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46 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Man lese diesen Artikel und werde schlauer...., 31. Dezember 2013
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Rezension bezieht sich auf: Der Große Krieg: Die Welt 1914 bis 1918 (Gebundene Ausgabe)
Dr. Cora Stephan 30.12.2013
Hundert Jahre Traurigkeit

Wer in Nordfrankreich die Picardie besucht, ein Gebiet nördlich von Paris und Reims, ist meist weniger an seiner lieblichen Landschaft interessiert als an dem, was darunter liegt. Es sind die Toten, die Jahr um Jahr die Besucher anziehen. Vor allem Briten pilgern an die Somme, in das Dreieck zwischen Péronne und Abbeville, auf der Suche nach einem der rund 400 Friedhöfe, die zwischen Wiese, Rübenfeld und Wald liegen, dazwischen Monumente und Totenhallen, Kapellen und Denkmäler. Tausende weisser Steine über den Überresten von Briten und Franzosen – manchmal liegen darunter sogar die Knochen der Männer, deren Namen auf den Steinen stehen, mitsamt Rang, Geburts- und Todestag. Meist ist dazu ein Kreuz eingraviert, oft ein Davidstern, auf vielen aber steht kein Name, sondern nur «A Soldier of the Great War. Known unto God.»

In Thiepval erinnert der Ulster-Tower an die 2500 irischen Soldaten, die hier an einem einzigen Tag gefallen sind, in Beaumont-Hamel gilt die riesige Skulptur eines Karibus dem Regiment der Neufundländer, das dort fast völlig aufgerieben wurde. Noch heute erkennt man in der sanften Dünung des Bodens die Konturen der Schützengräben, in denen sich die gegnerischen Soldaten gegenüber lagen. Jeden Sommer, am 1. Juli, dem Datum, an dem 1916 die für die Briten mit fast 80 000 Toten verlustreichste Schlacht begann, sind die Stätten des grossen Sterbens übersät mit Poppies, jenen Mohnblumen, die zum Symbol der gescheiterten Offensive an der Somme geworden sind.

Das lothringische Verdun, im Nordosten Frankreichs, ist der wichtigste Erinnerungsort der Franzosen. Auch hier eine Parade weisser Steine, die sich bis zum Horizont erstreckt. Daneben verbotene Orte, unbetretbar, weil der Boden unter Krüppelbewuchs, Gestrüpp und schillernden Sümpfen noch heute explosiv ist. Der Erste Weltkrieg lebt: selbst im freigegebenen Gelände treffen die Pflüge der Bauern immer wieder auf Stacheldraht und Knochen, auf Geschosshülsen, Bajonette, Koppel. Und auf Blindgänger.

Noch vor zwanzig Jahren war man bei Reisen zu den Schlachtfeldern an der Westfront des Ersten Weltkriegs allein mit den Briten und Franzosen. Auch heute sind deutsche Besucher in der Minderzahl. Für viele Deutsche ist der Erste Weltkrieg «ein paar verwitterte Steine in Form von Kriegerdenkmälern und Soldatenfriedhöfen» und nicht weiter von Bedeutung, wie der ehemalige Aussenminister Joschka Fischer nicht ohne Bedauern anmerkt, er ist überschattet von der grösseren Katastrophe des Zweiten Weltkriegs. Und wie Joschka Fischer und sein Nachfolger als deutscher Aussenminister, Guido Westerwelle, reklamieren viele Deutsche die Schuld am Ersten, als ob es angesichts des Zweiten Weltkriegs darauf nun auch nicht mehr ankomme. Sie können mit den völkerverbindenden Trauerritualen der anderen wenig anfangen: Weil die Vorväter eine schmähliche Niederlage erlitten haben? Oder vielmehr, weil man glaubt, die Schützengräben hätten jede Menge williger Gefolgsleute Hitlers ausgebrütet, um die man nicht zu trauern hat?

Für die anderen aber ist der Erste Weltkrieg die bestimmende Signatur des 20. Jahrhunderts: hier begann, was in Strömen von Blut mündete und erst 1989 zu Ende ging. Und was derzeit auf ungemütliche Weise wieder nähergerückt zu sein scheint.

