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Kundenrezension

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Right here, right now, I'm alive...", 16. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Kammer - Season 2: Views From The Inside (Audio CD)
Nachdem die Kammer im Dezember 2011 von Marcus "Max" Testory und Matthias "Matze" Ambré gegründet wurde und Ende 2012 ihr großartiges Debutalbum "Season I - The Seeming and The Real" erschien öffnet sich nun pünktlich zum Valentinstag die Türe zu "Season II - Views From The Inside". Von einen Projekt kann man hier gar nicht mehr sprechen, die Kammer hat sich mittlerweile zu einer echten Einheit mit hervorragenden Musikern entwickelt, Tabea Müller (Cello), Aline Deinert (Violine), Matthias Raue (Violine, Viola), Dirk Klinkhammer (Tuba) und Oliver Himmighoffen (Schlagzeug, Percussion) komplettieren das Kammerorchester während Max und Matze für die Gitarren und den Gesang sorgen. Ein besonderes Element ist wohl die Tuba, bei den Konzerten der Kammer wird gerne von der "Gothic Tuba from hell" gesprochen :). Wobei es unfair wäre die Musik der Kammer auf die Gothic Szene zu beschränken, aufgrund der Vergangenheit von Max und Matze hat man sicher viele Fans in der Szene, die Musik ist aber weitläufiger und hätte es sich verdient Hörer fernab der Szene hinzuzugewinnen. "The Seeming And The Real" zeigte bereits die Nähe zu Songwritern wie Nick Cave, Leonard Cohen oder einen Johnny Cash und "Views From The Inside" geht noch einen Schritt weiter, das Album klingt abwechslungsreicher, beschwingter und tanzbarer.

Der erste Song "Be Careful" zeigt dies eher im Ansatz und ist ein rhythmisch eher ruhiger und gefühlvoller Song der aber doch ein wenig beschwingter als das Debutalbum rüberkommt. Besonders gut zur Geltung kommt hier der gefühlvolle Gesang von Max und die von Dirk Klinkhammer gespielte Tuba. Bereits hier habe ich den Eindruck dass der Sound und die Klangqualität fast noch ausgereifter als auf "The Seeming And The Real" klingt (ein Eindruck der sich bei den restlichen Songs mehr als nur bestätigt), die einzelnen Instrumente sind perfekt aufeinander abgemischt und kommen so wunderbar zur Geltung.

"Endangered Memories" beginnt ebenfalls ruhig und wird sehr gefühlvoll von den Streichern eingeleitet bevor die ganze Band einsetzt und sich der Song mit gesteigerten Tempo zu einen richtigen Tanzfeger entwickelt :). Eigentlich erstaunlich, der Text von "Endangered Memories" ist eigentlich eher nachdenklich und melancholisch, die folkige musikalische Umsetzung allerdings, die auch ein wenig was vom Rock'n'Roll der 60er Jahre hat, lädt zum tanzen ein und einmal mehr fesselt Max den Hörer mit seinen vielseitigen und gefühlvollen Gesang. Es ist schon mutig wenn Text und Musik zum Teil so gegensätzliche Wege gehen aber diese Doppeldeutigkeit macht den Song auch irgendwie aus.
Die Kammer hat aus einzelnen Festivalauftritten anscheinend gelernt ihre Musik tanzbarer zu gestalten und "Endangered Memories" ist das erste perfekte Beispiel wie wunderbar das funktioniert, beim Releasekonzert in Frankfurt war der Song eines von vielen Highlights.

Auf "The Line Of The Last Resistance" hört man dann zum ersten Mal den Bezug der Kammer zur Gothic Szene, Max setzt hier auf sehr tiefen Gesang und auch musikalisch kommt der Song sehr dunkel rüber und hat durchaus was von Bands wie The Mission und Fields Of The Nephilim. Von einen Glockenspiel eingeleitet vermittelt "The Line Of Last Resistance" eine Stimmung die perfekt zu einen Tim Burton Film passen könnte. Hier wird auch in beeindruckender Art und Weise gezeigt wie eine Band mit rein akustischen Instrumenten ordentlichen rocken kann, die Band spielt sich im Verlauf des Songs in einen wahren Rausch und das Geigensolo am Ende sorgt sowohl für Gänsehaut als auch für headbangende Köpfe (beim Releasekonzert in Frankfurt gab es dafür Szenenapplaus für Violinist Matthias Raue), da kann sich auch die eine oder andere Metalband eine Scheibe davon abschneiden :)

Sehr minimalistisch kommt dann die gefühlvolle Ballade "Lest We Forget" rüber die am Anfang fast nur von den Akustikgitarren getragen wird während später die Streichinstrumente für viel Gefühl sorgen. Ein traumhaft schöner Song wo der zum Teil zweistimmige Gesang von Max und Matze für Gänsehaut sorgt.

Mit den dreiteiligen "Sophie's Circus" wird dann die Geschichte von "The Orphanage" rund um das Mädchen Sophie weitererzählt, nachdem Sophie am Ende von "The Orphanage" ihren Waisendasein entkommen ist zieht sie nun mit ihren kleinen Wanderzirkus bzw. den Tieren, mit denen sie sich angefreundet hat, durchs Land. Und der Songtitel ist hier Programm, das ganze hat was von Zirkus- bzw. Jahrmarktmusik bereits der instrumentale erste Teil vermittelt eine entsprechende Stimmung wie man sie vom Zirkus kennt, im zweiten Teil hört man hier und da auch das musikalische Thema von "The Orphanage" heraus. Die Erzählstimme von Max (die hier ein wenig an Tom Waits oder auch einen flüsternden Nick Cave erinnert) und die "la la la lala la" Parts tun ihr übriges um Zirkusstimmung zu verbreiten, hier zeigt sich einmal mehr die Experimentierfreude der Kammer. Das ganze mag anfangs ungewöhnlich klingen, fesselt aber mit jeden Hören mehr und ist einfach genial umgesetzt, dazu kann man nur noch sagen "At dawn the circus has gone, but it's spirit lingers on" :)

"Praying Mantis" lädt dann ähnlich wie "Endangered Memories" zum tanzen ein und besticht sowohl mit folkigen, rockigen Parts als auch mit unglaublich gefühlvollen Streichinstrumenten und entsprechenden Gesang. Das ganze mündet in einen großartigen Mittelpart wo alle Kammermusiker einen kleinen Chor anstimmen und die Tuba den Takt angibt. Geht sofort ins Ohr und in die Beine :).

