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Kundenrezension

18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen irgendwo zwischen empfehlenswert und sensationell, 1. Mai 2004
Rezension bezieht sich auf: Remedy Lane (Audio CD)
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Das ist es also. Mein erstes Zusammentreffen mit den Kritikerlieblingen von Pain of Salvation. Mittlerweile etwas sensibilisiert ob der übermäßigen Lobhudelei vieler Progressive-Rock-Fans über ihre ganz speziellen Lieblingsalben der jeweiligen Lieblingsbands, wurde bisher alles, was aus Richtung schwadronierender PoS-Fans kam, mit resignierendem Abwinken quittiert: "progressives Metall wie es sein sollte"..."perfekte Symbiose von Technik und Gefühl"... Schon klar. Tausendmal gehört. Mal ehrlich. Viele Prog- und Konzeptalben heischen zwar nach Größe, doch die echte Magie verliert sich meist in technischer Überambitioniertheit. Nun lege ich also "Remedy Lane" in den CD-Player, die Ohren auf "äußerst kritisch bewerten" eingestellt.
Gleich zu Beginn versetzt mich Sänger Daniel Gildenlöw in ein kleines Appartement in Budapest, wo er ein erstes, sexuelles Zusammentreffen zweier, nun ja, Kinder ("she's twelve, i'm only ten") besingt. Ähem. Die brav-christliche Erziehung lässt mich die Situation automatisch als Symbolik für den Geisteszustand der Protagonisten erkennen. Uff! Wer fühlt sich nicht mal hin und wieder an die kindliche Naivität erinnert. Die Musik klingt auf jeden Fall nach Marillion, mutiert aber fix zur choral unterstützten Bombast-Introduktion. Da nimmt jemand den Mund ganz schön voll..
Es folgt "Ending Theme". Eine einfach strukturierte Melancholie-Hymne, die atmosphärisch dicht Gildenlöws (oder eben die des männlichen Hauptdarstellers in "Remedy Lane") Rekapitulation und Verarbeitung des eben im Intro Geschehenen thematisiert. Das gelingt den PoS-Mannen textlich wie musikalisch äußert ansprechend und kitschfrei, auch wenn's sich am Ende doch nach Anathema anhört. Gut geklaut ist halb gewonnen.
Gleich darauf das erste Aha-Erlebnis: "Fandango". Sofort fühle ich mich von der Basslinie und dem Danny-Careyschen Drumpart angesprochen. Als dann noch - zur dadaistisch anmutenden Piano-Hookline - Gildenlöws abgestimmter Stakkatogesang seinen Lauf nimmt und das ganze nach mehreren coolen Breaks in einer einzigen Stimmenharmonie mündet, bin ich fasziniert. Frisch, vertrackt, auf dem Punkt und nicht zu lang.. ein großartiges Stück Musik.
"A Trace of Blood" lässt mich im Anschluss darauf kaum Luft holen. Dieser treibende Rhythmus, dieser Klavierpart. Aber hier beeindruckt mich zum ersten mal vor allem eines: Gildenlöws variabler Gesang. Das fängt an mit der exzentrischen Coolness eines David Bowie, geht über Anleihen beim Stimmengott Mike Patton, Fish eben, dann wieder Geoff Tate und zieht sich sogar bis zum tiefen Wehklagen eines Tom Waits (!). Wau. Das ganze Stück ist mit seinen acht Minuten Stimmungs- und Tempiwechsel sowie der traurigen aber klug getexteten Mann-verliert-Frau-und-Kind-bei-der-Geburt Thematik ebenfalls progressiver Rock erster Güte und bekommt daher die Höchstnote. Klasse! Mal sehen wie's weitergeht..
Mit "This Heart of Mine (I Pledge)" sinkt mein Stimmungs- bzw. Wertungsbarometer wieder beträchtlich. "Why do Burt(s) suddenly appear..?" Diese "Ick-weck-dir-morgens-mit-ner-Tasse-warmer-Milch"-Bonbon-Atmosphäre hätte selbst Mr. Bacharach nicht schnulziger hinbekommen. Dennoch ist auch hier eine musikalische Klasse gegenwärtig, die man nur schwer schlechtreden kann. Geschmackssache der Track.