Mich hat das Thema nie losgelassen. Mehr als fünfzehn Jahre habe ich mit der Suche nach dem Grund verbracht, der die Männer in den Schützengräben ausharren liess, im stinkenden Schlamm, verseucht mit Rattenkot, Leichenresten und Chlorkalk. Was hielt sie dort? Vaterlandsliebe? Der Glaube an die Kultur (die Deutschen) oder die Zivilisation (die Briten)? Der Hass auf den Gegner, die Liebe zum eigenen Regiment? War es ein «guter», ein «gerechter» Krieg, den Briten und Franzosen führten; ging es um die lebensnotwendige Verteidigung gegen feindliche Umzingelung, wie die Deutschen dachten? War es gar der «Krieg, um alle Kriege zu beenden» und galt es, die Welt «sicher für die Demokratie» (der amerikanische Präsident Woodrow Wilson) zu machen? War das legitime Kriegsziel der Alliierten im Ersten ganz ebenso wie im Zweiten Weltkrieg, ein nach der Weltmacht strebendes barbarisches Deutschland in seine Schranken zu weisen? Und war man mit dem Deutschen Reich am Ende viel zu sanft umgegangen, hätte man es «zerschmettern» müssen? Oder war es, umgekehrt, just das ungerechte und rachsüchtige Diktat von Versailles, das Deutschland reif für Hitler machte?

Und was bedeutete noch ein «Sieg» nach einem vierjährigen Schlachten, in dem schätzungsweise zehn Millionen Männer umkamen, nicht zu reden von den tödlichen Folgen der Blockadepolitik und der Grippewelle, die vielfach auf eine ausgehungerte Zivilbevölkerung traf?

In Grossbritannien ist ein Etat von 50 Millionen Pfund für die Gedenkfeierlichkeiten ab 2014 beschlossen, doch dort streitet man schon jetzt um das, was genau das Grosse Erinnern denn nun vermitteln soll. Trauern um des Trauerns willen? Erinnerung um der Erinnerung willen? Was bei den Deutschen so auffällig fehlt, ist bei den Briten im Überfluss vorhanden, wo es in den letzten Jahrzehnten eine Flut von Literatur zum «Krieg des kleinen Mannes» gegeben hat. Während viele Deutsche ihre Vorfahren offenbar allesamt für irgendwie schuldig halten, sehen die Briten in ihren Gefallenen nur Opfer, und nicht Männer, die doch ebenfalls getötet haben, wie die Historikerin Joanna Bourke moniert, die fürchtet, dass Erinnerung auch verklären, verkleistern und Rachegefühle nähren kann.

Kurz: es geht um die Lehren aus dem Grossen Krieg, und die sind, sofern man es nicht beim mahnenden «Nie wieder Krieg!» belässt, nicht eben leicht zu ziehen. Kritiker unter den britischen Historikern bestreiten, dass es sich um einen «gerechten Krieg» gehandelt habe – und konstatieren, dass von einem «Sieg» wohl kaum gesprochen werden könne. Tatsächlich hat der Erste Weltkrieg nicht ein einziges Problem gelöst, dafür viele neue geschaffen. Er gebar die bolschewistische Revolution und den Stalinismus. Die Verträge von Versailles schufen keinen Frieden, sondern neuen Sprengstoff, etwa zwischen Polen und Deutschland. Sie ebneten Hitler den Weg, der die Welt glauben machte, in den Schützengräben hätten «Volk und Führer» zusammengefunden, eine Propagandalüge, die Thomas Webers «Hitlers Erster Krieg» abschliessend widerlegt hat. Ebenso wenig befriedete die Nachkriegsordnung den Balkan oder den Nahen Osten. Schon 1994 machten die Kriege im auseinandergebrochenen Jugoslawien klar, dass die Transformationsprozesse auf dem Balkan hinter dem Eisernen Vorhang nur ruhiggestellt, aber nicht abgeschlossen waren.

