Kundenrezension

11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unglaublich - Überragend - Außergewöhnlich, 16. August 2012
Rezension bezieht sich auf: The Mothership Returns (Audio CD)
Eine der besten Veröffentlichungen von Return To Forever! Was diese neue Besetzung uns Hörern bietet ist schlichtweg überragend. Als Fan der ersten Stunde hat man natürlich alles von dieser wegweisenden und stilprägenden Band. Von der Urbesetzung sind zwar "nur" noch Chick Corea und Stanley Clarke übriggeblieben ( als wenn das nicht schon genug wäre! ), Drummer Lenny White ist seit 1974 dabei, aber das macht sich in keinster Weise negativ bemerkbar, im Gegenteil: Jean Luc Pontys virtuoses Geigenspiel und Frank Gambales Gitarrensound geben allen Stücken einen neuen Soundcharakter und lassen so keinerlei Langeweile aufkommen, was man angesichts der Titelauswahl vielleicht annehmen könnte. Noch nie habe ich "Medieval Ouverture" in solch einer treibenden fantastischen Version gehört. Auch "Senior Mouse" klingt wie neu und hört euch erstmal "Sorcerer" an, mit einem Solo von Chick, dass einem die Tränen kommen. das Stück swingt, fetzt, pulsiert und treibt dich in den Wahnsinn. Ungalublich.
Und schon folgt der nächste Höhepunkt: " Renaissance" von Jean Luc Ponty, ein Stück von seiner m.E. besten Solo LP "Aurora" aus dem Jahre 1975, bei dem alle Musiker auf ihre Kosten kommen und spannende Solis spielen. Atemberaubend.
Auch "After The Cosmic Rain" habe ich noch nie so intensiv und schillernd gehört."Romantic Warrior" schwebt über vier Minuten vor sich hin um dan mit Chicks glasklaren perlenden Pianotönen das Hauptthema anstösst. Und wieder gibt jeder der fünf Musiker eine außerordentliche musikalische Darbietung, die dich verrückt werden lässt. Es entsteht eine Stimmung, die nicht von dieser Welt scheint und dich in den Kosmos hinwegträgt.
Das Verrückte daran ist, dass es nicht aufhört, sondern bei jedem nächsten Stück ein neuer Höhepunkt erreicht wird. Die ersten 2:30 Min. vom "Concierto De Aranjuez" sind wieder solche Momente, bei denen du nur ungläubig staunst, um dann von der urplötzlich einsetzenden Intensität aus allen Träumen gerissen wirst. Das Publikum dankt es allen Beteilgten mit Gesängen zum ( Vor ) Spiel von Chick. Das Publikum tobt stellenweise wie bei einem Rockkonzert, was durchaus positiv gemeint ist.
Und endlich spielt auch Stanley Clarke seinen Klassiker "School Days" wieder einmal so, wie es sein muss: mit unbändiger Spielfreude und ungeheurem Druck. Man achte auf das Frage-Antwort-Spiel von Stanley und Jean-Luc, ohne Worte, das Publikum reisst es von den Sitzen! Die Musiker gebärden sich wie eine wild gewordene Herde junger Hengste, die im Frühjahr endlich wieder auf die sonnenüberflutete Weide dürfen.
Zum Abschluss dann mit "Beyond The Seventh Galaxy" ein weiterer Klassiker, der ein denkwürdiges Konzert würdig abschliesst. Ein Konzert, das in dieser mitreissenden Form wahrscheinlich niemand mehr erwartet hatte, um so erfreulicher. Alle Musiker spielen hier auf ihrem höchstmöglichen Niveau, vor allem Stanley Clarke habe ich noch nie so spielfreudig gehört.
Dieses Konzert wird unter Garantie zum Klassiker.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 10.07.2013 18:14:20 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 10.07.2013 19:12:06 GMT+02:00
Mentor54 meint:
Lenny White ist seit "'Hymen' of the 7th Galaxy" dabei, und das war 1973 (ursprünglich sollte es ja Steve Gadd sein). Damals war ich großer RTF-Fan, aber heute kann ich mir dieses nervige Fusion-Gefrickel nicht mehr anhören, ausgenommen die beiden Alben mit Flora Purim & Joe Farrell (dasselbe gilt für John McLaughlin, von dem höre ich auch nur noch die Aufnahmen mit Shakti, aber nicht die mit Mahavishnu Orchestra). Daher habe ich mir auch nur diese auf CD nachgekauft, der Rest ruht als Vinylantiquität seit meinem letzten Umzug im Keller, und ich vermisse ihn kein bisschen.
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