Ich lese "Undertow" auf der Tracklist und denke sofort an Tool. Musikalisch handelt es sich hierbei aber um eine sich wiederholende, melancholische Grundmelodie, die sich - anfangs nur von Gildenlöws Flüstern und Akkustikklampfe taxiert - bis zum, beinahe ekstatisch-geschrieenen, Finale steigert. Danny Cavanagh lässt grüßen. Anathema die Zweite.
Was jetzt kommt, ist, kurz gesagt, genial. "Rope Ends" entführt den Hörer in ein Badezimmer, in dem eine resignierende junge Frau versucht, sich mit erhängen das Leben zu nehmen, aber dank mangelnder Willens- (und Seil-)stärke letztendlich scheitert. Textlich wie musikalisch ist dieses Lied der absolute Brecher und erinnert mich stark an Fates Warning. Perfekte Leistung an sämtlichen Instrumenten samt Gildenlöw am Mic. Die musikalische Stimmung passt zur Geschichte, die Songstruktur ist vertrackt aber nicht undurchschaubar, die Melodien sind großartig und die Lyrics erstklassig. Ein Track für die Ewigkeit. Wieder ziehe ich meinen Hut vor den Skandinaviern. Absoluter Hörtipp und (bis jetzt) klares Highlight des Albums.
Da mir gerade auffällt, dass diese Rezension schweinelang wird, wenn ich so weitermache, fasse ich mich bei den folgenden Stücken etwas kürzer. "Chain Sling" entwickelt dank seiner treibenden Rhythmik und der zwölfsaitigen Gitarre eine exotisch-rockende, fast tanzbare Dynamik, die zum Mitklatschen anregt. Gelungener Stilwandel. "Dryad of the Woods" klingt etwas nach Vorführabend in der Gitarrenschule, hört gerade dann auf, wenn's interesant wird und ist - meiner Meinung nach - völlig entbehrlich. Bei "Remedy Lane" schraubt man das Blade-Runner-Soundtrack-Plugin von Vangelis auf's Keyboard und intoniert noch mal die Melodien von "Ending Theme" und "Rope Ends". Klingt schön, tut keinem weh und ist so sinnlos wie ein Kropf. Ich befinde mich nun eindeutig am schwächsten Punkt der Platte. Mit "Waking every God" geht's wieder ein wenig bergauf. Im direkten Vergleich mit dem ähnlich aufgebauten "A Trace of Blood" zieht es aber klar den Kürzeren. "Second Love" bestätigt das Klischee, auf jedem noch so guten Progalbum müsse ein kitschiger Ausrutscher im Radioformat sein. Es scheint fast, als ginge den Gepainigten allmählich die Luft aus.
Falsch gedacht. Mit "Beyond the Pale" reissen's die Schweden wieder komplett raus: Knapp zehn Minuten führt man hier sämtliche Erzählstränge der einzelnen Tracks zum resümierenden Finale zusammen und erinnert daran, dass es sich bei "Remedy Lane" ja um ein Konzeptalbum handelt: "Budapest you're burning me". Auch dieses Stück ist wieder derart genial strukturiert, voll von großartigen Melodien und technisch wie musikalisch so anspruchsvoll, dass ich nun, nachdem das Album nach etwa 68 Minuten vorbei ist, endgültig die Faszination und Begeisterung der vielen Fans verstehen kann.
Trotz dem ein oder anderen Ideenraub und Ausrutscher ist „Remedy Lane" wirklich hochinteressantes Kopfkino, das zusammen mit guten Kopfhörern und dem richtigen Ambiente die Magie einer sensationellen Platte nicht nur (wie so manch anderes hochgelobtes Progalbum) imitiert, sondern einfängt und stellenweise sogar versprüht. Sehr empfehlenswert das Teil!
(Anspieltipps: "Fandango"; "A Trace of Blood", "Rope Ends")
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