Kundenrezension

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das derzeit beste Fantasy-Rundenstrategiespiel., 3. April 2014
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Age of Wonders III - [PC] (Computerspiel)
Da es bereits äußerst umfangreiche Rezensionen gibt, die sehr gut auf die einzelnen Aspekte des Spiels eingehen, will ich mich hier auf die eigentliche Spielerfahrung und Besonderheiten beziehen, die Age of Wonders 3 in meinen Augen zum besten Rundenstrategiespiel im Fantasy-Szenario der jüngsten Geschichte machen.

Schon beim ersten Betrachten des Menüs wird einem klar, dass Age of Wonders 3 ein Brocken von einem Spiel ist: 2 Kampagnen, 9 Szenarios, lokaler und online Multiplayer, zufällig generierte Karten mit einer Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten, 6 Rassen, 6 Klassen, 8 Spezialisierungen (6 Zauberschulen in 2 Stufen + 2 generelle Traits) für den Herrscher, der zusätzlich noch optisch angepasst werden kann. Aus diesen Zutaten braut das Spiel eine Mischung, die jeder neuen Partie einen anderen Anstrich geben kann und die stark die Handlungsweisen des Spielers bestimmt, was Einheiten, Fähigkeiten, Strategien und Taktiken betrifft. Erfreulicherweise hantiert zusätzlich im Hintergrund ein sanfter Zufallsfaktor, der vorgibt, mit welchen Einheiten und Zaubersprüchen ein Spieler startet und in welcher Reihenfolge neue Fähigkeiten freigeschaltet werden können. Selbst wenn man also mit der gleichen Konfiguration startet, man erhält zu Beginn immer leichte Abweichungen und muss sich an die gegebenen Herausforderungen anpassen.

Die Globalstrategie in Age of Wonders 3 ist vielschichtig, bleibt aber in ihrer Gesamtheit eher im Mittelfeld der Komplexitätsskala. Die für das Genre typischen Aspekte wie Städte-bau und -entwicklung, Ressourcenmanagement und Diplomatie erfordern immer eine sehr generelle Entscheidung des Spielers ohne die Möglichkeit, in die Mikroebene vorzudringen. Man bestimmt also die Reihenfolge der Produktion in den Städten, ohne dass man sich um den Ertrag der einzelnen Felder kümmern muss. Boni durch besondere Felder wie Farmen, Minen und Manaknoten wirken automatisch, wenn sie in dem Einzugsbereich der Stadtgrenze fallen und nicht von neutralen Einheiten besetzt sind. Gold und Mana sind die einzigen sammelbaren Ressourcen, die für die Produktion von Gebäuden und Einheiten benötigt werden.
Die Zufriedenheit der Städte wird durch die generelle Zufriedenheit des Reiches + bestimmte Gebäude + dem umliegenden Terraintyp bestimmt, denn jede Rasse favourisiert bzw. hasst anderes Terrain. Neue Städte können nicht nur von neutralen Fraktionen nach Erledigung einer Quest oder durch Eroberung eingenommen werden, sondern auch mit eigenen Siedlern errichtet werden. Dabei muss man sich allerdings nicht um Spielkonzepte wie Korruption o.ä. kümmern, die allzu ungezügeltes Wachstum einschränken sollen. Das ist in Age of Wonders 3 egal.
Die Diplomatie mit den konkurrierenden Fraktionen ist einfach nur ein grober Indikator dafür, ob man nun Frieden hat, im Krieg ist oder eine Allianz geschlossen hat. Feinheiten können zwar pro forma ausgehandelt werden, die KI ist allerdings nicht in der Lage bzw. meistens nicht gewillt, kompetent damit umzugehen. Es ist allerdings auch nicht wirklich nötig, da es sowieso nur zwei Siegesbedingungen gibt: Alle gegnerischen Herrscher und deren Thronstädte vernichten oder mit allen eine Allianz eingehen.

Das alles mag jetzt sehr kritisch klingen und kann durchaus bemängelt werden, wenn einem zum Beispiel das Städtemanagment aus Civilization ans Strategieherz gewachsen ist, allerdings greifen die Mechanismen stimmig ineinander und bieten auch ohne viel Mikromanagement interessante Entscheidungen. Zudem leiten sie sowieso zu dem eigentlichen Hauptkern des Spiels hin - den taktischen Rundenkämpfen.

