unding von Sony, die mitunter tollen Aufnahmen in solch unpraktischen Futteralen zu vertreiben; zumal die restliche Ausstattung für heutige (Download-Portal-)Massstäbe wirklichen Luxuscharakter hat und auch von der Haptik her sehr anspricht.
Meine Lösung war dann aber doch, die Aufnahme ungebremst auf meinen MultiMedia-Player zu überspielen und die Originale nur für Genussstunden im trauten Heim aufzuheben.
P.S.: Ist mir gar nicht in den Sinn gekommen, dass C. eine gewisse *nocturne* Ausstrahlung besitzt, stimmt aber ;-). "Vanhelsing" bezieht sich jedoch weniger auf den blutsaugerpfählenden Akademiker gleichen Namens als eher auf meinen hiesigen Wohnort :-).... grübel grübel... Grüsse aus dem sommerlichen Schweden.
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