Tatsächlich war das Attentat auf den österreichischen Thronfolger in Sarajevo am 28. Juni 1914 mehr als ein blosser Anlass eines aus anderen Gründen überfälligen Konflikts. Es war die (nur zufällig geglückte) Tat der «Schwarzen Hand», einer von Serbien unterstützten Terroristentruppe. Österreich hatte jedes Recht, Serbien dafür zur Verantwortung zu ziehen. Erst im Laufe der Julikrise weitete sich der lokale Konflikt im Chaos von Bündnisverpflichtungen und diplomatischen Fehleinschätzungen aus und wurde, zuerst durch die russische Mobilmachung und zuletzt durch den Kriegseintritt Grossbritanniens, global. Seine Ausweitung war, so argumentieren auch Historiker wie Sean McMeekin, Niall Ferguson oder Andreas Rose, alles andere als notwendig, zwingend oder konsequent. Und die Rolle des Schurken mit dem rauchenden Colt in der Hand bleibt unbesetzt, es sei denn, man möchte unbedingt Frankreich und Russland an die Stelle des Deutschen Kaiserreichs setzen.

Man darf das sicher einen Paradigmenwechsel nennen. Christopher Clarks «Die Schlafwandler» und Herfried Münklers Werk «Der Grosse Krieg» sind dazu die Bücher der Stunde. Zwei literarische Ereignisse, die zeigen, was Geschichtsschreibung vermag, die sich der moralischen Wertung und ideologischen Verzerrung enthält und die so weit wie irgend möglich auf jenen «Rückschaufehler» verzichtet, mit dem vergangene Ereignisse vom Wissen um ihr «Ergebnis» her beurteilt werden. Der historische Kanon muss neu aufgelegt werden.

Die Führungselite von Grossbritannien und Russland, Frankreich und Österreich-Ungarn, Serbien und Deutschland: sie alle haben ihren Anteil an der grossen Katastrophe des 20. Jahrhunderts. Die Deutschen, nicht nur, aber auch, weil sie dumm genug waren, Österreich-Ungarn eine Blankovollmacht zu erteilen; die Franzosen, die der russischen Führung versprachen, im Falle eines österreichischen Angriffs auf Serbien den Bündnisfall zu erklären; die Russen, die als erste mobilmachten, und die britischen Politiker, die neben ihrer Bündnisverpflichtung gegenüber Frankreich und Russland keinen Grund hatten, sich einzumischen – ausser, dass sie Russland mehr fürchteten als Deutschland. War es wirklich das Leid Belgiens, das der britischen Regierung ein Eingreifen gebot? Oder diente die deutsche Verletzung der belgischen Souveränität, jene unbestreitbaren «Greuel» beim Durchmarsch durch Belgien, als Vorwand? Erst mit der britischen Intervention wurde der Konflikt global. Wussten sie, was sie taten?

Der Grosse Krieg war, wie Niall Ferguson schon vor Jahren schrieb, ein «falscher Krieg». Fergusons provozierende These: Hätte man das Deutsche Reich 1914 nicht bekämpft, sondern an den Tisch der Grossmächte gelassen, hätte man ganz ohne Millionen von Toten erreicht, was heute der Fall ist: Deutschland ist als stärkster (ökonomischer) Faktor die Zugmaschine Europas.

Tatsächlich deutet einiges darauf hin, dass man in Grossbritannien langsam vom nationalen Mythos Abschied nimmt, dass man im Deutschen Reich das Böse bekämpft habe und in diesem grauenvollen Gemetzel die Guten gewesen sei. Eine nationale Legende, die über den Verlust der Weltmacht an Amerika hinweggetröstet hat: Bei Kriegsende war Grossbritannien nicht mehr Gläubiger, sondern Schuldner der USA, des einzigen Beteiligten, der vom europäischen Krieg profitiert hat. Deutschland, sonst gewohnheitsmässig Objekt britischer Häme, ist im Land des Hun-Bashing heute so beliebt wie nie zuvor. Nur die Deutschen trennen sich ungern von der Rolle des schuldigen Schurken.

