Kundenrezension

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4.0 von 5 Sternen sicher genial, aber sehr anstrengend, 8. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Doktor Faustus: Das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn erzählt von einem Freunde. Roman (Taschenbuch)
endlich habe ich mich auch an den faustus gewagt- es ist genau das eingetreten, was ich evrmutet hatte- ich hab seitenweise überblättern müssen, weil mir das verständnis für viele ausführungen nicht ankam. es ist ein großes buch, in dem der autor faktisch sein credo als mensch, aber auch vor allem als künstler schreibt, es geht um die kunst, um weltsichten, um ansichten, einsichten, um familie und und und und vor allem auch um deutschland, um die nationalsozialistische katastrophe der heimat deutschland.

die geschichte um den künstler, der mit dem teufel paktiert, um sein leben und seine lebensumstände, einschließlich der personen, mit denen er es zu tun bekommt, ist hervorragend komponiert und ausgeführt. vor der sprachbeherrschung und der bisweilen zu vermutenden sprachbesessenheit des autors, der immer wieder deutsche wörter und begriffen erschafft, die man so noch nie gehört hat, kann man sich als literaturinteressierter nur verneigen. das macht einfach spaß, solchen genialisch gedrechselten sätzen zu folgen, die zergehen auf der zunge wie schweizer schokolade.

besonders die philosophischen und musiktheoretischen analysen und ähnliche in diesem buch verarbeitete problemdiskussionen sind für mich einfach zu hoch gewesen. da fehlen mir einfach die grundlagen und das verständnis. thomas mann wollte ja unbedingt alles, was er zu diesen themen zu sagen hatte, in diesem buch mit verarbeiten, ging er doch davon aus, dass dies sein letztes werk sein könnte. insofern sind diese ihm wichtigen themen alle reingepackt worden - was für mich manchmal die lektüre unlesbar macht (siehe zwölftonmusik) aber egal. es gibt außer diesen genug seiten, die einen packen können.

und gepackt hat mich vor allem der tod des knaben nepomuk. ich kenne keine tragischere schilderung eines kindtodes in der literatur, mir hat es die tränen in die augen getrieben. unglaublich intensiv dieses leseerlebnis. und bedrückend zugleich, wenn man weiß, dass der autor faktisch hier seinen lieblingsenkel sterben läßt. mann war immer auch irritierend.

wer sich mit dem teufel zusammentut, der muß damit rechnen, dass er alles, was er liebt, verliert. der pakt im buch ist so gestaltet, dass leverkühn nicht lieben darf. somit wird ihm wohl auch das glücklichsein in einer beziehung verwehrt. thomas mann wird bewußt gewesen sein, dass er durch sein gelebtes künstlertum eigentlich recht lieblos durch die zeiten gekommen ist- nicht, dass er selbst nicht geliebt wurde, aber wie und wen konnte er lieben? seiner eigenen familie stand er doch recht distanziert gegenüber. insofern scheint der roman auch eine art rechtfertigung zu sein. einige personen seiner familie wird man hier im buch erkennen, eingeschlossen den "zauberer" selbst. vor allem hat er seiner schwester carla ein denkmal gesetzt, soweit ich erkannt habe.

fazit- für viele sicher schwierig zu lesen, wahrscheinlich noch schwieriger zu verstehen. lohnenswert allemal für interessierte. die "buddenbrooks" finde ich persönlich als roman viel besser.
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