Mit "Slipping Around The Corner" wird es etwas schräg, musikalisch hat das ein wenig was von einen Seemanslied das mit seinen mitreißenden, folkigen Parts ebenfalls zum tanzen, mitwippen und im mehrstimmigen Refrain zum mitsingen einlädt. Einmal mehr eine sehr geniale Tanznummer die aber im Gegensatz zu "Endangered Memories" und "Praying Mantis" ein ganz eigenes Flair im Stil eines Seemansliedes vermittelt.

"Mirror" ist dann eine wahre Gänsehautballade, beim Releasekonzert in Frankfurt hat Max den Song als eine Art Geburtstagssong angekündigt der dazu animiert im hier und jetzt zu leben, als ob jeder Tag der eigene Geburtstag wäre. Instrumental wirkt "Mirror" reduziert auf Akustikgitarren, Streichern und einer Melodica die für viel Gefühl und Gänsehaut sorgt. Hier zeigt auch Sänger Max einmal mehr wie vielseitig seine Stimme ist, in den Strophen singt er eher tief, im wunderschönen Refrain wiederum etwas höher und umfangreicher. In Frankfurt hatte ich beim Refrain "Right here, right now, I'm alive..." echt Tränen in den Augen, "Mirror" berührt den Hörer sofort und sorgt wie schon gesagt für wahre Gänsehaut.

Hatte ich bei "Slipping Around The Corner" etwa geschrieben dass es etwas schräg wird? "Sinister Sister" setzt da noch einen drauf, bereits der Text zu Beginn spricht Bände: "I got to tell you a story of a sickening atrocity, of slaughter and a horrible frightening monstrosity". Ein herrlich makabres Stück, das mit unterschiedlichen Instrumenten wie u.a. eine singende Säge enorm vielseitig wirkt. Das hat schon ein wenig was von einen Musical das mit Wiener Schmäh und zum Teil auch Wiener Kaffeehaus - Atmosphäre daherkommt, nicht umsonst ist Sänger Max gebürtiger Wiener :). Einfach nur herrlich was die Kammer hier gezaubert hat, ein Tim Burton hätte hier aufgrund des makabren Textes sicherlich seine Freude :). Ein wenig muss ich bei "Sinister Sister" an die Songs "Ballad Of The Half Brained Man" und "The Truth About Snow-White" von Chamber (der früheren Band von Max) denken die mit einen ähnlich schrägen Text daher kommen, musikalisch aber doch anders klingen.

"The Invitation" ist dann wieder eine von Akustikgitarren und Streichern dominierte, gefühlvolle Ballade die zum Träumen einlädt. Einfach die Augen schließen und sich von der Musik und dem großartigen Gesang bezaubern lassen. Im Mittelteil von "The Invitation" zeigt dann Dirk Klinkhammer dass auch eine Tuba unglaublich viel Gefühl erzeugen kann, gegen Ende setzt dann auch das Schlagzeug ein und rundet diesen wunderschönen Song perfekt ab.

Abgeschlossen wird das Album vom zweiteiligen "Views From The Inside", Der erste instrumentale Part "A Midsummer Night's Dream" ist klassisch und dramaturgisch großartig in Szene gesetzt. Anfangs noch eher ruhig und besinnlich bäumt sich "A Midsummer Night's Dream" immer mehr auf und durch das großartige klassische Arrangment fühle ich mich ein wenig an das Trans Siberian Orchestra bzw. an die klassischen Arrangements von Savatage erinnert (wem das nichts sagt den kann ich diese beiden Bands sehr an Herz legen). Während sich "A Midsummer Night's Dream" wie schon gesagt immer mehr aufbaut wird es im zweiten Part "A New Day Rising" plötzlich wieder ruhig und Max trägt den Text von einem neuen kommenden Tag im Stile eines Geschichtenerzählers vor.

Was soll ich noch großartig sagen, "Season II: Views From The Inside" geht wie schon Anfangs angedeutet einen Schritt weiter als "The Seeming And The Real" und ist eine großartige Weiterentwicklung. Die Kammer zeigt sich abwechslungsreicher denn je und liefert jetzt schon ein musikalisches Highlight des noch jungen Musikjahres 2014 ab, ich gehe jetzt schon davon aus dass es mein persönliches Highlight in diesem Jahr sein wird.
Ich kann nur jeden empfehlen eines der anstehenden Konzerte zu besuchen. Momentan steht eine gemeinsame Tour mit Schandmaul an wo ich mir gut vorstellen kann dass die Kammer einige Schandmaul Fans für sich gewinnt, am 25.4.2014 spielt die Kammer dann ein eigenes Konzert in der Kölner Kulturkirche!

Ein nettes Detail ist übrigens dass "Views From The Inside", wie bereits zu Beginn erähnt, am Valentinstag erschienen ist, im Booklet gibt es dazu folgende Anmerkung bzw. Einladung wie man die CD am besten genießen kann :) :

"This CD was released on Valentine’s Day 2014. By purchasing it, you recieve both, our permission and recommendation, to kiss and make love while you listen to the music.”
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