Warum? Weil Rechtsausleger nun frohlocken könnten, die «Kriegsschuldlüge» sei endlich widerlegt? Lasst sie doch. Dass es keinen gibt, den man als einzig Schuldigen am Tod von Millionen herausgreifen kann, macht die Sache ja nicht besser, ganz im Gegenteil. Der wahre Skandal ist die Erkenntnis, dass das grosse Schlachten vermeidbar gewesen wäre, dass es ganz und gar sinnlos gewesen sein könnte, dieses Ausharren und Sterben der Männer in den Schützengräben und der Menschen an der «Heimatfront». Und dass es beim besten Willen nicht gelingt, dem gigantischen Blutbad im Nachhinein auch nur ein Fünkchen Sinn zu implantieren. Der Krieg, der alle Kriege beenden sollte, endete in einem Frieden, der allen Frieden zunichtemachte. Es gibt keine Sinngebung des Sinnlosen.

Die Europäer haben nicht nur eine traumatische Erfahrung gemeinsam, wie man heute vielleicht deutlicher erkennt als je zuvor. Sie haben auch allesamt einen Trost verloren: dass es, hier wenigstens, Schwarz und Weiss gibt im Krieg, Täter und Opfer, Schuldige und weisse Ritter, Schurken und Helden. Nur, solange man an das Böse glauben kann, ist auch das Gute denkbar. Das mag einer der Gründe sein, warum man in Deutschland die Bürde des Schurken nicht erleichtert abwirft. Und könnte eine Paradoxie erklären: Wer an eine Inkarnation des Bösen glaubt, erwartet vom «Guten» oft mehr, als menschenmöglich ist.

Doch hat der deutsche Schurke nicht wenigstens den Nachbarn ein gutes Gefühl gegeben: den Franzosen moralische Überlegenheit trotz Niederlage, den Briten den Trost, ihr Weltreich für die richtige Sache riskiert zu haben? Gewiss. Zyniker verweisen überdies darauf, dass nur ein Schuldspruch den Siegern erlaubte, die enormen Kosten des Krieges auf den Besiegten abzuwälzen. Die Reparationszahlungen sind seit dem 3. Oktober 2010 abgeleistet.

Der Abschied von Gut und Böse führt ins Reich der Schatten und in die kalte Welt der Realpolitik, in der Interessen zählen, ohne dass Moral sie veredelt. Und das ist gut so. Denn der Erste Weltkrieg hat weiteres Unheil in die Welt gesetzt: die moralische Aufladung, aus der Notwendigkeit gezeugt, dem Sinnlosen einen Sinn zu verleihen. Ging es wirklich, wie der britische Premier Asquith 1916 postulierte, um einen edlen Kreuzzug gegen «Barbarei» und «ungezähmte Machtgier»? Dass Grossbritannien wegen «Little Belgium» das Risiko der Globalisierung des Konflikts eingegangen ist, dass es moralisch dazu gezwungen gewesen sei, dass es eingreifen musste, ist natürlich eine entschieden sympathischere Deutung als die kühle Schilderung Christopher Clarks: Belgien sei das einzige Argument gewesen, dass die Regierung Grey noch hatte, um den Krieg vor der eigenen Bevölkerung zu rechtfertigen. Denn auch in den britischen und französischen Kriegsplänen war das neutrale Belgien als Durchmarschgebiet vorgesehen. Und die USA, die erst recht keinen Grund hatten, sich in die kontinentalen Querelen einzumischen? Woodrow Wilson wählte die hochtrabende Begründung, dies sei nicht weniger als «ein Krieg, um alle Kriege zu beenden».

Man bemühte höchste Ziele, weil naheliegende nicht zu haben waren. Dabei weiss jeder verstandesbegabte Befehlshaber, dass ein Sieg von überlegenen Kräften und dem Glück abhängt, und nicht vom moralischen Zuschnitt des Siegers.

Tatsächlich setzte der Erste Weltkrieg vor allem in Grossbritannien eine Propagandamaschinerie in Gang, die das Sinnlose mit den gröbsten Mitteln moralisch zu veredeln suchte. Es ist halt das Problem von Demokratie, dass man Kriegshandlungen nicht einfach anordnen kann, man muss das Volk überzeugen – was meistens heisst: es manipulieren. Wie immer man die Appeasement-Politik Chamberlains gegenüber Hitler beurteilen mag (und auch hier gibt es nicht nur schwarz und weiss): britischen Politikern war später sehr wohl bewusst, dass die britische Propaganda gegen das Kaiserreich sämtlichen Gepflogenheiten widersprach, die in den europäischen Staatenkriegen bis dato galten, wozu Respekt vor dem Gegner gehörte. Frontsoldaten hat der Jingoismus an der Heimatfront denn auch zutiefst abgestossen. Nicht zufällig gab es zu Weihnachten zwischen Deutschen und Briten Versöhnung über die Schützengräben hinweg.