Die sind sozusagen das Filétstück von Age of Wonders 3 und der eigentliche Grund, warum man es immer wieder spielen will. Jede einzelne Einheit ist vollgestopft mit Eigenschaften, die peinlichst genau vom Spieler bedacht werden müssen, bevor er einen Zug wagt. Ist diese Einheit gepanzert und nimmt deswegen mehr Schaden von dieser Einheit mit panzerbrechendem Angriff? Hat diese Einheit Elementresistenzen gegen den Feuerschaden dieser Einheit? Gehört diese Einheit zur Untergruppe der Kavallerie und nimmt deswegen Extraschaden durch diese Pikenier-Einheit? Das sind so die Standardfragen, die man sich stellen muss und nur den Bodensatz berühren. Zusätzlich muss man immer Bewegungs- und Aktionspunkte, Blickrichtung der Einheiten, Hindernisse und Terrain im Auge behalten, um kompetente Entscheidungen zu treffen und nicht überrumpelt zu werden.
Denn überrumpelt werden kann man sehr leicht, wenn man nicht aufpasst. Der entscheidende Punkt, warum die Kämpfe so viel Spaß machen und diese Aspekte wichtig sind, ist die hervorragende Kampf-KI. Sie agiert/reagiert äußerst clever und nutzt schamlos Flankenangriffe in die Seite, Fernangriffe aus der Deckung und Zaubersprüche zur Stärkung der eigenen bzw. Schwächung der gegnerischen Einheiten aus. Stürmt man allzu scharf und unbedacht vor, umkreist sie einen. Bleibt man allzu zurückhaltend und wartet ab, zermürbt sie einen mit gekonnten Stichen. Sie greift nicht einfach nur die nächstbeste Einheit an, sondern konzentriert die Attacken auf die Einheiten, die im Moment am gefährlichsten für sie sind. Außerdem verwendet sie gekonnt die besonderen Fähigkeiten der Einheiten, um zum Beispiel bei einer Übermacht von Giftschaden die Giftresistenz zu erhöhen oder gegnerische Maschineneinheiten zu durchrosten und unbrauchbar zu machen.
Natürlich bleibt sie immer noch KI und damit unfähig, auf die Stufe eines menschlichen Strategieprofis hochzuwachsen; Das merkt man zum Beispiel dann, wenn eine Einheit im Blickwinkel von zwei feindlichen Einheiten vorbeizieht und dadurch zwei Gelegenheitsangriffe erleidet, nur um eine dritte Einheit zu erreichen. Trotzdem ist und bleibt sie sehr fordernd und gilt für mich in Kombination damit, wie sie auf der Strategiekarte agiert und zieht, als einer der besten in diesem Genre.

Wenn man dann doch mal genug von der KI hat und sich mit menschlichen Spielern messen will, kann man das ohne Weiteres in Age of Wonders 3 machen. All die Funktionen und Optionen, die für den Singleplayer-Modus gelten, gelten auch für den Multiplayer-Modus. Allerdings ist die Technik dahinter noch nicht ganz ausgereift und braucht ein bisschen Eigeninitiative, um durch Port-Forwarding eine Verbindung durch die Firewall zuzulassen. Zudem sind die Verbindungen noch immer relativ instabil und können gerne mal abbrechen bzw. gar nicht zustande kommen. In diesem Bereich muss der Entwickler Triumph noch nacharbeiten, um ein störungsfreies Multiplayer-Erlebnis bieten zu können.

Die Grafik ist schön - vor allem die effektreichen Schlachtfelder! - und läuft bei Anpassungen auch auf etwas schwächeren Rechnern. Ich konnte keine Bugschwemme feststellen und bis auf kleineren Nervigkeiten bezüglich der Bedienoberfläche (taktische Kamera, Einheitenverwaltung) lässt sich das Spiel wunderbar steuern. Letzten Endes bekommt man für regulär 40 Euro ein verdammt gutes und verdammt großes Paket und das Spiel stellt für mich im Bereich der Rundenstrategiespiele einen Pflichtkauf dar, wenn man Zeit und Lust hat, sich in viele taktische Kämpfe zu stürzen. Nur Spieler, denen äußerst komplexe Globalstrategie wichtig ist oder die Neulinge im Genre sind, sollten sich einen Kauf doch gut überlegen. Die Ersteren werden nicht genug Futter bekommen, die Zweiteren werden von den taktischen Kämpfen überfordert.
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