Kundenrezension

67 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Das Grauen am Morgen, 3. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Twilight - Bis(s) zum Morgengrauen (DVD)
Wer schlechte Kritiken nicht ertragen kann, klickt jetzt am besten weg und sucht sich eine Plattform, auf der nur 5 Sterne vergeben werden dürfen und sich alle gegenseitig zu ihrem hervorragenden Geschmack gratulieren.

Edward, der verföhnte Vampir, fristet sein Dasein neben seinen Adoptivgeschwistern an einer Highschool im verregneten Städtchen Forks. Einer Tages kreuzt dort Bella auf, eine freudlose, humorlose, ungesellige, an den Menschen in ihrer Umgebung uninteressierte, unsportliche, ungeschickte, kommunikationsgehemmte, unternehmungsunlustige, aber dafür sehr gut aussehende Mitschülerin. Man muss nicht groß raten, dass Eward während seiner vergangenen 108 Jahre genau auf so eine außergewöhnliche Frau gewartet hat und sich sogleich gegen seinen Willen unsterblich in sie verliebt. Auch die restlichen Einwohner Forks zeigen grenzenlosen Optimismus bei dem Versuch, der unter einem geheimen Leidensdruck stehenden Bella wenigstens ab und zu ein gezwungenes Lächeln zu entreißen. Alle Mitschüler, Mitvampire und Mitmenschen sind aus unerfindlichen Gründen begeistert von ihrer abweisenden Art und freuen sich jedesmal wie Bolle, wenn sie irgendwo aufkreuzt.

Eigentlich fängt der Film gar nicht schlecht an. Bella trifft in Forks ein und reagiert auf die freundliche Aufnahme der Mitschüler sehr reserviert. Was zunächst noch als anfängliche Unsicherheit angesehen werden kann und durchaus charmant wirkt, stellt sich alsbald als Bellas Normalzustand heraus. Edward, der Gebleichte, lässt sich von Misanthropie und Gezwinker nicht abschrecken und tauscht nach ein paar kurzen Smalltalks zwischen Mitose und Komposthaufen seinen künstlich-finsteren Blick gegen dramatisch-düstere Warnungen vor der eigenen Schrecklichkeit aus.
Während Bella auf der Jagd nach Edwards Geheimnis ihre Umgebung zu Statisten verkommen lässt, hat Edward, der Ritterliche, alle Hände voll zu tun, um Bella auf diesem Weg nicht sterben zu lassen, da bedrohliche Situationen ihr zufliegen wie Vampiren die Puderdosen. Seine Familie nimmt die neue Freundin voller Begeisterung auf und plaudert bedenkenlos aus dem Nähkästchen, nur die garstige Rosalie zeigt geradezu empörenden Sinn für Realität, indem sie Angst vor dem Auffliegen bekundet.
Damit Edward, der Gechlorte, weiterhin genug zu tun hat, tauchen auf einem fröhlichen Familienausflug ein paar von MTV gecastete Reisevampire auf und küren Bella zum Opfer, das es bis zum Lebensende (also ihrem) zu jagen gilt. Bis zum Ende des Films dreht sich folgerichtig alles um die Rettung, die natürlich in einem dramatischen Showdown gelingt.

Fazit:
Der Film ist Rosamunde Pilcher für Teenager. Eine von pubertären Allüren durchsetzte Teenagerin wird zur großen Heldin hochstilisiert, obwohl sie nichts ist, nichts kann und nichts Nachahmenswertes an sich hat als ihr wirklich hübsches Äußeres. Trotzdem ist angeblich die ganze Schule hinter ihr her und buhlt um ihre Gunst. Und auch für den bösen Tracker-Vampir ist Bella natürlich das "aufregendste Spiel aller Zeiten", welch Zufall, die dieser plätschernden Geschichte die richtige Würze geben soll.
Die achso große Liebe stellt sich als eine Aneinanderreihung gnadenlos überkitschter Liebesbeteuerungen dar, bei denen ich mich frage, worauf diese Liebe eigentlich beruht. Bei Bella wahrscheinlich auf der Hoffnung, dass ihr reicher, geheimnisvoller, unsterblicher Freund sie aus ihrem langweiligen Pubertätsleben befreien könnte, in dem es neben Schulbank und Autofahren keine Interessen zu geben scheint. Und dann diese Dramatik, mit der er sich als Killer bemitleidet und währenddessen durch die Tannen hüpft, welches 16-jährige Herz würde da nicht vor Verzückung schmelzen... Man kann auch so toll mit ihm auf dem Schulhof angeben und braucht dann seine alten Freunde nicht mehr grüßen, denn es gucken einen ja sowieso alle ganz neidisch an.
Warum Edward, die Mischung aus Prinz Valium und John Kimble mit Lippenstift, allerdings auf ein neunzig Jahre jüngeres Mädchen fliegt, das außer heruntergezogenen Mundwinkeln nichts zu bieten hat, bleibt im Dunkeln.
Anstatt sich einen Freund zuzulegen, würde es Bella gut tun, öfters über's Knie gelegt zu werden und den Hosenboden versohlt zu bekommen, um ihr wenigstens ein Mindestmaß an höflichem Benehmen einzutrichtern.
Achso, nochwas habe ich gelernt: Vegetarier sind mit ihrem Essen nie zufrieden, denn die müssen alle Tofu knabbern und das ist schrecklich unbefriedigend. Ich bin sicher, S. Meyer ist Veganerin.