Welche Lehren soll man also ziehen? «Nie wieder Krieg»? Das ist ein frommer, aber kindlicher Wunsch. Militärische Gewalt ist ja nicht immer sinnlos. Und berechtigte Interessen oder die nationale Souveränität muss man auch verteidigen können.

Mehr Europa? Auch das ist ein frommer Wunsch, wenn man ihn an der Realität misst. Nicht in erster Linie die EU oder die deutsch-französische Freundschaft haben dem Kontinent Jahrzehnte des Friedens geschenkt, sondern der Kalte Krieg. Mit dem Ende der bipolaren Welt 1991 ist Krieg wieder begrenzbar und damit möglich geworden. Die krisenhafte Neuformierung Ex-Jugoslawiens ist einstweilen beendet, die Brandherde im Nahen Osten aber sind noch lange nicht gelöscht.

Und was den Euro betrifft: ganz offenbar hat er Europa nicht vereint, sondern die unterschiedlichen Interessen, die seine Nationen vertreten, schmerzhaft deutlich gemacht. Deutschland zur Kasse bitten mit dem Argument, dass das Land nach zwei verschuldeten Weltkriegen mit seiner Euro-Politik die dritte Katastrophe verursache, ist keine überzeugende Basis für ein einiges Europa. Dass das Argument überhaupt eine Rolle spielt, zeigt, dass das neue Deutschland in einer Hinsicht das alte ist: wieder wirkt es isoliert, unsicher, in welche Richtung es schwanken soll, unwillig, eine Rolle zu übernehmen, die es nicht ein einziges Mal gemeistert hat, nämlich wenn nicht Weltmacht, so doch zumindest Führungsmacht zu sein. Es ist heute das, was Churchill ihm einst an den Hals wünschte: «fat and impotent».

Wir müssen, gerade jetzt, in seiner schwersten Krise seit 1945, Europa neu denken. Der Kontinent hat sich vereint die Wunde geschlagen, von der er sich bis heute nicht erholt hat. Hitlers unvorstellbare Verbrechen haben den Blick darauf verstellt.

Kann man die Wunde heilen? Die erneute Isolation Deutschlands als des ewigen Schurken ist fatal. Wenn der Euro als „Fortsetzung von Versailles mit anderen Mitteln“ betrachtet wird, muss er scheitern. Das starke Deutschland braucht starke Bündnispartner. Ein Tipp: man kann ihnen womöglich am 1. Juli an der Somme begegnen.
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Kommentare

Von 2 Kunden verfolgt

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1-10 von 10 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 01.01.2014 17:29:51 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 01.01.2014 17:31:03 GMT+01:00
Triglaf meint:
Ist es Ihnen denn gar nicht peinlich, einen Artikel von Dr. Cora Stephan (http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/hundert_jahre_traurigkeit) hier unkommentiert als Rezension eines darin gerade einmal erwähnten Buchs einzustellen?

Als unakzeptabel an Amazon gemeldet.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.01.2014 10:31:46 GMT+01:00
Albert Zeul meint:
Wie heißt es so schön. Wer lesen kann ist klar im Vorteil...
In der ersten Zeile steht, dass der Beitrag von Dr. Cora Stephan ist.
Achja, ich sehe gerade, dass Sie sich auch noch als Denunziant Amazon angedient haben. Die Blockwartmentalität scheint in Deutschland nicht aussterben zu wollen..

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.01.2014 14:00:53 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 02.01.2014 14:05:11 GMT+01:00
Triglaf meint:
Ach Göttchen, getroffene Hunde bellen also tatsächlich.

Das von jemandem, dessen Copy-und-paste-Mentalität gerade einmal zum Kopieren bei achgut.com auszureichen scheint. Hier drei Scrollseiten mit geistiger Leistung anderer vollknallen (ohne dass es dabei um Münklers Buch ginge) und diejenigen, die lieber eine Rezension gelesen hätten, noch beschimpfen. Reife Leistung.