Mein Lieblingssatz: "Ich sterbe, schon jetzt, jede Sekunde komme ich dem näher, werde älter." Das ist schon grausam, mit 16 noch älter zu werden, da spürt man das nahende Gebrechen bereits in allen Falten und Gelenken.

Die ganze Geschichte ist so künstlich aufgepusht und ergeht sich in oberflächlichen Schwarz-Weiß-Bildern, dass sie zum Gähnen langweilig ist. Schmächtige Bürschchen mit stylish gegelten Haaren anzusehen ist mir einfach zu wenig, aus dem Alter bin ich schon lange raus. Die wenigen großartigen Naturaufnahmen sind nicht genug, um den Eindruck zu verbessern.
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-10 von 12 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 30.01.2013 20:41:36 GMT+01:00
Cable meint:
Sehr nett geschrieben, passt zum Film wie die Faust aufs Auge. Ich hab mich anfangs auch gefragt warum der Kerl nicht brennen will (tut eigentlich jeder Vampir wenn er es mit tageslicht zu tun bekommt:)), dann hab ichs bemerkt die viele weisse Farbe im Gesicht (von der man locker ne Wand mit streichen könnte) is der Grund.^^ Ich war glaub ich der einzige der gelacht hat im Kino als mir diese Erkenntnis gekommen ist:)

Veröffentlicht am 14.02.2013 22:08:35 GMT+01:00
Laura meint:
Ich habe noch nie, so eine witzigere und trotzdem ernste Rezension gelesen! :D

Veröffentlicht am 16.02.2013 18:11:21 GMT+01:00
Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen. :)

Veröffentlicht am 16.06.2013 16:47:07 GMT+02:00
A.J. meint:
"Verföhnt" ist gut. Ich habe selten einen Film mit derart schlechten Effekten und ein dermaßen billigen Maske gesehen. Allein durch das alberne, überzogene Aussehen der Vampire kann man diesen Film nicht ernst nehmen.

Veröffentlicht am 15.08.2013 22:33:54 GMT+02:00
Sarah Krismer meint:
Sehr gute Rezension :) Gottseidank(!) gibt's auch NICHT-5-Sterne-Geber! Dieser Film hat nicht mal einen verdient.

Veröffentlicht am 10.01.2014 21:17:30 GMT+01:00
Chris meint:
Wahnsinn, der Schreibstil deiner Rezension ist der Hammer. An dir ist ein Schriftsteller verloren gegangen. Wirklich gut.

Veröffentlicht am 06.03.2014 13:02:50 GMT+01:00
Leonzilla meint:
Dein Schreibstil ist der Hammer (sachlich und doch hab ich mir einen abgelacht ;)) und die Rezession beschreibt den Film einfach nur perfekt.

Veröffentlicht am 22.06.2014 19:38:38 GMT+02:00
bruno_trtzr meint:
ich mag die filme, warum auch immer, aber dein kommentar war wirklich die beste rezension die ich jemals zu diesen filmen gelesen habe! 5 Sterne für dich! :D

Veröffentlicht am 30.06.2014 14:46:49 GMT+02:00
Visenna meint:
Einfach nur herrlich, habe Tränen gelacht beim Lesen. Besser kann man es nicht ausdrücken.

Veröffentlicht am 21.07.2014 18:55:54 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 21.07.2014 19:00:39 GMT+02:00
Natürlich kann man erahnen, das Bellas Verhalten wohl eher jemandem entspricht, der die Erscheinung und Grazie der Autorin hat - es also eher zu Stephenie als zu Bella passt. Ansonsten kann ich dieser congenialen Rezension nur beipflichten.

Das einzige was mich wirklich an dem Film und dem Buch stört: eine Fanfiction zu Twilight - in der jemand Edward auch noch eine Lederpeitsche in die Hand gedrückt hat - bricht als "Shades of Grey" noch mehr Rekorde :)
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