Veröffentlicht am 18.01.2014 16:02:57 GMT+01:00
Realist meint:
Die Rezension von "Albert Zeul "albert" ist im Grunde genommen keine Buchbesprechung. Er setzt sich ja so gut wie gar nicht mit den Inhalten dieses Buches auseinander, sondern legt lediglich seine persönliche Sichtweise der Dinge dar. Sinn einer Rezension sollte ja immer sein, zu den wesentlichen Inhalten DES BUCHES Stellung zu nehmen, sie abzuwägen, auf das "für und wieder" einzugehen. Das findet bei dieser Rezension - leider - gar nicht statt. In der Schule hätte man, in bezug auf einen Aufsatz, gesagt: "Thema verfehlt". Schade drum, der Rezensent hat sich sehr viel Mühe gegeben, das sei ihm angerechnet, aber den Sinn der Sache er glatt verfehlt.

Veröffentlicht am 09.02.2014 22:02:13 GMT+01:00
Volker Greve meint:
Ich habe das besprochene Buch zwar nicht gelesen . Dennoch kann ich der Rezension von Herrn Zeul nur voll und ganz zustimmen . Deutschland wird zeigen müssen , ob es der von sich immer ersehnten Führungsrolle gerecht werden kann . Ich zitiere eine Stelle in der Bibel wo Jesus zu seinen Jüngern sagt " wer unter euch der Größte sein will muß allen anderen dienen . " Sind wir als Deutsche bereit den anderen in Europa und der Welt zu dienen oder
wollen wir nur unsere Interessen durchsetzen und uns selbst ehren nach dem ewig währenden Motto " am deutschen Wesen soll die Welt genesen ".
Vielen Dank nochmal Herr Zeul .

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.02.2014 14:09:39 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 10.02.2014 17:26:51 GMT+01:00
Realist meint:
Volker Greve, Beitrag vom 09.02.2014

Zu Ihre Aussage: "Ich zitiere eine Stelle in der Bibel wo Jesus zu seinen Jüngern sagt `wer unter euch der Größte sein will muß allen anderen dienen . `Sind wir als Deutsche bereit den anderen in Europa und der Welt zu dienen oder wollen wir nur unsere Interessen durchsetzen und uns selbst ehren nach dem ewig währenden Motto` am deutschen Wesen soll die Welt genesen".

Herr Greve, Sie sind vermutlich ein Mensch, der an das Gute glaubt. Was verstehen Sie konkret, Deutschland soll Europa sollen der Welt "dienen"? Wie soll das denn praktisch aussehen? Jedes Land vertritt nun mal seine eigenen Interessen. Das war schon zu Zeiten der Griechen und Römer so. Die Zeit der Samariter hat es noch nie gegeben, als Einzelperson "ja", nicht aber als Land. Da bleibt für "dienen" also nicht mehr viel übrig. Deutschland hat aber tatsächlich "gedient" in den vergangenen Jahrzehnten und zwar in sehr vielfältiger Art und Weise - und hat dafür 100te Milliarden EUR ausgegeben: Durch die Aufnahme 100 000den tatsächlicher Flüchtlinge, durch die Aufnahme von 100 000den Wirtschaftsflüchtlingen (darunter waren viele Arbeitsunwillige) aus allen Herren Länder, die sich auf Kosten der arbeitenden deutschen Bevölkerung und des deutschen Steuerzahlers ein schönes Leben bei uns machen. Zur Zeit "dienen" wir vielen Bulgaren und Rumänen, von denen viele ohne deutsche Sprachkenntnisse und ohne für den deutschen Arbeitsmarkt beruflich qualifiziert zu sein, in unser Land einfallen - nur, um unser Sozialsysteme in Anspruch zu nehmen, weil sie hier bei uns dadurch ein viel besseres Leben haben als bei sich zu Hause.

Und die ALLE ernährt der "Deutsche Michel" mit den Steuergeldern der deutschen Arbeitnehmer.

Die Bundeswehr ist in Afghanistan im Einsatz und stellt sicher, dass das Land wieder aufgebaut wird. Die Marine ist am Horn von Afrika tätig, um Frachter auf internationelen Seefahrtsrouten vor Übergirffen von Piraten zu schützen. Und wir leisten humanitäre Hilfe in dutzende von Ländern, vor allen Dingen auch bei Katastrophen. Alles von den Steuergeldern der arbeitenden deutschen Bevölkerung. Wir haben in das korrupte Griechenland Milliarden EUR investiert, damit die dort wieder auf die Füße kommen. Das alles würde ich unter "dienen" einstufen. Und für das alles war immer genügend Geld da.

Dafür haben wir in Deutschland KEIN Geld, unsere verrotteten Straßen instandzusetzen. Die Deutsche Rentenversicherung hat KEIN Geld, einem Arbeitnehmer heute nach über 45 Arbeitsjahren eine anständige Rente zu zahlen. Die werden mit Beträgen zwischen 900 und 1.100 EUR monatlich abgespeist, von denen kein Mensch leben kann. Leihabeit und Werkverträge sind an der Tagesordnung, die von Konzernen, die jedes Jahr Milliardengewinnegewinne machen, dazu mißbraucht werden, die Kosten für den Unkostenfaktor "Mensch" zu drücken. Der Mindestlohn von EUR 8,50 kommt nicht in die Gänge - und selbst wenn: Bei einer monatlichen Arbeitszeit von 160 Stunden kommen dann gerade mal EUR 1.360,00 BRUTTO zusammen, verbleiben um die EUR 1000,00 NETTO. Wer kann davon heute leben? Wenn Jemand mit 55 arbeitslos wird, hat er eine Höchstanspruchsdauer von 24 Monaten auf Arbeitslosengeld und kann dann, bis er mit 67 Rente bekommt, sein Vermögen, das er über Jahrzehnte angespart hat, aufbrauchen. Bis 55 hat man er nur 18 Monate Anspruch - obwohl Jahrzente lang Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gezahlt hatte. Wenn ich arbeite, zahle ich Lohnsteuer, wenn ich eine Ware kaufe, zahle ich Mehrwertsteuer, wenn ich tanke, zahle ich eine horrende Mineralölsteuer. Wenn ich etwas angespart habe, zahle ich daraus Abgeltungssteuer, wenn ich eine Rente beziehe, für die ich 45 gearbeitet und in dieser Zeit hohe Lohn- und Einkommensteuer gezahlt habe, zahle ich auch darauf eine (Renten-) Steuer. Die Raucher zahlen eine Tabaksteuer, die Hundebesitzer eine Hundesteuer. Der Solidaritätszuschlag, obwohl schon seit Jahren nicht mehr berechtigt, wird weiterhin kassiert. Wer katholisch oder eveangelisch ist, zahlt eine Zwangssteuer in Höhe von 8 % auf die Einkommenssteuer - das letzte gibts nur bei uns, sonst nicht in Europa. Überall wird abgezockt, während z. B. ein Christian Wulff, ehemaliger Bundespräsident, im Ruhestand 100 % seiner Bezüge aus der aktiven Zeit weitergezahlt bekommt, plus Dienstwohnung, Dienstfahrzeug und Personal. In sein damaliges Haus wurden über EUR 400 000 in Sicherheitsmaßnahmen investiert, vom Steuerzahler finanziert. Beim Wiederverkauf fließt der Mehrwert des Hauses durch diese Sicherheitsmaßnahmen nicht etwa an den Steuerzahler zurück, sondern in die Taschen von Wulff.

Aber hallo, kann ich da nur sagen. Und das gemeine und dumme deutsche Volk lässt sich dies und andere Dinge einfach so gefallen. Selbst schuld.

Die jahrelange Lobbyarbeit der Deutschen Arbeitergeber hat sich ausgezahlt (seit 1961, als türkische Arbeitnehmer ins Land geholt wurden, um die Löhne der deutschen Arbeiter/-innen - Trümmerfrauen - zu drücken, die Deutschland wieder aufgebaut hatten). Der Dumme dabei ist der deutsche Arbeitnehmer. Die Gewerkschaften sind unfähig, sich für die Rechte ihrer Klientel wirklich einzusetzen.

Soviel zur heutigen Realität: Und dass die deutschen Arbeitnehmer unter diesen Rahmenbedingungen heute nicht bereit sind, selbstlos gegenüber anderen Herren und Ländern zu "dienen": Ich denke, das versteht sich von selbst.

Und der Ausspruch "Am Deutschen Wesen soll die Welt genesen", der aus der Zeit Wilhelms II. und des Reichskanzlers Bismarck stammt, wird immer wieder, leider auch von Ihnen, Herr Greve, falsch interpretiert. Das "Deutsche Wesen", auf das die Deutschen damals zu Recht stolz waren, beruhte auf weltweit exzellenter Qualität der Produkte, auf "Made in Germany", auf Fleiß, Arbeitssamkeit, auf Einfalls- und Erfindungerreichtum der damaligen Tüftler. Und auch Preußen gehörte dazu, mit seiner beispielhaften Verwaltungsstruktur und der weltbesten Armee damals. Die schönen deutschen Lande mit ihren Schlössern und Burgen waren gemeint, der gute deutsche Wein und die schönen deutschen Mädels. Auf ihre Schriftsteller und Dichter, die das Land hervorgebracht hatte, waren die Deutschen stolz. Und auf Martin Luther und seine Thesen, die er an der Kirche zu Wittenberg angeschlagen hatte. Die damals vorbildliche Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung suchte ein Europa damals seinesgleichen.

Auf dies alles war Deutschland damals - zu Recht - stolz. Und es hatte damals mit seinen Leistungen/seinen Vorzügen als gesamtes Volk eine Vorbildfunktion/Anziehungskraft in der ganzen Welt. Und so ist auch der von Ihnen zitierte Ausspruch zu deuten: Nicht das Deutsche Reich wollte der übrigen Welt das "Deutschtum" aufdrücken, vielmehr war das damalige Deutsche Reich Vorbild für viele Länder in und außerhalb Europas. So ist der Satz "Am deutschen Wesen soll die Welt genesen" gemeint gewesen, und nicht anders.

Genau das Gleiche gilt ja für die erste Strophe der Nationalhymne "Deutschland, Deutschland über alles ...". Hoffmann von Fallersleben hat in Liebe und Verehrung zu seinem damaligen Heimatland diese Strophen geschrieben, weil er sein Vaterland damals "über alles ..." geliebt hatte. Wer liebt sie heute noch so, die BRD, wie damals Hoffmann von Fallersleben seine deutsche Heimat? Auch diese Aussage wird heute vielfach - und bewußt - falsch interpretiert.

Veröffentlicht am 11.02.2014 14:57:20 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 11.02.2014 14:59:53 GMT+01:00
millebises meint:
Lieber Herr Zeul,
es gibt so etwas wie Copyright. Haben Sie Cora Stephan gefragt, ob ihr das recht ist, dass Sie ihren Beitrag hier in voller Länge einstellen? Ein link hätte doch sicher auch genügt?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.02.2014 14:58:41 GMT+01:00
millebises meint:
Wer Lesen kann... der Beitrag von Herrn Zeul ist keine Rezension, sondern ein von ihm kopierter Essay von Cora Stephan.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.02.2014 16:18:27 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 14.02.2014 16:18:36 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.05.2014 10:41:41 GMT+02:00
Millebises -

es ist im Grunde genommen doch ziemlich unwichtig, ob Herr Zeul nun den Artikel von Frau Stephan kopiert, jedenfalls ist der Text ganz ausgezeichnet und lässt den Irrsinn der Ereignisse vor, im und besonders nach dem 1. WK klar hervortreten.

Das Deutsche Reich war 1914 wirtschaftlich zu erfolgreich geworden und musste deshalb bekämpft werden. Dafür waren alle Mittel recht, leider, damals wie später und diese bösartige Politik hat in der Mitte Europas eine Schwachstelle hinterlassen, die durchaus zum Zusammenbruch der europäischen Kultur führen kann.

"Dies eben ist der Fluch der bösen Tat, dass sie, fortzeugend, Böses muss gebären" sagt Schiller.

TD
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